Strom zum Anfassen

Was blökt denn da unter der Leitung?


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In dieser Podcast-Folge geht es hinaus nach Brandenburg unter die Freileitung Neuenhagen – Preilack in Brandenburg. 50Hertz-Expertin Jana Schramke berichtet über ein Pilotprojekt zum Ökologischen Trassenmanagement, das sich inzwischen sehr bewährt hat.

Unter Stromtrassen passiert mehr, als man auf den ersten Blick vermutet. Wo früher oft die gesamte Vegetation entfernt und der Boden gemulcht wurde, setzt man heute auf ein deutlich klügeres Prinzip. Hinter dem ökologischen Trassenmanagement steckt die Idee, die Flächen unter Hochspannungsleitungen nicht nur von gefährlichem Baum- und Strauchbewuchs freizuhalten, sondern als Lebensraum für Tiere und Pflanzen zu nutzen.

Klar ist: Die Sicherheit hat oberste Priorität. Bäume dürfen nicht in die Leitungen hineinwachsen oder bei Sturm umkippen. Auch muss ein ausreichender Sicherheitsabstand zum Boden und zum Bewuchs vorhanden sein, damit es nicht zu Überschlägen kommt und Brände ausgelöst werden. Deshalb müssen diese Bereiche regelmäßig gepflegt werden. Heutzutage greift man gezielt ein. Nur das, was wirklich gefährlich werden kann – also hochwachsende Bäume – wird entfernt oder zurückgeschnitten.

Der Rest darf wachsen – allerdings auf eine „kontrollierte“ Art. Gefördert werden vor allem niedrige Sträucher, Gräser und Blumen. So entstehen strukturreiche Flächen mit viel Licht, die für viele Arten ideal sind. Unter Stromleitungen entwickeln sich dadurch oft kleine Naturparadiese mit Schmetterlingen, Heuschrecken, Bienen und vielen Vögeln.

Hier kommen die tierischen Helfer ins Spiel: Schafe, Ziegen oder auch robuste Rinder halten den Bewuchs ganz natürlich in Schach. Sie fressen junge Triebe, verhindern das Aufkommen von Bäumen und sorgen gleichzeitig dafür, dass sich Pflanzen und Samen verbreiten. Für die Tiere selbst sind die Trassen oft willkommene Weideflächen – eine klassische Win-Win-Situation.

Wo Beweidung nicht möglich ist, werden gezielt einzelne Gehölze entnommen oder es wird gemäht – allerdings nicht einfach alles auf einmal, sondern oft abschnittsweise und zu passenden Zeiten. So bleibt immer ein Rückzugsraum für Tiere erhalten.

Unterm Strich entsteht eine Landschaft, die nicht nur funktional ist, sondern auch ökologisch wertvoll: Stromtrassen verbinden heute häufig Lebensräume miteinander und werden zu grünen Korridoren quer durch die Landschaft.

Weitere Informationen:

Netzausbau - Ökologisches Trassenmanagement

Tagungsband_OeTM.pdf

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Strom zum AnfassenBy 50Hertz