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Noch immer gehört unter freikirchlichen Christen die sogenannte Selbstbefriedigung zu einem der Scham besetzen Themen - vor allen unter Männer. Nach wie vor liegt ein Schleier des Schweigens darüber, weit davon entfernt, anzuerkennen, dass dieses Thema ein Leben lang belastend sein kann und für Menschen jeden Alters ein bedeutungsvolles Thema ist. Man ist stets bemüht dahingehend bei jungen Menschen so früh als möglich ein moralisches Bewachungssystem zu installieren, so dass der dahingehend erwachende Mensch sehr schnell unter Angst und Scham kommt und sowas wie einen Dachschaden entwickelt.
Wir müssen uns mit der Lebensrealität im Hier und Jetzt auseinandersetzen. Wie Gott das Leben von uns Menschen in einer sündlosen Welt einst gedacht hat, dafür kann ich mir heute nichts kaufen - diese Welt gibt es nicht mehr. Es geht allein darum, welche Wege Gott mit uns hier und heute bestreitet. Und dabei kommen wir in Situationen, die sich vielleicht nie lösen lassen. Das gilt auch für Phänomene wie Homosexualität.
Beim Thema Sexualität ist in unseren Freikirchen immer ein gewisser Druck auf dem Kessel. Das Ganze ist moralisch aufgeladen. Das hat bislang dazu geführt sich am Ende die Schönheit der Sexualität gar nicht entfalten konnte und es zu Liebesfrust kam anstatt zu Liebeslust. Nicht wenige Christen tragen hier ein regelrechtes religiöses Traumata mit sich - was z. B. dahingehende Social Media Beiträge zeigen. Vieles dazu fällt uns heute auf die Füße. Die Dunkelziffer dürfte in die Tausende gehen. Wie benötigen hier Veränderung, um vor allem die Schönheit der Sexualität ihr Schöpfungspotential erfahren zu können.
Gibt es eigentlich sowas wie ein "normale" Sexualität? Können Heteros wirklich behaupten, dass sie "normal" oder "natürlich sind und alle anderen unnormal? Ich finde, dass das Ganze wesentlich komplexer ist wir da mal einen Gang runter schalten sollten. Wir Freikirchler haben beim Thema Sexualität soviel blinde Flecken und schon fast einen Fatalismus entwickelt, dass wir das Offensichtliche vor der eigene Tür gar nicht mehr zu erkennen vermögen.
Denkst du schon selber oder laberst du immer noch daher, was andere sagen?
Vorwärts Glauben: Dein Podcast zum Selberdenken!
Also wenn Christen freudig verkündigen, dass Gott alle Menschen wunderbar geschaffen hat, dann gilt das auch für Homos bzw. queere Menschen. Punkt!
Allerdings stelle ich ungeachtet einer sexuellen Identität in Frage, dass alle Menschen geschaffen wurden. Das Ganze mag persönlich emotional annehmbar sein, um innere Gefühle zu befriedigen. Doch als christlich theologischen Lehrsatz hinterlassen solche Aussagen nur Irrsinn. Christen spielen immer wieder gerne Paradies, während Gott sich um die reale Welt kümmert.
Gott kommt mit dieser Welt klar, weil er weiß wie. Wer nicht damit klar kommt sind wir Christen, deshalb stellen wir so viele unzählige religiöse Regeln auf und treffen gerne absolute Aussagen, die uns dann wieder auf die Füße fallen.
Was können wir wirklich wissen und warum es bei diesem Thema soviel Demut braucht.
Es ist kompliziert! Vor allem deshalb, weil wir in diesem Thema mehr fremdgesteuert sind, als uns vielleicht bewusst ist. Mir geht es nicht um die Debatte an sich, sondern um die viele blinden Flecken darin, die so wichtig sein können, aber nicht wirklich zur Sprache kommen.
Selbst unter Christen ist die Vorstellung, dass Gott ein Opfer benötigt, um seinen Zorn über die Sünde zu besänftigen, befremdlich. Dieser ganze Sühneopferkult aus dem AT ist mit dem liebenden Abba des NT zumindest Gefühlsmäßig schwer vereinbar. In Freikirchen ist der Sühnetod Jesu gesetzt. Daran zu rütteln, führt zu innengemeindlichen Erschütterungen. Persönliche Glaubenskrisen sind vorprogrammiert, weil es vieler Orts nur schwarzweiß gibt. Ich denke, es gibt unterschiedliche Perspektiven, die dem Evangelium an Kraft nichts nehmen. Also kein Grund an festgefahrenen Perspektiven zu verzweifeln.
Kennst du dieses Satz: "Gott schenkt Gnade, aber keine billige Gnade" - oder: Gnade ja, aber keine billige? Diese Begriff hat ein großer und beliebter Theologe geprägt. Leider wird er in den Freikirchen völlig missverständlich gebraucht - mit schlechten Konsequenzen für den christlichen Glauben
In diesem Podcast geht es darum aufzuzeigen, wie wenig Gnade im Gegensatz zu Schuld in unseren Freikirchen kultiviert ist. Gnade hat in Bezug auf den sogenannten Heiligungsprozess keine wirkliche Relevanz. Es herrscht vorwiegend Angst liberal zu sein bzw. wenn Gnade überbetont wird, wird darauf hingewiesen, dass Gnade schließlich nicht billig sei. Und somit herrscht in Freikirchen vorwiegend das Gesetz im Glauben, auf der richtigen Seite zu stehen. Das Ergebnis ist: Religiosität und Gesetzlichkeit!
Es ist immer wieder die sogenannte Schöpfungsordnung, die als Begründung herangezogen wird, dass der Mann in seiner Stellung gegenüber der Frau genauso gewollt und geschaffen wurde. Ein Blick in den Urtext zeigt deutlich an, dass dies nicht der Fall ist.
Diese Folge ergänzt quasi Folge 8 und beschäftigt sich mehr mit dem Grundtext.
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