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In Folge 25 geht es um zwei Denkmechanismen, die bestimmen, was wir für wahr halten:
1. Den Illusory Truth Effect und
2. WYSIATI („What you see is all there is“, Kahneman).
Der eine sorgt dafür, dass sich Wiederholtes wahr anfühlt. Der andere dafür, dass wir aus dem, was wir sehen, ein vollständiges Bild bauen, ohne zu fragen, was fehlt.
Wir sprechen darüber,
Aus der militärischen Entscheidungsfindung nehmen wir ein Gegenmittel mit: Bei der Bundeswehr versetzt man sich gezielt in die Lage des Gegners und spielt auch das gefährlichste Szenario für die eigene Seite durch, um darauf vorbereitet zu sein.
Übertragen heißt das: Wer in eine Diskussion geht, sollte die Argumente der Gegenseite kennen, bevor er die eigenen verteidigt. (Quellen u. a.: Hasher, Goldstein & Toppino 1977; Fazio et al. 2015; Kahneman, Schnelles Denken, langsames Denken)
Vertrautheit ist kein Wahrheitsbeweis und die eigene Wahrheit ist nicht automatisch die der anderen. Deshalb gilt es, die Offenheit für andere Perspektiven bewusst zu halten und zu stärken.
Gaslighting bekommt dann wohl eine eigene Folge.
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In Folge 24 ist Cici (CICIVIEWS) zu Gast: Cici ist Expertin für Essstörungen, traumasensible Yoga-Lehrerin und Pädagogin.
Wir sprechen darüber, warum emotionale Kompetenz keine private Wohlfühlfrage ist, sondern eine Führungsaufgabe.
Worum es geht:
Was du mitnimmst: Wer als Führungskraft Raum für Emotionen schafft, erhöht Leistungsfähigkeit und Fürsorge zugleich. Der erste Schritt ist nie Intervention, sondern ein klares „Ich sehe dich". Den Menschen adressieren, nicht das Krankheitsbild.
Und meistens braucht man nicht direkt die Welt zu retten. Oftmals hilft und reicht schon ein einfaches, niederschwelliges Gespräch um Vertrauen aufzubauen.
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Welche Eigenschaft, die du für eine Stärke hältst, kostet dich in Wahrheit deine Handlungsfähigkeit?
In Folge 23 stellen wir drei vermeintliche Tugenden auf den Prüfstand: Selbstsicherheit, Perfektion und Furchtlosigkeit.
Ausgangspunkt ist Marius' Leitfrage: welche Eigenschaft halten wir für überschätzt?
Unsere These: Nicht die Eigenschaft täuscht, sondern unsere Bewertung. Wir belohnen, was sichtbar ist, und übersehen, was als Nicht-Ereignis auftritt.
Worüber wir sprechen:
Selbstsicherheit: notwendig für Fortschritt, soziale Interaktion und Erfolg. Im Übermaß kippt sie in Überheblichkeit, Engstirnigkeit und Arroganz. Wir streifen den Dunning-Kruger-Effekt (und ordnen ihn kritisch ein) sowie das Impostor-Syndrom als sein Gegenstück.
Perfektion: wir trennen drei Ebenen: das Streben nach hohen Standards, die Sorge (Angst vor Fehlern) und den sozialen Erwartungsdruck von außen. Daraus wird die eigentliche Führungsfrage: Können wir Perfektion überhaupt nur leisten, wenn wir keinen Zeitdruck haben? Und wenn Zeit selbst ein Führungsfaktor ist – ist die perfekte Entscheidung dann noch die richtige?
Furchtlosigkeit: für uns kein Ideal, sondern die Verdrängung einer wichtigen Emotion. Auch Soldaten dürfen und sollen Angst haben; Tapferkeit ist nicht ihre Abwesenheit, sondern ihre Überwindung. Furchtlos sein sollte man nur vor dem Irrationalen. Diesen Gedanken diskutieren wir entlang des Buchs „Offizier sein".
Was du mitnimmst: einen Blick dafür, warum in Unternehmen wie im Militär oft die falsche Eigenschaft belohnt wird – und warum die eigentliche Führungsleistung nicht in der Eigenschaft liegt, sondern in ihrer situativen Kalibrierung.
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Was tust du, wenn dir ein Mensch, für den du Verantwortung trägst, unsympathisch ist?
Antipathie im Führungsalltag ist nicht vermeidbar. Die Frage ist nur, ob man sie steuert oder ob sie einen steuert.
In Folge 22 sprechen Marius und Leon darüber, wie Führung fair bleibt, wenn persönliche Sympathien und Abneigungen unbemerkt in Entscheidungen, Beurteilungen und Kommunikation einsickern. Verantwortung meint dabei mehr als das Team im Unternehmen: auch Verein, Ehrenamt, Mannschaft und Truppe: überall dort, wo man für jemanden geradesteht, den man sich nicht ausgesucht hat.
Der Takeaway:
Sympathie ist kein Führungsinstrument, kognitive Empathie schon. Man muss niemanden mögen, um ihn fair zu führen, aber man muss die eigenen Gefühle kennen, um sie nicht unbemerkt handeln zu lassen.
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Mit Menschlichkeit zur ,,ElitePerformance" – wie geht das?
In Folge 21, unserer ersten Gesprächsfolge, sprechen wir mit Malte Boven, ehemaliger U16-Cheftrainer im Nachwuchsleistungszentrum der SpVgg Greuther Fürth, Sportlehrer und Dozent, über Leistungsdruck und Menschlichkeit im Sport. Sein Leitmotiv: „Mit Menschlichkeit zur ElitePerformance."
Wir klären:
Was ist eigentlich ElitePerformance?
Wer macht eigentlich Druck? System, Verein, Medien, Eltern oder man sich selbst?
Warum es eine zentrale Führungsaufgabe ist, in jeder Situation zu unterscheiden: Spreche ich gerade die Rolle an oder den Menschen dahinter?
Am Beispiel von Jürgen Klopps Vorstellung als neuer Bundestrainer: Wie er sachliche Kritik an seiner Arbeit ausdrücklich akzeptierte, private Grenzen aber scharf zog und damit selbst als Vorbild für das setzte, was er später von seinem Team an Haltung erwarten wird.
Maltes eigene Reflexionsfrage, mit der er Menschen zu verstehen versucht: Wer braucht was, von wem, woraus und wie?
Was wir von Kindern und Jugendlichen lernen können: Räume für Leichtigkeit und für Fehler zuzulassen, ist kein Gegensatz zu Höchstleistung. Fehler können Helfer sein.
Am Ende steht eine klare Aussage: Räume für Leichtigkeit und Fehler schließen "ElitePerformance" nicht aus. Sie sind die Voraussetzung dafür.
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Bist du derselbe Mensch, wenn niemand hinschaut?
Folge 20 ist ein Selbstversuch. Kein Modell, keine Studie im Vordergrund. Es geht nur um eine Frage, ehrlich und persönlich zwischen uns durchdiskutiert. Der Kern: Integrität ist nicht das, was du in Meetings, Beurteilungen oder vor der Truppe zeigst, sondern das, was übrig bleibt, wenn Publikum, Bewertung und Konsequenz wegfallen.
Worüber wir sprechen:
– Die Lücke zwischen öffentlichem und privatem Ich und warum genau diese Lücke über Führungsglaubwürdigkeit entscheidet.
– Warum „Charakter ist, was du tust, wenn niemand hinschaut" (John Wooden) als Führungsmaßstab zu kurz greift und Charakter sich oft dann zeigt, wenn alle hinschauen.
– Situative Ehrlichkeit: Wo passen wir uns an, wo verbiegen wir uns, und ab wann ist Anpassung keine Klugheit mehr, sondern Selbstverlust.
– Der militärische Prüfstein: Führung ohne Aufsicht, Entscheidungen ohne Zeugen, wenn nur das eigene Gewissen kontrolliert.
– Der zivile Alltag: Kleine Unehrlichkeiten, unerwähnte Fehler des Gegenübers, das ungestörte Bequeme.
Takeaway: Konsistenz zwischen dem sichtbaren und dem unbeobachteten Ich ist keine moralische Zierde, sondern die Grundlage, auf der andere dir folgen. Wer im Verborgenen ein anderer ist, führt auf Zeit.
Inspiration zur Leitfrage: John Wooden – „The true test of a man's character is what he does when no one is watching."
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Braucht Führung Menschlichkeit – oder zählen am Ende nur Ergebnisse?
Folge 19 schließt sich dem Themenblock Menschlichkeit an und überträgt ihn auf Führung.
Ausgangspunkt: die Unterscheidung zwischen persönlicher, sozialer und methodischer Kompetenz und die Frage, ob fachliche Exzellenz allein für Führungsstärke reicht.
Wir sprechen über:
Transformationale Führung (Bass & Riggio) – vier Dimensionen, von Vorbildfunktion bis individueller Förderung. Kurzerklärung und Einordnung: https://www.haufe-akademie.de/blog/themen/general-management/transformationale-fuehrung/
Psychologische Sicherheit (Edmondson, 1999) – warum Teams nur dann offen Fehler ansprechen und Ideen einbringen, wenn sie sich sicher fühlen, und warum das nicht mit Vertrauen zwischen zwei Personen verwechselt werden darf.
Militärische Perspektive: Warum auch Systeme mit Befehl und Gehorsam auf psychologische Sicherheit angewiesen sind und wo Auftragstaktik genau das ermöglicht.
Takeaway: Führungsstärke braucht soziale Kompetenz nicht zusätzlich zur fachlichen – sie braucht sie, weil fachliche Exzellenz ohne psychologische Sicherheit im Team wirkungslos bleibt. Das gilt zivil wie militärisch, auch dort, wo Hierarchie die Struktur vorgibt.
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Woran liegt es, dass wir eingreifen wollen und es trotzdem nicht tun? Wann verlässt uns der Mut?
In Folge 18 beginnen wir mit einem Alltagsbild: ein Hund im überhitzten Auto. Reagieren oder nicht?
Die Antwort ist rechtlich klarer als viele denken und psychologisch komplizierter. Denn sobald mehrere Menschen zuschauen, passiert etwas, das nichts mit fehlendem Mut zu tun hat.
Besprochen wird:
Das Problem ist kein Mangel an Mut. Es ist Verantwortungsdiffusion – Gruppen versagen kollektiv, obwohl jedes Mitglied individuell handlungsfähig wäre. Hebel: direkte Adressierung und Handlungskompetenz. Beides gilt auf der Straße – und im Team.
Quellen & Links:
§34 StGB
§323c StGB
Bystander-Effekt
Tag der Zivilcourage (19.09.)
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In Folge 17 bauen wir auf der Grundfolge 16 auf: Dort haben wir geklärt, was Menschlichkeit in ihrer Grundform ist – ein biologischer Reflex, kein Wert, den man sich aneignet. Jetzt fragen wir: Was passiert mit diesem Reflex im digitalen Raum?
Wir sprechen über drei Mechanismen, die Social Media mit unserer Menschlichkeit macht:
→ Anonymität und Distanz: Warum Menschen online Dinge tun, die sie persönlich nie tun würden und was das mit der Hemmschwelle im Krieg gemeinsam hat.
→ Der Algorithmus als Verstärker: Warum Empörung mehr Reichweite bekommt als Nachdenklichkeit und was das mit unserem sozialen Verhalten macht.
→ Die Brücke zur psychologischen Kriegsführung: Wie Desinformation und Propaganda historisch und aktuell genutzt werden, um Feindbilder zu konstruieren und Entmenschlichung gezielt herzustellen. Zwei aktuelle Fälle aus Deutschland zeigen, wie konkret das ist:
Die Kampagne „Doppelgänger" (Auswärtiges Amt, 2024) fälschte über Jahre hinweg Webseiten deutscher Leitmedien und betrieb hunderttausende Fake-Accounts, um Stimmung gegen die Ukraine-Unterstützung zu erzeugen.
https://www.auswaertiges-amt.de/resource/blob/2660362/73bcc0184167b438173e554ba2be2636/technischer-bericht-desinformationskampagne-doppelgaenger-data.pdf
Die Kampagne „Storm-1516" (BND/BfV, Dezember 2025) nutzte Deepfakes und erfundene Zeugenaussagen, um amtierende und ehemalige Regierungsmitglieder mit schwersten Straftaten in Verbindung zu bringen – mit dem Ziel, die Bundestagswahl zu beeinflussen und Vertrauen in demokratische Institutionen zu zerstören.
https://www.bnd.bund.de/DE/Service/Public-Intelligence/_functions/20251212-attribuierung-storm-1516-sa.html
Takeaway: Social Media verändert nicht unsere Natur. Es verändert die Bedingungen, unter denen unsere Natur sich zeigen kann oder unterdrückt wird. Wer das erkennt, kann bewusster entscheiden, statt nur zu reagieren.
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Ist der Mensch im Grunde gut – oder macht Macht und Reichtum unmenschlich?
In Folge 16 wagen wir etwas Ungewöhnliches: eine etwas philosophischere Folge ohne sofortige Handlungsanweisung. Anhand von drei Dilemmata zwischen Menschlichkeit, Utopie und Dystopie fragen wir: Was sagt die Wissenschaft darüber, wie wir wirklich sind – und was Systeme, Macht und Reichtum daraus machen?
Was wir besprechen:
→ Rutger Bregman (Im Grunde gut, Rowohlt 2020) und seine These: Der Mensch ist von Natur aus kooperativ – Survival of the friendliest, nicht Survival of the fittest. Buch: https://www.rowohlt.de/buch/rutger-bregman-im-grunde-gut-9783499004162
→ Das Stanford-Prison-Experiment (Zimbardo, 1971) und Milgrams Gehorsamkeitsstudie (1961): Klassiker der Sozialpsychologie – und warum ihre Ergebnisse methodisch umstrittener sind, als jahrzehntelang behauptet wurde. Stanford: https://de.wikipedia.org/wiki/Stanford-Prison-Experiment Milgram: https://de.wikipedia.org/wiki/Milgram-Experiment
→ Paul Piffs Forschung (UC Berkeley, PNAS 2012): Wer mehr Macht und Ressourcen hat, zeigt weniger Empathie – messbar, reproduzierbar, unabhängig vom Charakter. Sind wohlhabendere Menschen automatisch unsozialer? Studie: https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.1118373109
→ Zwischen diesen Schulen: Was macht ein System mit dem Menschen – und was macht der Mensch mit dem System?
Diese Folge ist bewusst als Grundlage angelegt. In den folgenden Episoden bauen wir mit konkreten Alltags-, Militär- und Business-Beispielen darauf auf.
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