Autarkie ist kein Schutz: Europas Wirtschaft braucht Anpassung
Wie krisenfest ist Europa angesichts von Handelskonflikten, KI-Umbruch und geopolitischen Verwerfungen? Darüber spricht Dr. Hermann-Josef Baaken in der neuen Folge des DVT-Podcasts „Fakten-Futter" mit Prof. Dr. Friedrich Heinemann vom ZEW und der Universität Heidelberg.
Der Wirtschaftsexperte knüpft an sein Thema von der DVT-Jahrestagung an und räumt mit dem Modewort Resilienz auf. Wer widerstandsfähig sein will, kehrt nicht in den Zustand vor der Krise zurück, sondern passt sich dem veränderten Umfeld an. Beim Handel warnt er vor einem verbreiteten Irrtum: Autarkie sichert die Versorgung nicht, denn auch heimische Produktion leidet unter Dürren und Pandemien. Offene Märkte, diversifizierte Lieferketten und WTO-konforme Handelsabkommen bieten mehr Schutz.
Die Krisen kosten Geld, deshalb gehört jeder Euro auf den Prüfstand. Beim EU-Haushalt sieht Heinemann kein Einnahmeproblem. Die Mittel stecken in Ausgabeposten des vergangenen Jahrhunderts fest. Der Haushalt soll europäischen Mehrwert schaffen, verfehlt dieses Ziel aber, weil die Mitgliedstaaten möglichst viel Geld in die eigenen Kassen zurückholen wollen.
Sein Fazit mit Blick auf die europäische Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz: „Wir brauchen jetzt noch ein bisschen mehr Mut."
Über "Fakten-Futter":
Als Teil der Wertschöpfungskette für Lebensmittel spielt die Fütterung von Nutztieren und die Nutzung der Agrarrohstoffe eine entscheidende Rolle. Dr. Hermann-Josef Baaken lädt regelmäßig Gesprächspartnerinnen und -partner ein und berichtet zugleich über Neuigkeiten rund um dieses Arbeitsgebiet.