Ein Kommentar von Rüdiger Lenz.
Mit der „Operation Olivenzweig“ will der türkische Präsident Erdogan in Syrien die Stadt Afrin von den Kämpfern der Kurden-Miliz YPG, den Volksverteidigungseinheiten, befreien, um dann, so wird vermutet, weiter östlich in die Stadt Manbidsch einzumarschieren. Dort will Erdogan dann sein Militär damit beauftragen, alles hinwegzufegen, was sich seinem Militär in den Weg zu stellen getraut.
Moment mal! Manbidsch? Da bildet doch das US-Militär seine Grenzschutztruppe aus, die, Erdogan, als Terrorarmee bezeichnet. WOW, Erdo, was du dir traust, das ist ja ..., Selbstmord!?
Operation Ölzweig. Der Ölzweig, das ist der Zweig, den Noah im Schnabel einer Taube sah und begriff, dass nun das neue gelobte Land nicht mehr fern sein kann. Seit da an ist der Ölzweig ein Symbol für den Frieden. Auch in der arabischen und gesamtsemitischen Welt. Ein Affront also. Nun ja, Erdogan, der hat es nicht so mit dem Frieden. Und wer nun, was noch nicht wirklich geschehen ist, in die Versuchung gelangt, die Streitkräfte der Vereinigten Staaten von Amerika, anzugreifen und ihnen Opfer abverlangt, der wird ganz sicher nicht mehr lange die Gelegenheit verspüren, in Hochstimmung zu sein, um dem Imperium den Stinkefinger zu zeigen.
Wer um Himmels willen die Macht dazu hat, es Erdogan auszureden, der solle das bitte tun. Denn aus so einem kleinen Gemetzel könnte sich ein sehr großer Flächenbrand entwickeln.
Heutzutage muss einer wie ich ja vorsichtig sein, wenn er gegen den türkischen Präsidenten Erdogan schreibt. Für die meisten Türken in Deutschland und der Türkei ist Erdogan ein Guter und sein Krieg ein guter Krieg. Ein Krieg, der die Potenz steigert und recht gibt. Egal wie oder wogegen er geführt wird. Er ist rechtens, weil sein Handeln rechtens ist, Basta. Tut mir leid, aber ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie sehr mich jeglicher Nationalismus ankotzt. Er schließt immer die Anderen aus. Die Anderen sind dann Geschmeiß, Kakerlaken, Unmenschen, Gewürm. Menschen sind sie dann nicht mehr.
Krieg ist eine Krankheit, er ist nicht der Weg zum Besseren und schon gar nicht ein Weg zum Frieden. Der Krieg erschafft in einem Höchsttempo auch immer seinen eigenen Terror. Den Terrorismus erschafft er durch sein Morden. Mohammed, der Prophet, soll gesagt haben: "Wenn jemand einen Menschen tötet, ohne daß dieser einen Mord begangen hat oder ohne daß ein Unheil auf Erden geschehen ist, sei es so, als hätte er die ganze Menschheit getötet. Und, wenn jemand einem Menschen das Leben erhält, sei es so, als hätte er der ganzen Menschheit das Leben erhalten" (Sure 5, Vers 32). Ich wäre für das Erhalten der ganzen Menschheit. Das gilt übrigens dann auch für die gesamten Nahtod-Streitkräfte, sprich der NATO-Streitkräfte, die sich ja bekanntlich am allerliebsten überall auf diesem Planeten um die Schürfrechte für den Finanzkapitalfaschismus aufs Allerherzlichste kümmern.
Erdogan spielt mit dem Feuer. Er fühlt sich selbst vielleicht als großer Führer der Turkvölker. Denn irgendwie scheint er sich omnipotent zu sehen. Sonst würde er sich nicht bewusst mit der USA anlegen. Spiegel-online schreibt dazu, Zitat Anfang: Präsident Erdogan inszeniert sich in dem Konflikt als entschlossener Kriegsherr. Seine Regierung betrachtet die YPG, die weite Teile Afrins kontrolliert, als den syrischen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK. Die USA hingegen schätzen die YPG als Partner im Kampf gegen den "Islamischen Staat". Nach Ansicht von Experten dürften Pläne Washingtons, in Syrien eine Grenzschutztruppe unter Führung der YPG zu etablieren, Anlass für die Offensive der Türkei gewesen sein.
Erdogan schürt nun bewusst antiamerikanische Ressentiments. Er bezeichnet die Grenzschutztruppe als "Terrorarmee" und droht offen damit, US-Soldaten anzugreifen. "Nehmt eure Flaggen runter von den Terrorbasen, sodass wir nicht gezwungen sind, es selbst zu tun und jene zu begraben,