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Der Zürcher Texter Simon Kümin hat etwas getan, wovor sich viele Kreative fürchten: Er hat seine eigene Arbeit teilweise automatisiert. Im Podcast «AI und Gesellschaft – Wege in die neue Welt» spricht er über den Umbruch in der Kommunikationsbranche – und darüber, warum er darin keine Bedrohung, sondern eine Chance sieht.
Simon Kümin, seit über zehn Jahren als selbstständiger Texter tätig, hat gemeinsam mit dem Schweizer Anbieter Campfire eine eigene KI-Lösung entwickelt. Sie ist auf seinen Stil trainiert und kann Texte in seiner Tonalität verfassen – bis hin zu Pressemitteilungen, die er unverändert veröffentlicht. «Ich wollte zeigen, dass KI gute Texte schreiben kann – und dass man sie produktiv einsetzen kann, statt sie zu fürchten», sagt Kümin im Videopodcast-Gespräch mit Christoph Soltmannowski
Im Gespräch wird deutlich, wie stark sich die Branche verändert. Viele Agenturen stünden unter Druck, Budgets schrumpften, Kundinnen und Kunden nutzten selbst KI-Tools. Gleichzeitig verändere sich die Rolle der Texter:innen: Weg von der reinen Umsetzung, hin zu Strategie, Beratung und konzeptioneller Arbeit. «KI kann Routineaufgaben übernehmen, aber sie versteht keine Geschäftsmodelle, keine Zwischentöne und keine Emotionen», betont Kümin.
Mit seiner Lösung verfolgt er daher ein hybrides Modell: Kund:innen können eigenständig mit der KI arbeiten und bei Bedarf Kümin im Chat hinzuziehen. So entsteht eine neue Form der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine – effizient, flexibel und skalierbar.
Vom Handwerk zur hybriden Kreativität
Was passiert, wenn Maschinen über Geld nachdenken? – Podcast mit Santiago Walliser
Parkplatzanalysen aus dem All, Handy-Bewegungsdaten und Nachrichten-Sentiment – was nach Sci-Fi klingt, ist bereits Realität. Hedgefonds lassen per Satellit Walmart-Parkplätze zählen – und Öltrader vermessen Schatten von Öltanks, um frühe Hinweise auf Geschäftsverläufe und Preise zu gewinnen.
Was passiert, wenn Künstliche Intelligenz beginnt, Finanzmärkte zu verstehen – vielleicht sogar besser als wir? In dieser Folge des Podcasts «AI unx Gesellschaft – Wege in die neue Welt» spricht Santiago Walliser, Doktorand im Bereich Quantitative Finance, mit Christoph Soltmannowski über die stille Revolution im Investment: Wenn Satellitenbilder, Nachrichtenstimmungen und Datenmodelle plötzlich Börsenkurse vorhersagen.
Doch was bedeutet das für Berater, Anleger – und unser Vertrauen in Geld? Santiago erklärt, wie alternative Daten und KI-Analysen neue Einsichten ermöglichen, warum «Crowdedness» zu einem Problem wird, und weshalb menschliche Intuition trotzdem unverzichtbar bleibt. Ein Gespräch über die Zukunft der Finanzwelt – zwischen Algorithmus und Augenmass, zwischen Dashboards und Bauchgefühl.
Parkplatzanalysen aus dem All, Handybewegungen, Medienstimmungen: Was nach Sci-Fi klingt, ist für Finanzprofis längst Realität. Hedgefonds lassen per Satellit Walmart-Parkplätze zählen oder analysieren den Schattenwurf von Öltanks, um Markttrends früher zu erkennen.
Im Podcast «AI und Gesellschaft – Wege in die neue Welt» spricht Christoph Soltmannowski mit Santiago Walliser, Doktorand in Quantitative Finance, darüber, wie Künstliche Intelligenz (KI) durch kreative Datenanalysen neue Einsichten in Wirtschaft und Gesellschaft ermöglicht – und warum Kommunikationsprofis dabei eine zentrale Rolle spielen.
Traditionell stützen sich Analysten auf harte Kennzahlen wie Aktienkurse oder Bilanzen. Alternative Daten erweitern diesen Blick: Satellitenfotos, Patentdaten, Social-Media-Posts oder Nachrichtentexte liefern Frühindikatoren, bevor sie in offiziellen Zahlen auftauchen. So lassen sich Kundenströme, Marktstimmungen und Innovationskraft erkennen, noch bevor die Quartalsberichte erscheinen.
Walliser erklärt im Podcast, wie KI unstrukturierte Daten – etwa Nachrichtenartikel – in strukturierte Informationen umwandelt, bewertet und mit Kursentwicklungen verknüpft. Eine Häufung positiver Medienberichte kann auf steigende Aktien hindeuten, negative auf Rückgänge.
Eindrücklich ist das Beispiel der Satellitenanalyse von Walmart-Parkplätzen. Mehr Autos bedeuten mehr Kundschaft – und damit steigende Umsätze. Noch raffinierter ist die Methode im Ölmarkt: KI-Systeme erkennen anhand des Schattenwurfs von Tankdeckeln, wie voll Ölspeicher sind. So lassen sich weltweite Lagerbestände schätzen und Preisbewegungen vorhersagen – ein Informationsvorsprung, der Millionen wert sein kann.
Doch Walliser betont: „Ob das gesellschaftlich sinnvoll ist, ist fraglich.“ Denn solche exklusiven Datenquellen verschaffen finanzstarken Akteuren Vorteile – eine Informationsungleichheit, die ethische Fragen aufwirft.
Wenn viele dieselben Datenquellen nutzen, verlieren sie ihren Wert – ein Phänomen, das Walliser als «Crowdedness» bezeichnet. Erfolgreich bleibt, wer kreativ kombiniert: etwa Patentdaten mit Medienresonanz oder Mobilfunkdaten mit Wetterinformationen. Diese unkonventionellen Verbindungen schaffen neue Einsichten, bevor der Mainstream sie entdeckt. «Die Zukunft liegt nicht in der Menge der Daten, sondern in ihrer klugen Verbindung», so Walliser.
KI liefert Tempo und Präzision – doch Sinn, Kontext und Empathie bleiben menschlich. Die Kombination beider Welten eröffnet Chancen weit über die Finanzbranche hinaus. Wer Daten kreativ nutzt und verständlich kommuniziert, prägt die neue Ära der Künstlichen Intelligenz mit. Denn am Ende entscheidet nicht die Maschine über den Erfolg – sondern der Mensch, der ihre Sprache zu erzählen weiss.
Ein roboterähnlicher Hund liefert Essen und Pakete in Zürich. Marko Bjelonic sagt, wie er mit Rivr.ai die Logistik revolutioniert. Er ist Mitgründer und CEO des Schweizer Robotik-Unternehmens, in das auch Jeff Bezos massiv investiert.
Autonome Roboter sind in Zürich keine Zukunftsmusik mehr. Was nach Science-Fiction klingt, wird im Alltag sichtbar: In Oerlikon und Regensdorf liefern robotische Helfer Essen und Pakete bis vor die Haustür.
In dieser Podcastfolge spricht Marko Bjelonic, Mitgründer von Rivr.ai und ETH-Absolvent, über Chancen, Hürden und Visionen dieser Technologie.
Bjelonic erläutert, wie sein Team mit Partnern wie SwissPost und Just Eat bereits konkrete Projekte umgesetzt hat. Pilotversuche stossen zwar auch auf regulatorische Fragen, doch in enger Abstimmung mit Behörden liessen sich Hürden oft schneller überwinden als in anderen Ländern.
Die Schweiz werde deshalb zu einem idealen Testfeld für Robotik im Alltag. Einen besonderen Meilenstein markierte die Investition von Jeff Bezos. Mit dem Vertrauen des Amazon-Gründers gewann Rivr.ai nicht nur Kapital, sondern auch internationale Aufmerksamkeit. «Wir sind Teil der ersten Welle von Robotern auf den Strassen», sagt Bjelonic. «Es geht nicht nur um Technik, sondern um den Nutzen für die Gesellschaft.»
Die Schweiz steht bei Artificial Intelligence zwischen Aufbruch und Zurückhaltung. Sarah Levy, Swisscom, erklärt Chancen, Hürden und warum digitale Souveränität jetzt entscheidend ist.
Sarah Levy ist bei Swisscom für die Swiss AI Platform zuständig. Die Anwältin mit MBA und Expertin für digitale Transformation gibt im Gespräch mit Christoph Soltmannowski Einblicke, wie Swisscom AI nutzt und welche Herausforderungen die Schweiz bei der AI-Adoption hat.
AI bei Swisscom: Vom Kundenservice zur Netzoptimierung
Swisscom setzt AI bereits vielfältig ein: Der virtuelle Assistent «Sam» bearbeitet jährlich über 13 Millionen Kundenanrufe und 850'000 Chats, oft selbstständig. Mitarbeitende profitieren von AI beim Programmieren oder bei Wissensabfragen. Im Hintergrund optimiert AI Netzwerke, Antennen und Rechenzentren. Mit Investitionen von über 100 Millionen Franken will Swisscom AI in den nächsten Jahren weiter ausbauen – in der Schweiz und Italien. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Swiss AI Platform, die in Schweizer Rechenzentren läuft, höchste Datenschutzstandards erfüllt und Unternehmen modulare Werkzeuge für AI-Anwendungen bietet.
Schweizer AI-Landschaft: Potenzial mit Hürden
«Kurzfristig überschätzen wir den Nutzen, langfristig unterschätzen wir ihn», betont Levy. Viele Schweizer Unternehmen stecken in der Pilotphase. Fehlendes Know-how, Datenschutzbedenken und Kosten bremsen die flächendeckende Einführung. Im Vergleich zu internationalen Firmen, die oft experimenteller vorgehen, legt die Schweiz Wert auf Qualität und Sicherheit. Das führt zu nachhaltigen, aber langsameren Fortschritten. Digitale Souveränität ist hier ein Schlüssel, um Abhängigkeiten von ausländischen Modellen, Daten und Infrastrukturen zu reduzieren und macht insbesondere dort Sinn, wo sensitive Daten im Spiel sind.
Verantwortungsvolle AI und Souveränität
Verantwortungsvolle AI bedeutet für Sarah Levy Transparenz, Fairness und Sicherheit. Modelle müssen nachvollziehbar entscheiden und dürfen niemanden diskriminieren. Die starke Abhängigkeit von KI-Technologien – sowohl bei der Infrastruktur als auch bei Modellen, die überwiegend aus dem Ausland stammen – kann Risiken bergen, denen wir uns bewusst sein sollten. Geopolitische Entwicklungen könnten den Zugang zu zentralen Ressourcen beeinflussen oder als Verhandlungsmasse genutzt werden.
Schweizer Sprachmodell Apertus: Ein Schritt zur Souveränität
Das im September 2025 lancierte Sprachmodell Apertus, das von ETH und EPFL entwickelt wurde, ist ein Meilenstein. Dieses Open-Source-Sprachmodell berücksichtigt unter anderem auch Romanisch. Swisscom hostet es in sicheren, ISO-zertifizierten Rechenzentren und ermöglicht eine einfache Integration für KMU und Grossunternehmen. «Es ist kostengünstig und niederschwellig», sagt Sarah Levy. Das Modell stärkt die Souveränität und könnte auch im deutschsprachigen Raum Vorteile bieten. Rolle der Swisscom:
Innovationstreiber im Ökosystem
Swisscom sieht sich als Gestalterin desSchweizer AI-Ökosystems. «Unser Ziel ist, AI in den Alltag zu bringen», betont Levy. Dazu gehören die Unterstützung bei der Identifikation von sinnvollen KI-Lösungen, die Beschleunigung von Pilotprojekten, sowie die erfolgreicheAdaption und Skalierung. Intern fördert Swisscom Vertrauen durch Schulungen und Transformationsmanagement, extern durch zugängliche Lösungen.
Ausblick: Eine souveräne KI-Zukunft
In fünf Jahren soll die Schweiz eine führende Rolle in der souveränen AI einnehmen. «Wir sollten nicht nur Konsumenten sein, sondern aktiv gestalten», sagt Levy. Die Swiss AI Platform und das Sprachmodell Apertus könnten ein Vorbild werden. Levys Vision ist es, dass KI als täglicher beruflicher und persönlicher Wegbegleiter – als Assistent, künftig als Agent - den Alltag vereinfacht und Menschen befähigt, kreative Innovationen zu treiben, indem sie Zeit für echte menschliche Interaktionen schafft und die Schweiz in der souveränen Nutzung von KI an die Spitze bringt.
In dieser Episode ist Raffaela Witting, Fachpsychologin für Psychotherapie FSP und eidg. anerkannte Psychotherapeutin, zu Gast. Gemeinsam sprechen wir darüber, wie Künstliche Intelligenz die Psychotherapie unterstützt – ohne den Menschen zu ersetzen.
Raffaela erklärt, warum sie KI nicht als Konkurrenz, sondern als Chance sieht: etwa um lange Wartezeiten zu überbrücken oder präventiv zu begleiten. Gleichzeitig thematisieren wir die Grenzen von KI, Datenschutzfragen und die Notwendigkeit klarer Regeln. Zudem gibt Raffaela Witting Einblicke in ihre Arbeit mit KI-gestützten Tools wie PlaynVoice, die den Therapiealltag erleichtern und mehr Raum für das Wesentliche schaffen – das Gespräch zwischen Therapeutin und Patient.
In dieser Episode ist Raffaela Witting, Fachpsychologin für Psychotherapie FSP und eidg. anerkannte Psychotherapeutin, zu Gast.
Mit Christoph Soltmannowski spricht sie darüber, wie Künstliche Intelligenz die Psychotherapie unterstützt – ohne den Menschen zu ersetzen.
Raffaela Witting erklärt, warum sie KI nicht als Konkurrenz, sondern als Chance sieht: etwa um lange Wartezeiten zu überbrücken oder präventiv zu begleiten. Gleichzeitig thematisieren wir die Grenzen von KI, Datenschutzfragen und die Notwendigkeit klarer Regeln.
Zudem gibt Raffaela Witting Einblicke in ihre Arbeit mit KI-gestützten Tools wie PlaynVoice, die den Therapiealltag erleichtern und mehr Raum für das Wesentliche schaffen – das Gespräch zwischen Therapeutin und Patient.
Playnvoice – KI-gestützte Dokumentation in der Psychotherapie
Playnvoice erstellt während einer Therapiesitzung automatisch eine Transkription und fasst die Inhalte strukturiert zusammen. Für Therapeut:innen bedeutet das weniger Schreibarbeit und mehr Präsenz im Gespräch.
Raffaela Witting war an der Entwicklung beteiligt und brachte ihre psychotherapeutische Expertise ein, damit das Tool die besonderen Anforderungen der Praxis erfüllt. Sie begleitet zudem die Weiterentwicklung, indem sie Feedback aus der Fachwelt einbringt.
Für sie ist Playnvoice nicht nur eine praktische Arbeitserleichterung, sondern vor allem eine mentale Entlastung – denn die Aufmerksamkeit bleibt vollständig bei den Patient:innen.https://www.raffaela-witting.ch/https://www.playnvoice.ai/
Beitrag in «20 Minuten»:https://www.20min.ch/story/interview-psychotherapeutin-ki-ist-keine-konkurrenz-sondern-eine-chance-103368363
https://www.playnvoice.ai/
Künstliche Intelligenz ist längst im Alltag vieler Unternehmen angekommen – doch oft fehlt der Plan dahinter.
Santiago Walliser, Gründer der Schweizer Beratungsfirma Lean FS, spricht mit Christoph Soltmannowski darüber, wie Unternehmen vom blossen Ausprobieren einzelner Tools zu einer wirklich durchdachten KI-Strategie kommen.
Vom Tool zum System – mit dem AI-Readiness-Check
Im Zentrum des Gesprächs steht der von Lean FS entwickelte «KI-Readiness-Check», ein praxisnahes Reifegradmodell, das Unternehmen dabei unterstützt, ihren aktuellen Stand in Sachen Digitalisierung und KI realistisch einzuschätzen. Denn was Walliser in der Praxis immer wieder beobachtet: Viele Firmen setzen Tools wie ChatGPT bereits ein – allerdings meist unstrukturiert, ohne klare Ziele, ohne geschultes Personal und ohne die nötige Datenstrategie im Hintergrund.
Strategie beginnt ganz oben
Für Walliser ist klar: Die Einführung von AI beginnt beim Management. Erst wenn Führungskräfte selbst verstehen, wie KI funktioniert und welchen konkreten Nutzen sie bringt, kann das Thema im Unternehmen strategisch verankert werden. Genau dafür setzt Lean FS auf gezielte Management-Workshops und praxisorientierte Schulungsformate, die schnell in die Anwendung führen – und dabei helfen, Berührungsängste abzubauen.
Sichere Wege in die KI-Zukunft
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Thema Datensicherheit und Vertrauen. Viele Unternehmen zögern mit dem AI-Einsatz, weil sie Bedenken beim Umgang mit sensiblen Informationen haben. Lokale AI-Modelle – also Lösungen, die ohne Cloud-Anbindung direkt vor Ort laufen – bieten hier neue, sichere Perspektiven. Sie machen es möglich, mit KI zu arbeiten, ohne Kompromisse bei der Datensicherheit einzugehen.
Erste Ergebnisse aus einer begleitenden Studie mit über 250 Unternehmen zeigen, dass der «AI-Readiness-Check» nicht nur Orientierung bietet, sondern auch den Blick für Potenziale schärft. Viele Teilnehmende waren überrascht, wie viel Luft nach oben bei der eigenen Digitalisierung noch besteht – und wie konkret die nächsten Schritte sein können.
Santiago Walliser ist überzeugt: AI ist kein Selbstzweck und kein Hype. Sie ist ein Werkzeug – und wie bei jedem Werkzeug kommt es darauf an, wie man es einsetzt. Wer sich heute aktiv mit AI auseinandersetzt, strategisch plant und dabei den Menschen in den Mittelpunkt stellt, verschafft sich einen echten Wettbewerbsvorteil.
In der neuen Folge des Videopodcasts «AI und Gesellschaft – Wege in die neue Welt» diskutiert Moderator Christoph Soltmannowski mit dem AI-Experten und Konzepter Chris Sidow über die Auswirkungen von KI auf Bilder in den Medien und in der Gesellschaft. Die Unterscheidung zwischen echten Fotos und künstlich erzeugten Abbildungen ist mittlerweile nahezu unmöglich. KI kann hochrealistische Bilder und Videos erzeugen, wodurch die Glaubwürdigkeit und das Vertrauen in visuelle Inhalte massiv herausgefordert werden. Besonders im Journalismus und bei Nachrichten aus Krisengebieten wird die Verifikation von Bildmaterial zunehmend schwierig, da KI-Fälschungen schwerer zu entlarven sind.Im Gespräch betont Chris Sidow, wie wichtig Medienkompetenz, kritisches Denken und Faktenchecks sind – nicht nur für Profis, sondern bereits in der Schule. Zudem werden rechtliche Unsicherheiten rund um Kennzeichnungspflichten und Urheberrecht thematisiert. Technische Lösungen zur Erkennung von KI-Inhalten hinken der Entwicklung hinterher.Fazit: KI wird bald als Alibi für jede erdenkliche Manipulation dienen. Wer heute noch blind vertraut, verliert die Kontrolle über die Wahrheit. Der verantwortungsvolle Umgang mit KI und Bildern bleibt somit eine fortwährende Herausforderung für Medien, Nutzer und Politik.Chris Sidow ist Texter und Konzepter in Zürich. Er arbeitet bei der Agentur Therefore und ist Experte für Text, Markenstrategie und Künstliche Intelligenz. Nebenbei unterrichtet er an der Schweizerischen Text Akademie und der Prompt Engineering Academy. Er ist ADC Member und gilt als Experte für die Verbindung von kreativem Texten und neuen Technologien.Der Videopodcast «AI und Gesellschaft – Wege in die neue Welt» wird produziert von der Schweizerischen Text Akademie, die in ihrer Prompt Engineering auch Lehrgänge zum Thema Artificial Intelligence anbietet. Monatlich erscheinen zwei Folgen, auf Spotify, Youtube und weiteren Podcast-Plattformen.
Zweieinhalb Jahre nach dem ChatGPT-Launch ist klar: KI-Tools haben die Textbranche revolutioniert. Im aktuellen Podcast der Text Akademie erklärt Chris Sidow, erfahrener Texter und Dozent, den Wandel im Berufsalltag.
KI – Fluch oder Segen? «Eher Segen», antwortet Chris Sidow auf die zentrale Frage. Die Aufgaben von Texterinnen und Textern haben sich nicht geändert, aber ihre Arbeitsweise hat sich starkverändert. «KI-Tools sind heute unverzichtbar. Ohne sie zu arbeiten, ist wie mit der Schreibmaschine gegen den Computer anzutreten». Insbesondere in der Texter-Ausbildung zeigt sich diese Entwicklung: Wenn heute Headlines oder Claims entwickelt werden, nutzen Schülerinnen und Schüler KI-Tools völlig selbstverständlich. Diese Technologie gehört einfach dazu – ablehnende Haltungen gegen KI-Tools sind nicht mehr aktuell.
Die Gefahr des Durchschnitts
Das grösste Risiko sieht der Experte in der Mittelmässigkeit: «Was aus der Maschine kommt, ist meistDurchschnitt». Large Language Models produzieren durch Wahrscheinlichkeitsrechnungen oft austauschbare Texte. Unternehmen, die auf professionelle Texterinnen und Texter verzichten, riskieren die Differenzierungihrer Marke. Wenn Firmen mit durchschnittlichen Texten zufrieden sind, nur weil sie fehlerfrei und einigermassen klar sind, könnte die gesamte Kommunikationslandschaft leiden. Die Werbung soll eigentlich Marken von ihren Mitbewerbern unterscheiden. Doch diese Differenzierung gerät in Gefahr.
Kritisches Denken ist die neue Schlüsselkompetenz
Sidow beschreibt den Wandel der Berufsrolle grundlegend: Das kritische Denken wird zur Schlüsselkompetenz, denn Large Language Models wollen gefallen und formulieren auch den grössten Unsinn sehr überzeugend. Hier ist die menschliche Erfahrung gefragt, um beurteilen zu können, was gut ist und was nur Durchschnitt. Prompt Engineering entwickelt sich parallel zur neuen Kernfähigkeit – wie man mit der Maschine kommuniziert,entscheidet über die Qualität der Ergebnisse.
Frankenstein-Texte: Die kreative Symbiose
Eine seiner Arbeitsmethoden nennt Sidow «Frankenstein-Texte». Er sagt: «Ich lasse mir mehrere Vorschläge von der Maschine machen und nehme dann einzelne Formulierungen heraus. Sozusagen ein Best-of.» So entstehen aus verschiedenen KI-Outputs individuelle Texte. Es ist eine kreative Mischung aus maschineller Unterstützung und menschlicher Gestaltung. Der KI-Output dient als Rohmaterial für die weitere kreative Arbeit.
Nachwuchsförderung bleibt essenziell
Sidow warnt vor kurzsichtiger Sparsamkeit inmitten der KI-Euphorie. «Es ist entscheidend, Junior-Texterinnenund Texter auszubilden», betont er. «Nur so haben wir auch in Zukunft Profis, die den KI-Output professionell beurteilen und damit weiterarbeiten können.» Andernfalls könnte unsere Branche an Expertise verlieren. In stürmischen Zeiten neigen Agenturen dazu, auf die Nachwuchsförderung zu verzichten und blind aufKI zu setzen. Doch so ein Vorgehen ist bestenfalls eine kurzfristige Lösung. Langfristig mangelt es ohne geschulte Talente an der Fähigkeit zur Qualitätsbewertung. Der Blick nach vorn bleibt entscheidend.
Die Textbranche erlebt einen Paradigmenwechsel
Durch KI steigt die Effizienz, aber die menschliche Kreativität bleibt der Schlüssel zum Erfolg. Texterinnen und Texter, die KI als Werkzeug nutzen und nicht als Bedrohung sehen, werden erfolgreich sein. Die Fähigkeit, KI-Output kritisch zu bewerten, und kreative Feinheiten hinzuzufügen, um einzigartige Markensprachen zu entwickeln, sichert die Zukunft des Berufsstands.Chris Sidow ist Texter und Konzepter in Zürich. Er arbeitet bei der Agentur Therefore und ist Experte für Text, Markenstrategie und Künstliche Intelligenz. Nebenbei unterrichtet er an der Schweizerischen Text Akademie und der Prompt Engineering Academy. Er ist ADC Member sowie Mitglied bei KImpact, dem Verband für Künstliche Intelligenz in der Schweiz, und gilt als Experte für die Verbindung von kreativem Texten und neuen Technologien.
Ob personalisierte Ansprache, Empfehlungen oder Analysen – Künstliche Intelligenz kann das Kundenmanagement revolutionieren. Doch: Ohne gute Daten, kein echter Fortschritt. Darauf weist Datenexperte Martin Grossrieder im Podcast der Text Akademie hin.
Unvollständige oder verstreute Daten führen zu Fehlkommunikation und schaden der Kundenbindung. Wer seine Daten im Griff hat, kommuniziert zielgerichtet – automatisiert oder manuell. Grossrieder warnt: «Was reingeht, kommt auch wieder raus – schlechte Daten führen zu schlechten Entscheidungen.»
Sein Tipp: Ein klares «Datenrezept» – mit Regeln zu Speicherung, Löschung und Zuständigkeiten. Automatisierte Prozesse und saubere Richtlinien helfen, gesetzliche Vorgaben einzuhalten und Risiken zu minimieren.
Neben Technik braucht es vor allem ein Umdenken, sagt Martin Grossrieder, Geschäftsführer und Mitinhaber von meinnetz.ch im Gespräch mit Christoph Soltmannowski.
Datenkompetenz sollte in allen Abteilungen verankert sein. Grossrieder empfiehlt interdisziplinäre Teams, die gemeinsam an Strategie, Prozessen und Schulung arbeiten.
Grossrieder: «Es geht nicht nur um Regeln, sondern um das Verständnis der Konsequenzen.»Grossrieder glaubt an persönliche KI-Assistenten, die Routineaufgaben übernehmen.
Voraussetzung: strukturierte, aktuelle und verlässliche Daten. Unternehmen sollten KI dort einsetzen, wo sie echten Mehrwert schafft – zum Beispiel in der Kundenbetreuung oder Analyse.
http://www.meinnetz.ch
Eine Produktion der Schweizerischen Text Akademie http://www.textakademie.ch
Was bedeutet Ethik im Zeitalter von künstlicher Intelligenz? Welche Verantwortung tragen Unternehmen, Politik und jede und jeder Einzelne von uns? Und wie schaffen wir es, Chancen zu nutzen, ohne Menschlichkeit zu verlieren?
In dieser Folge des Podcasts «AI und Gesellschaft – Wege in die neue Welt» der Schweizerischen Text Akademie spricht Gastgeber Christoph Soltmannowski mit Cornelia Diethelm, Unternehmerin und eine der führenden Stimmen für digitale Ethik im deutschsprachigen Raum.
Gemeinsam beleuchten sie zentrale Fragen rund um KI und Ethik – von Datenschutz, Deepfakes und Diskriminierung bis hin zu Bildung, Regulierung und gesellschaftlichem Wandel.
Cornelia Diethelm plädiert für eine aufgeklärte, reflektierte Nutzung von Technologie: Nicht alles, was machbar ist, ist auch verantwortungsvoll. Sie macht deutlich: Es braucht keine neue Ethik – sondern die bewusste Anwendung bestehender Werte auf neue Technologien.
Themen dieser Episode
– Warum KI keine neue Ethik braucht – sondern kritisches Denken–
Wie Deepfakes digitale Gewalt verschärfen – besonders für Frauen
– Welche Rolle Bildung und Aufklärung spielen müssen
– Warum Empathie, Fürsorge und Menschlichkeit unersetzlich sind
– Wie Regulierung sinnvoll funktioniert – und wo ihre Grenzen liegen.
Eine Produktion der Schweizerischen Text Akademie
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