Der Geschichtspodcast
Die Neue Rechte bezieht sich auf Autoren der sogenannten Konservativen Revolution aus der Weimarer Zeit. Wir fragen in dieser Folge: Wie wird ihr völkisch-nationales Denken von rechtsextremen Schlüsselfiguren wie Götz Kubitschek oder Björn Höcke weitergetragen?
Einer der führenden Theoretiker des völkischen Nationalismus in den frühen 1920er-Jahren war Arthur Moeller van den Bruck. Um ihn geht es in dieser Folge des Geschichtspodcasts von Frankfurter Allgemeiner Zeitung und Konrad-Adenauer Stiftung.
Moeller van den Bruck bekämpfte die parlamentarische Demokratie der Weimarer Republik und verachtete den Liberalismus. 1923 schrieb er sein bekanntestes Buch Das dritte Reich, darin lud er den Begriff des „dritten Reiches“ politisch auf und machte ihn so für die Nationalsozialisten anschlussfähig.
Dennoch wurden Moeller van den Bruck und andere Autoren der sogenannten Konservativen Revolution nach 1945 als vermeintlich „sauberes“, vom Nationalsozialismus nicht kontaminiertes Erbe umgedeutet, auf das sich die Neue Rechte gerne bezieht. Es findet sich nichts im heutigen Sinn „Konservatives“ an den Autoren der nachträglich von Armin Mohler so bezeichneten Konservativen Revolution.
Diese Folge des Geschichtspodcasts zeichnet den Weg völkisch-nationalistischen Denkens nach: vom Kaiserreich über Weimar und Arthur Moeller van den Bruck bis zu Armin Mohler, Götz Kubitschek und heutigen Akteuren der AfD. Der Historiker Volker Weiß ordnet die Kontinuitäten ein und erklärt, was ein Begriff wie „Volk“ über das Denken der Neuen Rechten verrät.
Wenn Sie generelle Fragen zur Folge haben oder Ihre Kritik anbringen möchten, schreiben Sie uns gerne an [email protected] oder kommentieren Sie bei Youtube oder Spotify.
Außerdem interessiert uns: Hat Ihnen unser Sprung zurück in die Weimarer Zeit und zu Arthur Moeller van den Bruck geholfen, das Denken der extremen Rechte heute besser einordnen zu können?
Die Fragen und Kommentare unserer Hörer besprechen wir kommenden Donnerstag in der Q&A-Folge – gemeinsam mit unserem Experten Volker Weiß. Einsendungen können gekürzt oder auszugsweise im Podcast verwendet werden.
Angelika Fey, Frankfurter Allgemeine Zeitung
Stefan Stahlberg, Konrad-Adenauer-Stiftung
Volker Weiß, Historiker
Justus Bender, stellvertretender Leiter des Politikressorts der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung
Thomas Lorenz: „Die Weltgeschichte ist das Weltgericht“. Der Versailler Vertrag in Diskurs und Zeitgeist der Weimarer Republik, Marburg 2005.
Erich Mühsam: Unpolitische Erinnerungen, Hamburg 2000.
Uwe Puschner: Die völkische Bewegung im wilhelminischen Kaiserreich. Sprache – Rasse – Religion, Darmstadt: WBG, 2001.
André Schlüter: Moeller van den Bruck. Leben und Werk, Berlin 2008.
Volker Weiß: Moderne Antimoderne. Arthur Moeller van den Bruck und der Wandel des Konservatismus, Paderborn: Ferdinand Schöningh, 2012.
Verfassungsschutzbericht 2021 Freistaat Thüringen
Götz Kubitschek: Fünf Lehren – Nachruf auf Armin Mohler, auf: Sezession.de, 1.7.2003.
Götz Kubitschek: Die AfD, der Osten und der liberale Flügel, auf Sezession.de, 16.9.2014.
Essays auf Geschichtsbewusst, dem Public-History-Portal der Konrad-Adenauer-Stiftung
Helmuth Kiesel: Zur Bedeutung Ernst Jüngers für die Neue Rechte, Essay auf Geschichtsbewusst, dem Public-History-Portal der Konrad-Adenauer-Stiftung, 9. Januar 2025. Nils Lange: Vordenker der Neuen Rechten: Armin Mohler und der antiliberale Konservatismus in der Bundesrepublik, Rezension von Maik Tändlers „Armin Mohler und die intellektuelle Rechte in der Bonner Republik“ auf Geschichtsbewusst, dem Public-History-Portal der Konrad-Adenauer-Stiftung, 16. April 2025.Matthias Oppermann: Verloren im Großraum. Carl Schmitt und die Zukunft der liberalen Weltordnung, Essay auf Geschichtsbewusst, dem Public-History-Portal der Konrad-Adenauer-Stiftung, 28. Februar 2024.Uwe Puschner: Völkische Weltanschauung. Eine Wegbereiterin des Totalitarismus, Essay auf Geschichtsbewusst, dem Public-History-Portal der Konrad-Adenauer-Stiftung, 5. August 2024.Autoren & Redaktion: Stefan Stahlberg, Angelika Fey
Mitarbeit: Josephine Bewerunge, Maximilian Emanuel Schneider, Lilli Beleweski, Lena Katharina Barozzi
Sprecherinnen: Kathrin Jakob, Josephine Bewerunge
Produktion: F.A.Z. Audio
Musik: Niklas Kleber
Soundlogo: David Brucklacher
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