Aktuelle Betiräge | cba – cultural broadcasting archive

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Aktuelle Betiräge | cba – cultural broadcasting archive episodes

  • Der Weg ist das Ziel

    Danes bo pred mikrofon stopila Hannah Grabner, članica avtorske pisateljske skupine IGfem. Redno sodeluje na poetry slam večerih, v svojem aktualnem besedilu pa nam približa misli mlade ženske, ki je na poti na poetry slam dogodek.

    »Nismo nemočno prepuščeni družbi. Ne, mi smo del nje. Ne obračajmo več pogleda stran!« poudarja današnja gostja Hannah Grabner.

     

    Heute kommt Hannah Grabner, ein Mitglied der Autorinnenschreibgruppe der IGfem ans Mikro. Sie nimmt immer wieder an Poetry Slams Teil und lässt uns in ihrem aktuellen Text die Gedanken einer jungen Frau hören, die auf dem Weg zu einer Poetry Slam Veranstaltung ist.

    „Wir sind unserer Gesellschaft nicht ausgeliefert. Nein, wir sind ein Teil von ihr. Nicht mehr wegschauen!“ wie es unsere heutige Gästin Hannah Grabner postuliert.

    37 min
  • Radio Jazzclub – Aufmessers Schneide
    Radio Jazzclub mit Ausschnitten des Konzerts des Septetts „Aufmessers Schneide“. Danach eine Vorschau auf das „Trinity Laban Conservatoire of Music and Dance“ aus London das am 11. Juni 2026 in der Landesmusikschule Bad Goisern auftreten wird.
    Redaktion: Emilian Tantana
    Technik: Harry Kefer

    Playlist Sendung 063
    Titel
    Composer
    Performer
    Hellumingu
    Gregor Aufmesser
    Aufmessers Schneide
    Birds in Color, Live!
    Gregor Aufmesser
    Aufmessers Schneide
    C.M. Ex Machina
    Gregor Aufmesser
    Aufmessers Schneide
    Interview
    Gregor Aufmesser
    The Zeroth Law
    Gregor Aufmesser
    Aufmessers Schneide
    Psalm 19 Part II
    Ein Raum-und Zeithymnus, nach Psalm 19
    (A hymn of space and time, after Psalm 19)
    Hans Koller
    Hans Koller – Universum
    Aufmessers Schneide
    Dominik Fuss: Trompete / Flügelhorn
    Leonhard Skorupa: Tenorsaxophon, Klarinetten
    Lukas Schiemer: Altsaxophon, Sopransaxophon
    Alois Eberl: Posaune, Akkordeon
    Lukas Kletzander: Klavier
    Gregor Aufmesser: Kontrabass, Komposition
    Lukas Aichinger: Schlagzeug
    Aufgenommen am 09.04.2026 PKS-Villa Rothstein – Bad Ischl
    Hans Koller – Universum
    Hans Koller: composer/piano
    Dietrich Koller: poetry
    Linda Hirst: vocal director
    Otto Kampa: conductor
    John O’Gallagher: solo alto saxophone
    Tom Challenger: solo tenor saxophone
    Byron Wallen: solo trumpet
    Lauren Breen: alto saxophone
    George Mooney, Jacob Wilson: tenor saxophones
    Toby Young, Josh Short, Tom Stringer: trumpets
    Dillon Pinder, Christ-Stéphane Boizi: trombones
    Olivia Hughes: bass trombone
    Tom Sheen: double bass
    Sacha Harlan, Noah Ojumu: drums
    Izzy Adams, Maria Cattani, Eve Chandler, Noga Levy-Rapoport, Safia McKinney-Askeur,
    Ilona Nastase, Mia Odeleye, Grace Oliver, Julia Swapp, Caterina Traverso, Grace Wallace,
    Emily Williams: soprano voices
    Laß dir diesen Psalm gefallen (May this psalm rejoice you) Recorded – 2026

    56 min
  • Perspektivenwechsel – Familien

    In dieser Sendung geht es um Familien und wie verschieden diese in der heutigen Zeit sein können. Über dieses Thema spricht Birgit Lesjak-Ladstätter mit Ihren Studiogästen Bernhard Arracher, Andreas Hollinger, Robert Sommerer und Hata Hadzipić.

    1 hr 4 min
  • Missbrauch hat viele Gesichte – im Schweigen bleibt er verborgen

    In dieser Folge von GESPRÄCHSFUNKEN – Facetten vieler Leben spricht Kathi Schmidt – 56 Jahre, Mutter von zwei Kindern – offen über einen Lebensweg, der sie durch sexuellen Missbrauch in der Kindheit, toxische Beziehungen und jahrelange emotionale Abhängigkeit geführt hat – und am Ende zu sich selbst.

    Sie erzählt, wie Missbrauch Muster hinterlässt, die sich durch ein ganzes Leben ziehen. Wie man sich in Beziehungen verlieren kann, ohne es zu merken. Und wie schwer es ist, Grenzen zu setzen, wenn man nie gelernt hat, dass die eigenen Bedürfnisse zählen.

    Aber auch: Wie Therapie, ehrliche Freundschaften und positive Beziehungserfahrungen langsam heilen können. Und was es bedeutet, wenn man das erste Mal wirklich bei sich ankommt.

    Was dieses Gespräch so besonders macht: Kathi urteilt nicht – weder über sich noch über andere. Sie schaut hin. Mit Mut, mit Tiefe und einer Botschaft, die bleibt: „Missbrauch kann nur im Schweigen passieren. Nicht, wenn wir darüber reden.“

    Prädikat: mutig, tiefgehend, heilsam.

    1 hr
  • Mein Sonntagskonzert Vol. 9 (Albinoni)

    24.05.26 Playlist (Albinoni Teil 1.)

    Komponist: Tomaso Albinoni (1671-1751)

    Titel: Il nascimento dell’Aurora / Festa pastorale Teil 1.
    Die Ausführenden:
    Gernot Heinrich
    Krisztina Jonas
    Terry Wey
    Adrineh Simonian
    Radu Marian
    Clemencic Consort
    Rene Clemencic
    Label: Oehms Classics
    Länge: ca. 57:00 Min

    Der Schauplatz dieser Huldigungsmusik ist das Tempetal in Thessalien. Der Inhalt besteht aus einer Abfolge von Rezitativen und Arien, in denen die Nymphe Dafne, der Windgott Zeffiro, die Blütengöttin Flora, der Gott Apollo und der Flussgott Peneo eine Geburtstagsfeier zu Ehren von Aurora, der Göttin der Morgenröte, vorbereiten. Zu Beginn freuen sich alle über den schönen Festtag. Dabei wirbt Apollo um die Liebe Dafnes, die aber nur die Tugend ohne triebhafte Leidenschaft sucht – die von Aurora propagierte reine Liebe. Die anderen stimmen ihr zu, und alle preisen Aurora.

    Nach dieser Einleitung verspricht jeder Teilnehmer Aurora ein Geschenk, das seinen Begabungen entspricht. Dafne will Aurora ihr reines Herz weihen und enttäuscht damit Apollo, der sich selbst Hoffnungen darauf gemacht hatte. Flora erklärt, Aurora mit zwei Kränzen aus weißen und roten Rosen zu schmücken. Apollo will seine geliebte Zither auf Auroras Altar legen und in Zukunft eine andere Zither verwenden. Zeffiro will zur Feier sanfte Winde, die Zephyre, aussenden. Peneo verspricht, sich vorsichtig auf seinem Flussbett auszubreiten, ohne Schäden zu bewirken.

    Anschließend wählt sich jeder spielerisch eine Blume, deren Eigenschaften Dafne miteinander vergleicht. Die Verlierer müssen Aurora jeweils mit einem Lied ehren. Den Abschluss macht Peneo. Er bringt bei dieser Gelegenheit einen weiteren Namen ins Spiel, Elisa (Kaiserin Elisabeth), denn das größte Lob für die Morgendämmerung sei es, dass sie die Sonne ankündige. Elisa sei am selben Tag zur Morgenröte geboren. Es folgen weitere Arien zur Huldigung Elisas, die Aurora in jeder Hinsicht ebenbürtig sei. Um ihr eine dauerhafte Erinnerung an diesen Tag zu geben, verwandelt sich Dafne in einen Geburtstagskranz. Apollo ist entsetzt, doch da die anderen Dafne für dieses Opfer loben, verwandelt er den Kranz zum Schutz vor Blitzen und als Zeugnis für ewiges Leben in Lorbeer. Alle preisen Aurora und Elisa.

     

    1 hr 1 min
  • Saisoneröffnung im Archäologiedorf Unterrabnitz

    Der Verein EXORATA – der das Archäologiedorf Unterrabnitz betreibt – lud neulich zur Saisoneröffnung ein. Die Kinder von heute und auch Erwachsene konnten bei vielen Aktivitäten in eine Epoche zwischen den 7. und 9. Jahrhundert nah erleben und sich bei Workshops, mitmach Stationen oder tanzen und singen ausprobieren und in eine andere Zeit eintauchen. Das Archäologiedorf Unterrabnitz zeigt auf seinem Gelände verschiedene Bauten – Pfahlbau, ein Blockhaus und Grubenhäuser im originalgetreuen Nachbauten basierend auf historischen Funden aus Österreich. Udruga Exorata pozvala je nedavno na otvorenja sezone arheološkog sela Unterrabnitz/Donji Ramac. Posjetitelji su mogli u potpunosti uroniti u srednji vijek te doživjeti i isprobati aktivnosti iz tog doba;okušati se u streličarstvu ili prošetati vjerno rekonstruiranim srednjovjekovnim kućama i dobiti uvid u živote ljudi iz tog vremena.

    18 min
  • Ein Klick, ein Bahnticket für Europa

    Potovanje z vlakom po Evropi je pogosto bolj zapleteno, kot bi pričakovali od enotnega evropskega trga. Evropska komisija zato pripravlja nov sistem »Single Ticketing«, s katerim želi poenostaviti rezervacije čezmejnih vlakovnih povezav, izboljšati preglednost in poenotiti pravice potnikov.

     Die EU-Kommission will mit „Single Ticketing“ das europaweite Bahnfahren einfacher machen! Planung und Buchung von Fern- und grenzüberschreitenden Reisen mit der Bahn sollen vereinfacht werden. Denn trotz EU-Binnenmarkt klagen viele Reisende immer noch über Hindernisse und können nicht mit einem einzigen Ticket ohne komplizierte Buchungen durch ganz Europa reisen. Das Singel-Ticket bedeute: Eine Plattform, alle Anbieter, volle Transparenz und bessere Fahrgastrechte. Information und Stellungnahmen zu „ein Klick, ein Bahnticket, für ganz Europa“ bieten Doris Artner-Severin (Arbeiterkammer Wien) sowie die beiden EU-Abgeordneten Lena Schilling (Grüne) und Dr. Andreas Schieder (SP-Fraktion).

    In einer Eurobarometer-Umfrage gab Anfang April 2026 ein Viertel der Befragten an, Schwierigkeiten bei der Buchung von Tickets mit mehreren Anbietern zu haben, und 43 Prozent buchen diese Reisen demnach überhaupt nicht. Doris Artner-Severin verweist in diesem Zusammenhang auf eigene Erfahrung:

    Ich muss sagen, dass ich selbst als Expertin Schwierigkeiten habe, selbst Tickets zu buchen. Ich wollte für meine Tochter eine Zugreise von Wien nach Lissabon buchen und wir haben vier Abende gebraucht, um zu erfahren, dass es gar nicht wirklich möglich ist, weil dann die letzte Strecke sozusagen die Bahnen ausverkauft waren, man es aber nirgends gesehen hat, dass da gar kein Bahnticket mehr zur Verfügung ist. Und mein Eindruck ist überhaupt, dass es total schwierig ist, selbst in einem Land schon Tickets zu kaufen, weil jedes Verkehrsunternehmen fast sein eigenes Ticketing-System hat und andere Tarife. Und wer eigentlich nicht Bahn fährt, der ist eigentlich überfordert, wenn er zum Beispiel nicht nur eine Strecke im Inland haben will, sondern auch Strecken, die grenzüberschreitend sind, weil das System sehr undurchschaubar ist. Zum Glück gibt es jetzt Buchungsplattformen, die es einem leichter machen, aber das muss man auch wissen, und wer dann nie Bahn fährt, hat dieses Wissen auch meistens nicht.

    Auf ähnliche Problemstellung oder Hürden bei Fernreisen verweist EU-Abgeordneter Andreas Schieder, der zusätzlich die Thematik mit einem Vergleich zwischen Bahn- und Flugtickets anspricht:

    Wer schon einmal eine Bahnreise durch Europa gebucht hat, der weiß, wie mühsam es ist, sich die passenden Verbindungen zusammenzustellen. Reisende müssen sich durch verschiedene Plattformen kämpfen, mehrere Einzeltickets kaufen und stehen bei Verspätungen und Ausfällen oft vor unklaren Zuständigkeiten. Während auf der anderen Seite Flugverbindungen längst mit wenigen Klicks vergleichbar und buchbar sind, bleibt Bahnfahren in Europa noch immer viel zu oft ein Ticketdschungel. Und das kann nicht sein. Es kann nicht sein, dass es einfacher ist, einen Flug ans andere Ende der Welt zu buchen als eine Zugreise von Wien nach Lissabon. Und genau deshalb ist es Zeit, Europa auf die Schiene zu bringen.

    EU-Abgeordnete Lena Schilling verdeutlicht ebenfalls in ihrer einleitenden Analyse die Buchungsproblematik und betont, dass die Gesetzgebung auf die geänderten Rahmenbedingungen reagieren müsse:

    Derzeit braucht man für ein Zugticket durch Europa fünf Tabs, drei Apps und ein Stoßgebet. Man muss Preise auf drei verschiedenen Websites vergleichen, die alle unterschiedliche Bedingungen haben. Und manche Verbindungen, die findet man nur auf einer einzigen Plattform, wenn überhaupt. Am Ende hat man vielleicht sogar drei verschiedene Tickets für eine Reise und keine Garantie, wenn man einen Anschluss verpasst. Aber die Kommission hat vorgeschlagen, das zu ändern. Wenn der Vorschlag der Kommission wirklich was verändern soll, dann braucht es klare Verpflichtungen. Betreiber müssen verpflichtet werden, ihre Daten mit Wettbewerbern zu teilen, damit Reisende Informationen nicht nur mühsam zusammensuchen müssen. Heute leben, arbeiten und reisen Menschen über Grenzen hinweg, und aus rein nationalen Bahnunternehmen sind internationale Konzerne geworden. Es ist Zeit, dass unsere Gesetzgebung das abbildet. Plattformübergreifende Ticketverkäufe müssen durch fairen Zugang und faire Verhandlungen möglich werden.

    Soweit die Problemanalysen: Wie bereits angesprochen will die EU-Kommission alle Online-Ticketplattformen verpflichten, Angebote neutral und transparent darzustellen. Sie erhofft sich davon günstigere Bahntickets und eine Ankurbelung des Bahnverkehrs insgesamt. Positiv bewertet die Arbeiterkammer-Expertin, dass eine Verpflichtung zum Datenaustausch für die Unternehmen vorgeschlagen wird:

    Also ich kann mir das sehr leicht vorstellen, denn wir merken in Österreich, dass wenn es ein gutes Bahnangebot gibt, dass das ja auch in Anspruch genommen wird. Und ich gehe davon aus, wenn das jetzt auf EU-Ebene verbessert und endlich quasi auch die Bahnunternehmen verpflichtet werden, sozusagen ihre Daten auszutauschen und die Tickets grenzüberschreitend verkaufbar zu machen, dann wird es natürlich für den Konsumenten viel leichter, ein Ticket zu kaufen. Jetzt ist es ja so, es ist ja fast unglaubhaft, dass man ganz leicht einen Flug buchen kann, der dann noch dazu billiger ist als das Zugticket und beim Zugticket einen viel höheren Zeitaufwand hat und dann noch das Risiko hat, dass man sozusagen, wenn dann ein Teil der Reise verspätet ist, dass man keine Entschädigung bekommt. Daher ist dieser Vorschlag der Kommission total wichtig! Und ich bin auch sehr, sehr froh, dass endlich sozusagen auch eine Verpflichtung dabei ist, nämlich nicht nur die Verpflichtung der Online-Plattformen, sondern auch die Verpflichtung der Bahnbetreiber, ihre Tickets zur Verfügung zu stellen. Weil erst dann wird es möglich sein, dass man problemloser Tickets kaufen kann. Bis jetzt war auf EU-Ebene immer nur zu hören – die Unternehmen, sozusagen der Markt wird es regeln. Das hat überhaupt nicht funktioniert, meiner Ansicht nach. Daher ist es total wichtig, dass jetzt endlich die Verpflichtung kommt, dass die Unternehmen Daten tauschen müssen und dass die Tickets für die Fahrgäste leicht zugänglich und ersichtlich sind.

    Für Artner-Severin sei weiters wesentlich, dass Single-Ticket-Reisenden verpflichtende Ansprüche bei ihren Fahrgastrechten bekommen. Etwa Anspruch auf Entschädigung, leichtere Umbuchungen auf andere Züge, oder auf Übernachtung und Verpflegung, wenn es keinen weiteren Anschluss oder Verzögerungen gibt. Und, es geht offensichtlich nur mit entsprechenden Verpflichtungen:

    Man muss dann natürlich auch schauen, weil es muss ja erst sozusagen dann von den Mitgliedsländern und vom Parlament genehmigt werden, und man muss schauen, was dann das Ergebnis ist. Aber der Vorschlag ist zumindest insofern jetzt einmal gut, weil er diese Verpflichtung vorsieht. Meines Erachtens geht es halt nur mit der Verpflichtung, denn jetzt ist es so, man wird nur geschützt, wenn man bei einem Bahnunternehmen ein Single-Ticket kauft. Und man kann aber de facto ganz oft überhaupt kein Single-Ticket kaufen, weil eben sozusagen die Bahnunternehmen, zum Beispiel die ÖBB nur für Österreich und höchstens Deutschland verkauft. Und dadurch, dass dann ein von den Plattformen gekauftes Ticket als Single-Ticket gilt, werden dann mit diesen Single-Tickets auch alle Fahrgastrechte übertragen, die man braucht, um sozusagen relativ konfliktfrei und sicher reisen zu können, im Sinne, dass wenn dann der Zug verspätet kommt und man erwischt den Anschlusszug nicht, dass man dann nicht auf eigene Kosten das Ticket und die Übernachtung zahlen muss, sondern dass das dann von der Bahn übernommen wird, die für die Verspätung ursprünglich verantwortlich war. Und man kann das aber über die Plattform, so wie es jetzt ausschaut, dann geltend machen. Mein Eindruck war einfach, in den letzten 30 Jahren hat sich da überhaupt nichts bewegt. Und man muss offensichtlich die Unternehmen verpflichten, damit die Fahrgäste sozusagen auch wirklich einen Zugang zu den Tickets haben.

    Zu den bereits angesprochenen Fahrgastrechten und der Erwartung von günstigeren Ticketpreisen für Konsument:innen, fügt EU-Abgeordneter Andreas Schieder hinzu:

    Mit dem nun von der Europäischen Kommission vorgestellten neuen Ticketing-System soll es künftig möglich werden, grenzüberschreitende Zugreisen mit einem einfachen Klick zu buchen. Und dadurch können Konsumentinnen und Konsumenten Angebote deutlich leichter vergleichen. Mehr Wettbewerb wird auch dazu beitragen, dass die Preise gesenkt werden. Und gerade diese Initiative macht deutlich, dass starke Fahrgastrechte kein Wettbewerbsnachteil sind. Im Gegenteil, sie machen Reisen verlässlicher, transparenter und für Konsumentinnen und Konsumenten attraktiver.

    Zu den Folgeeffekten, die man erwarten könnte, meint die ÖVP-Verkehrssprecherin im Europaparlament und stellvertretende Vorsitzende des Verkehrsausschusses, Sophia Kircher, dass die Zahl der Bahnreisenden auf der Langstrecke sich eventuell um mehr als 40 Prozent steigern könnte, …

    … naja, ich kann es irgendwie nicht ausschließen, denn es gibt ja jetzt auch diese Initiative wegen Hochgeschwindigkeitszügen, bessere Verbindungen und all das wird dazu beitragen, dass die Leute das Zugreisen angenehm und bequemer empfinden und zudem auch sozusagen kein großes Risiko haben, dann zusätzlich Geld auszugeben, wenn irgendeine Verbindung nicht erreicht werden kann. Ich kann natürlich jetzt die Zahlen nicht sagen, aber ich finde, man hat auch in Österreich gemerkt, dass sozusagen die ÖBB ja immer mehr Fahrgastanzahlen hat, jedes Jahr erhöhen sie sich wieder, und da merkt man einfach schon, wenn ein Angebot halbwegs gut ist. Es gibt natürlich auch immer mit den Baustellen und den Herausforderungen, dass jetzt einfach sehr viel gebaut werden muss, weil das Bahnnetz ausgebaut werden muss, gibt es natürlich auch Tücken. Aber grundsätzlich wird es sehr positiv angenommen, wenn ein guter Zugang ist, wenn die Tickets gut verfügbar sind, wenn man relativ schnell fahren kann, wenn die Umsteigezeiten nicht so lang sind und vor allen Dingen, wenn man als Fahrgast dann auch abgesichert ist für den Fall, dass was passiert.

    Im Mittelpunkt aller Bemühungen müsse, so Lena Schilling der/die Reisende stehen. Ihr sei zusätzlich wichtig, dass sich Menschen durch einfache und transparente Buchungsprozesse, bewusst für eine Zugreise entscheiden:

    Am Ende geht es darum, ob Menschen sich für den Zug entscheiden können, ohne Stress, ohne Risiko und ohne stundenlange Recherche. Bahnfahren in Europa soll so einfach sein wie einen Flug zu buchen. Fahrgäste brauchen eindeutige Rechte, egal wo in Europa sie unterwegs sind. Ein einfacher, transparenter Buchungsprozess ergibt nur Sinn, wenn die Verantwortung nicht an der Grenze endet. Wir müssen die Reisenden in den Mittelpunkt stellen, nationale Zersplitterungen überwinden und den Binnenmarkt im Schienenverkehr vollenden. Reisende haben ein Recht auf eine nahtlose Suche und Buchung grenzüberschreitender Bahntickets auf den Plattformen ihrer Wahl. Egal ob bei einem etablierten Anbieter oder einem jungen Start-up. Mit vollem Schutz und klarer Haftung von Anfang bis Ende.

    Nun stellt sich die Frage zur Umsetzung: Unabhängig von etwaigen Vereinbarungen unter den Anbietern könnte innerhalb von 12 Monaten, nach entsprechenden Beschlüssen im Europäischen Parlament, ein Inkrafttreten der Verordnung erfolgen und danach die Online-Fahrkartendienste integriert und umgesetzt werden. Inwiefern dieser Zeitrahmen realistisch wäre, meint die Verkehrsexpertin Artner-Severin:

    Es ist ja eh ein Jahr, nachdem die Verordnung überhaupt beschlossen und in Kraft gesetzt worden ist. Also man hätte jetzt ja auch Zeit, sich vorzubereiten. Natürlich ist es ein großer Aufwand für die Unternehmen, aber es ist längst überfällig. Und wenn man will, müsste es in 12 Monaten funktionieren, denn es gibt ja eh schon die eigenen Plattformen und es gibt die künstliche Intelligenz dazu. Also ich glaube, das müsste funktionieren. Wir werden sehen, ob es wirklich auch viel günstiger wird – kann man sich natürlich schon vorstellen, wenn mehrere Anbieter sind, dass dann auch die Vergleichbarkeit leichter ist und dass dann auch Unternehmen, die höhere Preise haben, sozusagen sich dann auch dem allgemeinen Preis angleichen. Ich glaube, der große Vorteil ist, dass man das Ticket überhaupt kaufen kann, ohne dass man graue Haare kriegt, und dass man auch den Fahrgastschutz hat, und der Preis sollte auch günstiger werden.

    Abschließend verweist EU-Abgeordnete Lena Schilling noch auf die kürzlich erfolgten Beschlüsse des Europäischen Parlaments zu den Bahnkapazitäten und den erforderlichen Anpassungen und den notwenigen Reparaturen:

    Das Europäische Parlament hat gerade eben neue Regeln für Bahnkapazitäten und grenzüberschreitenden Zugverkehr beschlossen. Die Reform verändert erstmals europaweit, wie Bahnkapazitäten geplant und koordiniert werden. Bahnfahren ist einfach das klimafreundlichste Verkehrsmittel, das wir haben. Aber das europäische Bahnnetz ist veraltet und passt nicht mehr zu den Bedürfnissen von Menschen. Es ist wirklich Zeit, es endlich zu reparieren.

     

    Rezervacija mednarodnih vozovnic za vlake je v Evropi še vedno zapletena in nepregledna. Doris Artner-Severin z dunajske delavske zbornice poudarja, da imajo težave z rezervacijami tudi izkušeni uporabniki. Različni državni sistemi, netransparentnost ponudnikov in nepovezanost platform za nakup po njenem mnenju potnikom pogosto otežujejo načrtovanje poti.

    Evropski poslanec Andreas Schieder opozarja, da je danes pogosto lažje rezervirati let na drugi konec sveta kot vlak z Dunaja v Lizbono. Schieder zato pozdravlja iniciativo Evropske komisije, ki želi olajšati potovanje z vlakom po Evropi. Predlagani sistem »Single Ticketing« naj bi omogočil enostavnejšo primerjavo ponudb, večjo preglednost cen in boljše varstvo pravic potnikov pri zamudah ali odpovedih povezav.

    Lena Schilling poudarja, da mora zakonodaja slediti realnosti čezmejnih potovanj in mednarodnega železniškega prometa. Potniki morajo biti v središču sistema, pravi evropska poslanka, ki si želi, da bi bilo potovanje z vlakom po Evropi tako preprosto kot rezervacija leta. Sogovorniki se strinjajo, da bi lahko enotna evropska vozovnica okrepila uporabo železnic in spodbudila razvoj sodobnejšega evropskega železniškega omrežja.

     

    Kurzbiografien:

    MMag.a Doris Artner-Severin ist Soziologie und Juristin und ist seit 2016 in der Abteilung Klima, Umwelt und Verkehr bei der Arbeiterkammer Wien tätig. Für weiterführende Beratungen und Hinweise zu Fahrgastrechten verweist sie auf die Agentur für Passagier- und Fahrgastrechte (APF) mit der sie laufend kooperiert.

    Lena Schilling MEP ist seit 2024 Abgeordnete der Österreichischen Grünen im Europaparlament.

    Mag. Andreas Schieder ist seit 2019 Abgeordneter der Sozialdemokratischen Partei Österreichs im Europaparlament.

    Fotokollage: © Claudia Eherer – Radio Agora

     

    Weiterführende Informationen:

    Weiterführende Informationen zur Agentur für Passagier- und Fahrgastrechte (APF) sind verfügbar unter: https://www.apf.gv.at/

    Aussendungen der EU-Kommission und der Austria Presseagentur zur Thematik sind verfügbar unter:

    https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/ip_26_1056

    https://www.news.at/wirtschaft/eu-kommission-will-ein-bahnticket-fur-ganz-europa

     

    Oblikovanje I Gestaltung: Heinz Pichler & Neža Katzmann Pavlovčič

     

     

    18 min
  • Don’t Nuke the Climate: Wendehälse am Herumeiern

    Viel zu viele sind es, die sich durch Energie- u. Klimakrise hinreißen lassen, wieder auf Atomkraft zu setzen. Regierungen von Staaten wie Belgien, der Schweiz oder Schweden, wo das Auslaufen lassen der AKW bereits beschlossen war, drehen ihre Hälse und schielen Richtung Ausbau von Atomkraft. Gegen jede wirtschaftliche Vernunft – und auch vom möglichen Tempo her eine unsägliche Entwicklung! Wir haben uns das etwas genauer angesehen.

    Im 2. Teil unserer Mai-Ausgabe erzählt Günter Hermeyer von der überaus erfreulichen ‘Kulturellen Landpartie’, die im Wendland seit Jahrzehnten immer zwischen Himmelfahrt und Pfingsten Kultur, Politik und vor allem eine gesunde Portion an Anti-Atom-Bewusstsein repräsentiert. Großes Interesse war heuer, unter den gegebenen Umständen, natürlich vorprogrammiert!

    45 min

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