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Ob als Rollmops, Kräutermatjes, Bismarck-, Brat- oder Sahnehering - ob mariniert, gebraten oder geräuchert - jeder vierte Fisch, der in Deutschland auf den Tisch kommt, ist (noch) ein Hering.
Auch wenn er nicht mit dem glamouröseren Lachs oder dem erlesenen Thunfisch mithalten kann, ist Clupea harengus mit Fug und Recht selbstbewusst – und kann von sich behaupten, jahrhundertelang als Volksnahrungsmittel gedient zu haben. Er machte Hansestädte reich, löste Kriege aus und sorgte für neue Handelswege - auch durch Nordrhein-Westfalen. Er prägte wie kein anderer Fisch die europäische Geschichte. Noch heute wird international um den Hering gerungen. Mit Fangquoten will man die Bestände nachhaltig managen. Und nach kulinarisch erfolgreichen Jahrhunderten scheint der Hering langsam die Gunst jüngerer Konsumenten zu verlieren.
Ein Feature von Heike Sicconi. Produktion: WDR 2024
Windräder gelten als Schlüsseltechnologie der Energiewende – doch vor Ort entzünden sie heftige Konflikte.
Das Feature „Kulturkampf im deutschen Wald“ reist nach Bad Münstereifel, Güstrow, Mettmann und Thüringen und zeigt, wie Bürgerinitiativen gegen Windkraftanlagen kämpfen: aus Sorge um Landschaft, Heimat, Artenschutz und Mitsprache. Zugleich fragt die Recherche, wo legitimer Protest endet und wo Desinformation, Klimawandelleugnung und rechte Einflussnahme beginnen. Im Zentrum steht die Strategie der AfD, sich als politischer Arm der Anti-Windkraft-Bewegung anzubieten – bis hin zu völkischen Naturbildern und Angriffen auf die Energiewende. Ein vielstimmiges Feature über Naturschutz, Populismus, Profitinteressen und die Frage, wie demokratische Konflikte um Klimaschutz geführt werden können.
Ein Feature von Martin Zähringer und Jane Tversted. Produktion: WDR 2026
Warum wählen so viele Erstwähler*innen AfD? In Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt könnte die Partei bald erstmals ein Parlament anführen. Was hat TikTok damit zu tun? In einem Experiment begleiten wir zwei Jugendliche beim Scrollen.
Greta und Lena sind 16 und leben in Mecklenburg-Vorpommern. Mitten im Landtagswahlkampf installieren sie TikTok. Einen Monat lang scrollen sie fast täglich durch ihre Feeds und dokumentieren, welche politischen Inhalte ihnen begegnen. Zwischen Tiervideos, Beauty-Tipps und Memes tauchen politische Botschaften auf – gesteuert von einem Algorithmus, der um ihre Aufmerksamkeit konkurriert.
Wie entscheidet TikTok, was junge Menschen sehen? Und wie prägt das ihre politische Meinung? Als Greta und Lena rechte Inhalte anklicken, verändert sich ihr Feed rasant. Ihr TikTok-Tagebuch zeigt, wie schnell Jugendliche in einseitige Informationsspiralen geraten können.
Ein Feature von Diana Köhler und Johanna Tirnthal.
Produktion: DLF 2026
An Deutschlands Schulen fehlen Lehrkräfte. Seiteneinsteiger sollen helfen, die Lücke zu füllen. Aber was heißt es, ohne klassisches Lehramtsstudium plötzlich vor einer Klasse zu stehen? Ein Feature über Mut, Überforderung und neue Perspektiven an Schulen.
Der Lehrkräftemangel bringt Menschen in die Klassenzimmer, die ursprünglich ganz andere Berufe hatten: Magdalena ist Künstlerin, Lorenz Musiker, Lukas war viele Jahre Projektleiter in der freien Wirtschaft. Alle drei wagen den Seiteneinstieg – und wollen nun als Lehrerinnen und Lehrer Schule mitgestalten. Kristina Hafer begleitet sie für Dok 5 auf ihrem Weg. Ihre Recherche erzählt, wie viel Fachwissen, Beziehungsarbeit und Durchhaltevermögen der Lehrberuf verlangt, wo Seiteneinsteiger entlasten können und welche Unterstützung sie brauchen.
Ein Feature von Kristina Hafer. Produktion WDR 2026.
Das Warenhaus ist eine deutsche Institution und hat die Konsumlandschaft jahrzehntelang geprägt. Aber seit der Jahrtausendwende schlittern die Warenhauskonzerne von Krise zu Krise.
Die ganze Welt unter einem Dach: das war einmal das Versprechen der Warenhäuser. Aber die Welt ist nicht mehr in Ordnung: Online-Plattformen mit ihrem gigantischen Angebot bedrohen die einstige Monopolstellung des Handelsdinosauriers. Jahrelange Missmanagements trugen zum Niedergang bei. Und viele Kunden finden Kaufhäuser gut, gehen aber nicht hin. Gibt es noch eine Chance für einen Neuanfang? Das Feature durchstreift Ruinen und Baustellen des Konsumparadieses, lässt sich von der Nostalgie ehemaliger Hertie-Verkäuferinnen anstecken, beleuchtet Licht- und Schattenseiten der Warenhausgeschichte und analysiert die Mechanismen des Niedergangs.
Ein Feature von Christoph Spittler und Manuel Gogos. Produktion: WDR 2026
Zahra studiert, macht Kampfsport und finanziert ihre Familie mit. Dann ergreifen die Taliban die Macht. Von dem, was einmal ihr Leben war, ist heute nichts mehr übrig. Ein Feature über den Kampf afghanischer Frauen, nicht zu verschwinden.
Dreieinhalb Jahre nach der Machtübernahme der Taliban trifft die Autorin in Kabul auf Zahra, ihre Schwester Dr. Zainab und deren Freundin Fatima. Als Hebammen arbeiten sie im armen Bergviertel Schindawol, besuchen schwangere Frauen in engen Gassen, sprechen über Hygiene, Stillen und Krankheit – und schaffen damit einen seltenen Schutzraum für Frauen. Doch der Freiraum ist brüchig. Neun Monate später ist das Programm eingestellt, die Ausbildung verboten, die Straßen sind noch unsicherer. Das Feature erzählt nah an seinen Protagonistinnen vom Leben unter den Taliban: von familiärem Druck, von verlorener Unabhängigkeit, von Angst – und von Frauen, die trotzdem weiterlernen, weiterdenken und weiterkämpfen, um sich selbst nicht zu verlieren.
Zu ihrem Schutz haben wir die Namen aller Frauen, die im Stück vorkommen, geändert. Ein persönliches, szenisches Radiofeature aus Kabul über weiblichen Widerstand im Alltag. Im Zentrum stehen die Stimmen von Frauen, deren Lebensraum Schritt für Schritt kleiner wird. Und die Frage: Was bleibt, wenn selbst kleine Freiräume verschwinden?
Ein Feature von Vanessa Schlesier. Produktion Dlf 2026
Nichts ist so schrecklich und nichts so schön und aufregend wie das Leben mit Kindern. In einer Selbstbeobachtung nähert sich die Autorin dem selten öffentlich gemachten Hinterzimmer der Familie.
Einmal schrie Sie ihre Kinder an, „so es reicht, ich ruf jetzt die Polizei“. Mit einem Rest Abstand zu sich, wusste sie, dass sie das nicht machen würde und wie außer sich sie gerade war. Trotzdem brach da ein verzweifelter Schrei nach Öffentlichkeit und Hilfe durch. Die Kinder riefen angsterfüllt, nein, bitte nicht die Polizei. Was jetzt als lustige Anekdote in der Familie erzählt wird, hat doch einen wahren Kern.
Die Autorin fragt sich öffentlich, wie sie den schrecklichen Streits, dem Geschrei, der Wut und den Tränen beikommen kann. Und: Geht das nur ihr so? Denn wie oft und wie heftig ihre Familie streitet, kann sie nur für sich sagen. In die Hinterzimmer der anderen kann sie nicht blicken. Wer sagt schon ehrlich, wie schlimm es wirklich ist?
In verschiedenen Szenarien versucht die Autorin Licht ins Dunkel des Tabus zu bringen: Mit einem Fragebogen über Familienstreits, ehrlichen Gesprächen mit anderen Eltern, einem Beschwerdebüro für Kinder und – tatsächlich – einem Anruf bei der Polizei.
Ein Feature von Karen Muster. Produktion: DLF 2023
Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen, ist für viele Eltern eine tägliche Herausforderung. Besonders Frauen erleben nach der Geburt häufig einen Karriereknick – mit langfristigen Folgen.
"Nachdem ich Mutter geworden bin, war ich in den Führungspositionen der Konzernwelt nicht mehr erwünscht", sagt die Düsseldorferin Svenja Okan. Kurz darauf hat sie ihr eigenes Online-Unternehmen gegründet – und will in die alte Arbeitswelt nicht mehr zurück. Einen tiefen Einschnitt in die berufliche Biografie spüren viele Frauen, wenn sie Mutter werden – mit Auswirkungen auf das aktuelle Einkommen, die Karriereentwicklung und die spätere Rente. Das Dok 5-Radiofeature zeigt, mit welchen Hürden Mütter heute konfrontiert sind, wenn sie Kinder und Karriere verbinden wollen – und fragt nach den strukturellen Ursachen.
Ein Feature von Annelen Bergenthum. Produktion: WDR 2026
Mike Gammer ist wütend. Auf den Staat, die Justiz und die Menschen, die ihn in den 70er und 80er Jahren in einer sächsischen Psychiatrie-Einrichtung gequält haben. Die Missbrauchs-Erfahrungen prägen ihn bis heute. Doch niemand übernimmt die Verantwortung.
Es beginnt mit Bettnässen, der Diagnose einer nie belegten Hirnschädigung und einem Verhalten, das man heute wohl mit ADHS in Verbindung bringen würde. 1974 landet der siebenjährige Gammer dafür in der Fachklinik für Neurologie und Psychiatrie Altscherbitz. Mit wenigen Unterbrechungen bleibt er dort für 14 Jahre und reagiert vor allem mit Wut, auf welche die Klinik mit überbordendem Einsatz von Psychopharmaka und massiver Gewalt antwortet. Er ist noch ein Teenager, als man ihn auf eine geschlossene Station mit psychisch kranken Schwerstkriminellen verlegt.
Ein Feature von Jörn Klare. Produktion: DLF 2026
"Über die Hälfte der Menschen in meiner südbadischen Heimatstadt Singen haben eine Migrationsgeschichte. Bei der Bundestagswahl 2025 wurde die AfD in der Industriestadt mit fast 30 Prozent stärkste Partei. Auch bei der Landtagswahl im März 2026 in Baden-Württemberg ist sie erfolgreich.
Woran liegt das? Warum ist die Partei gerade auch für junge Menschen mit Migrationshintergrund attraktiv? Um dies herauszufinden, treffe ich Gemeinderatsmitglieder der AfD, tauche in die Stadtgesellschaft ein, treffe Schülerinnen und Schüler, die bei den Landtagswahlen schon mit 16 wählen dürfen.“
Ein Feature von Charly Kowalczyk. Produktion: SWR 2026
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