Wer mitspielen will, muss sich an die Regeln halten. Die sind festgelegt und während des Spiels nicht diskutiertbar. Es gilt die Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters. Eine Tätlichkeit, also ein absichtlich begangenes Foul, das der Gesundheit des Gegenspielers schadet, zieht die rote Karte, also den Platzverweis nach sich.
Auf dem Spielfeld Europa kämpft Reccep Erdogan schon lange gegen den Rest Europas. Er möchte gerne mitspielen – aber keiner lässt ihn. Das macht den kleinen Reccep wütend. Und so begeht er einen Regelverstoß nach dem Anderen. Das blöde dabei: er ist gar nicht auf dem Feld, noch nicht einmal auf der Auswechselbank. Trotzdem hat der Schidesrichter aus Brüssel jetzt die rote Karte gezogen.
Einführung der Todesstrafe heißt: Platzverweis und lebenslange Sperre. Das ist nicht bitter für Erdogan, der ist längst vom potentiellen Mitspieler zum Provokateur am Spielfeldrand mutiert. Das ist hart für die Türken, denn Erdogan wird nach jeder Demütigung noch brutaler seine Säuberungsaktionen nach stalinistischer Manier durchziehen um seine Macht weiter auszubauen. Man mag nicht darüber nachdenken, was jetzt in den Verhörzentren der türkischen Sicherheitskräfte mit den Tausenden Oppositionellen geschieht. Da wäre die Todesstrafe vermutlich manchmal die gnädige Variante.
Was tun?
Jede weitere Demütigung seitens des Auslands, jede Demonstration im Inland ist willkommener Anlass, die Daumenschrauben fester anzuziehen. Erdogan scheint nur auf weitere Gelegenheiten zu warten. Wir können nur die demokratischen Kräfte in der Türkei unterstützen in ihren Bemühungen, sich vom Despoten zu befreien.