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Zwischen Senatsbock, Asterix, Krabat und Douglas Adams suchen Jan und Gordian nach dem Sinn – und finden kluge Zweifel
#vzzzPodcast Seite:
Die Folge startet mit einer dichten Bockbier-Atmosphäre: Jan und Gordian verkosten ein tschechisches Schwarzbier und den Hamburger Senatsbock, diskutieren Brauhandwerk und die Handschrift experimenteller Brauereien wie Kehrwieder. Dabei zeigt sich, wie sehr Bier für die beiden mehr ist als Alkohol – es ist Ritual, Erinnerungsträger und Einstieg in größere Themen.
Über eine Biersorte mit slawischem Namen landen sie bei der sorbischen Sprache und bei Otfried Preußler, dessen Krabat von sorbischen Mythen und Figuren geprägt ist. Und Preußlers Kasper ist – anders als der klassische Klamauk-Kasper – eher Ermittlerfigur, fast wie die Drei Fragezeichen, eingebettet in eine reduzierte, fast kammerspielartige Figurenwelt. Persönliche Erinnerungen an Kasperle-Theater, Hörspielplatten und ein Kinderzimmer mit Indianerzelt machen deutlich, wie stark Kindheitsbilder, Sprache und Popkultur das eigene Sinnempfinden prägen.
Von dort aus spannen Jan und Gordian den Bogen zur Debatte, ob alte Kinderliteratur an heutige gesellschaftliche Empfindungen angepasst werden sollte. Sie sprechen über Astrid Lindgren, Michael Ende, koloniale Exotik, problematische Begriffe und die Umbenennung von Figuren wie Pippis Vater als „Südseekönig“. Beim Räuber Hotzenplotz fragen sie, wer eigentlich der Protagonist ist – Kasper und Seppel oder Hotzenplotz – und wie sich Bedrohung, Handlung und Identifikation in Kinderbüchern verschieben.
Im Laufe des Gesprächs tauchen weitere Ikonen auf: Asterix, Lucky Luke, Tim und Struppi und die Drei Fragezeichen. Comics und Hörspiele erscheinen als zugängliche Weltmodelle, die mit klaren Typen, humorvollen Überzeichnungen und historischen oder gesellschaftlichen Anspielungen arbeiten – von Rom über den Wilden Westen bis zur heutigen Zeit. Diese Popkultur-Welten helfen, Ordnung in das Chaos der Realität zu bringen, auch wenn ihre Bilder heute kritisch befragt werden müssen.
Im weiteren Verlauf wird es philosophisch und naturwissenschaftlich: Darwin, Mendel und die Evolution stehen für Erklärungsmodelle ohne „höheren Plan“. Ganz radikal: Die Frage nach dem Sinn des Lebens ist eigentlich sinnlos, weil ein System sich nicht aus sich selbst heraus begründen kann – eine Idee, die mit Gödel-inspirierten Gedanken über die Grenzen formaler Systeme verbindet. Sinn braucht immer einen größeren Bezugsrahmen, der außerhalb unserer eigenen Perspektive liegt – etwas wie Gott oder eine höhere Instanz, die wir aber nie wirklich fassen können.
Douglas Adams’ „Per Anhalter durch die Galaxis“ liefert den ironischen Kontrapunkt: Vielleicht sitzt irgendwo ein Gott mit Katze auf einem Planeten und weiß längst Bescheid – nur hat niemand eine gute Marketingstrategie dafür. Jan und Gordian fragen, ob die wirklich großen Denker vielleicht einfach untergegangen sind, weil sie kein „virales“ Moment hatten, während Namen wie Bach und Goethe Stars ihrer Zeit waren. Am Ende bleibt eine skeptische, aber lebensnahe Pointe: Die Sinnfrage greift alles an – inklusive Religion –, doch Menschen lieben Bejahung, Geschichten und das Weitererzählen. Dies macht diese Folge zu einer Mischung aus Kneipengespräch und philosophischem Salon.
Abonnier unseren Podcast hier oder auch auf Spotify, Apple oder auf YouTube, teile diese Folge mit Freund:innen und erzähle uns in den Kommentaren auf YoutTube oder auf Bluesky von den Geschichten und Figuren deiner Kindheit und wie sie dich und deine eigene Suche geprägt haben. Denn gute Geschichten beginnen beim Zuhören.
Folge auf Spotify: https://open.spotify.com/show/7kVdmMboEGhSOrZ5JeIRsj
Folge auf Apple Podcasts: https://podcasts.apple.com/de/podcast/von-zeit-zu-zeit-vzzzpodcast/id1455281628
Folge auf YouTube: https://www.youtube.com/@GordianScheuermann/podcasts
Diskutiert mit uns auf YouTube oder auf Bluesky: https://bsky.app/profile/vzzzpodcast.bsky.social
By Gordian Scheuermann und Jan TimmZwischen Senatsbock, Asterix, Krabat und Douglas Adams suchen Jan und Gordian nach dem Sinn – und finden kluge Zweifel
#vzzzPodcast Seite:
Die Folge startet mit einer dichten Bockbier-Atmosphäre: Jan und Gordian verkosten ein tschechisches Schwarzbier und den Hamburger Senatsbock, diskutieren Brauhandwerk und die Handschrift experimenteller Brauereien wie Kehrwieder. Dabei zeigt sich, wie sehr Bier für die beiden mehr ist als Alkohol – es ist Ritual, Erinnerungsträger und Einstieg in größere Themen.
Über eine Biersorte mit slawischem Namen landen sie bei der sorbischen Sprache und bei Otfried Preußler, dessen Krabat von sorbischen Mythen und Figuren geprägt ist. Und Preußlers Kasper ist – anders als der klassische Klamauk-Kasper – eher Ermittlerfigur, fast wie die Drei Fragezeichen, eingebettet in eine reduzierte, fast kammerspielartige Figurenwelt. Persönliche Erinnerungen an Kasperle-Theater, Hörspielplatten und ein Kinderzimmer mit Indianerzelt machen deutlich, wie stark Kindheitsbilder, Sprache und Popkultur das eigene Sinnempfinden prägen.
Von dort aus spannen Jan und Gordian den Bogen zur Debatte, ob alte Kinderliteratur an heutige gesellschaftliche Empfindungen angepasst werden sollte. Sie sprechen über Astrid Lindgren, Michael Ende, koloniale Exotik, problematische Begriffe und die Umbenennung von Figuren wie Pippis Vater als „Südseekönig“. Beim Räuber Hotzenplotz fragen sie, wer eigentlich der Protagonist ist – Kasper und Seppel oder Hotzenplotz – und wie sich Bedrohung, Handlung und Identifikation in Kinderbüchern verschieben.
Im Laufe des Gesprächs tauchen weitere Ikonen auf: Asterix, Lucky Luke, Tim und Struppi und die Drei Fragezeichen. Comics und Hörspiele erscheinen als zugängliche Weltmodelle, die mit klaren Typen, humorvollen Überzeichnungen und historischen oder gesellschaftlichen Anspielungen arbeiten – von Rom über den Wilden Westen bis zur heutigen Zeit. Diese Popkultur-Welten helfen, Ordnung in das Chaos der Realität zu bringen, auch wenn ihre Bilder heute kritisch befragt werden müssen.
Im weiteren Verlauf wird es philosophisch und naturwissenschaftlich: Darwin, Mendel und die Evolution stehen für Erklärungsmodelle ohne „höheren Plan“. Ganz radikal: Die Frage nach dem Sinn des Lebens ist eigentlich sinnlos, weil ein System sich nicht aus sich selbst heraus begründen kann – eine Idee, die mit Gödel-inspirierten Gedanken über die Grenzen formaler Systeme verbindet. Sinn braucht immer einen größeren Bezugsrahmen, der außerhalb unserer eigenen Perspektive liegt – etwas wie Gott oder eine höhere Instanz, die wir aber nie wirklich fassen können.
Douglas Adams’ „Per Anhalter durch die Galaxis“ liefert den ironischen Kontrapunkt: Vielleicht sitzt irgendwo ein Gott mit Katze auf einem Planeten und weiß längst Bescheid – nur hat niemand eine gute Marketingstrategie dafür. Jan und Gordian fragen, ob die wirklich großen Denker vielleicht einfach untergegangen sind, weil sie kein „virales“ Moment hatten, während Namen wie Bach und Goethe Stars ihrer Zeit waren. Am Ende bleibt eine skeptische, aber lebensnahe Pointe: Die Sinnfrage greift alles an – inklusive Religion –, doch Menschen lieben Bejahung, Geschichten und das Weitererzählen. Dies macht diese Folge zu einer Mischung aus Kneipengespräch und philosophischem Salon.
Abonnier unseren Podcast hier oder auch auf Spotify, Apple oder auf YouTube, teile diese Folge mit Freund:innen und erzähle uns in den Kommentaren auf YoutTube oder auf Bluesky von den Geschichten und Figuren deiner Kindheit und wie sie dich und deine eigene Suche geprägt haben. Denn gute Geschichten beginnen beim Zuhören.
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