
Sign up to save your podcasts
Or


Carsten Stork sieht am Ölmarkt klare Zeichen der Entspannung. Die saudische Ost-West-Pipeline läuft wieder fast normal. Auch durch die Straße von Hormus fließt deutlich mehr Öl. "Öl findet immer seinen Weg in die Welt - die Freigabe der Reserven hat eher einen psychologischen Effekt." Für Stork fehlt es nicht an Rohöl. Engpässe entstehen vor allem bei Raffinerien und Lieferketten. Diesel, Benzin und Heizöl bleiben deshalb knapp. Beim Gas warnt Stork vor einem kalten Winter. Deutschlands Speicher sind nur zu weniger als zwei Dritteln gefüllt. "Gold ist definitiv ein Zinsspiel kurzfristig." Steigende Langfristrenditen erhöhen den Druck auf hoch verschuldete Staaten. "Frankreich hat ein Verschuldungsproblem." Das könne auch Deutschland belasten. "Kupfer ist immer noch einer meiner absoluten Favoriten." Rechenzentren und Infrastruktur treiben langfristig die Nachfrage. Gleichzeitig fehlen neue Förderprojekte. Bei Zucker, Kaffee, Kakao und Reis erwartet Stork starke El-Niño-Effekte.
Der Ölpreis wird zum politischen Sprengstoff: Carsten Stork, Index-Advisor des DCX, sieht in den Huthi-Angriffen und gefährdeten Transportwegen eine massive Belastung für die Energieversorgung. Umwege verlängerten Lieferzeiten, strategische Reserven schwänden. Seine Warnmarke: Bei 120 bis 125 Dollar je Fass werde es für die Weltwirtschaft problematisch. "Der Konflikt ist völlig schief gelaufen für Donald Trump und die US-Amerikaner." Die Folge: längere Transportzeiten sowie Belastungen für die Märkte durch steigende Energie- und Rohstoffpreise. "Wir sehen bereits die ersten Auswirkungen, besonders durch die gestiegenen Energiepreise. Aber auch durch die gestiegenen Rohstoffpreise ist es dazu gekommen, dass die Notenbanken veranlasst sind, die Zinsen zu erhöhen, um die Inflation wieder unter Kontrolle zu bekommen. Eine heikle Phase: wir sind längst bei politischen Börsen angekommen." Die Investitionsquote im DCX liegt unter 30 Prozent, wobei Hebelprodukte das tatsächliche Engagement erhöhen. Seine Haltung: aufmerksam bleiben, vorsichtig agieren.
VC6RKM DCX DYNAMIC COMMODITY INDEX DE000VC6RKM5
Raketen liefern spektakuläre Bilder, Satellitendienste die laufenden Einnahmen: David Hartmann von Vontobel sieht sinkende Startkosten als Treibstoff des Raumfahrtbooms. Wiederverwendbare Raketen machen Geschäftsmodelle rentabel, die früher kaum denkbar waren.David Hartmann über das erstrebenswerte Raumfahrt-Business: "Man kauft eigentlich nie zu 100 % Weltraum". "Das Geschäft rund um die Raumfahrt ist für alle Beteiligten erstrebenswert." Und beteiligt sind eigentlich alle Menschen, die das Internet und somit auch Satelliten nutzen. Auf dem Anlegertag in Düsseldorf erzählt David Hartmann vom Boom der Raumfahrt an den Kapitalmärkten, den sinkenden Kosten für Raketenstarts und der wachsenden Bedeutung von Satellitendiensten im Alltag. Außerdem geht es um Geschäftsbereiche wie Erdbeobachtung und mobiles Internet sowie um Europas Wunsch nach mehr Unabhängigkeit bei Satellitensystemen. "Wie kann man das monetarisieren - wer hat daran Interesse?" Der Solactive Space Technology Index von Vontobel vereint Werte wie RocketLab, Planet Labs und Lockheed. "Aber nicht überall, wo Weltraum draufsteht, ist dann eben auch Weltraum drin." Infos: https://markets.vontobel.com/de-de/produkte/themen/partizipationszertifikate/DE000VQ7BWA1
DE000VQ7BWA1 Solactive Space Technology Index
Thomas Rappold sieht im KI-Boom nicht das beste Sprachmodell als entscheidenden Faktor, sondern Geschäftsmodell, Burggraben und Zugang zum Kunden. Apple traut er mit neuer Chipgeneration, mehr lokaler KI-Rechenleistung und enger Verzahnung von Hard- und Software weiter Preissetzungsmacht zu. Für besonders strategisch wichtig hält er Nvidias geplante Übernahme von Hugging Face: Der Konzern entwickle sich vom Chipanbieter zum Full-Stack-KI-Konzern, der Prozessoren, CUDA, Modelle und Entwicklerzugang verbindet. Für Anthropic und OpenAI werde entscheidend, ob sie aus hohen Wachstumsraten dauerhaft Margen und Kundenbindung machen. Sprachmodelle hält Rappold langfristig für austauschbarer und damit preissensibler. Cybersecurity sieht er als Profiteur der KI, weil künstliche Intelligenz Angriffe verstärkt, zugleich aber Softwaretests und Abwehr verbessert. Bei Aktien setzt er deshalb lieber konzentriert auf führende Anbieter wie Palo Alto, CrowdStrike und Zscaler statt auf breite Themen-ETFs.
Carsten Stork sieht zwischen der Fed und dem US-Finanzministerium eine "markterschütternde Vertrauenskrise". "Wenn Bessent die langfristigen Renditen drücken möchte, Kevin Warsh aber die kurzfristigen Zinsen anheben will, dann ist hier eine klare Diskrepanz." Donald Trump hat keinen Einfluss auf die Fed, kann aber seinen Finanzminister steuern. Den Weltmarkt kann er eher nicht kontrollieren. Das Positive: die Anleger sehen Gold wieder als Safe-Haven-Asset. "Ich glaube, dass Gold und die Aktienmärkte im Gleichklang laufen können." Vor diesem Hintergrund könnten nach Einschätzung Storks die 5000 Punkte beim Gold nur eine Zwischenstation sein. "Die Zentralbankenkäufe sind massiv." Außerdem geht Stork auf Öl, Kupfer und weitere Rohstoffe ein. "Ich glaube, dass die Metalle im vierten Quartal eine Renaissance erleben." Carsten Stork ist Rohstoffexperte und Indexberater des DCX-Indexes, des Dynamic Commodity Index.
Positive Studiendaten lassen Moderna um rund 180 % explodieren. Merck und BioNTech ziehen kräftig mit. David Hartmann von der Bank Vontobel Europe AG ordnet den Biotech-Boom ein. Die personalisierte mRNA-Therapie behandelt Patienten nach einer Tumorentfernung. Sie soll Rückfälle und entfernte Metastasen bei schwarzem Hautkrebs verhindern. Keytruda von Merck ergänzt die individuell hergestellte Behandlung. Hartmann warnt vor vorschneller Euphorie. Vollständige Daten folgen erst im Herbst. Eine Zulassung fehlt. Trotzdem sieht er Potenzial: "Das könnte tatsächlich ein Quantensprung gewesen sein." Der Kurssprung überrascht selbst den Produktexperten: "Das war gestern schon ein Tag, der sich in mein Gedächtnis eingebrannt hat." Hohe Herstellungskosten erschweren verlässliche Margenprognosen. Anleger tragen deshalb starke Schwankungen. Hartmann betont: "Renditen lassen sich nie vom Risiko trennen." Put-Optionsscheine können Positionen absichern. Doch Laufzeit, Basispreis, Bezugsverhältnis und Zeitwert entscheiden über den Erfolg. "Hebelprodukte eignen sich für Spekulationen und zur Absicherung."
Eine Trillion Dollar Market Cap ist an der Börse vernichtet worden. Vielleicht ist das ja die ideale Chance, in die Welt der KI mit einem deutlichen Rabatt einzusteigen. Thomas Rappold von Vontobel ordnet den Kursrückgang großer Tech-Werte als Folge mehrerer Faktoren ein. So können einige Big Player wie Anthropic oder OpenAI getrost Verluste machen, da sie ja in Wachstum investieren. "Ich habe am Markt noch nie so viele Möglichkeiten durch diese Asymmetrie zwischen tatsächlicher Börsenbewertung und dem, was in den Unternehmen faktisch drinsteckt, gesehen." Zulieferer wie Chip- und Infrastrukturanbieter profitieren derzeit. ASML hat in den Quartalszahlen einen runden Quartalsumsatz von knapp 9,3 Milliarden gemeldet. Rappolds Ratschlag: "Das ist für mich eine Art Gottesgeschenk. Anleger sollten mehr Geschäftsberichte anschauen und weniger Social Media konsumieren."
"Was das Label KI bekommt, wird vom Anleger gekauft. Weil man von dem Gedanken so überzeugt ist und an die Disruption dieser Technik glaubt." Zertifikate-Experte David Hartmann erklärt, warum einige KI-nahe Aktien trotz guter Unternehmenszahlen im großen Stil verkauft werden. Als Beispiel nennt er Samsung, die Aktie fiel nach soliden Ergebnissen, weil der Markt sehnsüchtig weiteres Wachstum erwartete. Für Privatanleger eignen sich insbesondere Themen-ETF, um den Überblick nicht zu verlieren: "Der VanEck Semiconductor enthält 25 Halbleiterunternehmen. Der Global Robotics & Artificial Intelligence Thematic Index ist noch breiter gestreut und bildet die komplette Wertschöpfungskette ab." Wer Kursverluste beim KI-Stimmungstief nicht akzeptieren möchte, der kann auf die Vontobel-Optionsscheine auf die beiden genannten ETFs zurückgreifen. "Je höher der Basispreis, umso höher ist mein Absicherungsniveau, umso teurer ist jedoch auch die Versicherung."
Carsten Stork sieht die Lage am Persischen Golf trotz ausbleibender Angriffe weiter als angespannt. "Die Ruhe am Golf ist trügerisch." Vor allem die Straße von Hormus bleibt ein geopolitischer Risikofaktor. Zwar notiert Rohöl wieder auf Vorkriegsniveau, doch Verbraucher profitieren kaum. Ursache sind hohe Preise für raffinierte Produkte wie Benzin, Heizöl und Kerosin. Gleichzeitig haben sich die Lagerbestände deutlich verringert. Auch die neue Kommunikationsstrategie der US-Notenbank sorgt für Unsicherheit. "Ich habe selten bei einem Fed-Meeting eine solche Zinsveränderung gesehen." Für die kommenden Monate richtet Stork den Blick zusätzlich auf einen möglichen Super El Niño. Er erwartet Auswirkungen auf Ernten und steigende Preise bei Agrarrohstoffen. Im Dynamic Commodity Index gewichtet er deshalb Getreide und Soft Commodities stärker. Gleichzeitig bleibt er für Edelmetalle optimistisch. "Ich bin überzeugt davon, dass wir Gold gegen Jahresende eher Richtung 5000 sehen, als dass wir bei 3000 stehen."
Ob Mars oder Mond - Hauptsache Erweiterung des Wirtschaftsraumes. Mit "viel Phantasie hebt die Sache ab", so Fondsadvisor Thomas Rappold über Elon Musks Weltallträume. Wahnsinn oder Megabusiness? "Musk geht immer ein paar Ebenen voraus, auch in der Bewertung seiner Unternehmen, um sich dann über diese hohe Bewertung das Geld zu holen, damit er diese Phantasie erfüllen kann." Der US-amerikanische Marktpragmatismus schlägt die wundersame Schwerkraft und Kopflastigkeit Europas um Längen. Wohingegen Russland, Indien und China den Wettlauf um Rohstoffe, Rechenzentren, Satelliten und KI missionarisch mitgestalten. Welche Rolle spielen die Schaufelhersteller? "Das Einzelaktienrisiko ist sehr hoch. Wir haben in unserem Solactive NextGen Satellite Space Economy Index von Vontobel fünf Wertschöpfungsebenen herausgebildet, darunter Nickel- und Schaufelhersteller, Produzenten von Space Data Centers sowie Edge Computing, Netzwerkbetreiber oder Unternehmen wie Palantir oder John Deere."
From the publisher's feed