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Frauke Rostalski diskutiert in ihrem Text das Konzept der Vulnerabilität und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft und das Recht. Sie erklärt, dass Verletzlichkeit ein allgegenwärtiges menschliches Phänomen ist, aber in der heutigen Zeit zunehmend als gesellschaftliches Risiko wahrgenommen wird. Diese Wahrnehmung führt zu verstärktem staatlichen Handeln, etwa durch Gesetze zur Risikovorsorge und Regulierung von Verhalten, was zu einem Verlust individueller Freiheiten führen kann. Rostalski kritisiert eine zunehmende Diskursvulnerabilität, bei der Menschen ihre moralischen Standpunkte so stark aufladen, dass sie Diskussionen emotionalisieren und den offenen Austausch gefährden. Sie plädiert für einen kritischen Diskurs über den richtigen Umgang mit Vulnerabilität und die Auswirkungen auf die Freiheit.
Philipp Osten beschreibt in seinem Rückblick die historische Bedeutung von Seuchen und deren gesellschaftliche Folgen. Er beleuchtet, wie Krisen – von der Pest im Mittelalter bis zur Corona-Pandemie – oft selbst erzeugt und als Wendepunkte interpretiert wurden. Besonders im 20. Jahrhundert prägten Krisenrhetorik und medizinischer Fortschritt die Wahrnehmung von Seuchen. Dabei zeigte sich, dass nicht allein die Medizin, sondern soziale Maßnahmen entscheidend für die Seuchenbewältigung waren.
Wolfgang Tischner beleuchtet die Rückkehr historisch basierter Prognostik und deren Bedeutung für die politische Zukunft. Er analysiert die Fehleinschätzungen des „Endes der Geschichte“ und zeigt auf, wie aktuelle geopolitische Konflikte, wie der Ukraine-Krieg, den optimistischen Ausblick nach dem Kalten Krieg infrage stellen. Tischner geht auf die Prognosetexte von Paul Kennedy, Peter Zeihan und Ray Dalio ein, die den Aufstieg und Fall von Weltmächten anhand historischer und finanzieller Muster erklären. Die Prognosen bieten wertvolle Denkanstöße, sollten jedoch nicht als unumstößliche Vorhersagen verstanden werden.
Emmanuel Macron, der einst als Hoffnungsträger für Frankreich und Europa galt, hat in seiner Präsidentschaft viele seiner ehrgeizigen Ziele nicht erreicht. Zu Beginn seiner Amtszeit setzte er auf eine Politik der Mitte und versuchte, das deutsch-französische Verhältnis zu stärken und große europäische Initiativen umzusetzen. Doch seine Visionen scheiterten weitgehend. Die politische Lage in Frankreich ist zunehmend gespalten, mit einem wachsenden Einfluss von rechtspopulistischen Kräften, insbesondere Marine Le Pens Rassemblement National. Trotz seiner Wiederwahl 2022 und dem Versuch, Neuwahlen zu erzwingen, bleibt die politische Instabilität bestehen. Macrons ursprüngliche Idee einer nationalen Versöhnung und Reformen ist gescheitert. Seine zweite Amtszeit wird von vielen als Ende des Macronismus betrachtet, und er wird zunehmend als entzauberter Politiker wahrgenommen.
Die Politikwissenschaftlerin Gerlinde Groitl analysiert Deutschlands sicherheitspolitische Lage und fordert einen Wandel von „verängstigter Sorglosigkeit“ hin zu einer selbstbewussten Wehrhaftigkeit. Angesichts geopolitischer Herausforderungen wie Russlands Aggression, Systemrivalitäten und globalen Konflikten müsse Deutschland stärker in seine Verteidigungsfähigkeit investieren und Abschreckung ernstnehmen. Sie kritisiert, dass trotz „Zeitenwende“ und Ukraine-Krieg eine friedensnaive Haltung vorherrsche, die militärische Stärke ablehne. Groitl plädiert für eine klare Kommunikation politischer Notwendigkeiten und Strategien, um Deutschland und seine Werte in der internationalen Politik zu schützen.
Die zunehmende Gewaltkriminalität und Bedrohungen wie Islamismus, Terrorismus, Cyberkriminalität und organisierte Kriminalität haben das Sicherheitsempfinden in Deutschland stark verunsichert. Laut einer Umfrage aus 2024 glauben nur 51 % der Deutschen, dass die Polizei in der Lage ist, die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten. Die Polizeiliche Kriminalstatistik zeigt einen Anstieg der Straftaten, insbesondere bei Gewaltkriminalität und Messerangriffen. Die Gesellschaft und die Politik müssen diese Bedrohungen realistischer wahrnehmen und geeignete Maßnahmen ergreifen, um die Sicherheit zu gewährleisten.
Michael Braun untersucht, wie KI das Erzählen verändert. Daniel Kehlmanns Experiment mit der KI CTRL zeigt kreative, aber inkohärente Texte. Die KI wird als Lösung für die Krise des Erzählens betrachtet, greift jedoch auf bestehende literarische Probleme zurück. Beispiele wie der Film Ex Machina und Nathan Devers' Roman Künstliche Beziehungen thematisieren die Grenzen und Gefahren von KI. Braun sieht in KI eine kulturell transformative Technik, betont aber die Notwendigkeit von Regulierung, um Desinformation und Missbrauch zu verhindern. Ein Ende des Erzählens erkennt er nicht, sondern eine Weiterentwicklung.
Jeanette Miriam Lorenz und Johanna Schmidhuber vom Fraunhofer-Institut für Kognitive Systeme IKS untersuchen den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im Gesundheitswesen. KI findet Anwendung in der Radiologie, bei der Dokumentation, in der Personalplanung und bei der Medikamentenentwicklung. KI-gestützte Systeme unterstützen bei Diagnosen und Therapieentscheidungen, während Generative KI und Large Language Models administrative Tätigkeiten erleichtern. Die Sicherheit und Vertrauenswürdigkeit von KI sind essenziell, weshalb strenge Qualitätskontrollen und eine digitale Infrastruktur notwendig sind. KI ergänzt medizinisches Fachpersonal, ersetzt es jedoch nicht.
Lars Zimmermann diskutiert die Rolle der Künstlichen Intelligenz (KI) in der Staats- und Verwaltungsstruktur. Er betont die Notwendigkeit einer effizienten, technologiefähigen Verwaltung für handlungsfähige Demokratien. KI kann als Schlüsseltechnologie zur Modernisierung des Staates beitragen und das Vertrauen in die Demokratie stärken. Allerdings sind dafür ein dynamischer Regulierungsansatz und der Umbau von Staat und Verwaltung erforderlich.
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