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  • #17: Woher kommt Rechtspopulismus? Debatte mit Markus Somm

    Markus Somm ist Chefredaktor und Verleger des "Nebelspalter" sowie Kolumnist in der Schweizer "SonntagsZeitung". Mit ihn diskutiert Marko über Rechtspopulismus.

    Eigentlich hätte es eine Diskussion über die Ursachen von Rechtspopulismus sein sollen. Wir bleiben aber sehr lange bei der Frage stecken, was Rechtspopulismus überhaupt ist. Markus meint, dass Parteien wie die SVP, FPÖ und AfD nichts mit ehtno-nationalistischem Exklusivismus zu tun haben. Marko findet, dass das Narrativ der Volksidentität, die durch Migration bedroht sei, ein zentrales Merkmal von Rechtspopulismus ist.

    Die Debatte wird stellenweise sehr hitzig. Sie endet aber — zwar nicht in der Sache, aber auf der menschlichen Ebene — versöhnlich.

    Die Debatte auf YouTube: https://youtu.be/stHo1qqQ45I

    Weiterführende Quellen:

    * https://pubs.aeaweb.org/doi/pdfplus/10.1257/jel.20201595

    * https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/nana.12860

    * https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/14782804.2021.1990026

    * https://www.annualreviews.org/content/journals/10.1146/annurev-economics-070220-032416

    * https://library.oapen.org/handle/20.500.12657/58743

    * https://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/0192512107088390

    * https://journals.sagepub.com/doi/full/10.1177/0011392117717294



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    1 hr 3 min
  • #16: Was will die Junge SVP? Debatte mit Mattia Mettler

    Die Junge SVP, die Nachwuchsorganisation der rechtspopulistischen Schweizerischen Volkspartei SVP, weiss, wie man Aufmerksamkeit generiert. Krasse Botschaften, Kampfansagen, keine Entschuldigungen. Damit hat die Jungpartei Erfolg.

    Wir werfen einen Blick hinter die Parolen der JSVP. Dazu diskutieren wir mit Mattia Mettler. Mattia ist Vizepräsident der JSVP und zusätzlich Mitarbeiter des SVP-Nationalrates Roman Bürgi und des Zürcher SVP-Kantonsrates und -Parteipräsidenten Domenic Ledergeber.

    Mit Mattia reden wir über die Haltung der JSVP gegenüber Rechtsextremismus, ausführlich über ihren Kampf gegen “Wokeness” (gemäss Parteiprogramm ihr “grösster Kampf”) und abschliessend noch ein wenig über Neutralität.

    Auf YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=GFVS94H9JU8



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    2 hr 2 min
  • #15: Pseudoarchäologie mit Cora Leder | Wer ist Kamala Harris?

    Jetzt Mal ganz ehrlich: Menschen konnten damals, vor Tausenden vor Jahren, doch nicht einfach Pyramiden bauen. Und erst recht nicht überall auf der Welt. Da war Hilfe von Aussen nötig. Es waren Ausserirdische! Oder, alternativ: Es waren Überlebende aus Atlantis, das leider in einer Flutkatastrophe weggespült wurde!

    Das sind beliebte Thesen der Pseudoarchäologie: Sehr unterhaltsame, aber wissenschaftlich nicht gar so überzeugende Spekulationen über die Geschichte der Menschheit. Über Pseudoarchäologie reden wir mit Cora Leder (ab Minute 44). Cora doktoriert an der Universität Leiden in Archäologie mit Fokus auf Osteoarchäologie. Wir diskutieren über die Ansichten von Pseudoarchäologen wie Erich von Däniken und Graham Hancock, aber darüber hinaus auch breiter über Archäologie als Disziplin, bei der man nicht einfach Fakten ausgräbt, sondern Relikte, die erst in aufwendiger Arbeit interpretiert werden müssen. Ein Prozess, bei dem sich allzu einfach menschliche Denkfehler einschleichen können.

    Weiteres Thema der Folge:

    * Wer ist Kamala Harris? Kamala Harris, die aktuelle Vizepräsidentin der USA, ist die aussichtsreichste Kandidatin der Demokratischen Partei im Wahlkampf gegen Donald Trump. Wir gehen vertieft auf ihre Karriere ein. Und wir diskutieren die Art, wie Rechte versuchen, Harris zu diskreditieren: Sie habe keine Kinder, sie sei inkompetent und habe sich hochgeschlafen, sie sei als Schwarze bevorzugt worden, sie lache zu viel, sie sei Satanistin. Verzweifelt absurde Angriffe, die darauf hindeuten, dass Trump und Co. wenig Konkretes gegen Harris in der Hand haben.

    Auf YouTube: https://youtu.be/Soedldra9IE



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    2 hr 11 min
  • Special: Joe Biden tritt als Kandidat zurück

    Besser spät als nie.

    US-Präsident Joe Biden hat am Sonntag, dem 21. Juli verkündet, dass er als Kandidat bei der Präsidentschaftswahl 2024 zurücktritt. Wir diskutieren die Entscheidung. Was passiert nun? Wie stehen die Chancen, dass Trump verliert?

    Das wahrscheinlichste Szenario ist, dass Kamala Harris, Joe Bidens Vizepräsidentin, die Kandidatur für das Präsidentschaftsamt übernimmt. Sie könnte damit die gesammelten Spenden für die Biden-Kampagne weiterverwenden und eine Person wählen, die neuer Vizepräsident werden soll. Es ist nicht auszuschliessen, dass es am Parteitag der Demokratischen Partei im August zu einer “Open Convention” kommt, bei der unterschiedliche Kandidierende nochmals bei den Delegierten um die Nomination buhlen, aber dieses Szenario ist weniger wahrscheinlich.

    Der Wahlkampf der Demokratischen Partei dürfte nun einen grossen Schub erfahren. Das mit Abstand stärkste Argument von Trump und der Republikanischen Partei — Joe Biden ist alt — ist nun passé. Auch die US-Medien haben damit ihr wochenlanges Dauerbrenner-Thema verloren. Nun ist Raum für Botschaften gegen Donald Trump und seinen Vize J. D. Vance. Trumps Straftaten und Lügen und seine politischen Ambitionen, die nicht zuletzt für Menschen, die nicht reich sind sowie für Frauen katastrophal sind, werden zunehmend in den Fokus rücken. Kamala Harris wird glaubwürdig die Position vertreten können, dass die Republikanische Partei eine grosse Gefahr für die (reproduktiven) Freiheiten von Frauen darstellt.

    Das Ende Joe Bidens ist der Neuanfang des Wahlkampfs. Harris und die Demokrat:innen haben das Momentum, Trump und die Republikanische Partei sind in der Defensive. Eine verloren geglaubte Wahl könnte noch gerettet werden.

    Auf YouTube: https://youtu.be/MNmtoSFSUhA



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    53 min
  • #14: Medien und der Gaza-Krieg mit Hanno Hauenstein | Compact-Magazin verboten | Wer ist J. D. Vance?

    Nach dem Terroranschlag vom 7. Oktober ist in Gaza seit über neun Monaten Krieg. Seit über neun Monaten findet auch etwas weiteres statt: Der gesellschaftliche Diskurs über den Gaza-Krieg. Wie wird der Gaza-Krieg medial behandelt? Was sind Eigenheiten der Debatte in Deutschland und im deutschsprachigen Raum? Und wie sieht die Debatte eigentlich in Israel und Palästina selber aus?

    Darüber reden wir mit Hanno Hauenstein. Hanno ist freier Journalist, der u.a. für The Guardian, The Intercept, Jacobin, WOZ, Haaretz, The Nation geschrieben hat. Hanno hat früher auch in Israel gelebt und war seit dem 7. Oktober mehrmals in Israel und der Westbank.

    Artikel, die Hanno während des Gespräches erwähnt:

    * https://theintercept.com/2023/12/23/israel-military-idf-media-censor/

    * https://theintercept.com/2024/02/05/axel-springer-israel-settlement-profit/

    Weitere Themen der Folge:

    * Compact wird verboten. Nancy Faeser, Bundesministerin des Innern und für Heimat, liess am 16. Juli das rechtsextreme Magazin “Compact” verbieten. Das Verbot war durch eine medienwirksame Hausdurchsuchung des Compact-Verlegers Jürgen Elsässer begleitet. Das Verbot wirft aber auch Fragen auf. Zum einen: Wie gut ist es inhaltlich begründet? Zum anderen: Wird das Verbotsmanöver über das Vereinsgesetz vor Gericht Bestand haben?

    * J. D. Vance, Trumps Vize. Donald Trump hat J. D. Vance, aktuell Senator aus dem US-Bundesstaat Ohio, zu seinem Kandidaten für den Posten des Vizepräsidenten ernannt. Wir schauen uns an, wer dieser J. D. Vance eigentlich ist. Von seinen bescheidenen Anfängen in einer armen Familie über sein Bestseller-Buch “Hillbilly Elegy” bis hin zum Wandel weg vom Trump-Kritiker hin zum devoten Trump-Loyalisten mit einer sehr autoritären Vision für die USA.

    Wir sind wie immer auch auf YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=dLjH0KW4-fA



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    2 hr 42 min
  • Special: Das Attentat auf Donald Trump

    Am 13. Juli hielt Donald Trump eine Wahlkampfveranstaltung bei Butler im US-Bundesstaat Pennsylvania ab. Er wurde Opfer eines Attentats: Der 20-jährige Thomas Matthew Crooks wollte Trump ermorden. Trump wurde mit grossem Glück nur am Ohr gestreift; der Attentäter tötete eine Person im Publikum und verletzte zwei weitere. Das Attentat und Trumps unmittelbare Reaktion mit der in die Luft gestreckten Faust gehen in die Geschichte ein.

    Wir besprechen die wichtigsten bisher bekannten Fakten zur Tat. Und wir diskutieren die Reaktionen auf den Anschlag, die von ernstgemeinten Appellen gegen Gewalt über heuchlerische Empörung bis hin zu absurden Verschwörungstheorien reichen. Auch überlegen wir, was nun passiert. Hat die Demokratische Partei bei den bevorstehenden Wahlen überhaupt noch eine Chance?

    Die Folge auf YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=VWzGNOnozf0



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    1 hr 27 min
  • #13: Völkerrecht mit Ralph Janik | Linke triumphiert in Frankreich | Der Taylor-Swift-Kult

    Völkerrecht ist in aller Munde. Aber was ist das genau? Ist Völkerrecht mehr als Kriegsrecht? Wie sind völkerrechtlich die Terroranschläge vom 11. September 2001 sowie Amerikas Kriege in Afghanistan und Irak einzuschätzen? Was ist die völkerrechtliche Lage im Ukraine-Krieg? Wie weit darf Israel im Krieg gegen Hamas gehen? Und was ist eigentlich mit den Klimaseniorinnen?

    Diese und weitere Fragen besprechen wir mit Ralph Janik. Ralph ist Rechtswissenschaftler mit Fokus auf Völkerrecht. Er ist Lehrbeauftragter an der Uni Wien und an der Universität der Bundeswehr München sowie Assistenzprofessor an der Sigmund Freund Privatuniversität in Wien. Er hat mehrere Bücher verfasst und ist auf Social Media als eine Art Völkerrechts-Influencer aktiv, was ihm nicht nur Freunde einbringt.

    Weitere Themen der Folge:

    * Die Linke triumphiert in Frankreich: Am 7. Juli fand der zweite Wahlgang der Parlamentswahlen in Frankreich statt. Entegen allen Erwartungen gewannt nicht der Rassemblement National, sondern die Koalition Noveau Front Populaire, gefolgt von Macrons Koalition Ensemble. Wir diskutiern die Ergebnisse und die schwierige bevorstehende Regierungsbildung.

    * Taylor Swift und ihre Swifties: Taylor Swift machte auf ihrer Eras-Tour einen Halt in Zürich — und zehntausende Swifties pilgerten zu ihrem Idol. Taylor Swift dürfte die erfolgreichste Musikerin aller Zeiten werden. Wir diskutieren über ihre einmalige Karriere, über den Personenkult der Swifties, über Swifts politische Ansichten und Kritik an ihr sowie über Dinge, die sie gut macht (z.B. bezahlt sie ihre Angestellten sehr grosszügig). Liebe Swifties, bitte verschont uns und lasst uns nicht Gegenstand eures Zornes werden!

    Ihr könnt uns auch auf YouTube gratis abonnieren und ein Like hinterlassen. Das hilft uns sehr.

    https://www.youtube.com/watch?v=PpT4h4keBPg



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    2 hr 14 min
  • #12: Die Biden-Situation | Diskussion mit Uni-Besetzerin

    Wir diskutieren mit Mizgeen Sayaband (ab Minute 48). Mizgeen ist Studentin an der Universität Bern. Sie hat die Besetzungen der Uni Bern im Rahmen der Pro-Palästina-Proteste mitorganisiert. Wir reden über die Motivation der Aktivist:innen, die Logistik der Proteste, die Forderungen der Protestierenden und ihre Ansichten zu Hamas und der Lösung des Nahostkonfliktes.

    Weitere Themen:

    * Joe Biden vor dem Untergang. US-Präsident Joe Biden ist am 28. Juni zur Debatte mit Donald Trump angetreten. Das Ergebnis: Biden ist implodiert. Er war müde, schwach, verwirrt und konnte stellenweise nicht mehr reden. So sieht kein Präsident aus, der ernsthaft eine weitere Amtszeit in Angriff nehmen kann. Nach der Debatte kamen schnell die Ausreden. Biden meinte, er sei müde gewesen, weil er in den Tagen vor der Debatte viel herumgereist sei. Übersetzt: Ich bin nicht mehr fit genug, um meinen Job als Präsident auszuüben. Das dürfte die Wählerschaft beruhigen. Seit der Debatte werden Forderungen nach Bidens Rücktritt laut. Biden und sein Team pochen darauf, dass Biden weiter macht. Wer hat die besten Chancen, ihn zu ersetzen? Kamala Harris, Gavin Newsom, Gretchen Whitmer, Pete Buttigieg - oder vielleicht doch Bernie Sanders?

    * US Supreme Court: Immunität. Der oberste Gerichtshof der USA, der Supreme Court, hat entschieden, dass US-Präsidenten absolute Immunität für alle Handlungen geniessen, die sie im Rahmen ihrer amtlichen Machtbefugnisse vornehmen. Der Supreme Court entschied so, um Trump vor klagen u.a. wegen seines Putschversuches bei der Wahl 2020 zu schützen. Die Konsequenz dieser desaströsen Entscheidung: Das Amt des US-Präsidenten ist ein ganzes Stück näher an die Machtbefugnisse von Königen und Diktatoren herangerückt.

    * US Supreme Court: Deregulierung. In einem weiteren Fall entschied der Supreme Court, dass nicht amerikanische Bundesbehörden, sondern Gerichte über die konkrete Auslegung von Gesetzen, die Unternehmen in ihrer Aktivität beeinflussen können, zu entscheiden haben. Das bedeutet beispielsweise, dass nicht mehr staatliche Behörden die konkrete Umsetzung von Umweltschutzgesetzen vornehmen, sondern diese gerichtlich erstritten werde müssen. Das ist ein gigantischer Deregulierungs-Schritt durch die juristische Hintertüre.

    Wie gewohnt sind wir auch auf YouTube:

    https://youtu.be/O_flpqNWb1o



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    2 hr 58 min
  • #10: Julian Assange | Cybertruck-Katastrophe | Cancel Culture mit Stefan Millius

    Cancel Culture: Wenn man das Falsche sagt, wird man den Linken gecancelt, gelöscht, abgesägt, tschüss, auf Nimmerwiedersehen.

    Das ist zumindest das Schreckgespenst, das das Jahren in der öffentlichen Debatte kursiert. Darüber reden wir mit Stefan Millius (ab Minute 32). Stefan schreibt für die Publikationen Weltwoche, Nebelspalter und Corrigenda, und er ist Moderator beim Online-Radiosender Kontrafunk. Wir diskutieren auch über Klimawandel, über “Wokeness” und über die “konservative Revolution”, die sich Stefan wünscht.

    Weitere Themen der Folge:

    * AI und kreative Jobs. Mira Murati, CTO von OpenAI, erklärte an einer Veranstaltung ihre Sicht bezüglich Automatisierung kreativer Jobs. Wenn Jobs im kreativen Bereich durch AI ersetzt werden, sei das nicht schlimm, im Gegenteil: Vielleicht hätte es diese Jobs nie geben sollen. Ein interessantes Argument. Nur schon, weil die AI-Apps ohne diese Jobs, die es nie hätte geben sollen, keine Trainingsdaten hätten, um überhaupt zu funktionieren.

    * Der Tesla-Cybertruck ist ein Debakel. Der Cybertruck von Tesla kommt nicht in die Gänge. Die neueste Episode: Ein grosser Rückruf in den USA wegen defekter Scheibenwischer und abfallender Verkleidung. Wir rekapitulieren einige bizarre Fakten rund um den Cybertruck, von miserabler und gefährlicher Verarbeitung über sich selber zerstörende Reifen bis hin zu Türen ohne Türgriff, mit denen man Gemüse schälen kann. Der Cybertruck ist eine Monstrosität, die wir hoffentlich nie auf den Strassen Europas werden erblicken müssen.

    * Julian Assange ist frei. Julian Assange, der Gründer von Wikileaks, ist nach über 10 Jahren Unfreiheit, davon rund fünf Jahren Haft im Vereinigten Königreich, frei. Er ging einen Deal mit den USA ein und darf die USA in Zukunft nicht mehr betreten. Obschon Assange eine ideologisch nicht unkomplizierte Person ist, ist es absurd, dass die einzigen Leute, die wegen der von Wikileaks aufgedeckten amerikanischen Kriegsverbrechen im Gefängnis waren, Julian Assange und Chelsea Manning waren. Also die Leute, die die Kriegsverbrechen aufgedeckt haben.

    Wie immer sind wir auch auf YouTube.

    https://www.youtube.com/watch?v=ZJWDmlemKxU



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    2 hr 8 min
  • BONUS: Warum so kritisch?
    This is a free preview of a paid episode. To hear more, visit zeitgeister.substack.com

    Nach unserer ersten EsoGulasch-Folge zu Rudolf Steiner wurden wir gefragt: Muss es so verbissen kritisch sein? Kann man nicht auch über die positiven Seiten und Dinge reden?

    Darüber reden wir in dieser Bonus-Folge. Also nicht über die positiven Seiten von Rudolf Steiner. Sondern allgemein über unsere gesellschaftskritische Perspektive. Mit unseren Shows üben wir in erster Linie Kritik an gesellschaftlichen Zuständen. Das kann durchaus gewisse Fallstricke beinhalten. Konkret:

    * Confirmation Bias. Wenn man a priori eine kritische Haltung hat, ist man sozusagen darauf geeicht, Zustände und Ereignisse als normativ falsch zu beklagen. Das kann in Form von Confirmation Bias (Bestätigungsfehler) dazu führen, dass man hyperaktiv nach Problemen sucht, wo vielleicht gar keine sind.

    * Clickbait. Der Fokus auf das Negative kann dazu verleiten, bewusst Negatives zu inszenieren oder gänzlich herbeizufabulieren, um damit Aufmerksamkeit zu erhaschen. Auf diese Level bewegen wir uns nicht, aber wir sind uns bewusst, dass Geschichten über Probleme publizistisch besser funktionieren als Geschichten über Positives.

    * Die Welt wird immer besser. Die Welt ist heute in mancherlei Hinsicht besser als vor 50, vor 100, vor 200, vor 500 usf. Jahren. Beklagen wir uns heute sehr intensiv über Dinge, die im Grossen und Ganzen kleine Unbequemlichkeiten sind?

    Warum wir trotz dieser Punkte kritisch sind und kritisch bleiben:

    * Die Welt wird nicht immer besser. Die Vorstellung, dass die Welt immer besser wird, ist ein gefährlicher Trugschluss. Ja, die Welt ist heute in vielerlei Hinsicht besser als früher. Zu glauben, dass es darum aber immer so weitergehen wird, ist eine Illusion, die als das Induktionsproblem bekannt ist. Im Rahmen dieser Illusion ignorieren wir, dass es heute z.B. so grosse gesellschaftliche, globale Risiken wie noch nie gibt.

    * Die Welt kann noch besser werden – Fortschritt hört nicht auf. Auch, wenn wir die Prämisse “heute ist es doch besser als früher” akzeptieren, ist sie sinnlos. Denn: Würde man dieses Argument ernst nehmen, hätte man es auch damals, als es schlimmer als heute war, ernst nehmen müssen — und in der Konsequenz das, was früher schlimmer war, nie überwunden. Das bedeutet: Fortschritt, also das Maximieren lebenswerter Leben, hört nicht auf, weil die Situation zum Zeitpunkt t-1 schlechter war. Denn zum Zeitpunkt t-1 war die Situation besser als zum Zeitpunkt t-2, sodass man zum Zeitpunkt t-1 auch hätte sagen müssen: Alles halb so wild. Ein infiniter Regress der sinnlosen Relativierung. Würde man dieses Totschlagargument ernst nehmen, würde es zu zivilisatorischem Stillstand führen.

    * Moralische Asymmetrie: Das Schlimme ist schlimmer als das Gute gut ist. 100 Kinder verbringen einen Tag am Strand. 99 sind überglücklich: Sie toben im Meer, geniessen Eiscreme und bauen Sandburgen. 1 Kind ertrinkt. Würden wir hier sagen, dass wir nicht zu sehr auf das Negative fokussieren sollten, da die 100 Kinder im Schnitt einen ziemlich schönen, glücklichen Tag hatten? Nein, natürlich nicht. Denn wir denken, wenn es hart auf hart kommt, richtigerweise negativ-utilitaristisch: Glück ist gut und wünschenswert, aber Leid ist schlimmer als Glück gut ist. Unsere moralische Priorität als rationale Beobachter*innen des Zeitgeschehens muss darum sein, im weitesten Sinne Leid zu identifizieren und zu dessen Reduktion beizutragen.

    21 min

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