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Woche 2: Gravad Lax…(abgeschlossen)


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Montag, 05.07.2010
Ja nun, die Woche begann prinzipiell recht geruhsam, fünf Patientinnen und Patienten waren für heute terminisiert – also weit entfernt von etwas Ähnlichem wie Stress. Das machte aber nichts, weil ohnehin zusätzlich andere Dinge am Programm standen. Der erste Teil des Podcasts zum Thema “Active-Place-and-Hold” nach Beugesehnenverletzungen wurde heute aufgenommen (in sehr…interessantem…Englisch), zusätzlich habe ich das Patienteninformationsblatt zur Nachbehandlung ins Deutsche übersetzt – gar nicht so einfach, wenn sich gleich drei Sprachen im eigenen Kopf die Hände schütteln – und die Bibliothek habe ich auch noch besucht, um eine sehr aktuelle Vergleichsstudie zum Thema “Active-Place-and Hold vs. Passive Range Motion” auszugraben, die auf einen raschen Blick eindeutig bessere Ergebnisse für Ersteres auswirft – ich bin sicher, dass sich daraus ein sehr schönes Informationspaket schnüren lassen wird…morgen geht’s mit dem zweiten Teil der Podcastaufnahmen weiter, und nächste Woche wird abgeschlossen. (Artikelbild von Melissa Walker Horn via Unsplash)
Besser als Skype
Da kann man sicherlich geteilter Meinung sein, aber trotzdem sehr cool: heute wohnte ich (als graue Eminenz sozusagen) einer Videokonferenz bei, die zwischen Ergo- und Physiotherapie und einem Patienten samt seiner Ergotherapeutin abgehalten wurde, über eine Entfernung von ca. 300km – im Sinne eines Beratungsgespräches nach einer einseitigen Operation einer Dupuytren’schen Kontraktur – sehr flüssig das ganze Ding, mit einer Latenz von höchstens zwei oder drei Zehntelsekunden, und Bild in nahezu HD-Qualität (Internetleitungen haben die hier, auch in der Wohnung, wow, wenn man 3 MBIT/s gewohnt ist flutschen die 20 oder 30 MBIT/s die ich hier habe so richtig schön dahin – das will ich auch haben!). Ein probates Mittel jedenfalls um Patientinnen und Patienten, die weiter entfernt wohnen, vor einer möglicherweise überflüssigen Anreise zu bewahren, oder um sicherzustellen, dass ein Betreuungsteam (=Klienten) von Patientinnen und Patienten über den gleichen Informationsstand verfügt. Die Technik ist scheinbar in jedem “Gemeindegesundheitszentrum”  in Nordschweden verfügbar, einfach spitze. Und für jedes Teammitglied gibt’s eigene Namensschilder – ORF der 70er, schau oba!
Was in den nächsten Wochen sonst noch geplant ist…
Heute habe ich das Thema “gemeindebasierte Ergotherapie” nochmal kurz angesprochen, es sieht so aus, als ob ich eine Woche in Umeå (hej, ich habe herausgefunden wie man Sonderzeichen in WordPress einfügt!) in einem der lokalen Gesundheitszentren schnuppern kann, viele Hausbesuche inklusive, ich freu’ mich, der Kontakt wurde mal per Mail angebahnt – aber ich bin guter Dinge, dass das klappt. Eine Woche krankenhausinterne Abteilungsrotation habe ich ohnehin geplant, damit warte ich aber noch ca. 2 Wochen, weil Agneta und Helena dann beide auf Urlaub sind, und Lena in Englisch nicht sooo fit ist, wie die anderen beiden – aber das haut definitv auch hin. Ach ja, und einen weiteren Podcast zum Thema COTEC nehme ich nach Möglichkeit auch noch auf – wenn schon ein Insider meine Praktikumsanleiterin ist…
Die tragische Geschichte des 8er-Eisens…
Das war ja auch mal nicht schlecht, passt auf: die Hauptprotagonisten der Geschichte sind…ein Golfschläger (8er Eisen), die 10-jährige Patientin samt ihrer Schwester und Mutter, ein 20 Jahre alter Mazda 323, ein Passant älteren Semesters und ein hilfsbereiter, aber leicht trotteliger Ergotherapiepraktikant (that would be me…). Zum Abrunden fügen wir noch einen – im Auto eingesperrten Zündschlüssel, abwesende Ergotherapeutinnen, einen  Zentimeter offenstehende Heckfenster, etwas Schnur und ein Stück flexiblen Drahts hinzu – und die Geschichte kann ins Rollen kommen…
In absentia der Ergotherpeutinnen, taucht – unmittelbar nach meiner Rückkehr aus der Bibliothek – besagte Patientin samt [...]
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handlungs:planBy Markus Kraxner