"Vordergründig - Hintergründig" - die Porträtreihe abseits des Mainstreams

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"Vordergründig - Hintergründig" - die Porträtreihe abseits des Mainstreams episodes

  • „Nie wieder Krieg!“ – Gegen das Vergessen: In Gedenken an die KZ-Opfer

    Mauthausen Komitee Vöcklabruck lädt zu Theaterstück in die Friedenskirche Vöcklabruck

    Am Freitag, den 27. Jänner, es ist dies der internationale Holocaust Gedenktag anlässlich der Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenau, startet das Mauthausen Komitee Vöcklabruck um 19h in der evangelischen Friedenskirche ihren Veranstaltungsreigen 2023 gegen das Vergessen.

    Unter dem Titel „Zerreißt den Mantel der Gleichgültigkeit, den ihr um Euer Herz gelegt“ erzählt die Schauspielerin Friederike Krosigk gemeinsam mit ihren  Musikerinnen Annegret Bauerle & Sybille v. Both aus dem Leben der Sophie Scholl und der Familie Langthaler, die während der sogenannten „Mühlviertler Hasenjagd“ zwei KZ Flüchtlinge versteckte.

    Bereits einen Tag vor der Aufführung, also am Donnerstag, den 26. Jänner, 18h sendet das Freie Radio Salzkammergut einen Rückblick auf die Lenzinger Befreiungsfeier mit Paul Le Caër-Preisverleihung 2022. Darin erzählt die aktuelle Preisträgerin Margret Lehner-Wessely u.a. über ihre Beweggründe einen Gedenkstein für die inhaftierten Frauen im KZ Pettighofen zu initiieren: „Als ich Anfang der 1990er Jahre in die Nähe des Konzentrationslagers gezogen bin, wurde mir klar, dass ich meine Erinnerungs-Arbeit den inhaftierten Frauen, damals lebten davon noch viele, widmen muss.“    Zu hören ist auch eine Lesung des Historikers Peter Pohn aus Wolfsegg am Hausruck, der gemeinsam mit den Schauspieler/Innen Liane Locker und Eugen Victor Zeitzeugenberichte von Inhaftierten in den KZs Gusen, Zipf und Pettighofen vorträgt.  

    Eingeladen, beim Mauthausen Komitee Vöcklabruck mitzuarbeiten oder zu Veranstaltungen zu kommen, sei jeder, der sich für Menschenrechte und Zivil Courage interessiert oder einsetzen möchte“, so Obmann Frederik Schmidsberger.

    Aktuell müssen viele in der Bevölkerung schauen, wie sie finanziell über die Runden kommen, weiß Lenzings Vizebürgermeisterin und Kulturreferentin Mascha Auracher, „aber die aktuellen Umstände dürfen trotzdem kein Hindernis sein, sich nicht mit der Vergangenheit zu beschäftigen, weil die NS-Zeit lehrt, wie schnell Verhetzung zur Katastrophe führen kann.“ Diesbezüglich sei es möglich, aus der Geschichte zu lernen, „damit ähnliches wie der Holocaust nicht mehr passiert.“

     

    Karten für „Zerreißt den Mantel der Gleichgültigkeit, den ihr um Euer Herz gelegt“ sind im Vorverkauf erhältlich bei:

    Mauthausen Komitee Vöcklabruck, 07672/23444, [email protected]

    Buchhandlung Neudorfer Vöcklabruck, 07672/26400, [email protected]

    Foto: Bundesarchiv

    1 hr 12 min
  • Gert Steinbäcker auf Bayern-Tour

    Im November 2022 Gert die neue Single „Helden von heut´“ veröffentlicht. Der Song ist auf dem aktuellen Album 44 zu finden.

    In dieser Sendung spricht Gert, der am 24. November 2022 seinen 70. Geburtstag feiert, über das Ende von „STS“, die Entstehung der letzten Titel, politische Entwicklungen und seinen Werdegang.

    Foto: ORF

    1 hr 4 min
  • Der „Watzmann“-Kult 1972-2022

    „Groß und mächtig, schicksalsträchtig, um seinen Gipfel ragen Nebelschwaden.“ Bis November 2022 wird Wolfgang Ambros diese Zeilen aus dem Lied „Der Berg“ noch einmal durch Konzertsäle sowie Veranstaltungszentren in Österreich und Deutschland schallen lassen. „Am 13. November in Graz wird es aber zu 100 Prozent das letzte Mal sein, dass ich dabei bin“, sagt Wolfgang Ambros im Gespräch mit den Salzburger Nachrichten. Im Bunde mit Joesi Prokopetz als Vater und Knecht, Christoph Fälbl als Bub und Klaus Eberhartinger als Gailtalerin, der „leibhaftigen Sünd“, spielt der Sänger in der gewohnten Besetzung. „Wenn alle dabei sind, machen wir es noch einmal, hat Wolfgang im Vorfeld der Tour gesagt“, erklärt Manager Peter Fröstl.

    Alles begann als Hörspiel

    Das sogenannte Rustical „Der Watzmann ruft“ ist eine Mischung aus Bauernstück und Musical. Erzählt wird die Geschichte eines Bauernbuben, der den Watzmann erklimmen will, weil ihn die Gailtalerin dazu überredet. Die Warnungen seines Vaters ignoriert er und stürzt schlussendlich in den Tod. Laut Theaterwissenschafter Herbert Eigner-Kobenz stehe das Rustical „Der Watzmann ruft“ in der österreichischen Popular-Musikgeschichte wie der Berg selbst als Monolith da. Schließlich fasse es zusammen, was viele Song-Texte Anfang der 1970er Jahre, als der „Watzmann“ entstand, ausmachen, nämlich die Rebellion: „Ein Bub lehnt sich gegen seinen Vater auf, folgt geisterhaften, letzten Endes tödlichen Rufen.“ Da stecke viel Identifikationspotential drinnen. „Auch in den Traditionen, in dem Ewiggestrigen, das parodiert wird: Vermeintlich rückständiges Provinzleben, alpenländische Klischees, Parodien auf Heimatfilme und Heimatkitsch.“ Als Bühnenstück ist das Rustical eine unterhaltsame Mischung aus rockigen Liedern, witzigen Dialogen und Tanzeinlagen. Im Laufe der Zeit habe das Stück weite Kreise gezogen und wir haben es immer weiterentwickelt“, erklärt Ambros.

    Ambros und Prokopetz haben  bereits 1971 mit dem Hit „Da Hofa“ aufgezeigt. 1972 folgt das düstere Debüt-Album „Alles andere zählt ned mehr…“.Dazwischen gibt es aber immer wieder Zeit zum Blödeln. Gemeinsam mit Manfred O. Tauchen kreieren sie das Rustical „Der Watzmann ruft“. Entstanden sei die Idee zum „Watzmann“ aus einer Laune heraus, erinnert sich Prokopetz: „Wir haben damals oft Filme von Luis Trenker gesehen und danach den Dialekt, der in den Dialogen gesprochen wurde, karikiert, weil er uns übertrieben und gekünstelt vorkam. Ebenso die Darstellung der heilen Welt in Heimatfilmen.“ 1972 entsteht eine Ur-Fassung des „Watzmann“. Es handelt sich dabei um eine 15minütige Hörspielfassung, die für die Ö1-Reihe „Beispiele“ produziert wird.

    Das Angebot von Sendungsleiter Alfred Treiber sei natürlich sofort angenommen worden, erinnert sich Ambros: „Damals ist es ja sehr teuer gewesen, Songs aufnehmen zu können. Da hat man jede Chance genutzt.“ Alfred Treiber und sein Team haben Wolfgang Ambros Karriere von Anfang an mitverfolgt: „Sie waren jung, unverbraucht aber vor allem  hatten sie keine Starallüren und eine Riesenhetz bei der Arbeit“, erklärt Treiber.

    Nach der Ausstrahlung des Hörspiels wird das Werk in der Arena 72, der damaligen Jugend-Alternativspielstätte der Wiener Festwochen, aufgeführt, später um die Rolle der Gailtalerin erweitert und 1974 auf Platte gepresst. Doch das Album ist nicht von Anfang an ein Renner, wie sich Prokopetz erinnert: „Um Gottes willen, jetzt ziehe ich meine Lederhose an und das soll nun lächerlich sein, ärgerten sich sicher viele Männer.“ Das Rustical habe sich also vor 50 Jahren dagegen gewendet,  wodurch es vielleicht in letzter Zeit wieder fröhliche Urstände feiert: Die Renaissance der Volkstümlichkeit in der Musik.

    Anfang der 1980er Jahre wird die Idee geboren, das Rustical auf die Bühne zu bringen und dafür ein abendfüllendes Stück erarbeitet. Als ein Tänzer ausfällt, bekommt der spätere Tourneeleiter Karl Maria Drexler die Chance, mitzumachen. Damals sei die Show noch ein Laientheater gewesen, erzählt er: „In einem kleinen LKW wurden der Berg, die Licht- und Tonanlage sowie Kostüme transportiert.“ Gespielt wird 14 Tage im Schwabinger Bräuhof. Nach weiteren Aufführungen in Stuttgart, Frankfurt und Nürnberg ist dann die erste, sehr erfolgreiche „Watzmann“-Tournee, vorbei. Ambros-Tauchen-Prokopetz widmen sich danach anderen Projekten und für das Rustical bleibt keine Zeit mehr.

    Eine neue Show zum Jubiläum

    1991 tritt eine besondere Wende ein: Wolfgang Ambros feiert sein 20-jähriges Bühnenjubiläum. Und wie könnte dieser Karrierehöhepunkt besser begangen werden als mit einer neuen „Watzmann“-Show?, sind gewiefte Manager in Österreich und Bayern überzeugt, die schon seit Jahren mit diesbezüglichen Anfragen überhäuft werden. Es gilt aber ein großes Problem zu überwinden: Prokopetz und Tauchen liegen im Streit. Ambros Versuche, die beiden wieder zu vereinen, scheitern. So steigt Prokopetz vorerst aus der „Watzmannschaft“ aus. Tauchen bleibt, übernimmt die Rolle des Vaters, eines Knechts und schlüpft in die feuerroten Unterröcke der Gailtalerin. Mittels Casting muss noch ein neuer „Bua“ gefunden werden: Die Wahl fällt auf den Kabarettisten und Schauspieler Christoph Fälbl, der einschlägt und zum Publikumsliebling wird. „Mit dieser Produktion ging es dann richtig los, wir haben vor tausenden Menschen gespielt“, erinnert sich Fälbl. Speziell die Szene „Walpurgisnacht“ wird äußerst opulent inszeniert: Da gibt es einen Opernsänger, eine Stripperin, Knechte streiten sich um Frauen und dazu spielen die Alpinkatzen Hubert von Goisern und Wolfgang Staribacher das „Hiatamadl“.

    Es vergehen dann wieder einige Jahre, bis der „Watzmann“ ein weiteres Mal zu rufen beginnt. 2004 gastiert das Rustical für mehrere Wochen am Chiemsee. Diesmal wird Musikvideo-Regisseur Rudi Dolezal engagiert und Klaus Eberhartinger gibt die Gailtalerin. Der Ex-EAV-Frontman stellt das leichte Mädchen etwas nachdenklicher dar. So verrät es im Lied „In meinem Herzen“ den Wunsch nach einer festen Beziehung.

    Nach Sturz gibt´s Schnaps

    Bis auf kleine Textänderungen werde die Chiemsee-Inszenierung noch heute gespielt, erklärt die aktuelle Regisseurin Gitti Guggenbichler. Auch die Requisiten seien die gleichen: „Wir hätten zwar Videowalls und Projektionen installieren können, sind aber immer davon ausgegangen, dass die gerade laufende Tour auch die letzte sein würde und verzichteten daher auf Änderungen.“ Was WoIfgang Ambros betrifft, musste allerdings Wesentliches umgestellt werden. Nach schweren Wirbelsäulenoperationen sind die Zeiten, als sich der Sänger nach Lust und Laune auf der Bühne bewegen konnte, vorbei. „Ich bin zu 80 Prozent körperbehindert und lehne mich daher an einen Hocker“, sagt Ambros. Auch die Rhythmusgitarre hat er an Roland Vogl, der seit heuer die Nr. 1 vom Wienerwald verstärkt, weitergegeben. Vogl hilft zusätzlich beim Bühnenaufbau. Eine wichtige Aufgabe dabei sei es, Für Fälbls Sturz in die Tiefe die Matte zu platzieren. Bei den letzten Vorstellungen jeder Tour erwarten Fälbl auch Überraschungen, verrät Vogl: „Manchmal auch unangenehme, wie nasse Handtücher, die wir zum Spaß hinlegen. Als Belohnung für seinen Wagemut bekommt Christoph aber immer einen Schnaps.“ Fälbl nimmt´s locker, denn jede Watzmann-Tour sei für ihn wie ein Familienausflug: „Schließlich habe ich zu keinem Mann auf der ganzen Welt so oft ‚Voda‘ gesagt, wie zu Joesi Prokopetz.“ Und Spaß gibt es nicht nur auf der Bühne, sondern auch dahinter, verrät Fälbl, der sich mit Klaus Eberhartinger eine Garderobe teilt. Gemeinsam in einer Garderobe sind auch Prokopetz und Ambros. „Die beiden sind wie ein altes Ehepaar. Wenn zum Beispiel Wolfgang eine Geschichte beginnt, Joesi aber unterbricht und fertig erzählt, sagt  Wolfgang meist etwas genervt, dass er nun schon seit seinem 16. Lebensjahr von Prokopetz ausgebessert würde. Das hat schon etwas Liebenswürdiges und äußerst Vertrautes“, lacht Christoph Fälbl, der „Bua“.

    Weitere Infos unter: www.wolfgangambros.at (Foto: Lukas Beck) 

    (Peter Pohn)

     

     

    1 hr 1 min
  • „Wann di da Teifl reit“-Die Wödmasta mit neuem Album

    Das neue Wödmasta-Album „Wann di da Teifl reit“ ist auf CD erschienen. „Eine Langspielplatte auf Vinyl wäre schlicht und ergreifend zu teuer gewesen“, erklärt  Roland. Selbst eine CD sei ja mittlerweile ein Hobby. Einen CD-Player habe ja kaum noch wer.

    Von Alltagsbeobachtungen bis zu Glücksmomenten 

    Die Wödmasta singen über Alltagsbeobachtungen. “I Geh” zum Beispiel ist ein Song über offene  Beziehungen, erklärt Roland. Musikalisch sei „I geh“ eigentlich ein typischer Wödmasta-Song gewesen, bis zu dem Zeitpunkt als die Band, also das „Wunderteam“ dazugekommen ist. Schlagzeuger Wolfgang Luckner hat dann den Schwung in die Produktion gebracht. „Regenbogen“ ist die Single-Auskopplung für den Frühling. Beschrieben werden Glücksmomente an Tagen, wo praktisch alles funktioniert.

    „Wödmasta“ können auch verlieren

    Mit „Valiera dieser Wöd“ und „Die söbn Stern“ widmen sich die Wödmasta Menschen mit harten Schicksalen. „In unserer Leistungsgesellschaft ist der zweite schon der erste Verlierer“, meint Roland. „Die Söbn Stern“ ist die erste Single-Auskopplung aus dem Album. Hier wird das Thema „Verlieren“ auf nachdenkliche Weise besungen. Die Wödmasta sind sich eben der Gnade ihrer Geburt in einem reichen Land vollkommen bewusst. Auf sozial Schwächere dürfe daher niemals vergessen werden, so Didi.

     „A Mensch möcht i bleibn“

    Die „Wödmasta“ covern Wolfgang Ambros: Ursprünglich sollte Ambros auch als Sänger bei der Neuaufnahme mitwirken, erinnert sich Roland. Einst war „A Mensch möcht i bleibn“, das Original hat Wolfgang Ambros 1973 veröffentlicht,  auch eines der Lieblingslieder von Rolands Großmutter, erinnert sich der „Wödmasta“. Die führenden österreichischen Singer/Songwriter der 1970er Jahre, also Wolfgang Ambros und Georg Danzer waren für die heutigen „Wödmasta“ zu Beginn der 1980er Jahre relativ out. Als Pubertierende in den frühen 1980er Jahren entdecken Roli und Didi den Punk für sich und auch die aufkommende neue deutsche Welle. Später lernten sie aber die Qualität jener Musiker und Texter zu schätzen.

    Fixsterne der österreichischen Musikbranche

    Roland Vogl und Dietmar Baumgartner sind schon lange in der österreichischen Musikszene vertreten. In den 1990er Jahren schaffte es Roland mit seiner Grunge-Band „Ballyhoo“ auf die Playlist von MTV und spielt heute mit Wolfgang Ambros. Didi tourte mit Peter Cornelius und Alkbottle. 2016 trafen sich die beiden im Ernst Happel Stadion und beschlossen spontan, „Wödmasta“ zu werden.

    Erfahrene Singer/Songwriter 

    Roland und Didi sind erfahrene Singer/Songwriter. Die Produktion der Titel durchläuft mehrere Phasen. Meist entwickelt Roland einen Song und nimmt ihn als Demo auf. Dann wird das neue Lied an Didi weitergeleitet. In der dritten Phase kommt die Band dazu, also Bassist Mischa Krausz und Wolfgang Luckner am Schlagzeug. Es werden dann bis zu vier neue Nummern am Stück für die diversen Instrumente arrangiert und gleich aufgenommen. Welche Titel aufs Album kommen, entscheiden die „Wödmasta“ gemeinsam.

    Blick in die Halbwelt und Balkon-Konzerte

    Die „Wödmasta“ lassen sich in keine Schiene pressen. Der Musikstil reicht von poppigen Songs bis hin zu Rock. In den Texten werden vorwiegend Alltagsbeobachtungen beschrieben, die auch mal hinunter in die Halbwelt reichen.  Im ersten Covid 19-Lockdown Mitte März 2020 haben zahlreiche österreichische Musik-Acts Balkon-Konzerte gestartet oder in die sozialen Medien Videoclips gestellt. Roland und Didi waren in dieser Phase besonders fleißig. Bis heute sind es 72 Videos, die entstanden sind. Meist sind es Covers bekannter internationaler Hits. Auf der Bühne werden Geschichten erzählt. Roland und Didi pflegen die Doppel-Conference. Als Kabarettisten würden sich die Wödmasta aber nicht bezeichnen.

    Singles und Album-Präsentation  

    Präsentiert wird das Album „Wann di da Teifl reit“ am 23. April in Wien und zwar im Eventlocal Kronberger´s im 10. Bezirk, Oberlaaer Straße 42. Beginn ist um 17h. Insgesamt sollen vier Titel des neuen Albums „Wann di da Teifl reit“ als Singles mit dazugehörigem Video erscheinen. Im Laufe des Jahres werden Roland und Didi das Album auch live in den diversen Landeshauptstädten und in Deutschland präsentieren.

    Die Wödmasta-Homepage: www.diewoedmasta.com

    Foto: Herwig Peuker

    1 hr
  • Birgit Denk mit neuem Programm „Des muss wohl Liebe sein“

    Laut Pressetext wäre das neue Album ja gar nicht für Herbst 2021 geplant gewesen, die Lockdowns haben ihre Kreativität aber scheinbar angeregt.

    Song-Fragmente wurden hin- und hergeschickt, immer weiter geschrieben, bis schließlich 14 neue Titel fertig waren. Großteils sind sie autobiografisch, was ja eher untypisch für die Gruppe Denk ist. Gesungen wird auch über Themen, die in der letzten Zeit, in der man viel Zeit zum Nachdenken hatte, viele betroffen haben: der Wunsch nach Unternehmungen, Beziehungen oder Selbstreflektion.

    Es ist ein Album so wie früher, als Langspielplatten gekauft wurden und sich Fans zuerst die A- und dann die B-Seite angehört haben, also ohne Überspringen eines Titels. Wäre auch schade, denn jeder einzelne Titel ist ein Anspieltipp. Musikalisch setzt Denk auf den Sound ihrer Jugend, die 80er.

    Homepage: www.bdenk.at

    (Peter Pohn)

    1 hr
  • 40 Jahre „Rock me Amadeus“ Nr.1 in den USA: Linzer Kultband Superfeucht war mit Falco auf Tour

    Ewald Tröbinger und Martin Seimen, die beiden Masterminds der Linzer Kultband Superfeucht, haben auch im 45. Jahr ihrer Karriere noch einiges vor:

    Album „Herzmaschine“ – 25 Musiker für 14 Titel

    „Herzmaschine“ schätzen Ewald und Martin als sehr persönliches Album, wenn nicht gar als Lebenswerk, ein. Insgesamt sind es 25 Musiker, die im Booklet des Albums „Herzmaschine“ angegeben sind. Die 14 Titel, Covers, Superfeucht-Hits und brandneue Songs  wurden also mit großem Aufwand produziert. Potsch Potschka, Gründer der legendären NDW-Band Spliff hat Ewald und Martin bei der Produktion einiger neuer Titel musikalisch kräftig unter die Arme gegriffen. Auf einigen Nummern wie „Heut´ Nacht“ griff er zur Gitarre.

    „Heut´ Nacht“ wird auch die Single sein, die Superfeucht aus dem neuen Album auskoppeln wird. Für die neuen Superfeucht-Songs haben Ewald und Martin originelle Titel gewählt. Die Geschichten dahinter sind durch wahre Begebenheiten inspiriert, sagt Martin. Der Titel „Kumda“ zum Beispiel handelt von einem Typen, der sich wegen eines Hangovers verspätet. Und den Titelsong „Herzmaschine“ hat Harry Zuschrader von Eela Craig komponiert. Der Text stammt von Fritz Weismann-Rubanovits. Es ist ein rockiger Titel im Stil von Rammstein. Der Song komme vom Herzen und sei daher ein super Albumtitel, erklärt Martin.

    Neue Deutsche Welle

    Im Gründungsjahr von Superfeucht, also 1981, brodelt es gewaltig in der heimischen Musikszene. Falco bricht mit „Ganz Wien“ zu seinem Höhenflug auf und in Linz ist Willi Warma mit „Stahlstadtkinder“ in aller Munde. Nicht zu vergessen, eine weitere Kultband aus Linz: The Mollies. Ewald und Martin sind mit ihrem Band-Projekt „Superfeucht“ etwas später dran. Auslöser ist die Neue Deutsche Welle, die auch junge Musiker aus Österreich beeindruckt und sie motiviert, hochdeutsch zu singen. Anfang der 80er Jahre dominieren ja noch die im Dialekt singenden Liedermacher die österreichische Musikszene. Die Songs der Neuen Deutschen Welle bestechen durch Wortspiele und lustige Texte. Wohl eine Antwort auf die angespannte politische Lage in jenen Jahren, vermutet Martin. Es ist die Zeit des Kalten Kriegs.

    „Jetzt oder Nie“ 

    Bereits in den Anfangs-Jahren der Band entwickelt sich Ewald zum hartnäckigen Manager. Er glaubt an den Erfolg von „Superfeucht“ ohne Wenn und Aber und fasst den Entschluss, eine Schallplatte zu produzieren. Demoaufnahmen dafür entstehen im Domino Studio in Braunau. Aufgenommen werden auch bereits die ersten Hits „Erdbeeren“ und die spätere Superfeucht-Hymne „Jetzt oder Nie“. Peter Leopold, ein Musikjournalist aus Wien, stellt dann den Kontakt zu Wilfried her, damals schon ein großer Star in Österreich, der Mitte der 80er Jahre erster Superfeucht-Produzent wird. Dank Wilfried bekommt die Band auch einen Plattenvertrag. Ö3 spielt „Jetzt oder Nie“ rauf und runter.  

    Supporting-Act für Falco

    Um kein One-Hit-Wonder zu bleiben, muss der eingeschlagene Weg konsequent weitergeführt werden. Eines Tages ruft dann Markus Spiegel, Falcos damaliger Manager, bei Ewald an. Er macht ihm ein interessantes Angebot: Superfeucht wird Supporting-Act für Falcos Europatour „Amadeus“. Martin hat zu dieser Zeit die Band bereits verlassen. Wegen anderer Projekte, aber vor allem aufgrund eines Engagements beim Linzer Landestheater, ist der Keyborder ausgestiegen.

    Währenddessen macht Ewald als Supporting-Act für Falco die Erfahrung seines Lebens. Auftritte im Rahmen der Europatournee „Amadeus“ werden für ihn zur musikalischen Meisterprüfung, erzählt er. Kurz nach der Tournee bekommt Ewald gesundheitliche Probleme. Um wieder fit zu werden, wendet er sich der Marathon-Szene zu und interessiert sich für die Arbeit eines Eventmanagers.

    Nach der Zeit mit Falco folgt noch der Hit „Der erste Schritt“. Dann wird es gegen Ende der 80er Jahre ruhig um Superfeucht. Österreichische Medien legen mit Beginn der 90er auf heimische Musiker immer weniger Wert. Es trifft auch Superfeucht und Ewald muss sein Herzensprojekt auf Eis legen.

    Reunion von Superfeucht

    Nach dem Hype um Superfeucht baut Ewald als Eventmanager den Linz Marathon auf. Martin sieht er in dieser Zeit kaum. Sein einstiger Partner produziert in der Zwischenzeit namhafte österreichische Künstler. Im Brucknerhaus, Martin ist bei einem Klangwolken-Projekt eingebunden, laufen sich die beiden wieder über den Weg und beschließen nahtlos dort anzuknüpfen, wo sie einst aufgehört haben. 2012 wird das Album „12“ produziert und es folgen wieder Live-Auftritte.

    AK Summer Stage am Linzer Pfarrplatz

    2017 kommt es dann zur ersten Austragung der AK Summer Stage am Linzer Pfarrplatz mit „Minisex“ als Headliner. Was das Live-Programm und die Musik-Acts angeht, setzen Ewald und Martin auf ihr Erfolgsrezept: „80s forever“. Was die Superfeucht-Set-List betrifft, finden sich auch Lieder von 80s-Acts darunter, die nicht mehr leben. Ewald singt zum Beispiel „Highdelbeeren“ von Wilfried. Auch an Hansi Lang wird gedacht. Für die Superfeucht-Version von seinem Hit „Montevideo“ konnte sogar die Originalband von damals engagiert werden. Auch dieses Lied befindet sich auf dem Superfeucht-Album.

    Homepage: superfeucht.at

    (Peter Pohn)

     

     

     

    1 hr 2 min
  • Birgit Denk mit Willi Resetarits-Preis ausgezeichnet

    Birgit Denk hat Grund zur Freude. 2025 hat sie mit Partner Alex Horstmann und Band ihre musikalische Silberhochzeit gefeiert und Mitte April 2026 ist Birgit Denk mit dem Willi Resetarits Preis ausgezeichnet worden. Mit dem Willi Resetarits-Preis wird Birgits künstlerisches Schaffen und ihr Einsatz für ein solidarisches Miteinander gewürdigt. So stehts in der Aussendung des Vereins Projekt Integrationshaus.

    In einer weiteren Ausgabe der Porträtreihe „Vordergründig-Hintergründig-Austropop“ hat Peter Pohn unter anderem mit Birgit und Alex auch über ihre Zusammenarbeit mit Willi Resetarits, der am 24. April 2022 tödlich verunglückt ist, gesprochen.

    „Hertz“

    Zum Gesang brachte Birgit ihr ehemaliger Gitarrenlehrer Roland Neuwirth, der später selbst mit seinen Extremschrammeln für Furore sorgte. Ein wichtiger Meilenstein in Birgits Musikkarriere war dann die Gründung der Band „Hertz“, mit Birgit als Sängerin. Später stieg Alex Horstmann als Bassist in die Band „Hertz“ ein. Alex hat damals auch als Backliner und Chauffeur bei Willi Resetarits gearbeitet. Beifahrer war meist Günter Brödl, der Erfinder und sogenannte Trainer des Ostbahn Kurti. Alex spielte Brödl im Autokassettenrekorder Demos der Gruppe „Hertz“ vor. Alex wird bald zum Background-Sänger in der Ostbahn-Como befördert Und Birgit glänzt als Kurtis Duett-Partnerin.

    Von „Hertz“ zu „Denk“

    2000 entwickelten Birgit und Alex ein neues Band-Konzept: Die Gruppe Denk war geboren. Texte kamen auch von Freund Günther Brödl. Die Nähe zu Ostbahn Kurti ist bis heute in Nuancen hör- und spürbar, auch wenn das Band-Projekt „Denk“ natürlich eine musikalische Eigenständigkeit entwickelt hat. Im Oktober 2000 starb Günter Brödl. In Gedenken an den Ostbahn-Kurti-Erfinder hat Alex, das Plattenlabel „Rohscheibe gegründet.

    Seit 2000 wurde „Denk“ kontinuierlich aufgebaut, ohne Hit und vergleichsweise wenig Radioeinsätzen. Doch an der Motivation, ständig weiterzumachen hat es nie gemangelt.

    Musikalische Sozialisation

    Birgit und Alex wurden musikalisch ab den 1970er Jahren sozialisiert. Damals war „Austropop“ en vogue. Mittels Protestsongs wurde der Jugend ein Sprachrohr gegeben. Viele Texte hatten sowohl für die Interpreten als auch für den Hörer eine Art therapeutische Wirkung und die transportierten Geschichten sind zeitlos. Ähnliches gilt für Birgits Text „Rannersdorf“.

    Homepage: www.bdenk.at.

    Foto: Martin Hüttler

    (Peter Pohn)

    1 hr 3 min
  • Als Joesi Prokopetz für den Urknall sorgte

    In dieser Ausgabe begeben wir uns mit dem Autor, Sänger, Kabarettisten aber vor allem Texter vieler Wolfgang Ambros-Hits, Joesi Prokopetz, auf eine Zeitreise durch die 1970er und 1980er Jahre, in denen Joesi mit verschiedenen Kollegen Meilensteine der deutschsprachigen Pop-Musik gesetzt hat.

    Kennenlernen in der graphischen Lehr- und Versuchsanstalt 

    Ende der 1960er Jahre lernt sich das kommende Kreativ-Duo in der „graphischen Lehr- und Versuchsanstalt“ kennen. Prokopetz und Ambros sind Klassenkollegen. Ab Beginn der 1970er Jahre arbeiten sie dann intensiv zusammen. Der eine textet, der andere komponiert, spielt Gitarre und singt. Das Kreativ-Duo hat sich in jenen Jahren dem Wiener Dialekt als besondere Ausdrucksform verschrieben. „Da Hofa“, Wolfgang Ambros erste Single aus 1971, wird in Österreich auf Anhieb Nummer 1. Prokopetz hat den Text geschrieben und Ambros die Musik dazu komponiert. „Da Hofa“ ist also der erste Höhepunkt in der Zusammenarbeit der damals 19-Jährigen und gleichzeitig der sogenannte Urknall in der Österreichischen Popszene.

    Der Durchbruch

    Nach weiteren Projekten, wie den Konzeptalben „Fäustling“ sowie „Der Watzmann ruft“ oder der Single „Tagwache“, bahnt sich nach Österreich schön langsam auch in Deutschland für Wolfgang Ambros der Durchbruch an. Doch zuvor, also 1975, wird noch der 100. Geburtstag des Wiener Zentralfriedhofs gefeiert. Joesi Prokopetz nimmt diese, für ihn ungewöhnliche Feier, zum Anlass, darüber zu schreiben. Joesi hat also wieder den Text geliefert und Wolfgang daraus ein Lied komponiert, und zwar ein höchst erfolgreiches, wie sich über die Jahre herausstellt. Doch großen Anteil am Erfolg haben vor allem auch Arrangeur Christian Kolonovits und der damalige Top-Produzent Peter Müller.

    Das Rustical „Der Watzmann ruft“, 1974 auf LP herausgebracht, haben Prokopetz und Ambros im Laufe ihrer 50jährigen Karriere immer wieder auf die Bühne gebracht, zuletzt 2016. So es die Corona-Pandemie zulässt, soll das Rustical 2021 wieder aufgeführt werden. Gespielt wird im Vergleich zum Album von 1974 eine modernisierte Version.

    Internationaler Hit mit der Gruppe DÖF   

    Nach der intensiven Zusammenarbeit mit Wolfgang Ambros gründet Joesi Prokopetz zu Beginn der 1980er Jahre gemeinsam mit Manfred Tauchen sowie Inga und Anette Humpe die Gruppe „DÖF“ („Deutsch-Österreichisches Feingefühl“). 1983 entsteht „Codo“. Mit diesem Hit werden Prokopetz-Tauchen und Gesangskollegin Annette Humpe zu Stars der Neuen Deutschen Welle und landen auf Platz 1 der Deutschen Charts, ebenso in Österreich, den Niederlanden und Belgien. Insgesamt werden 1,2 Millionen Singles verkauft.

    Vom Interpreten zum Intendanten

    Mitte der 80er Jahre steigt Joesi Prokopetz bei DÖF aus und konzentriert sich ganz auf seine Solo-Karriere. Und der Erfolg hält an. „Sind Sie Singel?“, wird Joesis größter Erfolg. In Österreich führt er mit diesem Sommerhit wochenlang die Charts an. Schritt für Schritt verabschiedet sich Prokopetz aber Ende der 1980er Jahre aus den Charts, beendet dann sein Sänger-Dasein endgültig und wird Kabarettist, Buchautor und 2015 auch Intendant der Yppsiade. Außerdem erhält Joesi den Berufstitel „Professor“. Ein kleines Sänger-Comeback gibt Joesi 2006 mit seinem Album „Das gibt es Neues“. Es handelt sich dabei um besondere Interpretationen von Evergreens des Publikumslieblings früherer Jahre, Heinz Conrads.

    Weitere Informationen: www.prokopetz.at, www.wolfgangambros.at

    (Peter Pohn)

    Foto: Gary Milano

    1 hr
  • 40 Jahre „Rock Me Amadeus“

    Martin Seimen und Ewald Tröbinger, die beiden Masterminds der Linzer Kultband  „Superfeucht“,  haben noch immer Lust auf Musik und vor allem auf der Bühne zu stehen. Gerade haben sie gemeinsam mit Ewald Pfleger von Opus den neuen Song „Jerusalem“ aufgenommen. Bereits in den 80er Jahren hat „Superfeucht“ einige große Hits produziert: Mit „Jetzt oder nie“ oder „Der erste Schritt“ landete die Kultband mehrere Wochen in den Ö3-Charts. 1988 löste sich die Band auf, kam zur Freude der Fans aber 2008 zurück.  Unsere Verbissenheit von damals ist heute nicht mehr so groß, erklärt Martin, eine gewisse Lockerheit gehöre schließlich auch zum Erfolg, der noch immer anhält.

    2017 organisierten die Linzer erstmals ein 80s-Revival auf dem Linzer Pfarrplatz. Mit dabei waren damals österreichische Top Acts der 80er Jahre, wie Minisex, Klaus Pruenster und natürlich Mr. Hitparade Udo Huber. Gemeinsam erinnerten sie sich an die 80er Jahre zurück, die sie mit ihrem Wegbegleiter Falco verbindet. 1985 spielte etwa Superfeucht im Vorprogramm von Falcos Europatour „Amadeus“.

    Auf Tournee mit Falco

    Die Falco-Band bestand aus exzellenten Musikern, erinnert sich Superfeucht-Frontman Ewald Tröbinger. Sie hätten gewusst, wie der Falco-Sound im Konzert rüberkommen muss. Anfangs der 80er Jahre spielte Falco in der Anarcho-Band Drahdiwaberl rund um Stefan Weber. Bei Drahdiwaberl-Konzerten bekam der kommende Star bereits die Chance, seinen späteren Hit „Ganz Wien“ zu spielen. Ewald und Martin waren bei einem Konzert in Salzburg dabei.  „Falco muss es selbst machen“, meinte Martin damals.

    Anfang der 80er Jahre arbeitete eine weitere 80er-Ikone, Reinhold Bilgeri, mit Falco zusammen. Er überließ ihm sogar die Musik zu dessen Einstiegshit „der Kommissar“. Gemeinsam mit dem Topproduzenten Robert Ponger schrieben sie an Liedern. Damals schenkte Bilgeri Ponger eine LP von Ricky James mit dem Titel „Super Freak“. Die Bass-Line daraus gab den Impuls für Falcos ersten Hit „Der Kommissar“.

    Auch Rudi Nemeczek von „Minisex“ kannte Falco gut. Er hätte immer wieder versucht, sich neu zu erfinden, so Nemeczek. An Falco sehe man, wie hart das mediale Geschäft ist. „Als er keine Massenhits mehr hatte, wurde er hängengelassen“, sagt der Minisex-Mastermind. Auch wenn er immer gute Platten machte, wurde Falco erst nach seinem Tod wieder vermehrt im Radio gespielt. Kritiker kommentierten Falcos Absturz teils mit Schadenfreude. Udo Huber erklärt diese Tatsache mit der österreichischen Mentalität und der Wertigkeit seiner Künstler: „Wer hoch fliegt, wird bald heruntergeholt.“

    Musik-Videos, MTV und die „Großen Zehn“

    Die 80er Jahre waren auch die große Zeit des Musiksenders MTV. Plattenlabels leisteten sich teure Videos für ihre Stars.  Besonders aufwendig war das Video zu Michael Jacksons Hit „Thriller“. In Österreich präsentierte Udo Huber in seiner ORF-Sendung „Die großen 10“ Videos. „Damals waren Musikvideos etwas Besonderes. Heute kann auf Youtube permanent jedes Video gesehen werden“, so  Udo Huber.

    Zu Udos Markenzeichen wurde damals ein Overal, auch wenn er gar nicht so oft einen getragen hätte, behauptet er heute: „Ich habe am Anfang meiner Fernsehkarriere nicht gewusst, was ich anziehen soll.“  Als er dann in Linz Roger Chapmann sah, der bei einem Konzert auch einen Overal anhatte, kopierte er diese Idee.

    Neben der Vorstellung der Charts wurden in die „Großen 10“ auch Gäste eingeladen, darunter Superfeucht. „Es war kein Nachteil, nicht aus Wien zu sein“, meint Ewald. Die Band versucht 14tägig Medientermine in Wien wahrzunehmen. „Die großen 10“ wurden auch über Österreichs Grenzen hinaus gesehen. „Wenn du beim Udo warst, hast du es geschafft und warst sehr präsent“, erinnert sich Rudi Nemeczek.

    Auch Minisex bekam mehrmals die Chance, in den „Großen 10“ dabei zu sein. „1989 hatte diese Sendung noch eine Einschaltquote von 1 Million“, erinnert sich Udo Huber. Heute könne das Publikum nicht mehr mit wenigen Auftritten erreicht werden.  Künstler müssten viel mehr arbeiten, damit Menschen erreicht würden.

    New Wave in Österreich- ein Umbruch

    Mit Falco, Minisex und dem Rest der österreichischen New Wave-Szene, zu der sich auch Superfeucht zählt, bekamen in der ersten Hälfte der 80er Jahre die bewährten Austropopper rund um Wolfgang Ambros, Georg Danzer oder Peter Cornelius Konkurrenz.  Es kam zu Platz-Hirsch-Kämpfen in den Medien. Superfeucht kannte damals sämtliche Acts der österreichischen Popmusik. Eine besondere Freundschaft verband die Linzer mit Wilfried, den sie als Produzent, unter anderem für ihren Hit „Jetzt oder nie“, gewinnen konnten.

    Die New Wave-Szene in Österreich anfangs der 80er Jahre war also ein Umbruch.  Popmusik „Made in Austria“ sollte international erfolgreich werden.  Minisex hatte mit „Rudi gib acht“ und „Eismeer“ in Österreich zwar große Hits, ihre Veröffentlichungen in Schweden, Norwegen und Dänemark, floppten aber. Und live kam die Band über den deutschsprachigen Raum auch nicht hinaus.

    Minisex betrieb in jenen Jahren allerdings ein eigenes Platten-Label, wo Hansi Lang und auch die Hallocination Company oder Tom Pettings Herzattacken, rund um den späteren Radio-Moderator Eberhard Forcher, produziert wurden. Bekanntlich schaffte Hans Hölzel, alias Falco, mit „Rock me Amadeus“ den großen internationalen Durchbruch, flankiert von Opus mit „Live is Life“.

    Erdenklang

    Der Vorarlberger Musiker Klaus Pruenster gilt als Miterfinder der „computerakustischen Rockmusik mit Erdenklängen“, die er bei internationalen Musik-Projekten anlässlich des Elektronik-Festivals „Ars Electronica“ in Linz weiterentwickelte. 1982 gelang ihm der Hit „Wunderwelt“. Für sein Werk wurde Pruenster bereits ausgezeichnet. Nach dem Professorentitel wurde er 2017 auf dem Walk of Stars im Wiener Prater verewigt.

    „60 ist das neue 40“

    Für die Bühne fühlt sich Rudi Nemeczek noch nicht zu alt. „60 ist das neue 40“, meint er. In der zweiten Hälfte der 80er Jahre hat sich die Band aufgelöst. Nemeczek arbeitete dann als Kreativdirektor in Werbeagenturen. 2014 haben Minisex das letzte Album auf den Markt gebracht. Erinnerungen sind etwas Positives, wenn man nicht rückständig denkt, meint Rudi. Udo Huber gilt als Kultmoderator der 80er Jahre. Nach dem Ende seiner Fernsehmoderatorentätigkeit feierte er 2007 mit der Sendung  „The Return of Mister Udo Huber“ ein Comeback. Revivals findet er schön: „Wir sind nicht von gestern sondern trendy.“

     

    (Peter Pohn)

    Foto: ORF

     

     

    1 hr 3 min

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