Univ.-Prof. Dr. Ernst Berger geht der Frage nach, inwieweit jugendliche Amokläufe durch generelle Prävention zu verhindern wären. Wenn junge Männer in einer bestimmten Entwicklungsphase den Anschluss an die gleichaltrige Gruppe verlieren, und sozial isoliert werden, kann es zu einem Rückzug in eine eigene Welt kommen. In dieser Welt werden die Sichtweisen zu bestimmten Themen immer enger, und es entsteht eine sich sehr langsam entwickelnde Psychodynamik, die dem von Prof. Ringel beschriebenen präsuizidalen Syndrom entspricht.
Eine spezifische Prävention, die das etwaige Drama erkennen lassen, ist nicht möglich. Die Chance zur generellen Prävention liegt im rechtzeitigen Erkennen von Entwicklungsstörungen und Kontaktproblemen, und der Inanspruchnahme von jugendpsychiatrischen Angeboten.