Der Standpunkt

Der Standpunkt

By Redaktion «Die Ostschweiz»News
Download on the App Store

Der Standpunkt episodes

  • Felix Keller, könne Sie die Anliegen der Gewerkschaften nachvollziehen?
    Regulierungsflut für das Gewerbe

    «Am besten ist es, wenn man die Unternehmen arbeiten lässt», sagt Felix Keller. Dauernd neue Gesetze würden das aber erschweren.

    Da stellt sich die Frage, wie gewerbefreundlich ist die Stadt St.Gallen? Wo wirft sie das Geld zu grosszügig heraus?
    Er will den Stadtrat hier gerne etwas in die Mangel nehmen. Gerade dann, wenn es um die Mobilität geht. Diese sei von der Bevölkerung gefordert. «Nur noch verbieten, das könne es nicht sein», sagt Keller.
    Findet man folglich keine Lösungen, weil die Fronten verhärtet sind? Keller sieht das nicht so negativ. Und er hebt auch die vermittelnde Position des Gewerbeverbands hervor.
    Und kaum erstaunlich: Die Phase, die Felix Keller am meisten zu denken gegeben hat, war jene während Corona.

    15 min
  • Stadtpräsidentin Maria Pappa: «Nur weil ich bei der SP bin, heisst das nicht, dass ich nicht auf das Gewerbe achte»
    SP-Stadtpräsidentin von St.Gallen

    «Wenn man mich kennt, weiss man, wenn ich verärgert bin», sagt Maria Pappa auf ihre italienischen Wurzeln und das entsprechende Temperament angesprochen. Sie sei durchaus emotional und zeige das auch in den Gesten.

    Wenn sie aber nicht politisiert, findet sie den Ausgleich im Tanzen – «Bei uns haben alle getanzt».
    Den Job als Stadtpräsidentin hat sie nicht gesucht. Aber er hat sie gewisserweise gefunden.
    Im Gespräch sagt sie, wie sich eine Stadt mit einer SP-Politikerin an der Spitze verändert und welches die grössten Baustellen bei der künftigen Entwicklung sind. Ebenso nimmt sie Bezug auf die Parkplatzsituation und einen «unterschätzten Stadtrat».

    18 min
  • Die Nachwuchshoffnung der St.Galler SP: Schafft es Arber Bullakaj nach langer Wartezeit nun nach Bern?
    Stände- und Nationalratskandidat

    Vor vier Jahren reichte es bei den Nationalratswahlen für den ersten Ersatzplatz. Der Wiler SP-Politiker Arber Bullakaj konnte jubeln. Allgemein ging man davon aus, dass er entweder für Nationalrätin Claudia Friedl oder Barbara Gysi im Laufe der Legislatur nachrutschen würde.

    Doch weder Friedl noch Gysi machten Platz. Friedl, 63-jährig, wirkt seit 2013 in Bern. Ihre Parteikollegin Gysi, 59-jährig, ist seit 2011 im Nationalrat. Gysi scheiterte zudem im Frühling dieses Jahres beim Versuch, die Kammer zu wechseln. Im Ständeratswahlkampf unterlag sie gegen SVP-Nationalrätin Esther Friedli. Bullakaj dürfte an jenem Sonntag die Resultate im Sekundentakt mitverfolgt haben…

    Nun soll er schaffen, was Gysi nicht gelungen ist: Friedli aus dem Ständerat – und damit aus dem Parlament – zu bugsieren. Bullakaj setzt jedoch nicht wie Friedli alles auf eine Karte. Er kandidiert ebenfalls ein weiteres Mal für den Nationalrat. Eine Wahl ist nicht ausgeschlossen. Es wird für möglich gehalten, dass er eine der Bisherigen – wohl am ehesten Claudia Friedl – überholen könnte. Ebenso ist auch denkbar, dass die SP einen dritten Sitz holt.

    Und selbst wenn nicht, selbst wenn es einmal mehr nur für den ersten Ersatzplatz reichen würde, kann sich Bullakaj schon vorbereiten. Ein weiteres Mal werden ihm die beiden SP-Genossinnen das Spiel wohl nicht verderben.

    Ein Gespräch über die erleichterte Einbürgerung, Glück und Unglück bei der «Geburtenlotterie» und Kampagnen wie «Kosovaren schlitzen Schweizer auf».

    24 min
  • Eine Frau im Dauerwahlkampf: Warum Esther Friedli sich intensivere Auseinandersetzungen gewünscht hätte
    Ständeratskandidatin Esther Friedli

    Eine solche politische Karriere gelingt nicht vielen. Und man kann davon ausgehen, dass der Zenit bisher nicht erreicht worden ist.

    In ihrer Jugend war Esther Friedli noch Mitglied der CVP (heute Mitte). Nach ihrem Beitritt zur SVP kandidierte sie noch im selben Jahr für den Regierungsrat des Kantons St.Gallen. Das war 2016. Seither wurde und wird die 46-Jährige mit allen politischen Spitzenämtern in Verbindung gebracht, die es bei der SVP zu besetzen gilt.
    Vor vier Jahren wurde Friedli mit 39'540 Stimmen in den Nationalrat gewählt. Doch sie absolvierte nicht einmal eine volle Legislatur. Nach dem Rücktritt von SP-Ständerat Paul Rechsteiner vor rund einem Jahr brachte man ihren Namen nicht nur hier als potenzielle Nachfolgerin ins Spiel, auch als Bundesratskandidatin wurde sie bereits gehandelt. Dem Siebner-Gremium erteilte sie eine Absage, in den Ständeratswahlkampf aber stieg sie ein – und das mit Erfolg.
    Im zweiten Wahlgang setzte sie sich gegen SP-Nationalrätin Barbara Gysi durch.
    Nun, nach knapp fünf Monaten im Amt, muss sie sich bereits eine Wiederwahl stellen.

    20 min
  • Braucht es einen radikalen Systemwechsel oder müssen wir uns mit dem «Machbaren» beschäftigen?
    Andrin Monstein vs. Stefan Hubschmid

    Bei der Benennung der wichtigsten Problemfelder sind sie sich durchaus immer mal wieder einig. Beim Ansatz aber, wie man diese lösen könnte, gehen die Meinungen auseinander.

    Stefan Hubschmid von «Parteifrei SG» will das System grundsätzlich verändern. Es müsse neu gedachte werden, damit die Kluft zwischen Reich und Arm nicht noch grösser werde. Und hier benötige es radikal neue Ideen. Hubschmid ist sich absolut bewusst, dass er mit seinen Vorschlägen keine Mehrheiten finden wird. «Aber irgendwo muss man ja anfangen», erklärt er.

    Andrin Monstein macht den Vergleich mit einem Gebäude. Man könne es entweder von aussen mit Steinen bewerfen oder aber, nach innen gehen und selber dazu beitragen, dass schrittweise Verbesserungen erzielt werden.

    Beide sind sich bewusst, dass sie bei den Ständeratswahlen nur Aussenseiter-Chancen haben. Während es Hubschmid absolut egal wäre, welchen Sitz der Bisherigen er erben würde («Ich kenne beide nicht. Es geht mir um Menschen, nicht um Parteien»), würde Monstein dann doch lieber Esther Friedli von der SVP aus der Kleinen Kammer bugsieren.

    34 min
  • «Sich auf eine Strasse zu kleben, ist ein radikaler Schritt. Und Radikalität führt zu Gegenradikalität»
    Ständeratswahlen

    Zwei Bisherige gegen sechs Neue. So sieht die Ausgangslage für die Ständeratswahlen im Kanton St.Gallen zurzeit aus. Der 2019 gewählte Benedikt Würth von der Mitte und die im Frühling 2023 gewählte Esther Friedli von der SVP gegen die Grünen, SP, FDP, GLP, Parteifrei SG und Aufrecht.

    «Die Ostschweiz» führt im Vorfeld der Wahlen vom 22. Oktober 2023 mit sämtlichen Kandidatinnen und Kandidaten Gespräche. Den Auftakt bildete das erstmalige Zusammentreffen von Benedikt Würth und Patrick Jetzer.
    Während bei diesem Austausch mitunter ordentlich die Fetzen flogen, herrscht bei der Diskussion zwischen Oskar Seger (33) und Meret Grob (28) Harmonie – auch wenn die beiden in diversen Themen ganz unterschiedliche Standpunkte vertreten.
    Das sei auch mit ein Grund, trotz der schwierigen Ausgangslage zu kandidieren. «Wir müssen als Partei Präsenz zeigen», so Seger. Und Grob ergänzt: «Die Kandidierenden bestimmen die Themen, über welche gesprochen wird. Deswegen kann man das Feld nicht nur den Bisherigen überlassen.»
    Beide haben die Entscheidung, zu kandidieren, nicht leicht gefällt. «Es braucht Selbstvertrauen und Mut», sagt Meret Grob. Gerade bei ihr als junge Frau werden die Legitimation einer Kandidatur in Frage gestellt.
    Entgegengesetzte Meinungen vertreten Grob und Seger beispielsweise beim Stimmrechtsalter 16, bei der Wahl eines Streiks, um sich Gehör zu verschaffen und in der Klimadebatte.
    Für Meret Grob ist Streiken ein «wahnsinnig wichtiges politisches Mittel», auf das sich auch selbst schon zurückgegriffen hat. Seger sieht das anders: «Sich auf eine Strasse zu kleben, ist ein radikaler Schritt. Und Radikalität führt zu Gegenradikalität.».

    Im Podcast-Gespräch erfahren Sie ausserdem, ob es für Oskar Seger einen Grund geben würde, selber auf die Strasse zu gehen, und wie Meret Grob auf den unterschwelligen Vorwurf reagiert, hysterisch zu sein.

    33 min
  • «Ich bin eben genau keine Politikerin, die Floskeln verwendet»
    Regierungsrätin Susanne Hartmann im Gespräch

    Sie lebt gerne. Und setzt sich ebenso gerne für eine bessere Welt ein. Sich dafür auf die Strasse kleben würden die St.Galler Regierungsrätin Susanne Hartmann aber nicht. Für sie ist klar: «Veränderungen sind am besten durch den Dialog möglich.» Und dabei wolle sie auf Authentizität setzen und sich keinerlei Floskeln bedienen.

    Wir haben die 53-jährige Wilerin zu einem Podcast-Gespräch eingeladen und ihr vorgängig einen Fragebogen zugestellt, auf den wir im persönlichen Interview Stellung beziehen.
    Nachfolgend Susanne Hartmanns Antworten auf unsere vorgängig gestellten Fragen.

    Jahrgang: 1970

    Berufsbezeichnung: Regierungsrätin (Rechtsanwältin, Primarlehrerin)
    Wohnort: Wil
    Zivilstand/Kinder: verheiratet / leider keine

    In drei kurzen Sätzen: An welchem Punkt in Ihrem Leben stehen Sie heute?

    Ich habe und hatte immer das Glück, eine Tätigkeit auszuüben, welche mir sehr viel Freude bereitet – ob als Primarlehrerin, als Gerichtsschreiberin, als Stadtpräsidentin oder jetzt als Regierungsrätin. Die zeitliche Belastung im Regierungsamt ist zwar hoch. Die Zukunft unseres vielfältigen Kantons mitgestalten zu dürfen, nehme ich als grosse Verantwortung und zugleich als Privileg wahr. Dies umso mehr, als im Bau- und Umweltdepartement zentrale Fragen der Zukunftsgestaltung zusammenlaufen: Energie, Klimawandel, Biodiversität, daneben die Entwicklung des Strassenverkehrs aber auch den Bau von Berufs- und Kantonsschulen, eines Klanghauses oder die Renovation des Theaters St.Gallen. Ich habe das Glück, eine tolle Familie und viele Freundinnen und Freunde zu haben. Von ihnen fühle ich mich getragen, mit ihnen gehe ich gemeinsam durchs Leben.
    Was würden Sie als bisher absolutes Highlight in Ihrem Leben bezeichnen?
    Es gibt kein einziges absolutes Highlight. Ein Highlight: Die Wiler und später die St.Galler Wählerinnen und Wähler haben mich und damit meine Werte von Freiheit, Toleranz und Offenheit mehrfach gewählt.

    Was war ein Tiefpunkt, eine grosse Niederlage?

    Der absolute Tiefpunkt meines Lebens war der frühe Tod meines geliebten Vaters.

    Was sind Ihre Visionen, was möchten Sie unbedingt noch erreichen?

    Ich will mithelfen, die Welt zu retten… Was pathetisch klingt, hat einen wahren Kern: Ich möchte alles in meiner Macht Stehende tun, um unsere Lebensgrundlage – die Erde – zu schützen. Ich setze mich gemeinsam mit der Regierung für die Stärkung der erneuerbaren Energien, für den Erhalt der Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt, für einen zukunftsfähigen Kanton St.Gallen ein. Wir leben in einer Zeit, der vielen Krisen. Da ist es verständlich, dass viele sorgenvoll in die Zukunft blicken. Ich bin zutiefst überzeugt, dass Zukunft vor allem eines bedeutet: Möglichkeit. Wir werden gemeinsam die Chancen und Möglichkeiten zu nutzen wissen und eine lebenswerte Zukunft gestalten.
    Welche gesellschaftliche Entwicklung macht Ihnen am meisten Sorgen?
    Das Auseinanderdriften der Gesellschaft in unterschiedliche Gruppen und Schichten, der zunehmende Kontaktverlust zwischen den Gruppen und Schichten, der Egozentrismus. Zudem bereitet mir Sorgen, dass sich zunehmend mehr Menschen nicht mehr an unsere Regeln des Zusammenlebens halten. Toleranz, Meinungsfreiheit, gegenseitiger Respekt, also Anstand sind für unsere Gesellschaft die grundlegenden Regeln, auf denen unsere Gemeinden, der Kanton und der Bundesstaat steht. Gerade der gesellschaftliche Zusammenhalt und diese Werte brauchen wir auf unserem gemeinsamen Weg in die Zukunft. Ohne sie ist unsere feingliedrige Demokratie nämlich nicht funktionsfähig.

    17 min
  • «Da muss ich also schon noch widersprechen» - Wenn ein Gewerkschafter auf eine Freisinnige trifft
    Michèle Strähl trifft auf Lukas Auer

    Nein, eine gemeinsame Agenda werden die beiden nicht finden. Auf der einen Seite der Gewerkschafter Lukas Auer, der für Mindestlöhne plädiert und Missstände in der Wirtschaft anprangert. Auf der anderen Seite die Freisinnige Michèle Strähl, die sich für mehr Liberalisierung ausspricht.

    Strähl sagt klar: «Wo mir die Haare zu Berge stehen, ist bei Forderungen nach Mindestlöhnen und Grundeinkommen.» Arbeit solle belohnt werden. Wer mehr leiste, solle auch mehr bekommen.

    Auer kontert: «Es kann mir niemand sagen, dass jemand mit einem Stundenlohn von 14 Franken leben oder davon noch etwas in die Wirtschaft einbringen kann.» Zudem fragt er sich, weshalb während der Corona-Phase innerhalb von 24 Stunden enorme Summen locker gemacht werden konnten, es bei linken Forderungen aber immer wieder heisse, das Geld sei nicht vorhanden. «Hinzu kommt», so Auer, «dass viele Kredite missbraucht worden sind.»

    Ganz grundsätzlich sieht der SP-Politiker hier grossen Handlungsbedarf. Auch in der Ostschweiz. «Da sehe ich an IHK-Apéros einige ‘Lausbuben’, mit denen ich rechtlich zu tun habe.

    Hier treffen zwei Welten aufeinander. Wie sich Michèle Strähl und Lukas Auer geschlagen haben, erfahren sie im Podcast-Gespräch.

    42 min

More shows like Der Standpunkt

Wissenschaftsmagazin by Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)

Wissenschaftsmagazin

6 Listeners

Bern einfach. Das Wichtigste zum Tag. by Markus Somm, Dominik Feusi

Bern einfach. Das Wichtigste zum Tag.

7 Listeners

Lanz + Precht by ZDF, Markus Lanz & Richard David Precht

Lanz + Precht

316 Listeners

Weltwoche Daily by Weltwoche

Weltwoche Daily

5 Listeners

Nebelspalterinnen by Stephanie Gartenmann und Camille Lothe

Nebelspalterinnen

0 Listeners