Zum ersten Mal als Ausleger der Tora dabei war Dr. Yuval Lapide. 1961 in Israel geboren, ist er sowohl Israeli wie Deutscher und in beiden Kulturen aufgewachsen. Seine Eltern flohen 1939 nach Palästina, kehrten aber 1974 nach Deutschland zurück. Yuval zunächst studierte Betriebswirtschaftslehre und arbeitete dann als Dipl.-Betriebswirt in einer Bank. Nebenbei studierte er Judaistik.
Ende der 90er Jahre trat Yuval mehr und mehr in die Fußstapfen seines Vaters Pinchas Lapide (1922–1997), der einer der Wegbereiter des jüdisch-christlichen Dialoges in Europa gewesen ist. Er studierte in New York, London, Paris, Strasbourg und Jerusalem rabbinische Bibelexegese sowie mittelalterliche Jüdische Philosophie und Mystik.
In Seminaren und Vorträgen in Kirchengemeinden zeigt er heute lernwilligen Christen ihre tiefe Verwurzelung im Judentum auf, ohne eine Grenzverwischung zu beabsichtigen.
Für Yuval Lapide ist Grundlage seines Wortes zum Schabbat der Wochenabschnitt Schoftim, שופטים „Richter“, in 5. Mose 16,18 – 21,9.
Der Wochenabschnitt beginnt mit der wichtigen Feststellung, dass für alle Menschen das gleiche Recht gilt: „Du sollst das Recht nicht beugen, kein Ansehen der Person achten und keine Bestechung annehmen.“ Von daher denkt Yuval über Recht und Gerechtigkeit nach und was diese für die Regierung und Verwaltung Israels bedeuten. Dabei versteht er Israel als Volk, bezieht sich jedoch zugleich auf den heutigen Staat Israel.