Warum der Körper bei Missbrauch nicht „vergisst“, sondern schützt. Und warum Dissoziation ein Notprogramm ist, keine Ausrede.
Diese Folge ist kurz und klar. Ich ordne ein, warum der Jeffrey Epstein Fall so viele Menschen gleichzeitig schockt und abwehrt. Ich spreche darüber, warum Gesellschaften Opfern so oft nicht glauben. Und ich bringe Sigmund Freud rein, weil dieses Thema historisch längst im Raum stand, aber sozial nicht tragbar war. Der Kern ist Nervensystem. Was passiert im Gehirn, wenn ein Kind überwältigt wird. Warum Erinnerungen fragmentiert sind. Warum es zum Shutdown kommt. Und was das für Eltern, Beziehungen und die nächste Generation bedeutet.
Kurz neurobiologisch erklärt, was im Gehirn passiert und warum Shutdown passiert:
Wenn Gefahr zu groß ist, übernimmt nicht dein „denkender“ Teil. Der präfrontale Kortex, also Planen, Abwägen, Sprache, Selbstkontrolle, fährt runter. Gleichzeitig geht die Amygdala in Alarm und bewertet alles als Bedrohung. Der Hippocampus, der Erinnerungen zeitlich ordnet, arbeitet unter Extremstress schlechter. Darum gibt es oft keine saubere, erzählbare Erinnerung, sondern Körperreaktionen, Bilder, Gerüche, Bruchstücke. Wenn Kampf oder Flucht nicht möglich sind, schaltet das autonome Nervensystem auf Freeze. Wenn es noch überwältigender wird, kommt Shutdown. Das ist Dissoziation: Betäubung, Wegsein, innere Abspaltung, damit der Organismus überlebt. Das erklärt Mechanismen. Es entschuldigt keine Täter.