Ein offenes Gespräch über Männlichkeitsbilder, den ersten Schritt zur Hilfe – und warum Hilfe holen kein Versagen ist..
Über Angst zu sprechen, fällt Männern oft noch schwerer als Frauen. Dabei leiden Millionen von Männern an Angsterkrankungen, viele davon allein und ohne Hilfe. Warum schweigen so viele? Wie tarnt sich Angst hinter Gereiztheit, Rückzug oder Dauerstress? Und was braucht es, damit Männer ihr Schweigen brechen? Ein offenes Gespräch über Männlichkeitsbilder, den ersten Schritt zur Hilfe – und warum Hilfe holen kein Versagen ist, sondern Mut.
Gast (Experte): Alexander Tiesenhausen, Psychologe und Coach
Gast (Betroffener): Lukas Spenger
Moderation: Maria Stradner
Podcast: Keine Angst vor der Angst – sponsored by LASEA
In dieser Folge sprechen wir über:
• Warum das Wort „Angst“ Männern oft schwerer über die Lippen kommt
• Lukas’ Weg: wie sich seine Angst zuerst wie ein grippaler Infekt anfühlte – und in Panikattacken kippte
• Ein offenes Elternhaus als Rückhalt – und warum das leider die Ausnahme ist
• Warum Angststörungen bei Frauen häufiger diagnostiziert werden – und was wirklich dahintersteckt
• Wie sich Angst bei Männern „tarnt“: Gereiztheit, Aggression, Rückzug, Alkohol, Überarbeitung
• Das Bild des „starken Mannes“ – und welche Glaubenssätze Männer am Hilfesuchen hindern
• Leidensdruck und Umfeld: die zwei häufigsten Auslöser, doch Hilfe zu holen
• Der logisch-kognitive Zugang: Biofeedback und körperliche Werte „schwarz auf weiß“
• Sozialisation: welche Gefühle Buben und Mädchen schon früh „erlaubt“ sind
• Mentale Gesundheit als Trend – Chancen und Schattenseiten zwischen TikTok-Selbstdiagnose und echter Erkrankung
• 40 plus und Hasskommentare: wer mit dem Thema kaum erreichbar bleibt
• Freiwilligkeit als Basis jeder Therapie – warum man niemanden zwingen kann
• Reframing: Um Hilfe bitten ist nichts Schwaches, sondern etwas Mutiges
• Bei Männern zeigt sich Angst oft über den Körper oder über Erschöpfung, Gereiztheit und Konzentrationsprobleme – das eigentliche Thema liegt häufig jahrelang darunter.
• Männer haben nicht seltener Angst – sie suchen seltener Hilfe, und gängige diagnostische Werkzeuge erfassen „untypische“ Symptome schlechter.
• Ein logisch-kognitiver, datenbasierter Zugang (z. B. Biofeedback) kann den Einstieg erleichtern – viele Männer können mit Mess- und Steuerbarem mehr anfangen als mit dem reinen Über-Gefühle-Sprechen.
• Man kann niemanden in eine Therapie zwingen – echte Veränderung braucht Freiwilligkeit. Hilfreich ist Präsenz statt Druck: „Ich bin da, ich höre dir zu, ich nehme dich ernst.“
• Vorbilder, die offen über ihre Geschichte sprechen, senken die Hürde für andere.
Aus dem Gespräch:
„Um Hilfe zu fragen ist nichts Schwaches, sondern etwas mega Mutiges.“
„Nicht jede Träne ist gleich eine Depression.“ – Lucas über die Schattenseite der Trend-Debatte
„Männliche Freundschaften sind oft so, dass man gemeinsam etwas tut – aber man sitzt sich nicht gegenüber und spricht über Gefühle.“
• LASEA: https://www.schwabe.at/lasea/
• Psychotherapeut:innen-Suche Österreich: www.psychotherapie.at
• Telefonseelsorge Österreich: 142 (kostenlos, rund um die Uhr)
• Männernotruf: https://maennernotruf.at/
• Alexander Tiesenhausen: https://www.psycho.or.at/ und [https://www.tiktok.com/@diepraxis_graz] (https://www.tiktok.com/@diepraxis_graz))