In dieser Spezialfolge spricht Lea sehr persönlich über Körperbild, Essverhalten und ihre eigene Geschichte – inklusive Warnhinweis: Sie ist keine Therapeutin oder Ernährungsberaterin. Wer tiefer drinsteckt oder stark leidet, soll sich bitte professionelle Hilfe holen.
Lea erzählt, dass Essen in ihrer Kindheit lange kein Thema war – bis sie im Leistungssport (Aerobic-Turnen) als Teenager regelmäßig gewogen wurde. Dort beginnt ein ungesundes Muster: Gewicht „kontrollieren“, vor dem Wiegetag weniger essen und sich danach belohnen. Auf der Zirkusschule (19) wird es intensiver: In einem Umfeld, in dem Körper und Aussehen stark bewertet werden, rutscht sie in extreme Ernährungsphasen (z. B. roh-vegan, No-Carbs), Jojo-Dynamiken, gelegentliche Essanfälle und vor allem in das Gefühl, ständig an Essen zu denken – für sie rückblickend das Belastendste.
Erst mit dem ersten Zirkusjob kommt die Wende: Kein Druck, keine Kommentare, mehr Stabilität – Lea isst wieder normal, nimmt zeitweise zu und merkt: Der Körper reguliert sich langfristig selbst, wenn man ihn lässt. Einige Muster bleiben (z. B. emotionales Essen), aber der entscheidende Unterschied heute: keine Schuldgefühle und keine Kompensation danach.
Aus ihren Learnings leitet Lea praktische Ansätze ab, die ihr geholfen haben, wieder näher an intuitives Essen zu kommen:
Essen nicht als „gut“/„schlecht“ bewerten, sondern beobachten: Wie fühle ich mich danach?
Mengen besser spüren: bewusst üben, nicht immer aufzuessen (Reste aufheben statt wegwerfen).
Essen als Energie fürs Training/Performen verstehen (zu wenig vs. zu spät essen merken).
Hunger besser einordnen: oft wird Hunger mit Durst oder Müdigkeit verwechselt – erst trinken, dann nochmal fühlen.
Den Kreislauf aus Binge → Schuld → Restriktion durchbrechen.
Ein zentraler Tipp: Waage raus. Zahlen können triggern und sagen wenig aus (Wasser, Zyklus, Muskelmasse). Stattdessen empfiehlt Lea, Fortschritt/Status über körperliche Benchmarks zu messen (bei ihr z. B. Klimmzüge) oder über Alltagssignale wie Kleidung – ohne sich daran festzubeißen.
Beim Thema Körperbild beschreibt Lea, wie sich ihr Blick mit der Zeit verändert hat: Weg von „so sollte ich aussehen“ hin zu „was kann mein Körper“. Sie lernt ihre Muskeln zu lieben, sieht Veränderungen als funktional (Training vs. weniger Training, z. B. in der Pandemie), und betont: ein paar Kilo mehr + Peace of Mind ist oft viel mehr wert als permanentes Untergewicht und Gedankenkreisen.
Zum Schluss teilt Lea eine Beobachtung aus Social Media: Ihr Körper wird kaum negativ kommentiert – sie glaubt, weil sie ausstrahlt, dass das keine Angriffsfläche ist. Ihr Wunsch an die Hörer*innen: eine Sache finden, die der eigene Körper kann und die gut tut – und freundlicher mit sich selbst sein, inklusive Ben-&-Jerry’s-Momenten.