"Ein Zeichen des Respekts gegenüber der Keupstraße."
Am 9. Juni 2004 war Umutcan Yildirim sechs Jahre alt. Und doch hatte
dieser Tag großen Einfluss auf sein weiteres Leben. An diesem Tag
explodierte auf der Mülheimer Keupstraße die Nagelbombe des
selbsternannten Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU).
Umutcan Yildirim ist der Sohn des Friseurs, vor dessen Laden die Bombe
explodierte. Seit vielen Jahren bin ich regelmäßig auf der Keupstraße.
Dabei habe ich Umutcan kennengelernt. Ich freue mich sehr, dass er zu
mir in den Podcast gekommen ist und aus seiner Sicht erzählt, was der
Juni 2004 mit ihm und seiner Familie gemacht hat. Er sprichtdarüber, wie die Menschen in der Keupstraße über Jahre von Opfern zu
Tätern gemacht wurden, über die Enttäuschung, dass bis heute kein
Mahnmal an die schreckliche Tat erinnert. Aber auch über Köln, seine
Heimat.
Besonders beeindruckt mich seine Zielstrebigkeit und sein Engagement.
Denn nichts wird besser von alleine. Man muss dafür aufstehen und
aussprechen, was falsch läuft. Damit kann er für uns alle ein Vorbild