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Zwischen Winter, Erinnerung und Abschied


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In dieser speziellen Episode von poetrycop feiern wir nicht nur den Jahresausklang, sondern auch den Abschluss der vierten Staffel des Podcasts. Am 26. Dezember, einer Zeit der Reflexion und des Nachdenkens, versammeln sich die Zuhörer in einem Raum, der sowohl von der festlichen Stimmung als auch von einem Hauch von Melancholie geprägt ist. Diese Folge ist kein lautes Finale, sondern eher ein leiser Abschluss, der die Hörer dazu einlädt, über die Vergänglichkeit von Momenten, die persönlichen Erfahrungen des abgelaufenen Jahres und die Veränderungen im Leben nachzudenken.

Der Gastgeber präsentiert zwei eindringliche Gedichte: „Winterzeit“ und „Im Spiegel“. Jedes Gedicht behandelt das Thema der Vergänglichkeit, der Orientierung und der schmerzhaften Veränderungen, die das Leben mit sich bringt. „Winterzeit“ zeichnet ein Bild des Winters, das fernab von romantisierten Vorstellungen der kalten Jahreszeit ist. Es beschreibt die Kälte, den Nebel und das Gefühl der Stagnation, das viele Menschen gegen Ende des Jahres empfinden. In dieser Zeit, in der alles stillzustehen scheint, spürt der Hörer, dass auch das eigene Leben manchmal in eine Phase des Rückzugs und des Stillstands geraten kann. Die Schlichtheit der Bilder lässt Raum für eigene Gedanken und macht den Zustand der inneren Leere nachvollziehbar.

Das Gedicht stellt fest, dass trotz der Kälte und des Stillstands der Winter nicht ewig währt – der Frühling wird schließlich kommen. Dies ist eine subtile Erinnerung an die Zyklen des Lebens und daran, dass auch Zeiten des Rückzugs ihren eigenen Wert haben. Es ermutigt die Zuhörer, das Jahr bewusst abzuschließen und anzuerkennen, dass nicht alles gelöst ist, sondern dass auch das Innehalten einen Teil des Lebens darstellt.

Das zweite Gedicht, „Im Spiegel“, widmet sich einem tiefgreifenden und oft tabuisierten Thema – dem Verlust von Orientierung, Demenz und dem emotionalen Schmerz, den der Verlust von Geliebten mit sich bringt. Hier wird die Perspektive eines Betroffenen eingenommen, der sich in einer Umgebung befindet, die sich objektiv sicher anfühlt, aber subjektiv als fremd empfindet. Wärme und Geborgenheit sind nicht greifbar; vielmehr dominiert das Gefühl der Verwirrung und des Unverstanden-Seins. Der Text thematisiert die schmerzliche Diskrepanz zwischen dem, was der Erkrankte erlebt, und der Realität, die von pflegenden Angehörigen und Besuchern wahrgenommen wird.

Diese Episode lädt die Zuhörer ein, sich mit persönlichen Verlusten und der Ungewissheit des Lebens auseinanderzusetzen, besonders während der Feiertage, wenn Familie und Erinnerungen im Vordergrund stehen. In dieser emotionalen Reise durch beide Gedichte wird deutlich, dass nicht alle Fragen beantwortet werden können und dass Worte eine wichtige Funktion haben – sie helfen uns, Dinge auszuhalten und Raum für Emotionen zu schaffen, ohne sofort Lösungen finden zu müssen.

Abschließend wird den Hörerinnen und Hörern nahegelegt, die Gedichte auf der Internetseite des Podcasts nachzulesen. Diese Einladung schafft eine Verbindung zur Gemeinschaft und betont die Bedeutung von Poesie, um die komplexen Themen des Lebens zu reflektieren. Mit Dank für die treuen Zuhörer und dem Wunsch, gut ins neue Jahr zu kommen, schließt der Gastgeber die Episode und die Staffel ab. So wird diese Folge zu einem erhebenden sowie nachdenklichen Abschluss des Jahres 2025, der seine Zuhörer ermutigt, die Dualität von Freude und Schmerz zu akzeptieren und Platz für Stille im hektischen Leben zu finden.

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poetrycopBy Thorsten Trautmann