
Sign up to save your podcasts
Or


In dieser Folge steht Ricardo an einem Wendepunkt. Nach seinen Begegnungen mit fragwürdigen Energieprojekten wird ihm klar, dass er nicht einfach zur Tagesordnung übergehen kann. Zusammen mit Ragnar, Natalya und Marlen überlegt er, wie man solchen Täuschungen begegnen kann, ohne sich selbst angreifbar zu machen. Aus Ärger wird ein Plan.
Der reale Fall führt nach Österreich: Zur ASFINAG, zur Arlberg-Schnellstraße S16 und zu Gerhard Pirchl, der gefährliche Unfallstellen mit Pendel, Rätia-Steinen und „Gegenadern“ entschärfen wollte. Die Geschichte wirkt auf den ersten Blick skurril. Bei näherem Hinsehen zeigt sie aber, wie Pseudowissenschaft in Institutionen eindringen kann, wenn echte Probleme, Handlungsdruck, Fachsprache und der Satz „Schaden kann’s ja nicht“ zusammenkommen.
Außerdem geht es diesmal um Recherche als praktische Seite des angewandten Zweifels. Wie findet man alte Quellen? Was leisten archive.org, Google Books, Patentdatenbanken, Firmenregister und wissenschaftliche Literatur? Warum sind Primärquellen so wichtig? Und warum sind Zitatketten noch lange keine Beweisketten?
Zum Abschluss folgt der Fehlschluss der Woche: der Strohmann-Trugschluss. Denn wer eine Diskussion gewinnen will, sollte zuerst auf das antworten, was tatsächlich gesagt wurde.
Links:
In dieser Folge geht es zunächst auf eine Messe in Salzburg. Ricardo besucht die New Power Expo und bewegt sich dort zwischen echter Energietechnik, professioneller Inszenierung und einem angeblichen Wunderkraftwerk, das bei genauerem Hinsehen vor allem aus Behauptungen, Effekten und Hoffnung besteht. Das Romankapitel „Illusion“ zeigt sehr anschaulich, wie leicht sich Technik in eine Bühne verwandeln lässt, wenn nur die passende Geschichte dazukommt .
Danach schauen wir uns einen realen Fall an, bei dem aus Computern, Elektroden und pseudowissenschaftlicher Sprache ein lukratives Geschäftsmodell wurde: QXCI, EPFX, SCIO und die Welt der Bioresonanz. Dort geht es nicht nur um absurde Diagnosen, sondern auch um echte Schäden.
Im Abschnitt „Angewandter Zweifel“ bauen wir dann Schritt für Schritt unseren eigenen pseudowissenschaftlichen Scam. Mit den Zutaten aus den bisherigen Folgen entsteht der Karmonizer, ein elektronisches Karma-Korrekturgerät mit KI, App und maximalem Zukunftsversprechen. Das ist Satire, aber leider nur knapp.
Zum Schluss geht es um den Bias der Woche: Automation Bias. Also um die Tendenz, einem System mehr zu glauben als dem eigenen Urteil. Genau das verbindet das falsche Kraftwerk, den QXCI-Unsinn und unseren satirischen Karmonizer. Denn manchmal reicht ein Bildschirm, damit aus einer Behauptung scheinbar ein Befund wird.
Episodenbild: AnnushkaW, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Links:
Wie kann aus ernsthafter Wissenschaft Pseudowissenschaft werden, ohne dass jemand bewusst betrügt? Genau darum geht es in dieser Folge von Ware Hoffnung.
Wir beginnen mit einem fast vergessenes Kapitel der Wissenschaftsgeschichte: die N-Strahlen. 1903 verkündet der angesehene Physiker René Blondlot in Nancy die Entdeckung einer neuen Strahlung. Zahlreiche Forscher bestätigen den Befund, immer neue Eigenschaften werden beschrieben, und für kurze Zeit scheint eine große physikalische Sensation greifbar. Bis Zweifel wachsen und sich zeigt, dass hier etwas ganz anderes am Werk war als eine neue Naturkraft.
Was ist da im Labor eigentlich passiert? Welche Rolle spielten Wahrnehmung, Erwartung, Autorität und Gruppendynamik? Und warum war der Fall nicht nur ein Irrtum einzelner Beobachter, sondern auch ein Problem wissenschaftlicher Kultur?
Von dort führt der Weg zu einer Methode, die heute selbstverständlich wirkt und damals vieles hätte verhindern können: Verblindung. Was bedeutet einfachblind, doppelblind, dreifachblind? Warum ist das nicht nur in der Medizin wichtig, sondern auch bei der Prüfung paranormaler Behauptungen, etwa bei Wünschelruten? Und wie lässt sich dieses Prinzip ganz bodenständig in den Alltag übersetzen?
Eine Folge über akademische Selbsttäuschung, über den Erwartungseffekt und darüber, warum gute Wissenschaft nicht deshalb stark ist, weil Menschen unfehlbar wären, sondern weil sie gelernt hat, sich selbst nicht blind zu vertrauen.
Episodenbild: Vulvani, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Links:
In dieser Folge von Ware Hoffnung führt der Weg nach Edinburgh. Im Romankapitel „Lorna“ erlebt Ricardo, wie eng technische Verheißung, Charme und Inszenierung zusammenwirken können. Aus einer scheinbar harmlosen Begegnung wird ein Lehrstück darüber, wie Vertrauen entsteht und wie daraus Zweifel wächst.
Danach geht es um einen realer Fall, der seit Jahrzehnten zwischen „Freier Energie“, Antigravitation und Erfinderlegende schwebt: John Searl und sein angeblicher Searl Effect Generator. Ich schaue mir an, wie diese Geschichte erzählt wird, warum sie so faszinierend wirkt und was von ihr übrig bleibt, wenn man sie an wissenschaftlichen Maßstäben misst.
Dabei geht es nicht nur um ein Wundergerät, sondern auch um ein verbreitetes Zerrbild von Wissenschaft. Ist sie wirklich engstirnig und lehrbuchhörig, wie es in pseudowissenschaftlichen Milieus gern heißt? Oder liegt ihre Stärke gerade darin, dass sie mit menschlicher Fehlbarkeit rechnet?
Zum Schluss geht es um einen Fehlschluss, der in solchen Fällen besonders oft vorkommt: Rosinenpickerei. Also die Kunst, aus echten Fragmenten ein falsches Gesamtbild zu bauen.
Links:
Im Roman-Kapitel „Weltfrieden“ trifft Ricardo in Edinburgh auf Angus McKenna, einen charmanten Visionär mit einer Technologie, die angeblich Klimawandel und Ressourcenkriege beenden und vielleicht gleich den Weltfrieden bringen kann. Je länger das Gespräch dauert, desto klarer wird: Hier wird kein belastbares Gerät verkauft, sondern eine perfekte Geschichte.
Von dort aus führt diese Folge in ein besonders spannendes Grenzgebiet: wissenschaftsnahe Pseudowissenschaft. Im Zentrum steht Harold „Hal“ Puthoff, ein hervorragend ausgebildeter Elektrotechniker und Laserforscher, der sich immer wieder an die Ränder des wissenschaftlich Etablierten bewegt hat. Uri Geller, Remote Viewing, Zero Point Energy, Warp Drive: Puthoffs Themen haben fast immer das Format der großen Sensation.
Die Folge zeichnet nach, wie sich durch seine Laufbahn ein Muster zieht. Puthoff kennt die wissenschaftliche Methode, spricht ihre Sprache und benennt methodische Probleme oft völlig korrekt. Gleichzeitig zeigt sich immer wieder, dass seine stärksten Hoffnungen erstaunlich widerstandsfähig bleiben. Scheitern Konzepte, wankt selten die Leitidee. Bleibt ein Nachweis aus, wandert der Durchbruch in die Zukunft.
Anhand von Project Alpha, der BBC-Doku über Stanley Meyer und einem Ausflug in die wissenschaftliche Methode zeigt die Folge, warum hohe Fachkompetenz nicht automatisch vor Wunschdenken schützt. Am Ende geht es um eine einfache, aber folgenreiche Frage: Was passiert, wenn jemand wissenschaftlich denkt, aber seine Skepsis nicht konsequent gegen die eigenen Lieblingsideen richtet?
Links:
Im Kapitel „Verschwörung“ aus Ware Hoffnung trifft Ricardo Torres auf einem Flug nach Edinburgh auf einen Mann, für den nichts einfach nur geschieht. Aus einem Gespräch über Umwelt und Technik entwickelt sich Schritt für Schritt ein geschlossenes Weltbild, in dem Zufall keinen Platz mehr hat.
Diese Folge nimmt genau diesen Gedanken auseinander. Ausgangspunkt ist die Chemtrail-Erzählung, aber es geht um mehr als nur um ein bekanntes Verschwörungsthema. Spannend ist vor allem, wie solche Erklärungen aufgebaut sind. Welche rhetorischen Muster tauchen immer wieder auf? Wie wirken Fachbegriffe, Autoritäten und angebliche Beweise? Und was passiert, wenn der Satz „Das kann kein Zufall sein“ zur Grundhaltung wird?
Von dort führt die Folge tiefer. Es geht um Zufall in der Natur, um unsere Schwierigkeiten, ihn auszuhalten, um Synchronizität, motiviertes Denken und die Frage, warum widersprechende Informationen oft nicht zum Umdenken führen, sondern ein Weltbild sogar noch stabilisieren.
Eine Folge über Chemtrails, aber vor allem über etwas viel Grundsätzlicheres: unseren Drang, Muster zu sehen, Sinn zu suchen und aus Unsicherheit Gewissheit zu machen.
Links:
2006 schaltet die irische Firma Steorn eine Anzeige im Magazin The Economist. Die Behauptung: Eine neue Technologie könne Energie ohne Ende erzeugen. Um Zweifel auszuräumen, lädt das Unternehmen eine internationale Jury aus Wissenschaftlern und Ingenieuren ein, die das System unabhängig prüfen soll. In dieser Folge geht es um genau diese Jury.
Am Anfang steht ein kurzer Blick in das Kapitel „Urteil“ aus dem Roman Ware Hoffnung. Dort begleitet der Leser eine Gruppe von Experten nach Edinburgh, die prüfen sollen, ob an der spektakulären Behauptung etwas dran ist.
Anschließend rückt die reale Geschichte in den Mittelpunkt. Ich stelle Dr. Ian MacDonald vor, den Vorsitzenden der tatsächlichen Steorn-Jury. Nach Ablauf der Geheimhaltungsfrist sprach er erstmals ausführlicher über die Arbeit der Kommission. Seine Antworten geben einen seltenen Einblick in den Ablauf der Evaluation: Was der Jury tatsächlich gezeigt wurde, welche Versprechen gemacht wurden – und warum die Prüfung schließlich in einem einzigen knappen Satz endete.
Dabei zeigt sich ein Muster, das auch ohne tiefes technisches Wissen erkennbar ist. Versprechen, Verzögerungen, Demonstrationen, die nie wirklich überzeugen, und ein Projekt, das trotzdem immer weiterläuft.
Links:
Was braucht man, um spektakuläre Technologieversprechen beurteilen zu können? Ein Physikstudium? Ein eigenes Labor? Oder reicht gesunder Zweifel?
Heute werfen wir gemeinsam einen Blick auf eine angebliche Wunderbatterie. Sie soll Elektroautos revolutionieren, extrem langlebig sein und die gesamte Branche auf den Kopf stellen. Die Ankündigungen klingen beeindruckend. Doch statt sie einfach zu glauben oder reflexhaft abzulehnen, machen wir etwas anderes: Wir untersuchen sie wie ein Detektiv.
Schritt für Schritt sammeln wir Indizien. Wo sitzt das Unternehmen eigentlich? Wer arbeitet dort? Welche unabhängigen Belege gibt es? Was zeigen die angekündigten Tests wirklich?
Dabei entsteht ein Live-Debunking zum selbst mitdenken. Jedes einzelne Indiz lässt sich erklären oder relativieren. Doch in der Summe entsteht ein Bild, das deutlich aussagekräftiger ist als jede einzelne Behauptung.
Episodenbild: Cullen328, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Links:
Überzeugung fühlt sich gut an. Sie gibt Orientierung, Sinn und das Gefühl, zu denjenigen zu gehören, die „verstanden haben, was wirklich los ist“. Genau deshalb können starke Geschichten manchmal überzeugender wirken als gute Belege.
Die Romanfigur Matthias Huber analysiert Bilder, sucht Muster und ist überzeugt, einer großen Wahrheit auf der Spur zu sein. Seine Denkweise ist kein exotischer Sonderfall. Sie zeigt Mechanismen, die in uns allen wirken.
Von dort führt der Weg zu einem der erfolgreichsten Autoren pseudowissenschaftlicher Literatur: Erich von Däniken. Seine Bücher über Astronautengötter haben weltweit Millionen Leser gefunden. Warum üben solche Ideen eine so große Faszination aus?
Ein Bericht über einen echten von-Däniken-Vortrag liefert die Antwort. Hunderte Zuhörer erleben dort eine beeindruckende Kaskade aus historischen Orten, religiösen Texten, geometrischen Mustern und wissenschaftlich klingenden Begriffen. Jede einzelne Behauptung wirkt wie eine interessante Anekdote. Erst die Wucht der Menge erzeugt das Gefühl, eine große Wahrheit entdeckt zu haben.
Doch genau hier lohnt sich ein genauerer Blick. Welche rhetorischen Techniken kommen zum Einsatz? Warum geraten Wissenschaftler in ein Dilemma, wenn sie auf solche Behauptungen reagieren? Und weshalb ist es manchmal schwerer, Unsinn zu widerlegen, als ihn zu behaupten?
Zum Schluss zeigt die Folge, wie spielerisch angewandter Zweifel funktionieren kann. Kritisches Denken muss kein trockener Korrekturmechanismus sein. Es kann genauso Neugier, Staunen und Entdeckerlust wecken.
Oder anders gesagt: Gute Fragen können spannender sein als schnelle Antworten.
Episodenbild: Blender-Nachbau des Buchcovers The Spaceships of Ezekiel, Josef F. Blumrich, von @[email protected]
Links:
Ein Blick in den Sternenhimmel genügt, und unser Gehirn beginnt, Muster zu erkennen. Seit Jahrtausenden erzählen wir Geschichten über das, was wir sehen – und über das, was wir zu verstehen glauben. Mythen entstehen aus Staunen, aus Unsicherheit und aus dem Bedürfnis nach Ordnung.
In dieser Folge geht es um genau diesen Mechanismus. Am Beispiel von Nikola Tesla schauen wir uns an, wie aus einem begabten Erfinder ein überhöhtes Genie wurde und wie sich aus realen Ereignissen hartnäckige Mythen entwickeln. Welche Rolle spielen dabei vereinfachte Erzählungen, wirtschaftliche Konflikte und menschliche Projektionen?
Außerdem interessiert mich die Frage: Wenn Mythen unsere evolutionären Stärken nutzen – Mustererkennung, Emotion, Gemeinschaft –, kann kritisches Denken mithalten? Oder braucht es eine neue Form des angewandten Zweifels?
Ein Gedankenspiel zwischen Psychologie, Technikgeschichte und der Idee, Zweifel vielleicht spielerisch neu zu denken.
Links:
From the publisher's feed