Im März hat Susanne Hartinger ihren Podcast Die Nachfolgerin in eine Pause geschickt. Seit Freitag ist er zurück und zwar gleich mit zwei Änderungen, vor denen die meisten Podcaster:innen großen Respekt haben: Er erscheint jetzt wöchentlich statt 14-täglich und es gibt ihn als Video.
Ich hab mit Susanne darüber gesprochen, was in dem halben Jahr passiert ist. Wie schon das Artwork-Entstehungs-Gespräch im Februar und dem Dialog zweier Berufsjugendlicher im August gibt es auch dieses Interview in voller Länge als Episode Was, wenn…
Der Grund für die Pause war nicht das Podcasten selbst. Aufnehmen, reden, über Themen nachdenken, das hat Susanne immer Spaß gemacht. Müde gemacht hat sie das Drumherum: Content produzieren, damit die Folgen sichtbar werden, darüber reden, weitererzählen. Und halbherzig wollte sie es auch nicht machen. “Wenn du merkst, dass du nur mehr am Jonglieren bist, ist es sinnvoller, die Dinge sauber auf die Seite zu legen, bevor sie alle herunterfallen und zerbrechen.”
Dann auch noch das Video: Susanne hat lange gesagt, das macht sie fix nicht, viel zu aufwendig. Jetzt sagt sie das Gegenteil. Mit Kamera kann man sich nicht einfach ins Studio setzen und losplappern, es braucht einen fixen Rahmen. Genau das macht es für sie leichter. Und die Content-Pieces nach der Aufnahme, also der Teil, der sie vorher so belastet hat, macht jetzt jemand, der das professionell begleitet. “Klingt widersprüchlich. Ist auch so.”
Und warum überhaupt Video? Weil die Gespräche mit Nachfolgerinnen jetzt viel mehr Raum bekommen. Frauen, die die Übergabe selbst erlebt haben und erzählen, wie es ihnen damit gegangen ist. “Wenn ich das schon mache, dann möchte ich sie auch zeigen.”
Vor zwei Wochen ging es hier um Kameras und Eitelkeit, also hab ich Susanne auch danach gefragt. Sie ist ehrlich: Beim Durchschauen findet sie kaum einen Moment, von dem sie einen Screenshot machen würde (im Gegensatz zu mir 😅). Skeptisch war sie beim Videopodcast immer, weil Zuschauer:innen automatisch bewerten, statt sich auf den Inhalt zu konzentrieren. Gelernt hat sie trotzdem was anderes: “In Wirklichkeit ist es ein Geschenk, sich selbst herzuzeigen. Je mehr wir sichtbar werden, desto leichter tun sich andere.” Bei mir hat das übrigens ein Triathlon-Anzug erledigt. Seit ich den das erste Mal anhatte, ist mir vor der Kamera nichts mehr peinlich 😁
Wer selbst auf wöchentlich umstellen will, kann sich von Susanne zwei Dinge abschauen. Erstens: auf Vorrat produzieren. Die Versuchung war groß, früher zu starten, sobald ein paar Folgen fertig waren. Sie hat es bewusst nicht getan und weiter vorproduziert. “Sonst hätte ich jetzt wieder Stress.” Zweitens: Themen vorausdenken. Bei einem wöchentlichen Rhythmus kann man sich nicht jede Woche neu überlegen, worum es geht, drei, vier Themen sollten immer am Radar sein.
Neue Folgen gibt es jeden Freitag um 6 Uhr in der Früh. Die erste nach dem Relaunch räumt gleich mit der Idee auf, dass jede Nachfolge eine einzigartige Schneeflocke ist.
Produziert von DAS POD (https://daspod.at/)).