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Letters from the Heart Podcast (Episode 1)
Julia Gilfert ist Kulturwissenschaftlerin an der Uni Tübingen und forscht zu Nationalismus und Rechtsextremismus. Vor zwei Jahren hat Julia ein Buch über ihren Großvater veröffentlich. In ihrer Familie herrschte lange Schweigen zu seiner Geschichte, es war nur bekannt, dass er sehr jung starb. Nach einer langen Recherche fand Julia heraus, dass er über das Euthanasie-Programm der Nazis getötet wurde. Die Geschichte hatte Julia lange Zeit wortwörtlich im Nacken gesessen. Sie träumte von ihrem Großvater, besuchte Orte, an denen er gelebt hatte, ohne es zu wissen, schlug denselben Karriereweg ein und: machte ihre eigenen Erfahrungen mit Mobbing. Hier komme ich ins Spiel. Denn Julia ist eine ehemalige Mitschülerin von mir, wir spielten damals zusammen in der Schulband und ich war einer von denen, die sich über sie lustig machten. Als ich auf Facebook von ihrer Recherche las, war ich so berührt, dass ich ihr sofort geschrieben habe. Ein Jahr später, Anfang 2024, haben wir dieses Gespräch aufgezeichnet. Es ist ein Gespräch über die Geschichten, die wir in uns tragen, die aber nicht immer nur unsere Geschichten sind, über die Weitervererbung von Familientraumata und über eine Versöhnung, viele Jahrzehnte später.
By NimaLetters from the Heart Podcast (Episode 1)
Julia Gilfert ist Kulturwissenschaftlerin an der Uni Tübingen und forscht zu Nationalismus und Rechtsextremismus. Vor zwei Jahren hat Julia ein Buch über ihren Großvater veröffentlich. In ihrer Familie herrschte lange Schweigen zu seiner Geschichte, es war nur bekannt, dass er sehr jung starb. Nach einer langen Recherche fand Julia heraus, dass er über das Euthanasie-Programm der Nazis getötet wurde. Die Geschichte hatte Julia lange Zeit wortwörtlich im Nacken gesessen. Sie träumte von ihrem Großvater, besuchte Orte, an denen er gelebt hatte, ohne es zu wissen, schlug denselben Karriereweg ein und: machte ihre eigenen Erfahrungen mit Mobbing. Hier komme ich ins Spiel. Denn Julia ist eine ehemalige Mitschülerin von mir, wir spielten damals zusammen in der Schulband und ich war einer von denen, die sich über sie lustig machten. Als ich auf Facebook von ihrer Recherche las, war ich so berührt, dass ich ihr sofort geschrieben habe. Ein Jahr später, Anfang 2024, haben wir dieses Gespräch aufgezeichnet. Es ist ein Gespräch über die Geschichten, die wir in uns tragen, die aber nicht immer nur unsere Geschichten sind, über die Weitervererbung von Familientraumata und über eine Versöhnung, viele Jahrzehnte später.