Zeit für Wissenschaft

Zeit für Wissenschaft

By Melanie Bartos / Universität InnsbruckScience
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Zeit für Wissenschaft episodes

  • ZfW_036 - Soja

    Argentinien ist einer der größten Sojaproduzenten der Welt, ein großer Teil wird im Nordwesten des Landes angebaut. Die Umwelt in der Provinz Salta wurde dadurch massiv verändert, Proteste gibt es dennoch nicht. Die Bevölkerung nimmt das weitgehend hin – warum, hat der Geograph Robert Hafner erforscht. Von seiner Arbeit und seinen Reisen erzählt er in „Zeit für Wissenschaft“.

    Als Tierfutter, in Getränken, als gesunde Eiweiß-Quelle in der Nahrung und Fleischersatz, als Öl, gesund, nahrhaft, ein Mittel gegen Armut und Hunger: Soja gilt als Wunderpflanze, zumindest, wenn man dem Marketing der Lebensmittelkonzerne glaubt. Dass es beim Sojaanbau auch zu Problemen kommen kann und die Pflanze keineswegs nur positiv zu sehen ist, beschäftigt den Geographen Robert Hafner, BA MSc. Dazu untersuchte Hafner insbesondere den Sojaanbau in der Provinz Salta im Nordwesten Argentiniens.

    Links:


    Robert Hafner

    Institut für Geographie der Uni Innsbruck

    Video: Robert Hafner beim Science Slam

    1 hr 2 min
  • ZfW_035 - Sedimente

    In die Geschichte der Erde blicken, um ihre Zukunft zu verstehen: Prof. Michael Strasser vom Institut für Geologie nutzt See- und Meeresböden als Archiv und begibt sich mithilfe von Bohrkernen auf die Suche nach Spuren vergangener Erdbeben und Extremereignisse. In „Zeit für Wissenschaft“ erzählt Strasser über seine leidenschaftliche Arbeit in einer noch jungen Disziplin.

    „Der Ozeanboden ist schlechter erforscht als der Mond", sagt der Sedimentgeologe Michael Strasser. Seit mehreren Jahren beschäftigt sich der Forscher daher bereits mit den vielen „Unbekannten“, die in unseren Seen und Meeren schlummern. Dazu entnimmt er im Rahmen nationaler und internationaler Forschungsprojekte Bohrkerne aus Seen und dem Ozean. Durch die Analyse will Strasser wichtiges Datenmaterial sammeln, um das Wissen über Erdbeben und Tsunamis zu erweitern und einen ersten Schritt in Richtung ihrer Prognostizierbarkeit zu gehen. Anfang Oktober 2016 stach er als Expeditionsleiter mit einem der modernsten Forschungsschiffe weltweit, dem Forschungsschiff Sonne, vor der Küste Japans in See. Das ForscherInnen-Team entnahm Proben aus einer Tiefe von bis zu 6000 Metern und untersuchte mit hochmodernen Unterwasserrobotern Schlammvulkane. Die dort erarbeiteten Informationen sind weltweit von Relevanz: „Wir müssen auf Ozeanschiffe gehen, um die Berge zu verstehen", verdeutlicht Strasser und lässt uns wissen, warum er seine Arbeit gerne als „CSI Geology" bezeichnet.

    Persönliche Website


    Blog: Live vom Forschungsschiff Sonne

    Arbeitsgruppe Sedimentgeologie

    1 hr 10 min
  • ZfW_034 - Sterne

    Vom „Baby“ bis zum „Teenager“: Konstanze Zwintz interessiert sich für junge Sterne und ihr Schwingungsverhalten. Die Astronomin zählt zu den weltweit führenden Expertinnen auf dem Gebiet der Asteroseismologie und forscht seit 2015 am Institut für Astro- und Teilchenphysik der Universität Innsbruck.

    Was wir von unserer Erde kennen, ist auch bei Sternen möglich: sie beben. Konstanze Zwintz ist diesen minimalen Erschütterungen in den viele Lichtjahre entfernten Sternen auf der Spur. Vergleichbar mit dem Herzschlag des Menschen pulsieren Sterne in jedem ihrer Entwicklungsstadien.„Das ist vergleichbar mit Erdbeben auf der Erde: Seismologen können aus den Erschütterungen Rückschlüsse auf das Innere der Erde ziehen. Ähnliches ist auch bei Sternen möglich. Bei diesen „Ultraschalluntersuchungen" messen modernste Teleskope von Bodenstationen oder Satelliten im Weltraum das Licht der Sterne über einen gewissen Zeitraum in Lichtkurven. Daten für ihre Untersuchungen erhält die Astrophysikerin unter anderem aus dem Satellitenprojekt BRITE Constellation, an dem sie aktiv mitarbeitet.

    Links:


    Persönliche Website

    Institut für Astro- und Teilchenphysik

    BRITE Constellation

    Video: Konstanze Zwintz am Puls der Sterne

    1 hr 33 min
  • ZfW_033 - Licht

    Ob Straßenlaternen, Leuchtreklame und Schaufenster in den Städten oder der Lichtschalter zu Hause: Die ständige Verfügbarkeit von Licht ist für uns eine Selbstverständlichkeit. Das war nicht immer so. Ute Hasenöhrl untersucht die Geschichte des Lichts im öffentlichen Raum bis zum heutigen „Verlust der Nacht“.

    Gerade im öffentlichen Raum ging die Einführung von Beleuchtung nicht problemlos vonstatten, bis zum 19. Jahrhundert galt Licht als Luxusgut. Die Historikerin Ute Hasenöhrl untersucht am Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie die konfliktreiche Geschichte der Beleuchtung und befasst sich unter dem Schlagwort der „Lichtverschmutzung“ auch mit den Konsequenzen für Mensch und Umwelt.

    Ute Hasenöhrl

    55 min
  • ZfW_032 - Open

    Open Source, Creative Commons oder Wikipedia: Das Thema „Offenheit“ zieht sich durch alle Interessensgebiete von Leonhard Dobusch. Der Wirtschafts- und Rechtswissenschaftler ist seit Februar 2016 Professor für Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Organisation an der Uni Innsbruck. In „Zeit für Wissenschaft“ erzählt er über die Chancen und Herausforderungen von Offenheit in einer digitalisierten Welt.

    „Open“ ist ein Schlagwort, das in den letzten Jahren in verschiedenste gesellschaftliche Bereiche vorgedrungen ist: Open Strategy, Open Knowledge, Open Access, Open Educational Resources oder Open Science. Dobusch analysiert, beobachtet und kommentiert diese Entwicklungen bereits seit mehreren Jahren. „Offenheit gibt Digitalisierung Richtung“, ist der Wissenschaftler überzeugt und empfindet die Bezeichnung „Neuland“ in vielen Bereichen als durchaus passend.

    Links:


    Persönliche Website

    Institut für Organisation und Lernen

    Blog: governance across borders

    Projekt: Organized Creativity

    1 hr 19 min
  • ZfW_031 - Stammzellen

    Stammzellen: Sie können praktisch jede andere Zelle des Körpers bilden – und sind damit Hoffnungsträger für eine ganze Reihe von Therapien für bislang nicht heilbare Krankheiten. Prof. Frank Edenhofer ist seit Herbst 2015 Professor für Genomik am Institut für Molekularbiologie, forscht unter anderem an Stammzellen – und hat eine Methode weiterentwickelt und patentiert, mit der aus normalen Zellen, konkret Hautzellen, Gehirnstammzellen gezüchtet werden können.

    Forschung an Stammzellen, die im Fall von embryonalen Stammzellen aus Embryonen entnommen werden, ist stark reglementiert und immer wieder Gegenstand ethischer Diskussionen. Mit der künstlichen Herstellung von Stammzellen, in diesem Fall von Gehirnstammzellen, umgehen die Innsbrucker Forscherinnen und Forscher diese Probleme.

    Links:


    Institut für Molekularbiologie

    Stem Cell Lab UIBK auf Facebook

    Twitter: @StemCellUibk

    Wikipedia: Stammzellen

    1 hr 21 min
  • ZfW_030 - Tabu

    Über welche Phänomene darf an formalen Bildungseinrichtungen, wie der Schule, nicht oder nur hinter vorgehaltener Hand oder verschlossener Türe gesprochen werden? Was bleibt ungesagt, wird heimlich oder wortlos praktiziert und gerät deshalb gerade nicht in den Fokus des SchülerInnen-, LehrerInnen- und SchulleiterInnenhandelns? Diese Fragen stellen sich Dr. Nadja Köffler und Dr. Evi Agostini vom Institut für LehrerInnenbildung und Schulforschung an der Innsbrucker School of Education und spüren Tabus und ihre historischen und aktuellen Wirkungsweisen in unserem Bildungswesen auf.

    Als unausgesprochene Übereinkünfte und implizite Regularien dienen Tabus dem Fortbestand von gesellschaftlichen Systemen und spielen besonders im Bildungswesen eine wichtige Rolle – bewusst oder unbewusst. Mit ihrem Projekt „Grenzgänge und Grenzüberschreitungen: Zu Tabuisiertem und Tabubrüchen in formalen Bildungskontexten“ betreten die Bildungswissenschaftlerinnen im Schul- und Bildungskontext dennoch wissenschaftliches Neuland.

    Links:


    Nadja Köffler

    Evi Agostini

    School of Education

    1 hr 4 min
  • ZfW_029 - Game Studies

    Massen-Mehrspieler-Online-Rollenspiel: Die Ethnologin und Medienpädagogin Michaela Rizzolli beschäftigt sich mit Online-Spielen und den Besonderheiten virtueller Welten und ihrer SpielerInnen. In ihrer Magister- und PhD-Arbeit am Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie der Uni Innsbruck hat sie sich dabei auf das Spiel „World of Warcraft“ spezialisiert – und forschend mitgespielt.

    Das Forschungsgebiet der Games Studies ist ein junges, aber: Immer mehr Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler versuchen sich aus verschiedenen Perspektiven virtuellen Online-Welten anzunähern und ihre Wirkungskraft zu verstehen.

    Michaela Rizzolli beim Innsbrucker Science Slam (Video)


    Wikipedia: MMORPG

    1 hr 7 min
  • ZfW_028 - Globo

    Informieren und sensibilisieren: Prof. Josef Nussbaumer und Dr. Andreas Exenberger vom Institut für Wirtschaftstheorie, -politik und -geschichte sammeln und analysieren seit Jahrzehnten Daten zu globalen ökonomischen Entwicklungen. Die Wirtschaftshistoriker bemühen sich dabei um eine allgemeinverständliche Darstellung der komplexen Lebensrealitäten auf unserer Erde. In ihrem Buch „Leidenswege der Ökonomie“ stellen sie in Anlehnung an die Kreuzwegsymbolik in 14 Stationen große globale Problematiken dar und schildern im Kapitel 15 „Hoffnung“ mögliche positive Perspektiven.

    Im Dorf „Globo“ leben 100 Menschen. In einem verkleinerten Maßstab stehen sie stellvertretend für die knapp sieben Milliarden Menschen auf unserer Erde. Bereits für Kinder soll durch diese Vereinfachung greifbar werden, wie ungleich Wohlstand auf unserer Erde verteilt ist. Nussbaumer und Exenberger engagieren sich seit Jahren im Verein „Team Globo“ und spenden alle Einnahmen aus Buchverkauf und Vorträgen für karitative Zwecke.

    Links:


    Josef Nussbaumer

    Andreas Exenberger

    teamGlobo

    1 hr 29 min
  • ZfW_027 - Fragmente

    Zerschnitten und in mittelalterliche Buchumschläge eingearbeitet: das ist das „Schicksal“ vieler wertvoller, jahrhundertealter jüdischer Handschriften aus Pergament. Die Bibelwissenschaftlerin Univ.-Doz. Dr. Ursula Schattner-Rieser vom Institut für Alte Geschichte und Altorientalistik sucht seit Jahren gezielt nach diesen Fragmenten.

    Mit Beginn des Buchdrucks im Mittelalter wurden die im Zuge von Judenverfolgungen seit dem 11. Jahrhundert konfiszierten Pergamentrollen als Verstärkung für Einbände verwendet. Ursula Schattner-Rieser arbeitet auf den Spuren dieser verloren geglaubten Zeitzeugen in Bibliotheken und Archiven und analysiert deren oftmals historisch und künstlerisch wertvollen Inhalt.



    Links:

    Ursula Schattner-Rieser

    Pageflow: Verloren geglaubte Zeitzeugen

    Datenbank: hebraica.at

    35 min

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„Zeit für Wissenschaft“ ist eine Gesprächsreihe, in der Melanie Bartos mit WissenschaftlerInnen verschiedenster Fachrichtungen an der Uni Innsbruck über das „Was?“ und „Wie?“ ihrer Forschungsarbeit…