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Zeitenwende. Ein Wort, das seit dem russischen Angriff auf die Ukraine ständig zu hören ist. Aber was steckt eigentlich hinter diesem Begriff? Es wird wieder über Wehrdienst diskutiert, über Verteidigungsausgaben und darüber, wie Deutschland im Ernstfall tatsächlich geschützt werden kann. Welche Auswirkungen hat die Zeitenwende nicht nur auf die Bundeswehr, sondern auch auf uns als Gesellschaft? Wie denken die Menschen in Deutschland über Militär, Krieg und die eigene Verteidigungsbereitschaft? Darüber sprechen wir in dieser Folge mit der Friedens- und Konfliktforscherin Prof. Dr. Nicole Deitelhoff. Außerdem gibt Dr. Timo Graf vom Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr Einblicke in die langjährige Bevölkerungsumfrage zum Militär.
Was bedeutet es, an der NATO-Ostflanke zu dienen – dort, wo die Grenze zwischen Frieden und möglicher Bedrohung spürbar nah ist? Diese Frage wird für rund 500 Soldatinnen und Soldaten aus dem nordhessischen Schwarzenborn nun Realität. Denn sie sind ab Januar 2026 in Litauen stationiert. Warum und wie Hessen dort einen wichtigen Teil zur Abschreckung und Verteidigungsbereitschaft der NATO leistet, erklärt in dieser Folge Oberstleutnant Sebastian Hagen, Kommandeur des Jägerbataillon 1 aus Schwarzenborn. Wie der Alltag im NATO-Camp aussieht und wie die litauische Bevölkerung die Bundeswehr wahrnimmt, darüber erzählt Hauptmann Maximilian Jost, Jugendoffizier aus Frankfurt. Er war bereits für einige Monate in Litauen stationiert und kennt die sicherheitspolitische Bedeutung der Mission.
Ist Frieden nur die Abwesenheit von Krieg – oder geht es noch darüber hinaus? Vor dem Hintergrund des russischen Angriffskrieges gehen wir zum Abschluss unserer Podcast-Reihe mit vier sehr unterschiedlichen Gesprächspartnern in die kontroverse Diskussion. Mit dabei sind der FAZ-Journalist Lorenz Hemicker, die Theologin und ehemalige Vorsitzende der evangelischen Kirche Margot Käßmann, außerdem Karl-Martin Unrath, evangelischer Militärpfarrer bei der Bundeswehr, sowie der hessische Friedensforscher Dr. Niklas Schörnig. Die Vielfalt der behandelten Themen geht von realpolitischen über philosophische Fragen bis hin zur Wirksamkeit friedensfördernder Maßnahmen.
Mit dem Out-of-Area-Urteil von 1994 bestätigte das Bundesverfassungsgericht die Legitimität bewaffneter Einsätze auch außerhalb des NATO-Bündnisgebietes. Seitdem beteiligt sich die Bundeswehr bei zahlreichen Auslandsmissionen zur internationalen Krisenprävention und Konfliktbewältigung. Über den Beitrag der Bundeswehr zum internationalen Krisenmanagement sprechen wir in dieser Folge mit Generalmajor Dirk Faust, Kommandeur der Division Schnelle Kräfte. Anschließend geben der Kampfhubschrauberpilot Christoph und Oberfeldarzt Michael Sprenger ganz persönliche Einblicke in ihre Einsätze in Mali. Herr Sprenger klärt zudem über die Auswirkungen von Extremsituationen während der Einsätze und über den Umgang mit Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) auf. Zum Ende der Folge erklärt die Politologin und Peacekeeperin Eva-Maria Velickovic, welche völkerrechtlichen Grundprinzipien eine militärische und humanitäre Intervention in einem souveränen Staat erlauben. Außerdem berichtet sie über ihre Erfahrungen bei zivilen Hilfseinsätzen in den Krisengebieten.
In Deutschland obliegt der Katastrophenschutz primär den jeweiligen Bundesländern und ist demnach Aufgabe des Landes Hessen. Bei Naturkatastrophen wie dem Hochwasser im Ahrtal oder Waldbänden sowie bei der Corona-Pandemie kann jedoch auch die Hilfe der Bundeswehr angefordert werden. Unter welchen Voraussetzungen und in welcher Form das Militär bei der Amts- und Katastrophenhilfe unterstützt, erklärt in dieser Folge der Kommandeur des Landeskommando Hessen Brigardegeneral Olaf von Roeder. Außerdem berichtet Michael Ohms, Oberstleutnant der Reserve, in seiner Funktion als Leiter des Kreisverbindungskommandos Darmstadt-Dieburg über die Zusammenarbeit der militärischen und zivilen Kräfte. Zudem sprechen wir mit Dr. Tobias Bräunlein, Abteilungsleiter des Katastrophenschutzes im Hessischen Innenministerium, unter anderem über staatliche Bevorratung und Schutzkonzepte, den Ausbau der Warnsysteme in Hessen sowie über die Notwenigkeit des privaten Selbstschutzes.
Seit der Annexion der Krim und spätestens mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine, fokussiert sich der Auftrag der Bundeswehr wieder auf die Landes- und Bündnisverteidigung. Insbesondere die transatlantische Sicherheitsgemeinschaft der NATO sowie die bilaterale Partnerschaft mit den USA stärken Deutschlands Sicherheitsinteressen. Daher sprechen wir in dieser Folge mit Brigardegeneral Jared Sembritzki, Chief of Staff der US Army in Europe and Africa, unter anderem über die Verteidigungsfähigkeit der Bundeswehr und diskutieren das Konzept einer Europa-Armee. Außerdem berichtet Oberstabsgefreiter Lars Grawunder über seine Einsätze zur Landes- und Bündnisverteidigung bei der Marine. Abschließend liefern die beiden Bundestagsabgeordneten Armin Schwarz und Andreas Larem Einblicke in die parlamentarische Sichtweise der Landes- und Bündnisverteidigung.
Ereignisse wie der Zerfall der Sowjetunion, der Terroranschlag vom 11. September sowie aktuell der Krieg in der Ukraine verändern nachhaltig die globale Sicherheitslage. Um auf die Bedrohungen entsprechend reagieren zu können, verfügt die Bundesrepublik über einige sicherheitspolitische Instrumente - eines davon ist die Bundeswehr. Über die Geschichte und Aufgaben sowie über den sich wandelnden Auftrag der Bundeswehr sprechen wir in dieser Folge mit Sönke Neitzel, Historiker und Professor für Militärgeschichte an der Universität Potsdam. Außerdem liefert der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr Wolfgang Schneiderhan spannende Einblicke in seinen über 40 Jahre währenden Dienst. Er berichtet unter anderem von seinen Erfahrungen mit Extremismus und erläutert seine Sicht auf eine mögliche Wiederaufnahme der Wehrpflicht.
Der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine hat das kollektive Sicherheitsempfinden der letzten Jahrzehnte nachhaltig erschüttert. Der Krieg verunsichert vor allem Jugendliche, die in einem Europa ohne konventionelle Kriege aufgewachsen sind. Im Gespräch erklären Hauptmann Anne Vargas und Hauptmann Jens Bockwinkel wie sie bei ihrer Arbeit als Jugendoffiziere gerade jungen Menschen die Komplexität von Sicherheitspolitik näherbringen. Außerdem analysieren wir mit Carlo Masala, Professor für Internationale Politik an der Universität der Bundeswehr in München, welche Auswirkungen auch vermeintlich weit entfernte Krisen auf die Sicherheitslage in Deutschland haben
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