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Bei Gesprächen über nachhaltige Investments fallen in Deutschland meist Begriffe wie Artikel-8-Fonds oder Artikel-9-Fonds. „In Deutschland, wenn man über Nachhaltigkeit spricht, dann ist es nur grün, tiefgrün, ultragrün – also man erwartet quasi, dass ein Unternehmen oder dass eine Person dieses Nachhaltigkeitsthema schon bis zum Endpunkt, bis zum Extrem durchgesetzt hat“, beobachtet John Korter, Head of European Sales bei dem französischen Vermögensverwalter La Financière de l'Echiquier (LFDE). Der Ansatz im Nachbarland sei ein anderer, erklärt er im Podcast „Nachhaltiges Investieren“: „In Frankreich sagt man: ‚Okay, wie kommen wir dahin?‘“
Durch den stärkeren Fokus auf die Transformation sei das Investitionsuniversum breiter, der Fokus liege in Frankreich eher auf dem Weg und nicht allein auf dem Ziel. Dem Ansatz kann Korter einiges abgewinnen – und auch den Ansatz, Privatanleger etwa durch steuerliche Anreize zu Anlagen in Aktiensparplänen zu motivieren, begrüßt er. In Deutschland dagegen sieht er bei ESG-Investments eine wachsende Zurückhaltung. „Bis auf wirklich spezialisierte Investoren oder auch institutionelle Investoren, die das als Vorgabekriterium haben, will inzwischen keiner mehr über das Thema reden.“
Wann sich das aus seiner Sicht wieder ändern dürfte und welche finanziellen Anreize die Fondsmanager im Nachhaltigkeitsbereich haben, berichtet Korter im aktuellen Podcast.
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Seit fast 16 Jahren ist Christian Jasperneite Chief Investment Officer der Privatbank M.M. Warburg & Co., vor fünf Jahren ist er zudem unter die Unternehmer gegangen. Gemeinsam mit einem Partner hat er Cap2 gegründet, ein Unternehmen, das sich mit der Stilllegung von CO2-Emissionsrechten befasst.
Er habe sich darüber geärgert, dass der Standardansatz zur CO2-Reduzierung in Portfolios zumeist in Umschichtung bestehe, berichtet er im Podcast „Nachhaltiges Investieren“ der Börsen-Zeitung. Damit ist aus seiner Sicht wenig gewonnen: „Wir reden alle über Impact Investing, aber wenn man ehrlich ist: Durch das Umschichten von Portfolios habe ich gerade keinen Impact – also vielleicht ganz indirekt, aber direkt ganz sicher nicht.“
Interessenkonflikte gebe es durch die Doppelrolle nicht, versichert er. Cap2 erwirbt überschüssige Emissionsrechte und legt diese dann still. Mit Blick auf die Rendite ist das allerdings nicht förderlich – im Gegenteil. „Am Ende werden ja Rechte gekauft und quasi vernichtet. Und das kostet Geld“, erklärt Jasperneite. Die Zahl der Nutzer sei daher begrenzt, oft entschieden sich Family Offices dafür.
Zu glauben, dass Impact immer umsonst sei, sei „ein Wunschgedanke, der im echten Leben nicht wirklich funktioniert“, sagt Jasperneite. Welche Effekte er durch die Stilllegung der Zertifikate sieht und wie er auf das 1,5°-Klimaziel blickt, erklärt er im Podcast.
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Als Verkäufer für Solaranlagen ist Enpal 2017 an den Markt gegangen, inzwischen werden die Anlagen auch vermietet oder zum Ratenkauf angeboten. Diese Finanzierungslösungen für die eigenen Kunden muss Enpal wiederum selbst refinanzieren. Im November hat Enpal eine erste Verbriefung von Kundenkrediten umgesetzt und eine damit besicherte Anleihe emittiert. „Wir gehen davon aus, dass wir ungefähr einmal im Jahr diesen Public-Teil der Verbriefung machen werden“, sagt Felix Eisel, Mitgründer der Finanzierungseinheit Enpal Financial Services, im Podcast „Nachhaltiges Investieren“. Eine Regelmäßigkeit sei wichtig für die Struktur der Finanzierungen. „Es ist eine Maschinerie, es ist ein standardisierter Prozess. Dem will man dann auch immer wieder was geben.“
Für Enpal, deren Wachstum stark schuldenfinanziert ist, eröffnet die Einheit neue Finanzierungswege. Während Verbriefungen von Solaranlagenkrediten in den USA schon seit einigen Jahren etabliert sind, ist die Assetklasse in Deutschland noch relativ unbekannt, Verbriefungen kennt man eher von Autokrediten. Dass einige Tranchen der Enpal-Transaktion im November dennoch mehrfach überzeichnet waren, schreibt Eisel dem engen Zuschnitt zu: „So ein Solarkredit oder ein Wärmepumpenkredit, der geht nur an deutsche Hausbesitzer“, erklärt er. Dieser Bereich sei bei internationalen Investoren gefragt, aber bislang kaum zugänglich gewesen – und er zahle auf ESG-Anforderungen ein. „Es gibt sozusagen nichts Grüneres als einen Kredit für eine Solaranlage auf einem Haus.“
Was Enpal sich von den Transaktionen im US-Markt abschauen kann, welche regulatorischen Herausforderungen es bei der Gründung gab und wie er den Wechsel vom Fondsboutique-Inhaber auf die Unternehmensseite erlebt hat, berichtet Eisel im Podcast.
Über seine Fondsboutique f3x Capital sprach Felix Eisel im November 2022 im Podcast
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Am M&A-Markt meldet sich Viessmann derzeit regelmäßig zu Wort. „Wir sind gerade dabei, das neue Kapitel des Familienunternehmens Viessmann zu schreiben“, sagt COO Boris Scukanec Hopinski im Podcast „Nachhaltiges Investieren“. Den unternehmerischen Kern bilden 30 Beteiligungen mit insgesamt etwa 1 Mrd. Euro Umsatz, fast zehn Transaktionen sind im laufenden Jahr bereits hinzugekommen. Mit dabei sind Investitionen in Infrastruktur, im Gesundheitsbereich und im Energiesektor.
Bei Transaktionen tritt Viessmann sowohl als Mehrheitseigner als auch als Co-Investor auf. Dabei gibt es aber eine Bedingung: „Auch, wenn wir in die Minderheit gehen, reden wir von einer sogenannten qualifizierten Minderheit“, betont der COO. In der Regel sieht Viessmann je Investment einen dreistellgien Millionenbetrag vor.
Man wolle „natürlich auch mit den Unternehmen zusammenarbeiten“, sagt Scukanec Hopinski. „Das erfordert natürlich auch eine Fokussierung in der Stückzahl auf unserer Seite.“ Was ein Investment mitbringen muss, um für Viessmann interessant zu sein und an welchen Leitfragen sich Investitionsentscheidungen orientieren, erklärt er im Podcast.
Mit einem Volumen von 270 Mill. Euro soll der Power-to-X Entwicklungsfonds (PtX) der KfW Bankengruppe in den nächsten Jahren Wasserstoffprojekte in Entwicklungs- und Schwellenländern fördern. Das Mandat als Investment Manager des Fonds liegt bei dem Vermögensverwalter KGAL. Thomas Engelmann, der das Energy Transition Team bei KGAL verantwortet, ist nun in Personalunion auch Geschäftsführer des PtX-Entwicklungsfonds.
Bei den PtX-Mitteln handelt es sich um Zuschüsse – die Perspektive als Investment Manager bei KGAL, wo im Bereich Sustainable Infrastructure rund 3,5 Mrd. Euro Assets under Management liegen, ist daher eine andere: „Ich vergleiche jetzt mit dem PtX-Fund: Dort versuchen wir, die Projekte zu stimulieren, indem wir Geld geben zum Financial Close. Im Fonds der KGAL ist es anders, dort können wir die gesamte Wertschöpfungsstufe bearbeiten“, erklärt Engelmann in der aktuellen Podcast-Episode von „Nachhaltiges Investieren“.
Dass er sich mit seinen zwei Perspektiven am Markt selbst begegnet, ist ausgeschlossen: Der PtX-Development Fund sei auf sieben Länder fokussiert, in denen der KGAL-Fonds nicht aktiv ist, sagt Engelmann. Auch wenn bei den KfW-Zuschüssen keine Renditeerwartungen im Fokus stehen, sieht er Parallelen, etwa bei der Projektanalyse. Dort gehe das Team genauso vor wie ein Investment Management.
Wie der mehrmonatige Auswahlprozess für das PtX-Mandat gelaufen ist, warum Erfahrung in Entwicklungsländern für die Rolle wichtig ist und wieso er politische Risiken als besonders relevant für einen Erfolg der Energiewende einstuft, erklärt Engelmann im aktuellen Podcast.
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Für FS Impact Finance, eine Tochter der Frankfurt School, berät Thomas Richter Investoren bei der Restoration Seed Capital Facility zu nachhaltigen Waldinvestments im globalen Süden. Als Forstwissenschaftler hat er einen ungewöhnlichen beruflichen Hintergrund. Doch für Richter stand früh fest, dass er beruflich mit Natur und Wäldern zu tun haben möchte, berichtet er im Podcast „Nachhaltiges Investieren“. Nach dem Studium der Forstwissenschaft arbeitete er zunächst für eine auf die Holzindustrie spezialisierte Unternehmensberatung, von dort wechselte er in die Finanzindustrie.
Die mit 25 Mill. Euro ausgestattete Facility beteiligt sich an den Investitionen im globalen Süden durch eine Co-Finanzierung der Projektentwicklungskosten. An diesem Punkt scheitern Richter zufolge viele Investments. Richter ist regelmäßig auch vor Ort, um die Partner für die lokale Umsetzung kennenzulernen. „Wenn Sie im Amazonas oder in Afrika unterwegs sind und wirklich mit ‚boots on the ground‘ die Projekte anschauen – das ist glaube ich auch eine der wichtigsten Komponenten der Due Diligence, dass man wirklich eine Vertrauensbasis zu den Partnern aufbaut“, sagt er.
Welche Projekte ihn besonders beeindruckt haben, wie es bei den Investitionen um das Thema Rendite steht und wie der Blick des Forstwirtes ihm in der täglichen Arbeit hilft, das erklärt er im Podcast.
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Hier gibt es weitere Informationen zur Euro Finance Week
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Die EU-Vorgaben stellen Anleger, die sich in nachhaltigen Produkten engagieren wollen, noch immer vor schwierige Aufgaben, unterstreicht Roland Kölsch, Verantwortlicher Standards & Labels beim gemeinnützigen Wissenschaftsverein F.I.R.S.T. e.V. im Podcast „Nachhaltiges Investieren“ der Börsen-Zeitung. Denn das Zusammenspiel von Taxonomie, MiFiD und Offenlegungs-Verordnung ist verwirrend, beispielsweise wegen der unterschiedlichen Möglichkeiten der Definition des Begriffs einer nachhaltigen Investition. Die Märkte haben auf der Suche nach Differenzierungsmerkmalen die Kategorisierung von Fonds in Art. 6, Art. 8 oder Art. 9 dazu beigetragen, dass diese Kategorien als Qualitäts-Labels wahrgenommen worden. Die Tatsache, dass in den EU-Institutionen über Reformen des Regelwerks nachgedacht wird und Vorbereitungen für Anpassungen gestartet wurden, ist aus Sicht von Kölsch ein Hoffnungszeichen.
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Veranstaltungstipps: Am 30. und 31. Oktober findet in der Messe Frankfurt das Impact Festival statt. Am 11. und 12. November läuft in Berlin der dena Energiewende-Kongress 2024 , im Fokus steht das Thema "Zukunftswährung Klimaschutz".
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Über die Schwerpunkte der eigenen Nachhaltigkeitsstrategie berichtet Siemens Healthineers bereits, doch mit der EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung kommen künftig weitere Angaben hinzu. Neben eigenen Daten werden dann auch Angaben von Lieferanten und Kunden entlang der Wertschöpfungskette erhoben. In der Kommunikation werde es darum gehen, für Investoren und andere Stakeholder die wirklich wesentlichen Informationen in den Fokus zu rücken, sagt CFO Jochen Schmitz im Podcast „Nachhaltiges Investieren“ der Börsen-Zeitung.
Wer Unternehmensinformationen lese, werde künftig in der Finanz- und in der Nachhaltigkeitsberichterstattung mit einer Flut an Informationen konfrontiert. „Diese Flut hat ja nur eine Richtung, sie wird mehr.“ Eine wesentliche Aufgabe der Investoren- und der Unternehmenskommunikation müsse darin liegen, die strategischen Schwerpunktthemen herauszuheben.
Siemens Healthineers engagiert sich in der Debatte um regulatorische Anforderungen im Deutschen Rechnungslegungs-Standards-Committee. Insgesamt bewertet Schmitz die Entwicklung der zurückliegenden Jahre positiv: „Ich glaube, gerade im Bereich der Corporate Governance, der Finanzberichterstattung, ist die deutliche Mehrheit der Themen sinnvoll“, sagt er. „Ich muss jetzt gestehen, bei dem Sustainability-Thema bin ich mir noch nicht so sicher. Ich glaube, da sind wir sehr schnell vorangegangen. Da müssen wir jetzt mal gucken, was sich da wirklich etabliert, was wirklich sinnvoll ist.“
Wie Siemens Healthineers sich auf die Nachhaltigkeitsberichterstattung nach der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) vorbereitet, wo er Mehraufwand auf das Unternehmen zukommen sieht und welche strategischen Schwerpunkte der Dax-Konzern in seiner Nachhaltigkeitsstrategie setzt, erklärt Schmitz im Podcast.
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Weil er selbst mit den Angeboten für Geldanlage unzufrieden war, gründete Tillmann Lang mit einem Kommilitonen die Plattform Inyova, die sich auf Impact Investing spezialisiert hat. Mit 300 Mill. Franken Assets under Management ist das in Zürich gegründete Unternehmen ein vergleichswese kleiner Marktteilnehmer. „Wir sind nicht Blackrock“, sagt Lang. Ernstgenommen werde man aber trotzdem: „Wir vertreten Kleininvestoren aus dem Streubesitz. Das sind Aktionäre, die kennen die Unternehmen oft gar nicht genau, das ist für die interessant“, beobachtet er.
Bei BMW, Netflix oder der Zurich Versicherung hat Inyova schon auf Veränderungen gedrungen, um die Unternehmen nachhaltiger auszurichten. BMW habe er als „relativ offen“ für ihr Anliegen empfunden, sagt Lang – im Gegensatz zu Netflix. Ihm ist wichtig, den Konzernen mit konstruktiven Vorschlägen zu begegnen. „Wir treten nicht die Tür ein und werfen Farbbeutel.“
Dass nachhaltige Investments zuletzt weniger Rendite erzielt haben, sei für die Anleger „eine starke Probe des Nachhaltigkeitswunsches“, räumt er ein. Nach welchen Kriterien Inyova die investierbaren Unternehmen auswählt, welche Rolle Crowd-Investments für die Finanzierung des Start-ups spielen und was Konzertflügel mit der Gründungsgeschichte zu tun haben, erklärt er im Podcast-Gespräch.
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Eine neue ESMA-Leitlinie soll künftig die Namensgebung von Fonds mit Fakten unterlegen – wer Begriffe wie Umwelt, Sozial oder Impact verwendet, muss bestimmte Vorgaben erfüllen. „Aus meiner Sicht ist die Leitlinie ein Meilenstein“, sagt Daniel Sailer, Head of Sustainable Investment Office bei Metzler Asset Management, im Podcast Nachhaltiges Investieren. Die Zahl der betroffenen Fonds ist hoch: Über 60% des Fondsmarkts in Europa sind Sailer zufolge bereits als Artikel 8 oder Artikel 9 klassifiziert, davon tragen etwa 16% einen Nachhaltigkeitsnamenszusatz. „Das sind 16% von 6 Billionen Fonds.“
Anleger könnten die „grünen“ Fonds dank der Richtlinie künftig transparenter vergleichen und sicherstellen, dass ihre Anlagepräferenzen wirklich berücksichtigt sind. Doch auf die Anbieter kommt nun Arbeit zu. Die Übergangsfrist für die Anpassung auf die ESMA-Leitlinie endet im Mai 2025. Für Unternehmen mit Nachhaltigkeitsbezug im Namen greifen künftig bestimmte Benchmarks und klimaspezifische Grenzwerte. Sailer rechnet damit, dass es auch Fälle geben wird, in denen die Fonds den Umwelt-Bezug im Namen lieber streichen werden als sich daran anzupassen.
Außerdem erwartet Sailer, dass es eine große Zahl an Transitionsfonds geben wird. Diese aufzunehmen, sei ein „absoluter Wunsch von vielen Marktteilnehmern“ gewesen, berichtet er. Mitunter müsse man dorthin gehen, „wo es dreckig ist, um sauber zu machen“. Dies ermögliche der Transitionsrahmen. Allerdings muss auch dieser Transitionspfad messbar gemacht werden. Wie das aussehen kann und wie Metzler Asset Management sich selbst in den nächsten Monaten auf die ESMA-Leitlinie vorbereitet, erklärt Sailer im Podcast.
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