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Vorsicht, Flaschen-Trick? Was an der Auto-Warnung wirklich dran ist


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(Bildquelle: IMAGO / Bihlmayerfotografie / Bearbeitung GIGA)

Ist die Flasche am Radkasten wirklich ein Werkzeug von Dieben oder nur heiße Luft?

Ein Mythos statt einer Masche

Immer wieder taucht sie in sozialen Netzwerken auf: die Warnung vor einer hinterhältigen Diebstahl-Masche mit einer leeren Plastikflasche. Angeblich klemmen Kriminelle eine solche Flasche unbemerkt in den Radkasten eines geparkten Autos. Fährt der Besitzer los, zerquetscht der Reifen die Flasche, was ein lautes, beunruhigendes Geräusch verursacht. Der Schreckmoment soll den Fahrer dazu verleiten, sofort auszusteigen und nach der Ursache zu suchen, idealerweise bei laufendem Motor. In diesem Augenblick, so die Erzählung, schlagen die Diebe zu und stehlen das Fahrzeug oder Wertsachen daraus.

Die Methode klingt simpel und psychologisch clever, weshalb die Warnung schnell und millionenfach geteilt wird. Viele Webseiten und Radiosender haben die Geschichte in der Vergangenheit aufgegriffen und zur Vorsicht gemahnt. Auch in sozialen Netzwerken werden solche Warnungen immer wieder geteilt. Doch die angebliche Gefahr ist nicht so groß wie sie gemacht wird.

Die wahren Tricks der Autodiebe sind viel cleverer und unsichtbar

Sowohl Faktenchecker als auch Sicherheitsexperten stufen den Flaschen-Trick seit Jahren als hartnäckigen Mythos ein. Bereits 2018 ging die Faktencheck-Plattform Correctiv der Sache auf den Grund und fand keinerlei Belege für eine tatsächliche Anwendung dieser Methode. Auch aktuellere Recherchen bestätigen dieses Bild. In ganz Deutschland gibt es laut Abfragen polizeilicher Datenbanken keine einzige Anzeige, die auf diese Masche zurückzuführen ist. Experten halten das Vorgehen für Täter zudem für unpraktikabel und riskant.

Der Ursprung der Falschmeldung lässt sich bis zu einem YouTube-Video aus Mexiko aus dem Jahr 2017 zurückverfolgen. Seitdem verbreitet sich die Geschichte als viraler Hoax, der gezielt Verunsicherung schürt, um Klicks und Reichweite zu erzeugen. Während diese spezielle Methode also ins Reich der Fabeln gehört, nutzen Kriminelle durchaus andere Tricks, um Autofahrer abzulenken. Dazu gehören zum Beispiel an die Heckscheibe geklebte Zettel oder inszenierte kleinere Auffahrunfälle. Weitaus verbreiteter sind heute jedoch technische Angriffe wie das Abfangen und Verlängern des Funksignals von Keyless-Go-Schlüsseln, um ein Fahrzeug lautlos zu öffnen und zu starten.

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