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Keine heile Welt für die Pflege
"Pflegekräfte in Not" lautet die Protestaktion, die der Gesundheits- und Krankenpfleger Stefan Heyde ins Leben gerufen hat. Menschen in Krankheit oder im Alter brauchen Zeit, Fürsorge und Empathie. Aber dies kann die Kranken- und Altenpflege häufig nicht leisten, obwohl der Wille da ist. Stefan Heyde berichtet uns im Gespräch von seiner Protestaktion, der fehlenden Reaktion des Bundesgesundheitsministeriums und dem Weg, der für ihn die Möglichkeit zu guter Pflege wurde. Wir diskutieren mit ihm die Ursachen des Pflegenotstandes und hören von seinen Änderungsvorschlägen für das deutsche Gesundheitssystem, welche er auch in einem Buch publiziert hat.
Weitere Infos:
Pflegekräfte in Not: https://pflegekraefte-in-not.weebly.com/
Stefan Heyde Webseite: https://www.betreuung-heyde.de/uber-mich
Buch (K)eine heile Welt: https://www.manuela-kinzel-verlag.de/buecher/neuerscheinungen/der-pflegeberuf-(k)eine-heile-welt.html
Pflege braucht mehr Mitbestimmungsrecht
Warum darf die Pflege in Deutschland nicht mitreden, wenn über sie entschieden wird? Warum bekommt ihre Stimme keinen höheren Stellenwert, obwohl so viel von den Pflegenden abhängt? „Bessere Bedingungen für professionell Pflegende brauchen mutige Entscheidungen der Politik und Gesellschaft“ sagt Christine Vogler, die Präsidentin des Deutschen Pflegerats. Wann wird es diese mutigen Entscheidungen geben? Seit langer Zeit kämpft die Pflege in Deutschland für bessere Arbeitsbedingungen, aber es ist für viele Menschen im Gesundheitssystem ein sehr zäher und frustrierender Kampf. Christine Vogler vom deutschen Pflegerat plädiert für Selbstbestimmung in Form einer Kammer für das Pflegepersonal in Deutschland, und zwar bundesweit. Damit wäre eine Stärkung des Mitbestimmungsrechtes zu erreichen, erklärt sie. Denn dass etwas passieren muss, ist in ihren Augen ganz klar. Und zwar schnell, denn das deutsche Gesundheitssystem hat mit dem Mangel an Pflegepersonal keinen großen Puffer mehr - und der Anreiz, in der Pflege zu arbeiten, fehlt. Aber die Mühlen der Demokratie und der Gesundheitsministerien drehen sehr langsam und erfordern einen langen Atem.
Weitere Infos:
Deutscher Pflegerat: https://deutscher-pflegerat.de/
Comparable-Worth-Index: https://www.boeckler.de/de/boeckler-impuls-gleichwertige-arbeit-weniger-geld-4050.htm
Rothgang-Gutachten: https://www.bibliomed-pflege.de/news/abschlussbericht-liegt-vor
https://www.dak.de/dak/download/studie-2413956.pdf
Medizin als Heilkunst statt als Geschäft
“Ärztliche und pflegerische Arbeit darf nicht mit der Bezahlung direkt verknüpft werden, sonst ist sie korrumpiert.” So formuliert es der Chirurg, Schriftsteller und Aktivist Dr. Bernd Hontschik, wenn man ihn nach den Missständen im deutschen Gesundheitssystem fragt. Als Chirurg habe er in seiner Berufsausübung manchmal den größten Erfolgt und aber auch die größte Mühe erlebt, wenn er mit dem Patient ausführlich besprochen hatte, dass nicht operiert werde - aber wie bezahlt man das dann? Weshalb hält das deutsche Krankenversicherungssystem noch immer am dualen System mit vielen Krankenkassen und vor allem privaten Kassen fest? Und wie kann es sein, dass Rendite an Aktiengesellschaften ausgezahlt werden, während Kliniken wirtschaftlich bedingt schließen müssen? Diese und weitere kritische Fragen besprechen wir in dieser Podcast-Folge. Machen wir uns auf den Weg, in der Medizin wieder die Berufung statt der Geschäftsangelegenheit zu sehen.
Weitere Infos:
Die Webseite von Dr. Bernd Hontschik: https://chirurg.hontschik.de/
Bücher von Dr. Bernd Hontschik: https://www.westendverlag.de/autoren/bernd_hontschik/
IPPNW: https://www.ippnw.de/startseite.html
Bücher von Bernard Lown: https://www.suhrkamp.de/buch/bernard-lown-die-verlorene-kunst-des-heilens-t-9783518455746
https://www.lehmanns.de/shop/medizin-pharmazie/32149743-9783794531257-heilkunst
Weil Chirurginnen gemeinsam einfach besser sind
In der Medizin und insbesondere in der Chirurgie sind Frauen in Führungspositionen immer noch deutlich unterrepräsentiert. Die Chirurgin Dubravka Ristau erzählt voller Hingabe von ihrem Beruf und berichtet aber auch über die Herausforderung, als Frau Chirurgin zu sein. In dem Verein Chirurginnen e.V. hat sie endlich die Unterstützung und das Netzwerk gefunden, nach dem sie in ihrem Berufsleben lange gesucht hatte. Sie kritisiert die Strukturen, in denen Frauen in ihrer Weiterbildung und beruflichen Karriere häufig alleine gelassen und ausgebremst werden. Voller Energie unterstützt sie nun andere Frauen in der Chirurgie und sucht nach einem guten Weg, in ihrem geliebten Fach arbeiten zu können.
Weitere Infos:
Chirurginnen e.V. https://chirurginnen.com/
Extra 3 Sendung: https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/extra_3/Deutsches-Gesundheitssystem-Die-Burnout-Fabrik,extra20448.html
Der Vorstand der Bunten Kittel zum Rückblick und Ausblick des Jahres
Es ist viel passiert in 2021, worüber Wanja und Frieder als Vorstand der Bunten Kittel rückblickend berichten. Eine erfolgreiche Petition, eine Volksabstimmung mit breiter Zustimmung, ein Podcast, vielfältiges Medienecho und viel Aktivität auf Social Media sind Elemente der Kampagne, die immer mehr Gehör finden durfte. Beginnend mit wenigen, umso stärker engagierten Menschen, wurde dadurch ein Weg der Aktivität für ein menschlicheres Gesundheitssystem bereitet. Das neue Jahr lässt Ideen und auch konkrete Pläne für 2022 entstehen, auf die Frieder und Wanja mit viel Motivation ausblicken lassen.
Weitere Infos:
10 Punkte Plan zur Reform des Gesundheitssystems: https://www.bunte-kittel.de/_files/ugd/4d8cd9_1807084e4b2a4090961a13586fe48223.pdf
SWR Doku: https://www.swr.de/swr2/doku-und-feature/zwischen-patientenwohl-und-oekonomie-krankenhaeuser-unter-druck-100.html
ZDF Heute Doku: https://youtu.be/kfEDdTCaV2M
Abstimmung21 Medienbeitrag:
Artikel: https://www.tag24.de/nachrichten/politik/deutschland/innenpolitik/gesundheitspolitik/bundesweite-volksabstimmung-keine-profite-mit-krankenhaeusern-2086291
Video: https://vimeo.com/showcase/8991554/video/642369660
Ursachen für den Hebammenmangel in Deutschland
Auf ein gutes Gesundheitssystem sind Menschen von Geburt an angewiesen. Individuelle und zeitintensive Betreuung sind gerade in den ersten Stunden des Lebens essentiell für einen guten Start in diese Welt. Und trotzdem liegt auch die Geburtshilfe noch in den Klammern des DRG-Systems und wird davon erschwert.
Schwangere in Deutschland haben das Recht auf eine Hebammenbetreuung vor, während und nach der Geburt. Das Problem ist nur - es gibt zu wenige Hebammen, um dies möglich zu machen. Was treibt initial hoch motivierte Hebammen aus den Kliniken oder gar ganz aus ihrem Beruf? Wo bleibt die politische Unterstützung? Wir sprechen mit der Professorin für Hebammenwissenschaft Frau Tegethoff über die Position von Hebammen im Gesundheitswesen und dessen Auswirkungen auf die Gesellschaft.
Weitere Infos:
https://www.dghwi.de/
https://www.hebammenverband.de/
Arzt und Autor des Buches "Der verlorene Patient"
Wenn Gesundheit zur Ware wird und Krankenhäuser vorrangig als Wirtschaftsunternehmen fungieren, geht die patientenorientierte Medizin verloren. Dr. Umes Arunagirinathan ist Herzchirurg und hat ein Buch über die Missstände im deutschen Gesundheitssystem verfasst. Er prangert eine Gewinnausrichtung und gleichzeitige Verschwendung von Ressourcen in Krankenhäusern an. Zur Sprache kommt dabei auch der kleine, aber wichtige Unterschied zwischen wirtschaftlich denken und gewinnorientiert handeln.
Wie kann der Mensch wieder in den Mittelpunkt der Gesundheitsversorgung gelangen? Wir sprechen mit dem Autor und Arzt über sein Buch und seine Kritik, sowie über Chancen zu Veränderung.
Das Buch: https://www.rowohlt.de/buch/dr-med-umes-arunagirinathan-der-verlorene-patient-9783499002991
Was wollen die Grünen im Gesundheitssystem verändern?
Noch vor der Wahl haben wir mit Ricarda Lang (stellvertretende Bundesvorsitzende und frauenpolitische Sprecherin bei Bündnis 90/ Die Grünen) gesprochen, welche Veränderungen die Partei im Gesundheitssystem anstrebt. Es entwickelt sich eine Diskussion um die relevanten Stellschrauben, um verschiedene Lösungsansätze und den Weg dorthin. Wie können die Arbeitsbedingungen im Krankenhaus verbessert werden und wir wird das ganze finanziert? Welchen Weg nun die Regierungskoalition tatsächlich einschlagen wird, ist jedoch noch eine ganz andere Frage...
Vereinte Therapeuten in Aktion
Die aktuelle Gesprächspartnerin Modesta Kriebel gehört zum Verein der Vereinten Therapeuten und berichtet uns von den schwierigen Arbeitsbedingungen von TherapeutInnen. Im Schnitt bleiben PhysiotherapeutInnnen nur für 5 Jahre im gelernten Beruf! Zugleich fehlt es an therapeutischem Personal. Eine fehlende Mitbestimmungsmöglichkeit im Gemeinsame Bundesausschuss verhindert eine aktive Gestaltung der Rahmenbedingungen für Leistungserbringer. Zudem werden bessere Vergütung und weniger Bürokratie sowie eine attraktive Ausbildung eingefordert. Die Vereinten Therapeuten sprechen Probleme an und fordern Veränderung.
Weitere Infos:
https://vereinte-therapeuten.de/
Veränderungen der Arbeitsbedingungen von ÄrztInnen sind möglich!
Am Montag, dem 27.09.21, bekommen die Bunten Kittel für ihr Engagement für bessere Arbeitsbedingungen von Personal im Gesundheitswesen den Kilian-Tegethoff-Preis vom Marburger Bund verliehen. Dr. Peter Bobbert ist aktiv im Marburger Bund und in der Berliner Ärztekammer und verbreitet Optimismus. Es kann sich etwas ändern bei den Arbeitsbedingungen von ÄrztInnen. Mit ihm sprechen wir über seine Arbeit, sein Engagement in Kammer und Gewerkschaft und darüber, welcher Weg zu einer besseren Arbeit im Krankenhaus möglich ist. Denn, bessere Arbeitsbedingungen bedeuten bessere Arbeit - und das liegt im Interesse von Beschäftigten und PatientInnen. Ein Austausch mit hoffnungsvollen Untertönen - auch angesichts der anstehenden Bundestagswahl.
Weitere Infos:
Marburger Bund: https://www.marburger-bund.de/
Ergebnisse der Abstimmung21 am 26.09.2021: https://abstimmung21.de/
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