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Um Berlin von außen mit Strom zu versorgen, gibt es Kabel tief unter der Erde. Im Ostteil der Stadt ist seit den 1990er Jahren ein Tunnel in Betrieb, ein weiterer Abschnitt im Westteil der Stadt befindet sich gerade in Bau und wird eine Leitung aus den späten 1970er Jahren ersetzen.
Dieses Kabelsystem hat eine wichtige Rolle für die Stromversorgung der deutschen Hauptstadt. Ihre Entstehung und Entwicklung ist eng mit der besonderen historischen Situation Berlins als geteilte Stadt und mit den Anforderungen an Versorgungssicherheit unter außergewöhnlichen politischen Bedingungen verbunden.
Nach dem Zweiten Weltkrieg lag West Berlin als Strom Insel mitten in der DDR. Die Stadt war vom westdeutschen Verbundnetz getrennt und musste ihre Elektrizitätsversorgung weitgehend autark sichern. Diese Insellage führte zu technisch wegweisenden Lösungen: Zwischen dem Kraftwerksstandort Reuter und dem Umspannwerk Mitte wurde 1978 erstmals weltweit ein erdverlegtes 380 kV Höchstspannungskabel in Betrieb genommen, das weitgehend dem Straßenverlauf folgt und in mehreren Metern Tiefe verlegt wurde.
Unabhängig davon entwickelte sich im Osten Berlins ein eigenes Stromnetz, das in das Höchstspannungsnetz der DDR integriert und daran angeschlossen war. Nach der Wiedervereinigung musste die zuvor getrennte Infrastruktur zusammengeführt werden. Ende der 1990er Jahre wurde ein begehbarer Kabeltunnel tief unter anderen Kabel- und Rohrsystemen wie Fernwärme oder Gasnetzen zwischen den Umspannwerken Marzahn, Friedrichshain und Mitte realisiert. Damit entstand erstmals eine durchgängige Höchstspannungsleitung zwischen Ost und West quer durch die Stadt - die Kabeldiagonale Berlin.
Heute unterquert die Kabeldiagonale Berlin über rund 20 Kilometer vom Westen bis in den Osten die Stadt. Der zu erwartende steigende Strombedarf macht jedoch eine weitere Verstärkung nötig. Berlin wächst, die Elektrifizierung nimmt zu unter anderem durch Rechenzentren, und die letzten Kohlekraftwerke sollen auch Anfang der 2030er Jahre vom Netz gehen. Aktuell wird daher ein Teil des historischen West Abschnitts komplett erneuert.
Der Ersatz erfolgt über einen rund 6,7 Kilometer langen begehbaren Tunnel, der in 20 bis 30 Metern Tiefe unter dicht bebauten Stadtteilen verläuft. Der Tunnel hat einen Innendurchmesser von drei Metern und bietet ausreichend Raum für zwei Kabelsysteme. Die Trasse wird abschnittsweise unterteilt und durch vier Schachtbauwerke erschlossen. Diese Schächte dienen der Logistik, Belüftung, Sicherheit und späteren Wartung.
Die Bauarbeiten begannen im Jahr 2020, der eigentliche Tunnelvortrieb wurde nach rund zweieinhalb Jahren im Juni 2025 abgeschlossen, als die Tunnelbohrmaschine das Umspannwerk Mitte erreichte. Der Ausbau des Tunnels mit Kabeln, technischer Ausrüstung und Sicherheitssystemen läuft weiter bis zur vollständigen Inbetriebnahme in wenigen Jahren.
Zusammen mit dem bestehenden Tunnel im Ostteil der Stadt entsteht so ein durchgängiges Stromsystem für Berlin, das über mehrere Umspannwerke mit dem Verteilnetz verknüpft ist und den Strom über die einzelnen Stadtteile bis in jeden Haushalt transportiert.
Doch damit nicht genug. Derzeit laufen die Planungs- und Genehmigungsverfahren für drei weiteren Tunnelprojekte an, um Umspannwerke im Stadtgebiet durch leistungsstarke Stromleitungen miteinander zu verknüpfen.
In dieser Podcast-Folge sprechen Bianca Prohl, Fachgebietsleiterin Netzverstärkung und Britta Petersen aus der Öffentlichkeitsbeteiligung von 50Hertz über diese Berliner Besonderheiten und welche Herausforderungen des Verlegen von Kabel in so großer Tiefe mit sich bringt.
Weitere Informationen:
Berliner Projekte
By 50HertzUm Berlin von außen mit Strom zu versorgen, gibt es Kabel tief unter der Erde. Im Ostteil der Stadt ist seit den 1990er Jahren ein Tunnel in Betrieb, ein weiterer Abschnitt im Westteil der Stadt befindet sich gerade in Bau und wird eine Leitung aus den späten 1970er Jahren ersetzen.
Dieses Kabelsystem hat eine wichtige Rolle für die Stromversorgung der deutschen Hauptstadt. Ihre Entstehung und Entwicklung ist eng mit der besonderen historischen Situation Berlins als geteilte Stadt und mit den Anforderungen an Versorgungssicherheit unter außergewöhnlichen politischen Bedingungen verbunden.
Nach dem Zweiten Weltkrieg lag West Berlin als Strom Insel mitten in der DDR. Die Stadt war vom westdeutschen Verbundnetz getrennt und musste ihre Elektrizitätsversorgung weitgehend autark sichern. Diese Insellage führte zu technisch wegweisenden Lösungen: Zwischen dem Kraftwerksstandort Reuter und dem Umspannwerk Mitte wurde 1978 erstmals weltweit ein erdverlegtes 380 kV Höchstspannungskabel in Betrieb genommen, das weitgehend dem Straßenverlauf folgt und in mehreren Metern Tiefe verlegt wurde.
Unabhängig davon entwickelte sich im Osten Berlins ein eigenes Stromnetz, das in das Höchstspannungsnetz der DDR integriert und daran angeschlossen war. Nach der Wiedervereinigung musste die zuvor getrennte Infrastruktur zusammengeführt werden. Ende der 1990er Jahre wurde ein begehbarer Kabeltunnel tief unter anderen Kabel- und Rohrsystemen wie Fernwärme oder Gasnetzen zwischen den Umspannwerken Marzahn, Friedrichshain und Mitte realisiert. Damit entstand erstmals eine durchgängige Höchstspannungsleitung zwischen Ost und West quer durch die Stadt - die Kabeldiagonale Berlin.
Heute unterquert die Kabeldiagonale Berlin über rund 20 Kilometer vom Westen bis in den Osten die Stadt. Der zu erwartende steigende Strombedarf macht jedoch eine weitere Verstärkung nötig. Berlin wächst, die Elektrifizierung nimmt zu unter anderem durch Rechenzentren, und die letzten Kohlekraftwerke sollen auch Anfang der 2030er Jahre vom Netz gehen. Aktuell wird daher ein Teil des historischen West Abschnitts komplett erneuert.
Der Ersatz erfolgt über einen rund 6,7 Kilometer langen begehbaren Tunnel, der in 20 bis 30 Metern Tiefe unter dicht bebauten Stadtteilen verläuft. Der Tunnel hat einen Innendurchmesser von drei Metern und bietet ausreichend Raum für zwei Kabelsysteme. Die Trasse wird abschnittsweise unterteilt und durch vier Schachtbauwerke erschlossen. Diese Schächte dienen der Logistik, Belüftung, Sicherheit und späteren Wartung.
Die Bauarbeiten begannen im Jahr 2020, der eigentliche Tunnelvortrieb wurde nach rund zweieinhalb Jahren im Juni 2025 abgeschlossen, als die Tunnelbohrmaschine das Umspannwerk Mitte erreichte. Der Ausbau des Tunnels mit Kabeln, technischer Ausrüstung und Sicherheitssystemen läuft weiter bis zur vollständigen Inbetriebnahme in wenigen Jahren.
Zusammen mit dem bestehenden Tunnel im Ostteil der Stadt entsteht so ein durchgängiges Stromsystem für Berlin, das über mehrere Umspannwerke mit dem Verteilnetz verknüpft ist und den Strom über die einzelnen Stadtteile bis in jeden Haushalt transportiert.
Doch damit nicht genug. Derzeit laufen die Planungs- und Genehmigungsverfahren für drei weiteren Tunnelprojekte an, um Umspannwerke im Stadtgebiet durch leistungsstarke Stromleitungen miteinander zu verknüpfen.
In dieser Podcast-Folge sprechen Bianca Prohl, Fachgebietsleiterin Netzverstärkung und Britta Petersen aus der Öffentlichkeitsbeteiligung von 50Hertz über diese Berliner Besonderheiten und welche Herausforderungen des Verlegen von Kabel in so großer Tiefe mit sich bringt.
Weitere Informationen:
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