Alexander Graf zu Reventlow und die Leiterin des Betriebes, Jana BlĂŒmel
Das Herrenhaus Damp ist zwar schon einige Jahrhunderte alt, die AnfÀnge des Gutes liegen jedoch etwas im Nebel der Geschichte.
Anfang des 15. Jahrhunderts beginnt sich der Schleier etwas zu lichten: Der Besitz des Gutes durch die Bischöfe von Schleswig lÀsst sich nachweisen. Es ist auch bekannt, dass dieses Gut verpachtet wurde, verbunden mit der Auflage, Holz einzuschlagen und ein Haus zur Unterbringung und Verpflegung der bischöflichen Jagdgesellschaft zu errichten.
Ab 1519 ĂŒbernahm die Familie von der Wisch. fĂŒr gut 100 Jahre den Besitz.
Diese Familie, die zu den âĂEquites Originariiâ, also zu dem etwa 30 Geschlechter umfassenden holsteinischen Uradel zĂ€hlte, lieĂ 1597 das heutige Herrenhaus errichten, das weitere 100 Jahre spĂ€ter barock umgestaltet wurde.
Das Gut wechselte in der Folgezeit ausschlieĂlich innerhalb des Kreises holsteinischen Adels den Besitzer und ist es im Grunde bis heute.
Nach mehreren derartigen Besitzerwechseln wechselte das Gut 1803 zur Familie von Qualen, die es in Erbfolge an die Grafen zu Reventlow weitergaben.
Seither wird Damp ohne Unterbrechung durch diese Familie gefĂŒhrt. Der landwirtschaftliche Betrieb sicherte nicht nur die EinkĂŒnfte der Reventlows ab, sondern war auch Lebensgrundlage fĂŒr die ortsansĂ€ssige Bevölkerung.
Das heute vor uns liegende Herrenhaus, das in mehreren Phasen errichtet wurde, entstand aus einem kleineren RenaissancegebĂ€ude mit seitlich angefĂŒgten Pavillons, die spĂ€ter miteinander verbunden und durch SeitenflĂŒgel ergĂ€nzt wurden.
So sparsam die Dekoration des Baukörpers ist, so ĂŒberwĂ€ltigend prĂ€sentiert sich bereits die Halle beim Eintreten.
Auf der rechten Schmalseite befindet sich das den Saal dominierende Orgelprospekt.
Die Orgel, die seit ihrer Errichtung um 1700 unverÀndert blieb, wurde in den spÀten sechziger Jahren instand gesetzt.
Auf der anderen Schmalseite findet sich die doppellĂ€ufige Treppe, die zur den Saal umlaufenden Galerie fĂŒhrt.
Die vollplastische Deckengestaltung zeigt Musikerinnen. Ihnen in die HĂ€nde sind teils originale Musikinstrumente gegeben, darunter eine Hummel - einem besonders in Norddeutschland verbreiteten Saiteninstrument, dessen Klang ein wenig an das Summen der Insekten erinnert.
Das in die Deckengestaltung integrierte Instrument ist das Àlteste seiner Art in Deutschland.
Die aufwendigen Deckengestaltungen setzen sich in den - an die Halle anschlieĂenden Kabinetten fort und wurden vermutlich von oberitalienischen KĂŒnstlern ausgefĂŒhrt.
Zum Gutsensemble gehört auch das charakteristische Torhaus aus der Mitte des 17. Jahrhunderts
sowie der Mitte des 18. Jahrhunderts zunÀchst in barocken Formen errichtete Park.
Die Beschreibung des Ensembles wÀre jedoch unvollstÀndig, ohne die ErwÀhnung des St.-Johannis-Armenstifts.
Es liegt etwas abseits und war fĂŒr die Aufnahme alter und kranker Angehöriger des Gutes vorgesehen.
Wie in der weiter zurĂŒckliegenden Vergangenheit, so war auch die Zeit der Reventlows auf Damp geprĂ€gt von vielfĂ€ltigen politischen wie gesellschaftlichen UmbrĂŒchen:
Die napoleonische Zeit unter dÀnischer Herrschaft, die Industrialisierung mit ihren vielfachen sozialen Verwerfungen,
der Deutsch-DĂ€nische Krieg (1864), das 20. Jahrhundert mit den beiden Kriegen und dem Ende der Monarchie:
Immer war das Gut die Lebensgrundlage der Bevölkerung von Damp.
Wenngleich ein groĂer Teil der Bevölkerung durch das in den sechziger Jahren errichtete Ostseebad Damp zusĂ€tzliche BeschĂ€ftigungsmöglichkeiten erhalten hat, so ist dennoch ein bemerkenswerter Teil der Gemeinde im Gutsbetrieb beschĂ€ftigt.
Diese umfassende und die Dorfbewohner einschlieĂende KontinuitĂ€t seit ĂŒber 200 Jahren macht Damp zu einem besonders herausragenden Gut: Hier lĂ€sst sich noch das Gutshaus als Zentrum eines landwirtschaftlich organisierten Betriebes mit ökonomischen wie sozialen Beziehungen in sein Umfeld erkennen.
Der Begleitfilm zum Podcast
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