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By Danny SchreckenbachSociety & CulturePersonal Journals
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  • Star Wars und die neue Triologie

    Die Macht schläft nie. Wer dachte, nach „Episode IX – Der Aufstieg Skywalkers“ sei das Kapitel rund um die berühmte galaktische Saga fürs Erste abgeschlossen, wird derzeit von der Gerüchteküche eines Besserem belehrt. In Fan-Kreisen und Filmforen sorgt eine Nachricht für mächtig Wirbel: Lucasfilm plant nicht weniger als den nächsten großen Schritt und arbeitet an einer völlig neuen Trilogie, die die magische Zehn einläuten soll.

    Es ist kein Spin-off und kein Prequel, sondern die direkte Fortsetzung der Kernsaga. Berichten zufolge soll die neue Trilogie zeitlich an die Ereignisse nach Episode IX anknüpfen und damit die Geschichte des Universums weitererzählen. Besonders spannend für Fans der Sequel-Trilogie ist dabei, dass Daisy Ridley als Rey wieder eine zentrale Rolle einnehmen soll. Wie genau ihr Weg aussehen wird und wie es mit dem Wiederaufbau des Jedi-Ordens weitergeht, bleibt vorerst eines der am besten gehüteten Geheimnisse der Galaxis.

    Hinter den Kulissen nehmen die Pläne bereits konkrete Formen an. Das Konzept und die Drehbücher der dreiteiligen Reihe liegen in den Händen von Simon Kinberg, während für die Regie des ersten Films Jon Watts im Gespräch ist – jener Regisseur, der bereits die jüngste Spider-Man-Trilogie im Marvel Cinematic Universe zu einem weltweiten Publikumserfolg gemacht hat.

    So groß die Vorfreude bei vielen sein mag, so sehr schwingt auch eine gewisse Skepsis mit. Noch hat Disney die Trilogie nicht offiziell mit einem festen Kinostart im Kalender verankert. Die Sequels der Episoden VII bis IX spalten bis heute die Gemüter der Fanbase, vor allem weil damals ein übergreifender, klar durchdachter roter Faden über alle drei Filme hinweg gefehlt hat. Umso wichtiger ist die Hoffnung, dass die Verantwortlichen diesmal von Anfang an einen klaren Plan verfolgen.

    Die neue Trilogie steht keineswegs alleine im Raum, denn das Star Wars-Universum im Kino sortiert sich insgesamt komplett neu. Nach dem erfolgreichen Kinostart von The Mandalorian & Grogu im vergangenen Mai, der Din Djarin und Grogu erstmals auf die große Leinwand brachte, stehen bereits die nächsten Projekte in den Startlöchern. Star Wars: Starfighter unter der Regie von Shawn Levy und mit Ryan Gosling soll im Mai 2027 in die Kinos kommen und frischen Wind in die Galaxie bringen.

    Gleichzeitig bleibt das sogenannte „Mando-Verse“ auf der Leinwand präsent. Während Jon Favreaus Film den Auftakt machte, arbeitet Dave Filoni an einem großen Event-Film, der die verschiedenen Serienstränge final zusammenführen wird. Darüber hinaus plant James Mangold mit Dawn of the Jedi eine spektakuläre Zeitreise rund 25.000 Jahre zurück zu den Ursprüngen der Macht und den allerersten Jedi.

    Die Galaxie bleibt also gehörig in Bewegung, und die Sehnsucht nach echten Kino-Epen ist ungebrochen. Ob Jon Watts und sein Team das Vertrauen der Fans vollends zurückgewinnen und die Saga in ein würdiges neues Zeitalter führen können, wird eine der spannendsten Fragen der nächsten Jahre sein.


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  • Das Wörtchen „El“ und unsere Vornamen

    Heute ist Sonntag, also der Tag des Herrn. Aber warum schreiben wir das manchmal in Großbuchstaben und manchmal nicht? Was steckt eigentlich hinter dem „el“ in Michael oder dem „Theo“ in Theodor? Wenn man beginnt, an der Oberfläche der Sprache zu kratzen, offenbart sich schnell eine faszinierende Reise durch die Sprachgeschichte, die Theologie und die Wurzeln unserer eigenen Vornamen. Es ist eine Spurensuche, die direkt in den alten Orient führt und zeigt, wie viel tiefer die Worte verankert sind, die wir täglich ganz selbstverständlich aussprechen.

    Wer eine Bibel aufschlägt, stolpert früher oder später über eine sprachliche Besonderheit: Das Wort „Herr“ begegnet uns mal in ganz normaler Schreibweise und mal durchgehend in Großbuchstaben als „HERR“. Das ist keineswegs eine wahllose Laune der Druckerei oder eine bloße Hervorhebung zur Verstärkung. Es ist ein Übersetzungskunstgriff, der eine jahrtausendealte Tradition respektiert.

    Im hebräischen Urtext des Alten Testaments steht an den Stellen, die mit Großbuchstaben gedruckt werden, der eigentliche Eigenname Gottes. Er besteht aus vier Konsonanten: JHWH, im Fachjargon auch als Tetragramm bekannt. Da im alten Israel aus tiefem Respekt und Ehrfurcht vor der Heiligkeit des Namens davor zurückgeschreckt wurde, diesen laut auszusprechen, ersetzte man ihn beim Vorlesen durch das hebräische Wort Adonai, was schlicht „mein Herr“ bedeutet.

    Die Übersetzer standen später vor dem Problem, im Text deutlich zu machen, wann es sich um den echten Eigennamen Gottes handelt und wann um einen allgemeinen Hoheitstitel. Wenn du also das Wort „HERR“ in Großbuchstaben liest, signalisiert dir das: Hier steht im Hebräischen der eigentliche Gottesname, der höchstwahrscheinlich als „Jahwe“ ausgesprochen wurde und übersetzt so viel wie „Ich bin da“ oder „Ich werde sein, der ich sein werde“ bedeutet.

    Doch die Sprache der Bibel beschränkt sich keineswegs nur auf den Eigennamen JHWH. Gott begegnet den Menschen in den alten Schriften unter erstaunlich vielen Facetten und Bezeichnungen. Eine der ältesten und grundlegendsten überhaupt lautet schlicht El. Dieses altsemitische Wort steht für „Gott“, „Gottheit“ oder ganz allgemein für eine göttliche „Macht und Stärke“.

    In der antiken Welt war El oft der Oberbegriff für das Göttliche schlechtin. Und genau an dieser Stelle schlägt die Sprachgeschichte eine faszinierende Brücke direkt in unsere Gegenwart: Viele Vornamen, die wir heute völlig selbstverständlich im Alltag rufen, schreiben oder im Pass stehen haben, tragen dieses feine Wortelement in sich. Es handelt sich dabei um sogenannte theophore Namen – Namensgebungen, die Gottes Namen oder seine Eigenschaften als ewiges Versprechen, Dankeschön oder Bekenntnis in sich tragen.

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    10 min
  • Der Jens-Spahn-Weg in Berlin und antrainierte Reflexe gegen linke Politik

    Gibt es in Berlin womöglich bald einen „Jens-Spahn-Weg“? Aber keine Sorge, falls beim Lesen gerade erstaunt die Augen gerieben werden, ganz so weit ist es in der deutschen Parteienlandschaft dann doch nicht. Unsere Politiker mögen zwar mitunter ein ungesundes Maß an Selbstverliebtheit an den Tag legen, aber Straßennamen nach sich selbst durchzudrücken, bleibt selbst in der Hauptstadt eine noch unerreichte Disziplin. Blickt man jedoch auf die Debatte um Ferat Koçak, drängt sich der Verdacht, dass man zumindest das entsprechende Playbook verwenden wird, schnell auf.

    Im Kern geht es um schwere Antisemitismus-Vorwürfe gegen Ferat Koçak und das Neuköllner Parteiumfeld. Sei es durch Auftritte mit israelfeindlichen Akteuren oder durch Nähe zu Netzwerken aus dem Umfeld von Hamas-Unterstützern.

    Man muss man nun kein Prophet sein, um vorherzusagen, wie die politische Geschichte nun ablaufen wird. In Kürze werden wir eine glattpolierte, von einer PR-Agentur feinsäuberlich formulierte Erklärung erleben. Innerhalb der eigenen Partei wird das Statement natürlich mit großem Nicken und viel Beifall aufgenommen. Anschließend folgt der klassische Rückzug aus der Scheinwerferkegel-Zone, brav abwarten, bis Gras über die Sache gewachsen ist.

    Die deutsche Medienlandschaft zeichnet sich schließlich durch eine verlässliche Kurzatmigkeit aus, denn die Aufmerksamkeitsspanne der Öffentlichkeit reicht selten weiter als bis zur nächsten Schlagzeile. Ist erst einmal genug Zeit verstrichen, taucht der Herr wie aus dem Nichts wieder auf der Bildfläche auf, als sei nie etwas gewesen.

    Dieses Vorgehen à la Spahnsche CDU ist fast schon faszinierend, zeigt es doch vor allem die Tatsache, wie tief und nahtlos die Partei „Die Linke“ mittlerweile im ganz normalen, etablierten Politikbetrieb Deutschlands angekommen ist. Das krisenerprobte Aussitzen, das man sonst von den etablierten Parteien kennt, beherrscht man dort inzwischen genauso perfekt.

    Bleiben wir aber bei der Linken und kommen zu einem Problem, das sich auch in der aktuellen Debatte rund um Heidenau widerspiegelt. Während dort vor kurzem noch die CDU das „Opfer“ reflexartiger politischer Abwehrreaktionen war, erlebt nun „Die Linke“ in Berlin genau dasselbe Muster. Sobald ihre Vorschläge im Raum stehen, wird pauschal abgewinkt, statt sich sachlich mit den Argumenten auseinanderzusetzen. Dabei lohnt sich an vielen Stellen ein genauer Blick, etwa bei der viel diskutierten Forderung nach der Enteignung großer Wohnungsbaukonzerne.

    So radikal das Wort „Enteignung“ im ersten Moment klingen mag, der Grundgedanke dahinter ist bei genauer Betrachtung keineswegs abwegig.

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    7 min
  • Die Stolpersteine von Heidenau und der Blick vor die Haustür

    Wer die Berichterstattung und die Debatten rund um die Entscheidung des Heidenauer Stadtrats verfolgt, sieht sich einmal mehr mit dem vertrauten Rad der öffentlichen Empörung konfrontiert. Ich beobachte das immer wieder, wie es verlässlich ineinandergreift: Ein lokalpolitischer Beschluss wird gefällt, Parteipolitik vermischt sich mit Grundsatzfragen, und innerhalb weniger Stunden füllen sich die Kommentarspalten.

    Doch wenn ich genauer hinschaue, wie diese Debatte geführt wird, stellt sich bei mir schnell ein fader Beigeschmack ein. Viele Beiträge in den Medien und Netzwerken wirken auf mich keineswegs wie der ehrliche Versuch einer Auseinandersetzung mit der Erinnerungskultur. Stattdessen dominiert bei manchem Wortspender eine unverkennbare Freude darüber, die CDU wieder einmal vorführen zu können, weil sie sich im sächsischen Lokalraum erneut mit der AfD gemeingemacht hat. Der Fingerzeig ist eingeübt, die politische Verurteilung schnell zur Hand. Das eigentliche Anliegen, wie und woran wir als Gesellschaft gedenken wollen, verkommt dabei für mich vielerorts zur bloßen Kulisse für parteipolitische Geländegewinne.

    Das finde ich bedauerlich, denn das Thema hätte eine differenziertere Betrachtung verdient. Die Diskussion über Stolpersteine ist schließlich keineswegs neu und auch nicht bar jeder Berechtigung. Prominente Stimmen wie Charlotte Knobloch, die ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, lehnen diese Form des Gedenkens seit jeher ab. Für sie ist die Vorstellung unerträglich, dass die Namen ermordeter Menschen auf Messingplatten im Gehweg eingelassen sind, ausgesetzt dem Dreck der Straße, Füßen, die unachtsam darüber hinweggehen, oder Haustieren, die dort ihr Geschäft verrichten. Diese Position hat für mich ein immenses Gewicht. Sie zeigt mir, dass man das Format von Gunter Demnig durchaus kritisch hinterfragen kann, ohne sich der Verantwortung für das Erinnern zu entziehen.

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  • Alte Kunst und moderne Entspannung

    Es gibt Tage, da betritt eine Kollegin das Büro, greift sich kurz an den Nacken und erzählt mit einer Mischung aus Erleichterung und Respekt, dass sie gestern geschröpft wurde. Ein Satz, der im ersten Moment vielleicht nach einer mittelalterlichen Prozedur klingt, und ganz unrecht hat man damit nicht einmal. Wer die typischen, kreisrunden, tiefroten bis violetten Abdrücke schon einmal auf dem Rücken von Sportlern oder Bekannten gesehen hat, fragt sich unweigerlich, was genau da eigentlich auf der Haut passiert, warum man sich das freiwillig antut und vor allem, wie das funktioniert.

    Das Prinzip des Schröpfens ist erstaunlich alt und verblüffend simpel. Schon in den Hochkulturen Mesopotamiens, Ägyptens und Chinas setzte man auf die kleine Glaskunst, um Beschwerden zu lindern. Im Grunde genommen handelt es sich um ein tradiertes Naturheilverfahren, das auf einem einfachen physikalischen Effekt beruht, nämlich auf dem Unterdruck. Anstatt wie bei einer klassischen Massage Druck auf das Gewebe auszuüben, zieht das Schröpfen die Haut und das darunterliegende Gewebe nach oben.

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  • Viel Schein und die verpassten Möglichkeiten des Seins

    Dass die Titanic bis heute tief in unserem kollektiven Gedächtnis verankert ist, verdankt sie vor allem James Cameron und seinem Filmmeisterwerk von 1997. Der Film lebte von der emotionalen Wucht der Liebesgeschichte zwischen Rose DeWitt Bukater und Jack Dawson. Sie waren die menschliche Klammer, die eine historische Tragödie greifbar, nahbar und unvergesslich machte. Denn wenn wir ehrlich sind: Wer würde sich rein nüchtern betrachtet schon für den Untergang eines Passagierschiffs interessieren, dessen Schicksal letztlich auf einer Kette fataler Managementfehler, Selbstüberschätzung und menschlicher Nachlässigkeit beruhte? Genau diese emotionale Klammer fehlt der Ausstellung „Titanic - Eine immersive Reise“ im Dresdner Erlwein Forum leider völlig.

    Dabei beginnt der Rundgang durchaus passabel. Recht klassisch museal, mit Einblicken in die gigantische Konstruktion des Schiffes, technischen Hintergründen und Rekonstruktionen der einzelnen Passagierklassen. Man blickt auf Ausstellungsstücke und Bilder, arbeitet sich durch die Etappen, bevor es zum ersten, kurzen „immersiven Moment“ kommt, dem Auftritt des Eisbergs. Anschließend begleiten weitere Objekte den Untergang. Das eigentliche Herzstück soll der große immersive Raum am Ende sein, in dem der Zusammenstoß und die dramatischen Funksprüche zwischen den Schiffen visuell und akustisch aufbereitet werden.

    Doch beim Verlassen der Halle beschlich mich mal wieder das Gefühl, dass wir in einer Epoche leben, in der die Verpackung schillernder verkauft wird als der Inhalt selbst. Viel Schein, erschreckend wenig Sein. Ganz ähnlich wie die Pomp-Fassade an Bord im Jahr 1912.

    Wo heute groß „Immersiv“ draufsteht, erwartet man ein echtes Eintauchen, also ein Erlebnis, das einen packt. Stattdessen fühlte sich vieles seltsam halbherzig an. Die Szene der Kollision ist ein perfektes Beispiel für verpasste Chancen: In der Ausstellung steht ein recht klein nachgebauter Schiffsbug, auf den eine Projektion des heranrollenden Eisbergs trifft. Selbst beim Boden hat man sich nicht einmal die Mühe gemacht, ihn mit zu animieren. Von echter Immersion keine Spur.

    Was hätte man hier nicht alles inszenieren können! Wie gewaltig wäre eine bewegliche Plattform gewesen, auf der die Besucher stehen oder sitzen, während sich der Boden spürbar neigt und das Beben des Zusammenstoßes physisch erfahrbar macht? Statt kreativer Erlebnismechanik gibt es Schauwerte auf Sparflamme. Gekrönt wird dieses Phlegma dadurch, dass man an manchen Stellen nicht einmal die Mühe investiert hat, englische Beschriftungen ordentlich ins Deutsche zu übersetzen.

    Am Ende bleibt nach dem Gang durch das Erlwein Forum ein zwiespältiger Eindruck. Die Ausstellung zeigt zwar viel Material, vergisst aber das Herz. Wenn die Immersion nur aus flachen Wandprojektionen besteht und das Menschliche fehlt, bleibt vom großen Mythos Titanic eben doch nur eines übrig: viel kühle Hülle und wenig Substanz.

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    6 min
  • Ein Strudel aus Verrat und schleichender Paranoia

    Gibt es eigentlich noch Geschichten, die uns packen, ohne dass wir uns an eine strahlende Identifikationsfigur klammern können? Nach dem Ausflug in die Welt von „Slow Horses – Ein Fall für Jackson Lamb“ steht diesmal wieder eine Serie auf dem Programm, die völlig ohne moralischen Kompass auskommt, und zwar „MobLand – Familie bis aufs Blut“ von Paramount+. Das Faszinierende daran ist, dass hier von der meisterhaft inszenierten ersten Minute an auf die klassischen Gesetze des Heldenepos gepfiffen wird.

    Es gibt diese Serien, die eine fast schon unangenehme, aber völlig unwiderstehliche Sogwirkung entfalten. MobLand gehört genau in diese Kategorie. Der Reiz liegt nämlich keineswegs darin, mit einem aufrechten Protagonisten mitzufiebern und ihm auf seinem Weg zur Gerechtigkeit den Rücken zu stärken. Es gibt hier schlichtweg keinen Helden. Stattdessen blicken wir direkt in einen Abgrund, in dem das Böse schlechthin regiert. Es geht um die Mafia, ihre eiskalten Machenschaften und ein gefahrvolles Geflecht aus Macht, Gier und Brutalität.

    Wenn die schützende Hand der Guten fehlt, stellt sich beim Zuschauen eine ganz eigene Dynamik ein. Man beobachtet das Geschehen wie gebannt, gefangen in einem Strudel aus Verrat und schleichender Paranoia. Jeder Charakter steckt tief im Sumpf, jede Entscheidung zieht nur noch schlimmere Verstrickungen nach sich, und genau dieses kompromisslose Spiel mit den dunkelsten Seiten des menschlichen Miteinanders sorgt dafür, dass man den Blick einfach nicht vom Bildschirm wenden kann.

    Wer nun allerdings eine Zusammenfassung der ersten Staffel erwartet, liegt falsch. Ich werde hier bewusst kein einziges Wort zur eigentlichen Handlung verraten. Die Wendungen und die Erkenntnisse, die diese ersten Folgen im Laufe der Zeit mit sich bringen, machen einen schlichtweg sprachlos. Jedes Detail selbst zu entdecken, gehört genau zu der Erfahrung, die diese Serie so außergewöhnlich macht.

    Statt über die Story möchte ich aber unbedingt über die schauspielerischen Leistungen sprechen. Was Tom Hardy, Pierce Brosnan und Helen Mirren hier abliefern, ist ein unheimlich dichtes und intensives Spiel. Das Zusammenspiel dieses Trios entwickelt eine Kraft, die jeden Raum auflädt und der man sich schlicht nicht entziehen kann.

    MobLand beweist eindrucksvoll, dass ein packendes Drama nicht immer Sympathieträger braucht. Manchmal reicht der ungeschönte, eiskalte Blick auf die Abgründe der Kriminalität, um eine ganz eigene, düstere Faszination zu entwickeln.

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    4 min
  • Versenk-Schiebe-Bühne und Beleuchtungsempore

    Im Rahmen unseres Betriebsausflugs durften wir dorthin schauen, wo Zuschauer sonst selten hinkommen: Hinter die Kulissen des Schauspielhauses Dresden. Was ich dort über Geschichte und Bühnentechnik gelernt habe, ist beeindruckend. Und damit herzlich willkommen bei BehindBlueEyes.de. Unterwegs auf den Brettern die die Welt bedeuten.

    Die Geschichte des Hauses ist an sich schon ein echtes Statement und zeigt wunderbar den stolzen Dresdner Bürgersinn. Anfang des 20. Jahrhunderts erlebte Dresden durch die Industrialisierung einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung. Das städtische Bürgertum wurde immer reicher, einflussreicher und selbstbewusster. Natürlich wollte man auch am kulturellen Leben teilhaben. Doch da gab es ein Problem: Der Adel beanspruchte die gehobene Kulturwelt weitgehend für sich. Das Albert-Theater in der Neustadt war dem Adel vorbehalten, und die normalen Bürger waren dort nicht sonderlich erwünscht.

    Aber anstatt sich fügsam zurückzuziehen, dachten sich die Dresdner Bürger schlicht: Wenn ihr uns nicht wollt, bauen wir uns eben unser eigenes Theater. Gesagt, getan. Die reich gewordene städtische Bevölkerung setzte sich gegen die Privilegien des Adels durch und finanzierte mit beeindruckendem Durchhaltevermögen ein neues, modernes Theaterhaus. Das Königliche Schauspielhaus, das heutige Staatsschauspiel Dresden, wurde schließlich 1913 eröffnet. Es war ein echter Triumph des Bürgertums, der bis heute im Stadtbild verankert ist und als Kulturstätte allen offensteht.

    Richtig faszinierend wurde es bei der Führung, als wir tief in die Eingeweide des Gebäudes eingetaucht sind. Das Dresdner Schauspielhaus war schon bei seiner Erbauung ein absoluter Vorreiter in Sachen Ingenieurskunst. Um das Platzproblem auf dem Grundstück zu lösen, da für eine klassische Hinterbühne zum Lagern der Kulissen schlichtweg der Raum fehlte, entwickelte der damalige Technische Direktor Adolf Linnebach eine bahnbrechende Lösung. Er schuf die sogenannte Versenk-Schiebe-Bühne. In einer rund elf Meter tiefen Wanne unter der Hauptbühne arbeiten seitdem gewaltige Hydraulikzylinder, die tonnenschwere Bühnenelemente mit reinem Wasserdruck heben, senken und verschieben können. Das ist ein Meisterwerk der Technik, das bis heute beeindruckt.

    Besonders spannend war der Moment, als wir schließlich selbst mitten auf der Bühne standen. Vor uns erstreckte sich bereits ein Teil der aufgebauten Kulisse für die nächste Vorstellung von „Der talentierte Mr. Ripley“. Von dort aus geht der Blick nach oben in den riesigen Schnürboden und über die Beleuchtungsemporen oder nach unten in die Unterbühne. Es ist schlicht überwältigend, was für ein gewaltiger Maschinenraum sich hinter den Kulissen verbirgt. Die versenkbaren Bühnenpodien der Versenk-Schiebe-Bühne, die Beleuchtungsemporen und unzählige Seilzüge sorgen dafür, dass tonnenschwere Bühnenbilder innerhalb von Sekunden wie von Zauberhand verschwinden oder neu aufgebaut werden. Zu sehen, mit welcher Präzision und welchem technischen Aufwand hier gearbeitet wird, lässt einen die Theaterarbeit noch einmal mit völlig anderen Augen sehen.


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  • Lahme Gäule und die Müllhalde des MI5

    Es gibt Serien, die schaut man entspannt nach einem langen Arbeitstag weg. Man lässt sich berieseln, verpasst zwei Dialoge und hat trotzdem nicht das Gefühl, etwas Entscheidendes versäumt zu haben. Und dann gibt es „Slow Horses – Ein Fall für Jackson Lamb“ auf Apple TV.

    Wer hier auch nur für zwei Minuten das Smartphone in die Hand nimmt, hat verloren. Die britische Agentenserie geht in ihre nächste Runde und gehört aktuell zum Absolut Besten, was die Streaming-Landschaft zu bieten hat. Der Start der neuen Staffel ist der perfekte Zeitpunkt, Versäumtes nachzuholen.

    Das Konzept der Serie ist herrlich abgewrackt. Normalerweise wird Geheimdienst-Content aus dem Kino als Hochglanz-Welt voller maßgeschneiderter Anzüge, High-Tech-Gadgets und unerschütterlicher Helden präsentiert. „Slow Horses“ bricht mit diesem Mythos auf brutal ehrliche und extrem unterhaltsame Weise.


    Im Zentrum steht das sogenannte „Slough House“, eine trostlose Außenstelle des britischen Inlandsgeheimdienstes MI5 in London. Wer hier landet, hat im Dienst gewaltig Bockmist gebaut. Verpatzte Trainingseinsätze, peinliche Datenlecks oder alkoholbedingte Aussetzer machen das Slough House zum Abstellgleis für gescheiterte Spione. Feuern kann man sie zwar nicht direkt, doch sie sollen bitteschön nur noch Akten sortieren und langweilige Routineaufgaben erledigen, bis sie von selbst kündigen. Doch wie es das Schicksal will, stolpern genau diese lahmen Gäule immer wieder in reale, brandgefährliche Verschwörungen, die das Hauptquartier am liebsten unter den Teppich kehren würde.

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  • Sachsen-Anhalt und der AfD-Regierungs(un)wille

    Heute schauen wir gemeinsam auf ein Thema, das mich in den letzten Wochen extrem beschäftigt hat – und ehrlich gesagt lässt es mich auch nicht so ganz los. Es geht um die politische Realität im Osten, genauer gesagt in Sachsen-Anhalt, und um eine Frage, die wir uns viel öfter stellen sollten: Will die AfD eigentlich wirklich regieren?

    Der Traum von der Regierungsverantwortung klingt in den Sonntagsreden der Partei ja stets gewaltig. Aber blickt man auf die Praxis in Magdeburg, entpuppt sich das lautstarke Getöse rasch als eine Inszenierung ohne echtes Fundament. Sachsen-Anhalt gilt seit jeher als eines der Kernländer des rechtsaußen geprägten Landesverbands. Hier feiert die Partei Rekordergebnisse, stellt starke Fraktionen und beherrscht das Parkett der Fundamentalopposition perfekt.

    Doch spätestens wenn Spitzenkandidat Ulrich Siegmund verkündet, seine Partei werde im Koalitionspoker „keine Kompromisse“ eingehen und im Zweifel lieber Neuwahlen anstreben, da verstärkt sich bei mir eine Befürchtung. Ich habe immer mehr das Gefühl, dass die AfD in Wahrheit gar nicht regieren will. Ihr wahrer Markenkern bleibt das Dagegensein, das Anprangern und die Dauererregung.

    Sachsen-Anhalt dient hierfür als ideales Exempel. Der Landesverband wird vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft. Diese Radikalisierung ist kein Zufall, sondern Strategie, um die Stammwählerschaft im Dauer-Kulturkampf zu halten. Wer aber regieren will, muss Kompromisse schließen, Koalitionen bilden und im Rahmen der Verfassung handeln. All das widerspricht der Funktionsweise dieser Partei. Wenn Siegmund eine „100-prozentige Umsetzung“ der eigenen Positionen fordert und Zugeständnisse als „Machtspielchen“ abkanzelt, stellt er bewusst Bedingungen auf, die jede Regierungsbildung im Keim ersticken.

    Den kompletten Blogbeitrag mit allen Details findest du wie gewohnt auf BehindBlueEyes.de. Lass uns auch gerne darüber diskutieren und Meinungen austauschen. Hinterlasse mir einen Kommentar auf der Website oder vernetze dich mit mir in den sozialen Netzwerken unter @10dansch. Ich freue mich auf den Austausch mit dir! 

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