Ware Hoffnung

WH09 Auftrieb


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    Heute geht es um Qualifikation, Kompetenz und die Grenzen des eigenen Wissens. Ausgangspunkt ist Kapitel 9 des Romans, in dem Matthias Huber und René Starmer überzeugt sind, an einem lösbaren technischen Problem zu arbeiten. Der Gedanke wirkt vertraut: Wenn etwas fast funktioniert, ist es doch nur noch eine Frage der richtigen Umsetzung.

    Doch nicht jedes Problem ist ein Ingenieursproblem. Manche Zusammenhänge sind so komplex, dass Vereinfachung nicht zur Lösung führt, sondern in die Irre. Genau hier setzt diese Folge an. Sie zeigt, warum große Entdeckungen in den Grenzbereichen der Physik nicht im Bastelkeller entstehen, sondern in großen Forschungsverbünden, in denen viele Qualifikationen zusammenkommen. Nicht, weil Wissenschaft kompliziert sein will, sondern weil die Effekte, um die es geht, extrem klein und störanfällig sind.

    Ein historisches Beispiel dafür ist John Keely, ein Mechaniker des 19. Jahrhunderts, der behauptete, eine neue Energieform entdeckt zu haben. Seine Maschinen beeindruckten, seine Begriffe klangen wissenschaftlich, doch überprüfbare Belege fehlten. Der Fall Keely zeigt exemplarisch, wie technische Komplexität, scheinwissenschaftliche Sprache und die Ablehnung etablierter Methoden zusammenwirken können.

    Links:

    • Scientific American Volume 79 Number 23 (December 1898) über John Keely
    • A Successful Story of Faking It Until You Make it: John Keely and the Keely Motor
    • Wundermaschinen, die nie funktionierten | Telepolis
    • John Ernst Worrell Keely - Wikipedia
    • Plan Continuation Bias - Psych Safety
    • Quarks Science-Cops Folge 74: Was ist Anthroposophie? - quarks.de

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      Ware HoffnungBy Ulli Gerer