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Titel: Straße der Wunder
Autor:: John Irving
Erzähler: Johannes Steck
Format: Unabridged
Spieldauer: 21 hrs and 15 mins
Sprache: Deutsch
Veröffentlichungsdatum: 04-25-16
Herausgeber: Random House Audio, Deutschland
Kategorien: Fiction, Literary
Zusammenfassung des Herausgebers:
Verführerisch bunt, magisch und spannend
Juan Diego und seine stumme Schwester Lupe sind Müllkippenkinder in Mexiko. Ihre einzige Überlebenschance: Der Glaube an die eigenen Wunderkräfte. Denn Juan Diego kann fliegen und Geschichten erfinden, Lupe sogar die Zukunft voraussagen, insbesondere die ihres Bruders. Um ihn zu retten, riskiert sie alles.
In seinem neuesten Werk widmet sich John Irving auf unnachahmliche Weise der Erfahrung, dass unsere Vergangenheit auch in die Gegenwart - und unsere Zukunft - ausstrahlt. Johannes Stecks Lesung lässt die Magie der Geschichte und die Tragik der Figuren lebendig werden.
©2015 / 2016 John Irving / Diogenes Verlag (P)2016 Random House Audio
Mitglieder Bewertungen:
Ganz große Erzählkunst
1970: Juan Diego ist 14 und lebt in einer Baracke neben einer Müllhalde in Mexico, wo er autodidaktisch das Lesen und sogar Fremdsprachen erlernt. Seine um ein Jahr jüngere Schwester Lupe kann Gedanken lesen und manchmal in die Zukunft blicken; wegen eines Sprachfehlers versteht sie allerdings nur ihr Bruder, der dann als (selektiver) Übersetzer tätig wird. Durch einen bizarren Unfall(?) werden die beiden zu Waisen und landen in einem Jesuitenheim für Âverlorene KinderÂ. Der Aufenthalt dort ist jedoch nicht von Dauer, ihr Weg führt die Geschwister in einen Zirkus, wo der Bruder als Seiltänzer eingesetzt werden soll, während die Schwester die Gedanken der Löwen lesen soll. Es kommt ganz anders'
2010: Juan Diego ist inzwischen ein leidlich berühmter und erfolgreicher Schriftsteller (wie so viele Helden aus Irvings Romanen), lebt in Iowa und tritt eine Reise zu den Philippinen an. Schon im Flugzeug lernt er zwei geheimnisumwitterte Frauen (Mutter und Tochter) kennen, die auch nach der Ankunft immer wieder auftauchen und verschwinden. Juan Diego erlebt dort diverse Abenteuer und nicht zuletzt dank seiner Experimente mit verschiedenen Medikamenten träumt er intensiv von seiner Jugendzeit; Träume, in denen sich Vergangenheit und Gegenwart begegnen, dann vermischen und schließlich nach und nach Realität werden'
Wer diese Inhaltsangabe für arg verschwurbelt hält, hat natürlich recht, aber der Autor macht es dem Rezensenten auch nicht leicht, Irving-Kenner wissen, wovon ich rede. Auch ÂStraße der Wunder ist wieder ein episches Werk, ein typischer John Irving, mit vielen kleinen Geschichten, voll wortwitziger Fabulierkunst und dennoch präzisen Formulierungen. Die Protagonisten (nicht nur die Hauptfiguren) sind sorgfältig ausgearbeitet, der Leser lacht und weint mit ihnen und trifft jede Menge herrlich skurriler Charaktere: Der amerikanische Missionar, der sich in eine transsexuelle Prostituierte verliebt, der ernsthafte Katholik, dessen Tante sich eine Muräne als Haustier hält und (quasi als Dreingabe) die verschiedenen Heiligen Jungfrauen Mexikos, um nur einige zu nennen.
John Irving ist einer der ganz großen Autoren der Gegenwart, eine seiner immer wiederkehrenden Themen sind ÂVerlust und Gewalt, die bizarr und völlig unerwartet passierenÂ, wie er einmal in einem Interview verriet. Das allein ist noch keine Kunst, aber die Art und Weise, wie er eben diese Themen schriftstellerisch umsetzt, ist schlichtweg exzellent.