BredowCast

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By Leibniz Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut (HBI)Science
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BredowCast episodes

  • Regulierung von Telegram und Zoom
    Spätestens seit Corona kennen wir die Plattformen Zoom und Telegram etwas besser. Hier die unersetzliche Komponente im Home-Office, dort die vermeintliche Spielwiese der Corona-Leugner*innen, auf der prominente Stimmen wie Attila Hildmann und Xavier Naidoo hunderttausende Menschen erreichen.
    Telegram
    Nicht nur bei Menschen mit sogenannten „alternativen Meinungen“ ist Telegram beliebt, sondern auch bei jenen, die illegale Inhalte verbreiten wollen. Einer Studie der Landesanstalt für Medien NRW zufolge, finden sich Telegram Rechtsverstöße in den Bereichen Rechtsextremismus, Pornografie, Drogen- und Dokumentenhandel. Der Ruf nach einer Regulierung dieser digitalen Räume wird immer lauter.
    Zoom
    Auch bei Zoom stellt sich die Frage nach Regulierung. Durch seine wachsende Bedeutung als Kommunikationsraum wachsen auch Begehrlichkeiten, Vorgaben darüber zu machen, was auf der Plattform gesagt werden darf und was nicht. Zum Teil geschieht dies bereits. Eine Vortragsveranstaltung mit der zur Palästinenser-Organisation „Volksfront zur Befreiung Palästinas“ (PFLP) gehörenden Rednerin Leila Khaled hatte Zoom im September 2020 abgesagt, nachdem es im Vorfeld zu Beschwerden von zivilgesellschaftlichen Organisationen und Protestaktionen vor der Zoom-Firmenzentrale gekommen war. Die PFLP wird von den USA als terroristisch eingestuft.
    48 min
  • Europäische Medienkonferenz
    Vier Monate lang, von Juli bis Oktober 2020, hat unser Institut die EU-Medienkonferenz wissenschaftlich begleitet. Die Konferenzserie fand im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft statt. Ziel war die Diskussion über einen für alle Mitgliedstaaten einheitlichen gesetzlichen Rahmen für die europäische Medienlandschaft.
    Wolfgang Schulz und Amélie Heldt erzählen im Detail, worüber während der Konferenz diskutiert wurde, zu welchen Ergebnissen man kam und welche Akzente das HBI bei der wissenschaftlichen Begleitung gesetzt hat.
    Zusammenspiel von Wissenschaft und Politik
    Als Wissenschaftler die Politik zu beraten sei nicht immer einfach, sagt Wolfgang Schulz. „Herausfordernd sind schon die unterschiedlichen Zeithorizonte. Politik verändert sich in nur sehr kleinen Schritten.“
    Außerdem sei man beim wissenschaftlichen Beraten von Politiker*innen immer mit einem „Power Play“ konfrontiert. „Es gibt wohl kein generelles Interesse aller Akteure daran, dass sich die Medienregulierung kohärent und auf Fakten basierend gestaltet, sondern es geht auch um unterschiedliche Positionen. Wissenschaftlicher Rat kann da mal nützlich sein, mal kann er der eigenen Position entgegenstehen.“
    36 min
  • Wie wird man Medienforscher*in?
    Wiebke Loosen gehört zu den bekanntesten Journalismusforscher*innen in Deutschland. Im BredowCast spricht sie mit Johanna Sebauer darüber, wie sich ihr beruflicher Werdegang entwickelt hat.
    Am Ende war es vielleicht ihre Aversion dem Fach Chemie gegenüber, die Prof. Dr. Wiebke Loosen zur Journalismusforscherin gemacht hat. Denn um ein Haar hätte sie Biologie studiert, hätte man sie nicht rechtzeitig darauf hingewiesen, dass dieses Studium einen nicht unerheblichen Anteil an Chemievorlesungen beinhaltet. Ein Fach, das ihr – laut eigenen Angaben – so gar nicht lag.
    So kam es, dass sie sich 1986 an der Uni Münster für Kommunikationswissenschaft einschrieb. Nach ihrer Promotion kam sie zunächst an die Uni Hamburg, wo sie auch habilitiert wurde, und schließlich ans HBI. Hier forscht sie zu Themen wie Datenjournalismus, Journalismus-Publikum-Beziehung oder der sich verbreitenden Start-Up-Kultur in der Branche. Ihre Stimme ist oft in den Medien zu vernehmen, wenn es darum geht, aktuelle Entwicklungen im Journalismus zu kommentieren oder einzuordnen.
    Rat an angehende Forscher*innen
    Wege in die Wissenschaft sind vielfältig. Wichtig sei für angehende Forscher*innen vor allem, etwas zu finden, dass sie wirklich brennend interessiert, eine Frage, die sie unbedingt beantworten möchten. Denn dieses Thema wird sie schließlich jahrelang begleiten. „Bei mir war dieses Thema eben der Journalismus“, sagt Wiebke Loosen.
    Freiheit vs. Leistungsdruck
    Der Erforschung des Journalismus ist sie, abgesehen von ein paar Praktika in Lokalredaktionen und in der PR, in ihrer gesamten beruflichen Laufbahn treu geblieben. Auf die andere Seite, also in die journalistische Praxis, wollte sie nie. „Was für die Wissenschaft spricht, ist die Freiheit, die man hier hat“, sagt sie. „Man kann sich die Probleme, die man lösen möchte, selbst suchen.“
    Diese Freiheit ist aber nicht immer ohne Preis. So sieht Wiebke Loosen einen zunehmenden Druck, der auf jungen Forscher*innenschultern lastet. „Es wird immer behauptet, dass man als Forscher*in für seine Arbeit brennen muss. Wenn man sehr stark brennt, brennt man vielleicht irgendwann einmal aus. Ich bin dafür, dass wir akzeptieren, dass es unterschiedlich produktive Phasen im Leben geben darf.“
    1 hr 12 min
  • Ethnographic Media Research
    To find out how science journalists do their job, Irene Broer became one herself. Applying the research method ethnography, she spent several weeks amidst a team of science journalists. In this BredowCast episode, she explains what this endeavour entailed and why ethnography is a useful method to study journalism.
    For a total of four weeks, Irene Broer became part of the editorial team at the Science Media Center Germany in Cologne – a news agency specialized in scientific topics. During that time, she looked over the editors’ shoulders and watched their every movetrying to find out exactly how they filter information, select their topics and decide what is publish-worthy.
    This “editorial ethnography” was part of Irene’s PhD project which investigates the inner workings of science journalism in Germany. Ethnographic methods are ideal to study journalism behind the scenes, says Irene. “What you see in newspapers does not really give you an idea of what happens beforehand. What I find interesting are the choices leading up to it.”
    While doing her ethnographic research, she fully immersed herself in the very environment she studied. She told the editors to treat her like an intern and give her concrete tasks to do, so that she would not just be there as the observer sitting in a corner taking notes.
    However, this approach does not come without its challenges. According to Irene, what makes ethnographic research challenging is finding the balance between being part of a group and at the same time observing this very group from a neutral point of view.
    “As an ethnographer you need to be very aware of any preconceptions you might carry about your research object and be very transparent about them. And sometimes you will change your preconceptions because you realize that reality is a little different than you had imagined beforehand. But that is the beauty of ethnography”, she says.
    36 min
  • Was Journalisten sollen und wollen
    Eine neue Studie des HBI untersucht die Erwartungen der deutschen Bevölkerung an den Journalismus und vergleicht sie mit den Erwartungen, die Journalist*innen an sich selbst haben. Ergebnis: Zwischen beiden Parteien herrscht große Einigkeit darüber, was Journalismus leisten sollte. Die repräsentative Bevölkerungsumfrage wurde von der ZEIT-Stiftung gefördert. Johanna Sebauer hat mit den Autor*innen Prof. Dr. Wiebke Loosen und Dr. Sascha Hölig gesprochen
    Objektiv berichten, analysieren und Geschehnisse einordnen. Das – darüber sind sich Journalist*innen und ihr Publikum in Deutschland einig – sind die wichtigsten Aufgaben des Journalismus. Aber auch Toleranz und kulturelle Vielfalt innerhalb der Gesellschaft zu fördern, ist geboten. Besonders wichtig ist dem Publikum außerdem, dass Journalist*innen ihre Quellen transparent machen und ihre Themenauswahl erläutern.
    1000 Leute wurden im Rahmen dieser Studie in einer repräsentativen Umfrage befragt. Die Ergebnisse wurden verglichen mit den Befunden der Worlds of Journalism-Studie von Hanitzsch et al., die deutsche Journalist*innen nach ihrem Rollenselbstverständnis gefragt. Wiebke Loosen und Sascha Hölig besprechen die Ergebnisse im Detail in dieser Episode.
    35 min
  • Watchdog Journalism in Mexico
    Veronica Sánchez is a young Mexican journalist and media researcher currently researching watchdog journalism in her country. On the BredowCast she talks to Johanna Sebauer about the slow development of critical reporting in her country, the challenges of the Mexican media industry and why she, while working as a journalist, would never touch the buffet table at press conferences.
    Watchdog Journalism is a young concept in Mexico. As a general trend, it only started in the late 1970. Before that, the political elite and the press in Mexico were closely tied together in, what scholars now call, a “relationship of convenience”. The press offered loyalty to the powerful and the powerful, in turn, provided the press with economic benefits. Since Mexico experienced economic growth until the 1990s as well as social and political stability, nobody seemed to miss critical voices. “During this time many journalists saw themselves as a part of the political system not as someone to hold the powerful accountable”, according to Veronica Sánchez.
    However, things started to change. An emblematic turning point was the Tlatelolco massacre in 1968. In many corners of the world, the year 1968 was a year of civic upheaval and Mexico was no exception. During a peaceful student protest in the Mexico City neighborhood Tlatelolco 200 to 300 students were killed by the Mexican military and police forces. Mexican news did not report factually about these events. Only an article in the British Guardian revealed the actual number of fatalities. People started to become suspicious and demanded a more critical press.
    New Style of Journalism
    Between the 1970 and the 2000s, Mexico’s media landscape experienced a liberalization. Many new newspapers appeared and wanted to bring a new style of journalism to the table. Among them Reforma, a daily newspaper, where Veronica Sánchez worked at for four years.
    Through outlets like Reforma the journalistic profession began to implement a new self-conception, starting at the dress code: “When attending a press conference, men had to wear a tie and women formal clothing. We also took the rule of not accepting any gifts from our sources very seriously. We would not take anything from the buffet table that they usually offered to journalists at press conferences. Not even a glass of water.”
    Today Mexican news organizations, like many news organizations around the globe, face the challenges brought along by digitalization. A big problem is funding. Mexican media houses struggle to keep their businesses running and the root of this problem can be traced back to the questionable ties between the press and the political elite of the country. Due to decades of You-Scratch-My-Back-And-I’ll-Scratch-Yours-Type of symbiosis, Mexican media organizations were not able to build a solid foundation of trust with their audience.
    The solution? For Veronica Sánchez, quality journalism is a public good and should be treated as such. “That implies that it should be guaranteed by the state,” she says. “There should be a budget designated to guarantee that the journalistic profession continues to exist.”
    49 min

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