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Zwischen dem Thema der Benediktsregel und dem Büchlein von Schulz von Thun gibt es eine thematische Verbindung: das gute / das erfüllte Leben. Bei Benedikt heißt es: Wer ist der Mensch, der das Leben liebt und gute Tage zu sehen wünscht? Mit diesen dynamischen Worten möchte Benedikt Werbung für sein Konzept vom Klosterleben machen.
So können wir eine gewisse Zeit lang beim Prolog der Benediktsregel verweilen und uns einmal anschauen, wie dort der Suchende angesprochen wird und inwieweit es dabei um „Selbstverwirklichung /-aktualisierung" geht. In der Regel gibt es manche Hinweise, die unserem heutigen Verständnis von Selbstverwirklichung entgegenstehen: den Eigenwillen aufgeben, einem Mönch seine Aufgabe wegnehmen, wenn er stolz darauf wird usw. Dann die Polarität zwischen Furcht und Liebe: zuerst befolgt man die Klosterregeln aus Angst vor Strafe, später dann aus Liebe zur Tugend. Es gibt also einen Lernprozess, eine Entwicklung, die nicht nur äußere Fähigkeiten betrifft, sondern vor allem ein innere Entwicklung zu größerer Freiheit.
Schließlich sagt Benedikt am Ende der Regel, dass diese nur ein Anfängerbuch sei, und man darüber hinauswachsen solle, um auf den „Gipfel der Lehre und der Tugend zu gelangen". Dies mutet schon als ein fast unerreichbares, überpersönliches, abstraktes, idealisiertes Ziel an. Wie können wir heute damit umgehen im Zusammenhang mit Selbstfindung und -aktualisierung, wie sie z.B. das Modell von Schulz von Thun vorstellt? Oder das in der Maslowschen Pyramide enthalten ist oder in anderen, ähnlichen Modellen? Inwieweit können wir aus dem Kontrast mit der Benediktsregel und heutigen Konzepten - verbunden durch das Motiv des Suchenden - zu einer Unterscheidung - discretio - gelangen, die aufzeigt, wo die Trennlinie zwischen innerem Wachstum und Selbstoptimierung liegt?
Vorschau: In der nächsten Folge steigen wir ein mit dem Wunsch, auszusteigen: Sich dem Treiben der Welt entziehen. Steht das am Anfang eines guten Klosterlebens? Und kann das für uns ein Rezept sein, um zufriedener und echter zu werden?
Pionierinnen des biologischen Gartenbaus sind die Benediktinerinnen in Fulda. Seit den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts gärtnern sie hinter ihrer Klostermauer mitten in der Fuldaer Innenstadt. Ihre naturnahe Gartenbaukunst stützt sich auf besondere Beachtung der Bodenstruktur unter konsequentem Einsatz von Kompost. Vielen Gartenfreunden ist das Humofix bekannt, ein natürliches Pulver, das in homöopathischen Dosen angewendet eine ganz erstaunliche Kompostverrottung bewirkt. Eine weitere Methode der Schwestern ist die Mischkultur, also das Zusammensetzen von Pflanzen – Gemüse und Blumen – die sich gegenseitig besonders gut fördern. Es ist erstaunlich, was alles auf den 2000 qm in Fulda wächst und blüht, und wieviele Insekten und Tiere sich in dem Klostergarten wohl fühlen. Viele Gäste besuchen den Fuldaer Klostergarten und holen sich vor Ort oder telefonisch Ratschläge für den eigenen Garten. Im Podcast sprechen wir über all das mit Sr. Christa Weinrich OSB, die als langjährige Gärtnermeisterin in Fulda und darüberhinaus durch ihre Bücher ein Begriff ist.
Ein Blick in den berühmten St. Galler Klosterplan aus dem 9. Jahrhundert zeigt: Systematik ist Trumpf! Im Garten sollte Ordnung herrschen. Heilpflanzen wurden und werden nach wissenschaftlichen Erkenntnissen angebaut und genutzt. Oder aber heutzutage didaktisch aufbereitet der Öffentlichkeit präsentiert.
Klostergärten gehen oft über den gärtnerischen Zweck hinaus und bieten Anregungen auf der geistlichen oder symbolischen Ebene.
www.klosterland.de
Folgen zu Klostergärten in der 1. Staffel:
Der hl. Benedikt schrieb in seiner Regel vor, dass alles, was man zum Leben braucht, im Klosterbezirk vorhanden sein soll. So auch der Garten. Heute wird kaum noch dieses Ziel vollständiger Autarkie erreicht oder nur angestrebt. Die Professionalisierung der Klostergärten ist individuell verschieden und kann mehr oder weniger nur dem Konvent dienen oder auch Vermarktungszwecke verfolgen. Der Übergang zu Landwirtschaft ist fließend.
Klostergärten gehen oft über den gärtnerischen Zweck hinaus und bieten Anregungen auf der geistlichen oder symbolischen Ebene.
www.klosterland.de
Folgen zu Klostergärten in der 1. Staffel:
Klostergärten gehen oft über den gärtnerischen Zweck hinaus und bieten Anregungen auf der geistlichen oder symbolischen Ebene.
Ein Blick in den berühmten St. Galler Klosterplan aus dem 9. Jahrhundert zeigt: Systematik ist Trumpf! Im Garten sollte Ordnung herrschen. Heilpflanzen wurden und werden nach wissenschaftlichen Erkenntnissen angebaut und genutzt. Oder aber heutzutage didaktisch aufbereitet der Öffentlichkeit präsentiert.
Folgen zu KLostergärten in der 1. Staffel:
Folge 10: Kräuter- und Ernährungswissen aus St. Marienstern. // Im Gespräch mit Antje Meiser (http://klosterland.podigee.io/feed/mp3)
Folge 7: Die Funktion von (Kloster)Gärten für unser Leben // Im Gespräch mit Bruder Felix Weckenmann und Katharina Heberer (http://klosterland.podigee.io/feed/mp3)
www.klosterland.de
Der andere Blick. Der Perspektivwechsel-Podcast
Mitten in unserer Gesellschaft leben Nonnen und Mönche einen alternativen Lebensentwurf. Mit ihnen denken Lara Buschmann und Martin Erdmann im Perspektivwechsel-Podcast „Der Andere Blick“ über die Fragen unserer Zeit nach. Lara ist Organisationsberaterin. Sie will verstehen, was Menschen antreibt und Teams zusammenbringt. Martin ist ehemaliger Mönch und kennt das Leben im Kloster jenseits von Klischees und Vorurteilen. Der Podcast wird im Auftrag des Vereins KLOSTERLAND produziert. www.klosterland.de
Folge 13: Erfahrungshorizont und Experimentalraum // Ein Blick in die Zukünfte mit Dr. Stephan Brandt aus dem FUTURIUM Berlin.
Erfahrungshorizont und Experimentalraum
Wie nutzt man die Vergangenheit und macht sich gleichzeitig von ihr frei, um in die Zukunft zu blicken?
Dr. Stephan Brandt aus dem FUTURIUM Berlin
In der Barockzeit gestartet, in der Zukunft gelandet - so könnte man mit knappsten Worten den bisherigen Lebenslauf von Dr. Stefan Brandt zusammenfassen. Der gebürtige Weimaraner ist seit vier Jahren Direktor am Berliner Futurium und gestaltet mit seinem Team die Ausstellung rund um das, was uns in Sachen Zukunft beschäftigen und interessieren sollte. Vielleicht hat Brandt in seiner Heimatstadt etwas von dem universalistischen Denken Goethes verinnerlicht. Auf jeden Fall aber hat der 47-Jährige die Künste nicht nur studiert, sondern auch ausgeübt, nämlich als Musikwissenschaftler, Sänger und Leiter eines Barockopernensembles. Dann zog es ihn in die Unternehmensberatung, und er stellte seine Wissen und Können unter anderem in den Dienst des Frankfurter Opernhauses. Nach einigen Jahren wechselte er nach Hamburg in den Vorstand der dortigen Kunsthalle und tat alles dafür, die Modernisierung dieses bedeutendes Hauses erfolgreich umzusetzen. So brachte Brandt wirklich einen multifunktionalen und multimedialen Erfahrungsschatz mit, um in Berlin die Bühne des Futuriums zu bespielen. In dem Haus der Zukünfte direkt gegenüber dem Berliner Spreebogenpark, das vor zwei Jahren eröffnete, geht es um die Frage, wie wir leben wollen und welche Themen uns beim Nachdenken darüber helfen können. Ob es neue Technologien sind, Fragen der Umwelt und Ökologie oder soziale Fragen - all das ist im Futurium ziemlich nahbar und erfahrbar, so dass man schon einige nachdenkliche und inspirierende Stunden dort verbringen kann. Brandt plädiert dafür, sich ausreichend Zeit zu nehmen, nicht nur in seinem Haus vor Ort, sondern allgemein, wenn es um das Nachdenken und Vorausdenken geht. Mit ihm haben wir uns über Klosterkultur im Kontext der Zukunft ausgetauscht. Erfahrungshorizont und Experimentalraum - diese beiden Konstanten der Klosterkultur findet man auch im Futurium, und es ist spannend zu erfahren, was und vor allem wie ein Akteur der Zukunft wie Stefan Brandt darüber denkt.
Wir hoffen sehr, dass dich das Interview inspiriert hat. Wir freuen uns auf deine Erkenntnisse und Gedanken zur Folge. Kommentiere gerne auf Instagram @klosterland
Die Gesprächspartner:innen
Weiteführende Links zur Folge:
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Kontakt: www.klosterland.de
Der andere Blick. Der Perspektivwechsel-Podcast
Mitten in unserer Gesellschaft leben Nonnen und Mönche einen alternativen Lebensentwurf. Mit ihnen denken Lara Buschmann und Martin Erdmann im Perspektivwechsel-Podcast „Der Andere Blick“ über die Fragen unserer Zeit nach. Lara ist Organisationsberaterin. Sie will verstehen, was Menschen antreibt und Teams zusammenbringt. Martin ist ehemaliger Mönch und kennt das Leben im Kloster jenseits von Klischees und Vorurteilen. Der Podcast wird im Auftrag des Vereins KLOSTERLAND produziert. www.klosterland.de
Folge 12: Vorurteile Spezial // Was ist dran an unserem Bild über das Leben in Klöstern?
Wir haben die Ordensleuten zu folgenden 10 Vorurteilen befragt:
Wir hoffen sehr, dass dich das Interview inspiriert hat, offen für die Aufgaben und Möglichkeiten zu sein, die dir begegnen und zu erkennen, wie wertvoll dein Beitrag für unsere Gesellschaft ist und was du wiederum von ihr bekommst.
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Die Ordensleute
Gesprächsführung und Besprechung
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Der andere Blick. Der Perspektivwechsel-Podcast
Mitten in unserer Gesellschaft leben Nonnen und Mönche einen alternativen Lebensentwurf. Mit ihnen denken Lara Buschmann und Martin Erdmann im Perspektivwechsel-Podcast „Der Andere Blick“ über die Fragen unserer Zeit nach. Lara ist Organisationsberaterin. Sie will verstehen, was Menschen antreibt und Teams zusammenbringt. Martin ist ehemaliger Mönch und kennt das Leben im Kloster jenseits von Klischees und Vorurteilen. Der Podcast wird im Auftrag des Vereins KLOSTERLAND produziert. www.klosterland.de
Folge 2: Keine Angst vor Dynamik! // Im Gespräch mit Pater Johannes Pausch aus dem Europakloster Gut Aich
Als Klostergründer ist es nicht verkehrt, ein Tausendsassa zu sein. Bestes Beispiel dafür ist Pater Johannes Pausch. Bis vor Kurzem war der 72-Jährige Prior des Europaklosters Gut Aich am Wolfgangsee, das er 1993 selbst gegründet hat. Als Priester, Theologe und Psychotherapeut hatte er im Heimatkloster Metten und im Salzburger Kolleg St. Benedikt viel pädagogische und seelsorgerliche Erfahrungen gesammelt, als es ihm immer klarer wurde: Es muß etwas Neues entstehen. Und er fand einen Ort dafür, das alte Gut Aich am Wolfgangsee, aus dem nach und nach das Europakloster werden sollte. Schon damals schrieb er in der Vision: Wir wollen Verantwortung übernehmen, einüben und fördern, damit jeder einzelne im Frieden mit sich und mit anderen leben kann. Dazu ist es nötig, die Angst vor Flexibilität und Dynamik zu erkennen und auszusprechen, um mit Kreativität und Phantasie neue Wege und Möglichkeiten zu entdecken, die das Leben fördern. Und wirklich, Kreativität und Phantasie, die begegnen einem an diesem Ort auf Schritt und Tritt. Künstlerische Arbeit ist im Kloster ebenso wichtig wie Gottesdienst, Meditation und Heiltherapie für Körper und Geist. Und Gartenarbeit. Gut Eich ist umgeben und eingebettet in Gärten, die auch Grundlangen für Heilmittel und Liköre liefern. Besonders haben es Pater Johannes jedoch die Mist- und Komposthaufen angetan: Kraftreservoire für gesundes Wachsen und Gedeihen der Pflanzen. Und so überrascht er im Gespräch immer wieder mit starken Bildern und Gleichnissen aus dem Alltag, die so ganz und gar nicht belehrend, umso mehr aber bereichernd rüberkommen. Als Gärtner ist Pater Johannes Philosoph und umgekehrt. Hören Sie selbst!
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Vielleicht hätte es sich Antje Meiser gar nicht träumen lassen, dass sie irgendwann einmal ihr eigenes Paradies haben würde. Die gelernte Gärtnerin wollte eigentlich Lehrerin werden, aber in der damaligen DDR gab es für sie dazu keine Chance. Also entschied sie sich zunächst für ihre zweite Leidenschaft, die Arbeit im Freien mit Erde und Pflanzen. Und wie der Zufall es wollte, kam irgendwann das Angebot, beim Christlich-Sozialen Bildungswerk Sachsen e.V, in dessen Ernährungs- und Kräuterzentrum im Kloster St. Marienstern in Panschwitz-Kuckau zu arbeiten. Seither kann Antje Meiser auch ihre pädagogischen Stärken ausleben, denn regelmäßig sind in dem über 6000 qm großen Garten Schulklassen zu Gast. Do wo genau liegt ihre Wirkungsstätte? Wie gesagt: es handelt sich um das Kloster St. Marienstern in Panschwitz-Kuckau, das ist ein kleiner Ort in der Oberlausitz, nicht weit von Kamenz. Das Kloster gibt es dort schon seit dem 13. Jahrhundert. Zunächst lebten Zisterziensermönche in Marienstern, heute sind es Nonnen, die das Klosterleben fortführen. Die wunderbar restaurierte Anlage bietet neben Kloster und Kirche allerlei anderes: die Schatzkammer, eine Bäckerei oder auch eine Förderschule. Zwischen Klostermauer und Klosterwasser liegt indes der Garten, in dem Antje Meiser jede Pflanze persönlich zu kennen scheint. Der Garten bietet für jeden etwas: ob man Bauerngärten liebt mit ihrer Vierfeldereinteilung, den systematischen Kloster-Kräutergarten oder die Entdeckungsreise im Garten der Sinne: in allen Bereichen lässt sich auf je eigene Weise die wunderbar erholsame Wirkung der Natur erfahren. Und dabei kann man hinzulernen, denn jede Pflanze hat ihr Namensschild in deutscher, lateinischer und sorbischer Sprache. Antje Meiser hat es gut, sie arbeitet dort, wo andere sich entspannen dürfen. Und das strahlt die 48-jährige auch aus. Für den Besuch sollte man Zeit mitbringen, die Armbanduhr und das Smartphone beiseitelegen. Dann und wann wird man den Stundenschlag der Turmuhr hören und verwundert feststellen, dass man im Garten die Zeit beinahe vergessen hat. Wir haben mit Antje Meiser über ihr Paradies direkt vor Ort gesprochen.
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