Keine Angst vor der Angst

Angehörige – Mitfühlen, ohne mitzuleiden


Listen Later

Wie Freunde und Familie Betroffene von Angsterkrankungen begleiten können, ohne sich selbst zu verlieren.

Moderation: Maria Stradner

Zu Gast: Dr. Sophia Reul, psychologische Psychotherapeutin und Psychoanalytikerin
Zu Gast: Nicole Prettenhofer, die ihre Tochter Lea seit Jahren durch eine Angststörung begleitet

Worum geht es in dieser Folge?

Nicole erzählt offen von einem schleichenden Prozess: erste Anzeichen schon in der Volksschule, Kurzatmigkeit und Panikattacken vor allem im Schulalltag – und eine Diagnose, die erst Jahre später für Klarheit sorgte. Sie spricht über die Gratwanderung als Mutter mit psychosozialem Beruf, über die Frage „Trage ich Schuld?“ und darüber, wie wichtig es war, irgendwann auch selbst Hilfe anzunehmen.
Dr. Sophia Reul ordnet das fachlich ein: Warum Angststörungen von außen so schwer zu begreifen sind, was „Mitfühlen, ohne mitzuleiden“ eigentlich bedeutet, welche Rolle Vermeidung und Schutzreflexe spielen – und warum es für Angehörige nie „zu früh“ ist, sich Unterstützung zu holen.

In dieser Folge sprechen wir über:

• Wie eine Angststörung beginnt – oft schleichend und schwer einzuordnen

• Warum Außenstehende Angststörungen so schwer nachvollziehen können
• „Mitfühlen, ohne mitzuleiden“ – wie man im Gefühl bleibt und trotzdem den Kopf behält
• Die „Löwenmama“-Falle: Wenn Fürsorge zur Vermeidungsförderung wird
• Die Schuldfrage – und der Weg zu „Ich bin nicht schuld“
• Selbstfürsorge für Angehörige: warum sie so wichtig und gleichzeitig so schwer ist
• Was hilft, wenn Betroffene (noch) keine Hilfe annehmen wollen
• Was eine Diagnose entlasten – und was sie auch verstellen kann
• Finanzielle Unterstützung und Anlaufstellen für Familien
• Wie aus einer Krise auch ein Stück Zusammenwachsen werden kann

Gedanken, die in Erinnerung bleiben

„Geh aus deiner Komfortzone hinaus.“ – Dieser Satz ihrer Tochter Lea hat Nicole überhaupt erst dazu gebracht, sich ihren eigenen Ängsten zu stellen und im Podcast zu sprechen.

Mitfühlen heißt mitschwingen, ohne den Kopf zu verlieren. Der entscheidende Unterschied ist, nicht aufzuhören zu denken – ins Gefühl mitzugehen, aber auch wieder herauszufinden.

Es gibt kein „zu früh“, um sich Hilfe zu holen. Wer das System früh öffnet und etwas Drittes von außen hereinholt, schafft Bewegung in festgefahrene Dynamiken.

Druck bringt nichts. Veränderung muss aus eigener Motivation kommen – mit gutem Beispiel voranzugehen wirkt oft mehr als jeder Appell.

Nicht zu streng mit sich selbst sein: „Ich bin keine schlechte Mutter, weil mein Kind eine Angststörung hat.“ Man kann begleiten, Halt geben und das Gefühl vermitteln, richtig zu sein – so, wie man ist.

Links & Ressourcen

https://www.schwabe.at/lasea/

• Psychotherapeut:innen-Suche Österreich: https://www.psychotherapie.at/
• Hotline für Essstörungen (anonym & kostenlos, für Betroffene und Angehörige): 0800 20 11 20, Mo–Do 12–17 Uhr – [email protected]
• Telefonseelsorge Österreich: 142 (rund um die Uhr, kostenlos)
• Rat auf Draht (für Kinder, Jugendliche & Bezugspersonen): 147 (rund um die Uhr, kostenlos)

Wenn euch diese Folge geholfen hat, teilt sie – vielleicht ist da jemand in eurem Leben, der genau das jetzt braucht. Bis zur nächsten Folge!

...more
View all episodesView all episodes
Download on the App Store

Keine Angst vor der AngstBy Lasea


More shows like Keine Angst vor der Angst

View all
Angst Unplugged – Podcast über Angst, Panik & Nervensystem by Christina Hillesheim von Happy Dings®

Angst Unplugged – Podcast über Angst, Panik & Nervensystem

1 Listeners