Depression fühlt sich wie das Ende an. Aber es kann ein Anfang sein. Ich kann nicht mehr! Ich will nicht mehr! Lass mich in Ruhe! All diese Sätze sind furchtbar und schmerzhaft und machen es dem Traurigen sehr schwer, noch etwas anderes zu sehen. So ging es mir. Und ich will überhaupt nicht so tun, als hätte ich die endgültige Lösung gefunden. Aber heute früh ist mir zumindest etwas klar geworden: Depression ist die Einladung zu einem inneren Rückzug, einer größeren Langsamkeit und Behutsamkeit und zur Innen-Kehr. Und es ist gleichzeitig die Aufforderung des Lebens, rauszugehen und in körperliche Bewegung und in Kontakt zu kommen. Das kann Spazierengehen sein, oder Sport, oder Kontakt machen und sich professionelle Hilfe holen. Egal, was die Stimmen im Innen sagen. Auch wenn sie das genaue Gegenteil sagen. Diese Stimmen sind Teil der Depression. Sie gehören dazu. Wir lassen sie weiterreden... und gehen trotzdem raus... wir gehen unseren Weg...Eine Email einer Zuhörerin brachte diese Folge hervor. Hier ist die EMail:
Guten Morgen Boris
Ich habe dein Buch nun zum zweiten Mal gelesen und es hat soviel in mir aufgewühlt.
Dunkelheit und Depression; Da ich dich heute nicht spazieren sah, hab ich mir dein Video von vor 10 Monaten angesehen und sehe auch da immer nur mich. Ich strample mich irgendwie durch und getrau mich nicht, mich irgend jemanden zuzumuten. Und wenn ich es doch tue, hör ich Dinge wie; Reiss dich doch mal zusammen oder sogar: du hockst da mit deinen vollgeschissenen Windeln.
Vermutlich sind es Worte, die ich sogar selber von mir glaube. Meine ganz konkrete Frage wäre; Wie sollte ich mich verhalten, wenn ich solche Worte höre?? Es sind nämlich Worte, die ich von meiner Mutter kenne!!
Wie ich dir ja schon in meinem vorherigen Mail beschrieben habe, war meine Strategie früher, ein ziemlich aufregendes und abwechslungsreiches Leben. Reisen, Abenteuer aber ich habe auch sehr lange Zeit mit exzessivem Arbeiten verbracht. Gastgewerbe, Tag und Nacht. 60 Stunden und mehr.. Ich war jung und hatte viel Kraft und wenn mich dann doch einmal der Blues erwischt hatte, ging es schnell über zur nächsten Herausforderung.
All das ist vorbei. Diese Art von Kraft ist weg. Mir kamen gestern die Sätze:
Ich muss nichts tun. Ich muss nichts wissen. Ich darf einfach SEIN.
Tönt super spirituell und erleuchtet, doch da ist auch noch immer viel Angst…Danke für dein Short, Das habe ich eben noch gesehen. Ich werde jetzt 4 Kerzen anzünden und die kürzeste Nacht mit euch zusammen feiern
Ich freue mich schon auf den nächsten Waldspaziergang