Wie sich Hochbegabte oft das Leben selbst schwer machen
**Selbstwahrnehmung, Hochbegabung und das Hochstapler-Syndrom **
In dieser Folge sprechen wir über ein Thema, das viele hochbegabte Menschen überraschend stark beschäftigt: Selbstzweifel. Obwohl Intelligenz oft mit Selbstsicherheit verbunden wird, erleben viele Hochbegabte genau das Gegenteil – ein ständiges Hinterfragen der eigenen Fähigkeiten. Schnell fällt dabei der Begriff Impostor-Syndrom: das Gefühl, den eigenen Erfolg nicht wirklich verdient zu haben.
Dabei verbinden wir persönliche Erfahrungen mit wissenschaftlichen Perspektiven. Und es gibt auch einen kleinen Faktencheck im Sinne der Neurowissenschaft: Wie hängen Gedächtnis, Informationsverarbeitung und Intelligenz zusammen?
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie gesellschaftliche und familiäre Erwartungen das Selbstbild prägen. Hochbegabte Menschen wachsen oft mit hohen Erwartungen auf – von außen, aber auch von sich selbst. Das kann dazu führen, dass selbst große Leistungen als „nicht genug“ empfunden werden.
Wir sprechen außerdem darüber, warum Selbstvertrauen nichts mit Arroganz zu tun hat, sondern mit einer ehrlichen Einschätzung der eigenen Fähigkeiten. Ein gesundes Verhältnis zur eigenen Begabung zu finden, bedeutet nicht, sich kleiner zu machen - sondern die eigenen Stärken realistisch zu sehen. Wie immer liefern wir ein paar Anekdoten aus unserem eigenen leben und machen uns Gedanken darüber, wie Selbstzweifen in unserem Leben mal eine Rolle gespielt haben.
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Und hier noch ein Auszug aus der Transkription:
"Ich habe einfach, weil ich es interessant fand, ein bisschen zum Thema Impostor recherchiert. Zum Beispiel ploppen in der Süddeutschen Zeitung zu dem Stichwort so zehn Artikel auf; also es scheint wirklich ein Thema zu sein.
Dort wurde auch gesagt, dass überproportional oft Leute betroffen sind, die aus einem nichtakademischen Haushalt kommen, also die studieren und in gute Jobs reinkommen, aber eben nicht diese akademische oder bürgerliche Erziehung genossen haben. Die haben dann oft das Gefühl, so wie du gesagt hast, sich beweisen zu müssen. Und haben Angst, nicht wirklich qualifiziert zu sein und irgendwann aufzufliegen.
Oder anderes Beispiel, Leute mit Migrationshintergrund.
Ich habe eine Geschichte gelesen von jemand, der bei Mercedes gearbeitet hat in einer verantwortlichen Position. Er hat studiert und alles und stand aber immer unter dem Stress, dass ihm von seinen Eltern wahnsinnig viel abverlangt wurde. Er wurde sehr gepusht, du musst das machen und dies machen und er hatte immer das Gefühl, das nie erfüllen zu können. Die Reaktion war, dass solche Leute wahnsinnig viel gearbeitet haben, einfach um diese Anforderungen irgendwie zu erfüllen, was am Ende aber unmöglich ist.
Die Latte liegt immer noch höher."