Was ist sakral? Perspektiven des Heiligen

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Was ist sakral? Perspektiven des Heiligen episodes

  • Exkursionen zu den Ursprüngen des Heiligen. Max Müllers Vergleichende Religionswissenschaft 2012
    In allen Diskursen und Theorien über das Heilige wird dieses gefaßt als das ‚Ganz Andere’, Unzugängliche, Unheimliche und schließlich Undarstellbare. Paradoxerweise – weil bezogen auf den emotionalen Grund des Gefühls – drängt aber gerade dieses Undarstellbare zur Darstellung und bedarf dazu einer ‚materiellen Matrix’, Medien, Zeichensystemen oder Symbolisierungen (Bildern, Texten, Architekturen), die auf seine Nichtdarstellbarkeit verweisen. Gibt es also ein System, das einen privilegierten Zeichenfonds vorhält, mittels dessen das Heilige nicht repräsentiert wird (Sakralisierung), sondern in den quasi immediat, performativ die Spur des Heiligen eingesenkt ist? Und gibt es eine Kulturtechnik, die es erlaubt, jenseits jeder Resakralisierung oder -Auratisierung das Heilige zu ‚entbergen’? Ja, sagen die Philologen des 19. Jahrhunderts: der Zeichenfonds heißt Sprache und die Technik der Entbergung Etymologie. Einer ihrer prominentesten ist der Oxforder Philologe und ‚Erfinder’ der Religionswissenschaft, Max Müller (1823-1900). Wie er auf seinem Denk-Weg die Entfaltung der Sprache ‚entzaubert’, sie bis zu ihren Ursprüngen und Kernen zurückverfolgt und somit die Bildung von Mythologie und Religion (re)konstruiert, versucht dieser Vortrag zu skizzieren.
    45 min
  • Exkursionen zu den Ursprüngen des Heiligen. Max Müllers Vergleichende Religionswissenschaft

    In allen Diskursen und Theorien über das Heilige wird dieses gefaßt als das ‚Ganz Andere’, Unzugängliche, Unheimliche und schließlich Undarstellbare. Paradoxerweise – weil bezogen auf den emotionalen Grund des Gefühls – drängt aber gerade dieses Undarstellbare zur Darstellung und bedarf dazu einer ‚materiellen Matrix’, Medien, Zeichensystemen oder Symbolisierungen (Bildern, Texten, Architekturen), die auf seine Nichtdarstellbarkeit verweisen. Gibt es also ein System, das einen privilegierten Zeichenfonds vorhält, mittels dessen das Heilige nicht repräsentiert wird (Sakralisierung), sondern in den quasi immediat, performativ die Spur des Heiligen eingesenkt ist? Und gibt es eine Kulturtechnik, die es erlaubt, jenseits jeder Resakralisierung oder -Auratisierung das Heilige zu ‚entbergen’? Ja, sagen die Philologen des 19. Jahrhunderts: der Zeichenfonds heißt Sprache und die Technik der Entbergung Etymologie. Einer ihrer prominentesten ist der Oxforder Philologe und ‚Erfinder’ der Religionswissenschaft, Max Müller (1823-1900). Wie er auf seinem Denk-Weg die Entfaltung der Sprache ‚entzaubert’, sie bis zu ihren Ursprüngen und Kernen zurückverfolgt und somit die Bildung von Mythologie und Religion (re)konstruiert, versucht dieser Vortrag zu skizzieren.

    45 min
  • Heiligkeitskonzeptionen im spätkaiserzeitlichen China - Die Drachenkönige (longwang) im Spiegel der traditionellen Literatur 2012
    Im Mittelpunkt des Vortrags stehen die Drachenkönige, welche nicht nur chinesische Wasser- bzw. Regengottheiten waren, sondern als solche auch häufig wiederkehrende Akteure der narrativen Literatur des spät-kaiserzeitlichen Chinas. Anhand ihrer Darstellung in Pu Songlings Niederschriften von Außergewöhnlichem aus dem Liao-Studio (Liaozhai zhiyi) sowie dem 9. und 10. Kapitel von Wu Cheng’ens Aufzeichnungen über die Reise nach dem Westen (Xiyouji) wird der Frage nachgegangen, wo und wie sich in diesen Vorstellungen von dem, was man als sakral bzw. heilig bezeichnen kann, wiederspiegeln. Der Vortrag bedient sich dem westlichen Konzept der Dichotomie von sakral und profan und versucht sie mit den chinesischen Kategorien von yang und yin zu verbinden. Sakralität wird als eine dynamische Größe verstanden, welche in einer bürokratisch geordneter Hierarchie als relative Größe beständig wiederholt und je nach Kontext in unterschiedlich hohem Maß vorliegt.
    41 min
  • Heiligkeitskonzeptionen im spätkaiserzeitlichen China - Die Drachenkönige (longwang) im Spiegel der traditionellen Literatur

    Im Mittelpunkt des Vortrags stehen die Drachenkönige, welche nicht nur chinesische Wasser- bzw. Regengottheiten waren, sondern als solche auch häufig wiederkehrende Akteure der narrativen Literatur des spät-kaiserzeitlichen Chinas. Anhand ihrer Darstellung in Pu Songlings Niederschriften von Außergewöhnlichem aus dem Liao-Studio (Liaozhai zhiyi) sowie dem 9. und 10. Kapitel von Wu Cheng’ens Aufzeichnungen über die Reise nach dem Westen (Xiyouji) wird der Frage nachgegangen, wo und wie sich in diesen Vorstellungen von dem, was man als sakral bzw. heilig bezeichnen kann, wiederspiegeln. Der Vortrag bedient sich dem westlichen Konzept der Dichotomie von sakral und profan und versucht sie mit den chinesischen Kategorien von yang und yin zu verbinden. Sakralität wird als eine dynamische Größe verstanden, welche in einer bürokratisch geordneter Hierarchie als relative Größe beständig wiederholt und je nach Kontext in unterschiedlich hohem Maß vorliegt.

    41 min
  • Verehrung ohne Kult und Raum - Die heiligen Kopfträger Felix und Regula 2012
    Der Vortrag geht der Frage nach, wie es möglich sein kann, dass im Zürichder Frühen Neuzeit die Märtyrer Felix und Regula noch immer stark präsentwaren, obwohl die Stadt unter Ulrich Zwingli zu Beginn des 16.Jahrhunderts bereits reformiert worden war. Hierbei äußerte sich diePräsenz der Heiligen nicht über Körperliches und sinnlich Wahrzunehmendes,da dies nach Zwinglis Aufhebung der Heiligenverehrung im Allgemeinen undseiner Zerstörung des Grabes von Felix und Regula im Besonderen nicht mehrmöglich war. Nach diesem Bruch in der kulturellen Verehrung der beidenStadtpatrone zeigte sich deren Gegenwart in vielerlei anderen Formen, diedann von den Jesuiten aufgegriffen wurden und in der Polemik gegen dieReformierten eingesetzt wurden.
    44 min

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