Manchmal schaut Natascha auf unsere Aufrufzahlen und fragt sich, ob sich ein Unternehmens-Podcast lohnt. Lukas bekommt diese Frage ganz häufig gestellt, und seine ehrliche Antwort ist oft Nein.
Ob sich ein Unternehmens-Podcast lohnt, hängt zuerst an der Frage, ob sich das überhaupt jemand anhört. Lukas erklärt das am Beispiel eines Sofa-Händlers, der einen Podcast übers Aufbereiten alter Sofas macht. Das Thema interessiert vielleicht viele Leute, aber wer Omas altes Sofa selbst aufarbeitet, kauft kein neues Sofa. Ein Podcast für Unternehmen funktioniert dann, wenn die Menschen zuhören, die später auch deine Kunden werden können. Natascha bringt dazu ein Beispiel aus ihrem eigenen Alltag mit. Sie hört zwei Sport-Podcasts, die von Coaches gemacht werden, und wenn sie über ein Coaching für Sporternährung nachdenkt, hat sie diese Leute sofort im Kopf. Diese Vertrauensvorarbeit macht das Verkaufen später leicht. Für Coaches, Berater und alle mit einer klaren Zielgruppe ist ein eigener Podcast deshalb oft eine gute Idee, weil sie ihre Zielgruppe direkt ansprechen können, als Hörer oder als Gäste im Gespräch.
Ein Podcast kostet Zeit für Vorbereitung, Aufnahme, Schnitt und Upload. Er spart aber auch Zeit, und zwar im Beratungsgespräch. Wer jedes Mal eine halbe Stunde lang dieselben Grundfragen beantwortet, kann diese Antworten einmal in einer Folge aufnehmen. In Lukas' Beispiel gehen dann an einem Tag fünf Beratungen statt zwei, wenn die Leute gut informiert ins Gespräch kommen. Als Natascha gefragt wurde, worauf es beim Ranking in KI-Systemen ankommt, hat sie statt eines bezahlten Consulting-Calls die passende Folge von uns geschickt. Sie rechnet damit, dass jemand das schrecklich findet. Lukas hält es sogar für guten Kundenservice, weil der Kunde die Folge schon morgen früh im Auto hören kann, während er auf einen Call vielleicht drei Wochen wartet. Ein erster weicher Messwert ist das Gespür, dass deine Kunden gut informiert ins Gespräch kommen. Harte Zahlen wie Klicks auf eine bestimmte URL aus den Shownotes und die Buchungen, die daraus entstehen, kommen erst später dazu, wenn genug Leute zuhören.
Zwischen dem Start und den ersten harten Zahlen liegt eine lange Phase. Erwähnt nach einem halben Jahr noch niemand deinen Podcast, lohnt er sich vielleicht trotzdem und du nutzt ihn nur noch nicht richtig. Dann gehört die passende Folge schon in die erste Antwort-Mail, in die Signatur, in den Newsletter und auf Social Media. Natascha nennt das Marketing fürs Marketing, denn ein Podcast muss selbst auch vermarktet werden. Ein Podcast muss außerdem zu dem Problem passen, das du lösen willst. Fehlt dir kalter Traffic, bringt ein reiner Audio-Podcast wenig, weil kaum jemand ein Unternehmen über die Spotify-Suche findet. Neue Leute erreichst du erst mit Clips und Reels. Als Werkzeug für Vertrauen weiter unten im Funnel ist ein Podcast dagegen stark. Abraten würde Lukas, wenn eine Firma schnell Umsatz braucht und in einem Monat volle Auftragsbücher haben muss. Für Dienstleister, die viel erklären und im direkten Kundenkontakt stehen, lohnt sich ein genauer Blick. Wer in Freiburg einer von sehr vielen Immobilienmaklern ist, hebt sich mit einem eigenen Podcast deutlich von den anderen Suchergebnissen ab, weil das auf regionaler Ebene kaum jemand hat.
🎙️ Waldgeplauder – der Podcast über digitales Marketing, Webstrategie und ehrliches Unternehmertum von Lukas Lehmann und Natascha Schindler.
Weitere Infos zum Podcast: https://waldgeplauder.de/
Hosts:
Natascha Schindler: https://waldhirsch.de/
Lukas Lehmann: https://forest-stories.de/