Aufgeschlossen - Türen zur Geschichte

Zwischen Diagnose und Schicksal: Psychiatrie-Akten als Spiegel der Gesellschaft


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Was erzählen Psychiatrieakten über Menschen, Gesellschaft und den Umgang mit psychischer Krankheit? Und warum sind diese Unterlagen für Archive ebenso wertvoll wie sensibel?
In dieser Folge von „Aufgeschlossen – Türen zur Geschichte“ öffnen wir eine Tür zu einem besonders anspruchsvollen Archivbestand: den Psychiatrie- und forensischen Patientenakten. Gemeinsam mit unseren Gästen Dr. Anke Stößer (Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden) und Annett Schreiber (Archiv des Landeswohlfahrtsverbands Hessen) sprechen wir über Geschichte, Bedeutung und Herausforderungen dieser außergewöhnlichen Quellen.
Die Akten reichen teils mehrere Jahrhunderte zurück – von frühneuzeitlichen Hospitälern über die Heil- und Pflegeanstalten des 19. Jahrhunderts bis hin zur forensischen Psychiatrie der Moderne. Sie enthalten detaillierte Lebens- und Leidensgeschichten, ärztliche Anamnesen, Diagnosen, Familienverhältnisse und soziale Hintergründe – und eröffnen damit einzigartige Einblicke in Medizin-, Sozial- und Mentalitätsgeschichte.
Doch mit dieser Nähe zu einzelnen Biografien gehen große ethische und rechtliche Fragen einher: Wie bewertet und übernimmt man solche Massenakten? Wie werden sensible
Daten erschlossen und geschützt? Welche Begriffe aus der Vergangenheit lassen sich heute noch verwenden – und welche müssen kritisch eingeordnet werden? Und wo liegen die Grenzen von Nutzung und Digitalisierung?
Die Folge zeigt, warum Psychiatrieakten für Forschung und Erinnerungskultur unverzichtbar sind, gleichzeitig aber ein besonders verantwortungsvoller Umgang erforderlich ist.
Mehr Informationen zu dieser Episode und zu den Beständen des Hessischen Landesarchivs findet ihr auf landesarchiv.hessen.de. Abonniert den Podcast auf Spotify, Apple Podcasts oder der Plattform eurer Wahl, um keine Folge zu verpassen.
Shownotes:
Mehr Informationen zum Archiv des Landeswohlfahrtsverbandes: Landeswohlfahrtsverband Hessen: Über uns
Am 1. Januar 2008 wurde durch den LWV Hessen zunächst die LWV-Gesundheitsmanagement GmbH als Holding gegründet. Im März 2009 richtete sich die Unternehmensgruppe neu aus und nennt sich seitdem Vitos GmbH. Der LWV ist Alleingesellschafter von Vitos.
Die Bestände zu den forensischen Psychiatrieakten, die im LWV-Archiv aufbewahrt werden, können in Arcinsys recherchiert werden https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/list.action?nodeid=g173165&page=1&sorting=41&reload=true
Die erwähnten Bestände zur Landesheil- und Pflegeanstalt Eichberg im Hessischen Hauptstaatsarchiv können hier recherchiert werden Arcinsys | Navigator: 6.1 Eichberg
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