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Wenn man einen Buchpodcast bei einem Musikmagazin macht, dann muss man in dieser Woche natürlich über „Pudels Kern“ von Rocko Schamoni sprechen. Ein autobiografischer Roman, der gerade bei Hanser Blau erschienen ist. Er ist die Fortsetzung des Bestsellers „Dorfpunks“, in dem Rocko 2004 von seiner Jugend als junger Punk in Schleswig-Holstein erzählte. Diesmal begleiten wir den Hamburger Songwriter, Sänger, Entertainer und Mitbegründer des „Golden Pudel Club“ durch seine ersten Hamburg-Jahre und treffen auf dem Weg die Goldenen Zitronen, die Einstürzenden Neubauten, die Toten Hosen und noch ein paar andere illustre Gesellen und Gesellinnen.
Dank des Verlags Hanser Blau haben wir die Möglichkeit, 3 Exemplare von „Pudels Kern“ von Rocko Schamoni zu verlosen: Schickt uns einfach eine Mail mit eurer Postadresse an [email protected] und beantwortet folgende Frage: Wie hieß die Hamburger Kneipe, an dessen Theke man in den 80ern als Punk einfach stehen musste?
In dieser Folge spricht Celine mit der Autorin Ruby Braun über ihr neues Buch „Vengeance". Es ist der erste Band einer Dilogie und handelt von einer dunklen Traumakademie und der Protagonistin, die Rache für ihren toten Bruder will. Nur ihr Herz darf ihr dabei nicht im Wege stehen.
Juhu, der neue Roman Yellowface von Bestseller Autorin Rebecca F. Kuang wurde endlich ins deutsche übersetzt und es gibt uns einen schockierenden Einblick in die Verlagswelt und den allgegenwärtigen Alltagsrassismus.
Aber worum geht es in Yellowface überhaupt?
Wir verfolgen hier die Schriftstellerin June, die mit ihrer Arbeit im Schatten von ihrer „quasi" Freundin Athena Liu steht. Sie hat alles, was June sich nur wünschen kann. Erfolg, Geld, Relevanz in der Autorenwelt und obendrein ist sie attraktiv und wird von jedem vergöttert. In Junes Augen liegt das vor allem daran, dass Athena mit ihren chinesischen Wurzeln in der Verlagswelt besser ankommt. Als während eines abendlichen Trinkgeldes ein unvorhersehbarer Unfall passiert und Athena vor Junes Augen stirbt, wird die Story verzwickter. Denn June verschafft sich Zugang zu Athenas gerade vollendeten Manuskript, das sie bis dato noch niemanden außer June gezeigt hat. Kurzerhand entscheidet sich June dazu, Athenas Werk „Die letzte Front“ zu vervollständigen und dieses als ihres auszugeben. Der Roman handelt von den Heldentaten chinesischer Arbeiter während des Ersten Weltkriegs. Und in Junes Augen verdient es diese Geschichte erzählt zu werden, egal ob weiß oder nicht weiß. Aber nun muss June ihr Geheimnis hüten. Und herausfinden, wie weit sie dafür gehen will.
In der heutigen Folge geht es um den autobiografisch gefärbten Roman „Die schlechte Gewohnheit“ von der spanischen Autorin Alana S. Portero. Gerade erschienen im Claassen Verlag – in der Übersetzung von Christiane Quandt.
Die 1978 geborene Autorin Alana S. Portero ist in ihrer Heimat eine wichtige Stimme der Trans-Community. Sie gründete die Theatergruppe STRIGA, schrieb aus der Perspektive einer Transfrau Theaterstücke, Gedichtbände, Essays und Artikel über Feminismus und LGTB-Aktivismus. Aufgewachsen ist Portero in Madrid – genauer gesagt im Stadtteil San Blas. In ihrer Jugend war das eine roughe Working-Class-Gegend, die noch heute in Tourie-Listen auftaucht, die Titel tragen wie „4 Areas To Avoid in Madrid if you want to live here“. In den 80ern wird San Blas ein Drogenumschlagplatz, ein Straßenstrich, aber auch ein Zentrum der queeren Szene.
Porteros Romandebüt „Die schlechte Gewohnheit“ spielt ebenfalls in San Blas. Die Ich-Erzählerin wächst im Körper eines Jungen auf – in einem Umfeld das von konservativen Geschlechterrollen geprägt wird. Portero führt uns in diesem Roman durch die Kindheit und Jugend dieser Ich-Erzählerin. Wir lernen, was es bedeutet, im falschen Körper geboren zu sein. Wir sehen das Elend in den Straßen von San Blas – die Junkies, die gewalttätigen Väter, die oft noch jugendlichen Stricher, die transsexuellen Prostituierten, die betrunkenen Machos erst einen blasen müssen und dann manchmal von ihnen verdroschen werden, weil sich diese ach so männlichen Mann-Männer nach dem Akt dann doch dafür schämen, ihr Kunde gewesen zu sein.
Carolin Rosales ist Journalistin sowie Drehbuch- und Roman-Autorin. 2019 hat sie mit ihrem feministischen Memoire „Sexuell Verfügbar“ für Aufsehen gesorgt. Darin beschreibt sie anhand ihrer eigenen Erfahrungen wie bereits kleine Mädchen darauf konditioniert werden, lieb und höflich zu sein und dem Onkel doch ein Küsschen zu geben. Und wie aus diesen Mädchen Frauen werden, die mehr auf das Gegenüber achten als auf sich selber. Aus diesem Buch ist übrigens die gerade angelaufene ARD-Serie gleichen Namens entstanden, die Rosales mit dem Autor Timon Karl Kaleyta geschrieben hat – der übrigens schon mal bei uns im Podcast zu Gast war (https://diffusmag.de/p/podcasts/das-buch-gespraech-zur-woche-timon-karl-kaleyta-ueber-die-geschichte-eines-einfachen-mannes/)
Viele Motive aus „Sexuell Verfügbar“ stehen auch im Mittelpunkt von „Die Ungelebten“. Es ist ein Roman über das Schlager-Business, #MeToo, Mutterschaft, Väter, die Täter sind – und das alles dominierende Patriarchat. Im Mittelpunkt steht die dreifache Mutter Jennifer Boyard. Ihr Vater, Bernd Boyard, führt eines der größten Schlager-Labels Deutschland. Er ist down mit den ganz großen: Howard Carpendale, Udo Jürgens, Helene Fischer – er kennt oder kannte sie alle. Bernd Boyard war dabei immer der Mann für die neuen Talente: In einer Szene des Buches zählt er stolz auf, dass er über die Jahre 345 Schlagersängerinnen groß gemacht hätte. Gendern muss man an dieser Stelle nicht: Bernd Boyard nahm vor allem junge Frauen unter Vertrag, die unbedingt ins Schlager-Game wollten. Eine davon, die Sängerin Lorelei, beschuldigt Bernd nun, sie vergewaltigt zu haben …
Den amerikanischen Science-Fiction-Autor Jeff VanderMeer kennen viele durch „Auslöschung“. So heißt der erste Roman seiner sogenannten „Southern Reach Trilogie“, der 2018 für Netflix von Alex Garland verfilmt wurde – mit Natalie Portman in der Hauptrolle.
In dieser Folge soll es aber um den Roman „Borne“ gehen. In einigen Punkten ist dieser ein „classic VanderMeer“. Der Autor erzählt gerne Geschichten, die man vielleicht als Öko-Science-Fiction bezeichnen könnte. Während andere im Genre sehr Technik-verliebt sind und ins All streben, gibt es aber in VanDerMeer-Romanen irdische Umweltkatastrophen, ausgestorbene Tierarten, Bio-Tech-Auswüchse oder eine Flora und Fauna, die plötzlich nach Regeln funktioniert, die der Mensch nicht mehr versteht.
„Borne“ spielt in einer dystopischen Zukunft. Schon die Inhaltsangabe klingt etwas irre. Oft kann man sich die Buchrücken-Texte ja eh sparen, aber hier lohnt es sich, den mal zu zitieren: „Ein riesiger Bär, der eine zerstörte Stadt terrorisiert. Eine junge Frau, die in den Ruinen nach biotechnologischem Abfall sucht. Ein Drogendealer, der daraus psychoaktive Drogen herstellt. Ein undefinierbares Wesen, das diese Welt für immer verändern wird …“. Alles klar? Da will man doch reinlesen … Warum sich hinter dieser weirden Prämisse eine sehr deepe Story verbirgt, erklärt Daniel Koch in dieser Folge.
In dieser Folge spricht Celine mit der Autorin Rabia Doğan über ihr neues Buch. Es ist das zweite in einer Reihe, bei der jeder Teil von einer anderen Person aus einer Berliner WG handelt. In „Trusting Was The Hardest Part“ verfolgen wir Zelal, die an der FU studiert und dort für ihren neuen Dozenten arbeitet. Die Arbeitsbeziehung gerät ins Wanken, als sich beiderseitig Gefühle entwickeln, die zu vielen Schwierigkeiten führen.
Doch dieses Buch ist noch so viel mehr wie eine Liebesgeschichte. Das Buch thematisiert außerdem toxische Beziehungen, Grooming und die Übergriffigkeit von Männern gegenüber Frauen. Rabia erzählt obendrein im Gespräch, mit welchem Charakter sie sich identifizieren kann und von Situationen, die jede Frau wohl schon erlebt hat. Freut euch außerdem auf eine Szene aus dem Hörbuch, dass euch sofort ins Buch saugen wird. Viel Spaß!
In der neuen Folge ist der Autor und Poetry-Slammer Kaleb Erdmann beim hörbar Baumblütenpollen-Allergie-geplagten Host Daniel zu Gast. Kaleb hat gerade bei Park x Ullstein seinen Debütroman „Wir sind Pioniere“ veröffentlicht. In dem sehr schnellen und lustigen Buch geht es um Bruckner und Vero. Die beiden sind ein Pärchen, kennen sich seit den Studientagen in Mannheim und haben eine offene Beziehung. Als sie erfahren, dass sie Eltern werden, wollen sie ihre Beziehung eigentlich „schließen“ und erwachsen werden. Aber ganz so weit sind sie anscheinend noch nicht.
Im Kern also eine klassische, moderne Beziehungs-Story – aber auf sehr besondere Weise geschrieben. Kaleb verzichtet zum Beispiel auf Groß- und Kleinschreibung und Interpunktion. Warum er das getan hat, erfahrt ihr im Interview. Außerdem geht es um das Image der Poetry-Slam-Szene, das Studium an einer Schreibschule, das Prekariat, in dem Medienmenschen oft leben müssen – und um das Erwachsenwerden.
Nana Kwame Adjei-Brenyah hatten wir schon mit seinem Short-Story-Band „Friday Black“ in unserem Podcast. Nun erscheint sein Romandebüt auf Deutsch bei Hoffmann & Campe. „Chaing Gang All-Stars“ heißt es und ist ein satirischer, politischer Thriller, der allen Fans von Kendrick Lamar, „Mad Max“, „1984“, „Atlanta“, „Gladiator“, „Squid Game“, „Running Man“ und der „Hunger Games“-Reihe gefallen dürfte.
Schon der Titel knallt gewaltig. Die Worte „Chain Gang“ erinnern zugleich an die Zeit der Sklaverei in den Südstaaten und an das amerikanische Gefängnis-
Beide Welten bringt Nana Kwame Adjei-Brenyah zusammen: In seiner nahen Zukunft kämpfen Häftlinge in „Death Matches“ gegeneinander, wer lange überlebt, kann am Ende die Freiheit gewinnen. Aber die beiden Kämpferinnen Loretta Thurwar und Hamar Stacker, namens „Hurricane Staxxx“, versuchen das zynische Spiel zu sprengen …
In dieser Folge ist die Buchbloggerin @okaychiara bei uns zu Gast und erzählt über ihr Lieblingsbuch "Babel" von R.F. Kuang. Denn sie hat wohl erst mit ihren Videos auf TikTok die deutsche Buch-Community auf dieses Meisterwerk aufmerksam gemacht. Zudem wissen ihre Follower sicherlich von ihren 11 verschiedenen Ausgaben, die sie sammelt. Aber warum hat sie dieses Buch so gecatcht?
In Babel verfolgen wir den chinesischen Waisenjungen Robin, der von dem britischen Professor Lovell nach England gebracht wird. Dort wird er mit dem Lernen von Latein, Altgriechisch, Englisch und Chinesisch darauf vorbereitet, eines Tages in Babel zu studieren. Dies ist das in Oxford ansässige königliche Institut für Übersetzung. Oxford ist das Zentrum allen Wissens und Fortschritts in der Welt. Und ein Traum wird wahr, als Robin dort wirklich studieren kann. Denn in Babel wird nicht nur Übersetzung gelehrt, sondern auch Magie. Das Silberwerken in Verbindung mit Sprache bringt das britische Imperium zu großer Macht, dadurch wurden jedoch auch große Teile der Welt kolonisiert. Während er in Babel studiert, lernt Robin außerdem Freunde kennen, die zum Teil das gleiche Schicksal wie er erleiden müssen und von Rassismus nicht verschont bleiben.
Eins lässt sich jedoch von vorneherein sagen: R.F. Kuang ist eine Meisterin!
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