Es klingt geradezu unversöhnlich, aber dieses Buch, das man nicht wirklich einen Roman nennen kann, ist wunderschön – und das, obwohl es die biografische Aufarbeitung einer toxischen Beziehung ist. Was nicht bedeutet, dass Carmen Maria Machado diese in irgendeiner Form beschönigt.
Aber der Reihe nach: Carmem Maria Machado umkreist in „Das Archiv der Träume“ (im Tropen Verlag erschienen) in Texten, die selten länger als ein bis zwei Seiten sind, ihre langjährige, toxische Beziehung zu einer Frau, die psychologische und körperliche Gewalt gegen Machado ausübt. Das Buch wirkt damit ein wenig wie eine kreative und/oder therapeutische Versuchsanordnung. Der jeweilige Titel des Kapitels gibt dabei die Richtung vor, aus der sich Machado diesmal diesem Trauma nähern wird, das als Liebes- und Lustgeschichte beginnt und als Gewalt- bzw. später Befreiungsgeschichte endet. Auf diese Weise gelingt es Machado, die Härte, die Manipulation, die Gewalt, die Abhängigkeit und die Schmerzen mitzuteilen, die eine toxische Beziehung mit sich bringt. Gleichzeitig beschreibt Machado aber auch, wie es passieren konnte, dass sie dieser Frau so intensiv und so lange verfallen ist. Sie erzählt, wie sie erst nach und nach merkte, dass sie lieber mit Frauen zusammen sein will. Wie sich in viele Frauen verliebte, aber in keine so sehr wie in diese. Wie sie bei dieser Partnerin wie nie zuvor Erregung und Euphorie spürte – die selbst dann noch aufblitzte, als die Gewalt schwerwiegender wurde.
Wenn ihr nun neugierig geworden seid: Wir haben wieder ein Exemplar für euch. Wenn ihr es gewinnen wollt, schreibt eine Mail mit dem Stichwort „Das Archiv der Träume“ an [email protected] – und vergesst bitte eure Postadresse nicht.