Dylan Talk

Dylan Talk

By Röbi Koller im Gespräch mit Gästen, die eine Leidenschaft für Bob Dylan haben.Society & Culture
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Dylan Talk episodes

  • Dylan Talk Nr. 27: LIKE A WOMAN
    Röbi Koller im Gespräch mit Erika Stucky – Musik: Lukas Langenegger
    Aus der Dimitri-Mimenschule in Verscio flog sie raus, weil sie sich zu wenig an Vorgaben hielt. Später bekam sie von ihrem Gesangslehrer in Paris ein Kompliment: Sie klinge wie eine Posaune. Erika Stucky wusste von da an, dass ihre Stimme ihr Hauptinstrument sein würde.
    Im Gespräch mit Röbi Koller erinnert sich Erika Stucky an ihre Kindheit in Kalifornien. Es sei eine intensive Zeit gewesen, in San Francisco, Ende der 60er-Jahre. Mit den Eltern picknickte man im Golden-Gate-Park und erlebte Konzerte von The Mamas and the Papas, The Beach Boys oder Janis Joplin, die sie sehr bewunderte. Bob Dylan hingegen nahm Erika vor allem als den näselnden Sänger von Blowin' in the Wind wahr. Als sie mit neun Jahren mit der Familie ins Wallis kam, stellte sie fest, dass dort ein weniger freier Spirit herrschte als in den USA. "Aber das perlte bei mir ab, kümmerte mich nicht."
    Die Musik von Pat Garrett and Billy the Kid empfindet Erika Stucky als festlich. Beim Song Billy müsse sie unweigerlich an ihren Grossvater Theodor denken, der 1907 mit 17 Jahren vom Wallis nach Amerika auswanderte, sagt sie und meint vor allem die Zeile: "You're so far away from home". Dass Bob Dylan in besagtem Film eine eher bescheidene schauspielerische Leistung hinlege, hindere sie nicht daran, den Streifen immer wieder anzuschauen. Genau so wie die Interviews, in denen Dylan zwar gut aussah, aber oft unbeholfen wirkte und rätselhafte Antworten gab.
    Den Song All I Really Want to Do interpretiert Stucky sehr frei und begleitet sich selbst auf ihrer "Hohner Mignon"-Handorgel. Die Zeile "All I really want to do is, baby, be friends with you" könnte laut Stucky ein Hinweis darauf sein, dass Dylan seine abweisende Haltung gar nicht so meine. Aber sie relativiert ihre Aussage gleich wieder: "Was wissen wir schon darüber, was Bob Dylan meint?“
    1 hr 1 min
  • Dylan Talk Nr. 26: ROLLING THUNDER
    Röbi Koller im Gespräch mit Scarlet Rivera und Rob Stoner – ausserdem dabei: Riccardo Maccabruni und Lukas Langenegger
    Wie fühlt es sich an, wenn einer, der in musikalisch-poetisch-philosophisch höheren Sphären zu Hause ist, in die Niederungen des Alltags hinabsteigt und sich ausnahmsweise mal mit normalen Menschen abgibt? Was bleibt zurück nach Begegnungen mit einem Musiker, der ohne Rücksicht auf das Publikum inmitten einer Band performt, deren Mitglieder keine Ahnung haben, worauf der Leader im Moment gerade hinauswill?
    Scarlet Rivera und Rob Stoner, die Geigerin und der Bassist und Bandleader, die Bob Dylan während der Aufnahmen des Albums Desire und auf der Tournee Rolling Thunder Revue vor 50 Jahren begleitet haben, erinnern sich: Es sei wichtig, so Stoner, schnell zu lernen, was man tun und was man lassen soll. Nicht zu empfehlen sei beispielsweise, Bob Dylan Fragen zu stellen. Schon eher müsse man aufmerksam seine Hände und seinen Mund beobachten. Auf dass man keinen Akkordwechsel und kein Phrasierungsdetail verpasse.
    Scarlet Rivera, die als 25-Jährige von Bob Dylan von der Strasse weg ins Studio eingeladen worden war, hielt dem enormen Druck, es auf keinen Fall zu vergeigen, stand. Sogar in einer TV-Show durfte sie mit dem Star auftreten. Ein Mini-Livekonzert vor einem Millionenpublikum, ohne vorherige Absprachen, ohne Proben, dafür mit dem Vorschussvertrauen, das Dylan ihr offenbar schenkte. Woher sie das Selbstbewusstsein hatte, dabei nicht die Nerven zu verlieren? „Von meinen Eltern sicher nicht, die glaubten sowieso nicht an mich“, erzählt sie heute mit einem Lächeln. Nein, sie habe es geschafft, weil sie damals von der Provinz nach New York gekommen sei, „um die Welt zu erobern“. Nichts weniger als das!
    Stoner und Rivera stehen gemeinsam mit dem italienischen Musiker Riccardo Maccabruni und mit Lukas Langenegger auf der Bühne, der seit drei Jahren ein fester Bestandteil der Dylan Talks ist. Hier die mystische Geigerin, die Dylan-Songs wie Hurricane mit ihrem unverwechselbaren Violinsound geprägt hat, dort der knorrige Bassist, der dafür sorgte, dass der Wanderzirkus der Rolling Thunder Revue mit Stars wie Joan Baez, Joni Mitchell, Roger McGuinn, Ramblin‘ Jack Elliott oder Allen Ginsberg einigermassen auf Kurs blieb. Ein gemeinsamer Auftritt mit Seltenheitscharakter.
    Das Quartett spielt einige Songs aus Desire, namentlich Romance in Durango, Mozambique, One More Cup of Coffee und Hurricane, und weiter Señor (Tales of Yankee Power) aus Street Legal. Scarlet Rivera singt zudem zwei ihrer Lieblingslieder von Bob Dylan: Series of Dreams, aufgenommen während der Sessions für Shot of Love, und Not Dark Yet aus dem Album Time Out of Mind. Auch wenn die Stimmen der Senioren gegenüber jenen von Maccabruni und Langenegger hörbar mehr Patina angesetzt haben: Die Interpretationen von Rob Stoner und Scarlet Rivera gehen unter die Haut. Hier erinnern sich zwei, die damals hautnah live dabei waren, an längst vergangene – aber noch lange nicht vergessene – Tage.
    1 hr 18 min
  • Dylan Talk Nr. 25: THE WATCHTOWER
    Röbi Koller im Gespräch mit Cyrill Camenzind – Musik: Lukas Langenegger
    Der Weg zu Bob Dylan führte für Cyrill Camenzind über einen Umweg. Als Gitarrist war er ursprünglich Fan von Eric Claptons Gruppe Cream oder von Jimi Hendrix. Dessen Version von All Along the Watchtower hatte es ihm besonders angetan. Später entdeckte er Bob Dylans Alben John Wesley Harding und Nashville Skyline für sich. Als Country-Fan, der in Nashville das Handwerk des Sound-Engineers gelernt hatte, fühlte er sich von Dylan in jener Phase von dessen Schaffen direkt angesprochen. Aber auch Slow Train Coming gehört zu seinen Lieblingsalben, vor allem wegen des unverwechselbaren Sounds, zu welchem Camenzinds Gitarren-Held Mark Knopfler wesentlich beigetragen hat.
    Der Dylan Talk mit Cyrill Camenzind gibt Einblicke in die Welt der Aufnahmestudios. Camenzind ist Gitarrist, Toningenieur und Produzent von TV-Sendungen wie Sing meinen Song oder Shows wie Art on Ice. Vor allem aber ist er Inhaber der legendären Powerplay Studios in Maur. Seit den 80er-Jahren buchen nationale und internationale Stars dieses einmalige Haus am Greifensee, um ihre Musik aufzunehmen: Züri West, Andreas Vollenweider und Stephan Eicher waren da. Aber auch Keith Jarrett, Lady Gaga und Prince.
    Dank digitalen Aufnahmetechniken kann heute jeder Amateur im eigenen Wohnzimmer günstig Musik aufnehmen. Wie ist es also zu erklären, dass ein Studio wie das Powerplay heute gefragter ist denn je? Für Camenzind sind die Vorzüge des professionellen Studios klar: das Ambiente und der Klang von guten Studioräumen, ein erfahrenes Team, das mit Wissen und Erfahrung punkten kann und viele Spielzeuge wie historische Gitarren oder Verstärker, die zur Verfügung stehen. Abgesehen davon können die Künstler nach der Arbeit ungestört am See spazieren gehen, ohne dass sie für Autogramme oder Selfies angefragt werden.
    Lukas Langenegger spielt und singt im Studio 1 des Powerplay die Dylan-Songs, die der Hausherr ausgesucht hat, wobei er zum Teil von Cyrill Camenzind begleitet wird: Lay, Lady, Lay, All Along the Watchtower, As I Went Out One Morning, Girl From the North Country und Slow Train.
    1 hr 2 min
  • Dylan Talk Nr. 24: KREUZ, WORT & RÄTSEL
    Röbi Koller im Gespräch mit Balts Nill – Musik: Lukas Langenegger
    Balts Nill, der Multi-Instrumentalist und Mitbegründer der Band Stiller Has, begegnete Bob Dylans Musik zum ersten Mal in den Sechzigerjahren, als eine österreichische Radiomoderatorin einen gewissen ‘Bob Dailen’ ansagte. Aber das gespielte Lied, vermutlich war es Blowin’ In the Wind, hat Balts damals nicht speziell interessiert, waren doch bei ihm eher die Beatles im Vordergrund. Richtig Feuer gefangen hat Balts Nill erst mit dem Album Desire, das in seiner damaligen WG ständig lief. «Bei Dylan hatte ich meistens einige Jahre Verspätung», sagt er heute.
    «Was mich bei Dylan immer umgehauen hat, ist die Intensität und die Artikulation.» Lange hätte er nicht auf die Texte gehört, sondern lediglich darauf, wie Dylan seine Worte und Sätze gestaltet. Dylan habe, so Balts Nill, ein wahnsinniges Formgefühl. Er könnte die Zeitung vorlesen, und es gäbe einen Song daraus!
    Im Gespräch zeigt sich Balts Nill als feinfühliger, nach allen Seiten offen denkender Mensch. Das Vergnügen, sich mit Bob Dylan auseinanderzusetzen, obwohl er manchmal Mühe mit ihm hatte, ist spürbar. Aber seine Leidenschaft, im künstlerischen Schaffen Neues zu entdecken, ungebrochen. Daher auch seine Auseinandersetzung mit den Weisheiten des Chinesischen Philosophen Laotse. Balts Nills Übertragung des Tao Te King auf Mundart gelang so gut, dass ein österreichischer Benediktinermönch diese auf Hochdeutsch übersetzte.
    Gemeinsam mit Lukas Langenegger spielt Balts Nill den Titel Man Gave Names to All the Animals und liefert im späteren Verlauf des Talks noch ein Trommelsolo auf einer Kaffeebüchse. «Die Instrumente werden, je älter ich bin, immer kleiner!», so sein schelmischer Kommentar. Die weiteren Dylan-Songs dieses Gespräch waren Roll on, John, Buckets of Rain, To Ramona und Sara.
    1 hr 4 min
  • Dylan Talk Nr. 23: HOMESICK
    Röbi Koller im Gespräch mit Hanspeter 'Düsi' Künzler – Musik: Lukas Langenegger
    Hanspeter ‘Düsi’ Künzler kennt die Musik von Bob Dylan, seit er 14 Jahre alt ist. Wigwam aus dem Album Self Portrait schaffte es 1970 in die Schweizer Hitparade und weckte seine Aufmerksamkeit. Mit dem Song All the Tired Horses präsentiert er uns einen der aussergewöhnlichsten Songs, der je in einem Dylan Talk zu hören war.
    Später entdeckte Düsi Desire, eine Platte, die ihm nur schon wegen Scarlet Riveras Violinensound gefiel. Endgültig zum Dylan-Fan wurde er aber erst 2002, als im Lärm eines vollbesetzten Zürcher Clubs plötzlich der Subterranean Homesick Blues ertönte. Düsi kaufte sich in der Folge gleich 10 Dylan-Alben. Und später noch die Autobiographie Chronicles, die ihn ebenso begeisterte wie die Musik.
    Düsi lebt seit den späten 70er-Jahren in London. Über die Menschen, die ihm in den Pubs in seinem Stadtteil Kilburn begegnet sind, hat er ein Buch geschrieben: Das Wetter zwischen Jukebox und Theke. Musik spielt darin eine ebenso wichtige Rolle wie der Fussball und die Geschichte der irischen Einwanderer.
    Der Dylan Talk mit Hanspeter Künzler ist eine vergnügliche Reise durch das Leben eines Journalisten, der tausende Interviews mit berühmten und weniger berühmten Musikern geführt hat. Dabei unterhält er mit präzis erinnerten Details und einem sicheren Gespür für unterhaltsame Anekdoten. Bob Dylan hat Düsi übrigens nie persönlich getroffen, nur seinen Sohn Jakob. Wobei die Vorgabe der Plattenfirma war, den Vater auf keinen Fall zu erwähnen!
    Ein grosses Kompliment an Lukas Langenegger, der Düsis Wunschsongs wie immer souverän und stilsicher interpretiert: When I Paint My Masterpiece, One More Cup of Coffee, All the Tired Horses, Too Much of Nothing und Subterranean Homesick Blues.
    1 hr 2 min
  • Dylan Talk Nr. 22: I CONTAIN MULTITUDES
    Röbi Koller im Gespräch mit Stephan Eicher – Musik: Lukas Langenegger
    Stephan Eicher schockiert das Publikum gleich zu Beginn: «Bob Dylan ist ein Arschloch! Johann Sebastian Bach auch! Chet Baker, Leonard Cohen, Kuno Lauener – was soll ich da noch auf einer Bühne? Die sind alle so gut, dass ich mich nicht traue, am Morgen aufzustehen und etwas zu machen! Ich hätte vielleicht lieber auf meine Eltern hören und Drogist werden sollen.» Aber es gehe doch darum, die Angst zu überwinden und ins Leben hineinzuspringen. Einfach mal machen.
    Im Talk in der Café-Bar Nordbrücke vermischen sich die Themen. So wie sich bei Dylan – wie auch bei Eicher – die Charaktere und die Stilrichtungen vermischen. I Contain Multitudes gilt wohl für beide. Stephan Eicher bringt es für sich so auf den Punkt: «Ich versuche jeden Morgen, mich zu überraschen! Ich habe ein tolles Leben geschenkt bekommen, in welchem ich machen kann, worauf ich Lust habe. Um dies zu respektieren, versuche ich, es künstlerisch so intensiv wie möglich zu gestalten.»
    Stephan Eicher kam über seinen Bruder, der Gitarre spielte und ein Songbuch hatte, auf Bob Dylan. Seine erste Platte war The Freewheelin’ Bob Dylan. Oder vielleicht das Debüt-Album Bob Dylan? Danach ging er chronologisch vor. Blonde On Blonde mochte er zuerst nicht, das war so aggressiv im Sound. Dylan zu hören sei wie als Kind Oliven zu essen. Zuerst findet mans grusig, später kombiniert man es mit allem. Jedenfalls war Eicher von Dylan vor allem wegen dessen Leidenschaft hingerissen. Und zwar in erster Linie von den Melodien, erst danach von den Texten.
    Lukas Langenegger spielt und singt Eichers Wunschsongs: Just Like A Woman, I Contain Multitudes, Billy (aus Pat Garrett & Billy The Kid) und If You See Her, Say Hello. Don’t Think Twice, It’s All Right hingegen trägt Stephan Eicher persönlich vor und leiht sich dafür Lukas' Gitarre aus.
    1 hr 4 min
  • Dylan Talk Nr. 21: OH MERCY
    Röbi Koller im Gespräch mit Balthasar Glättli – Musik: Lukas Langenegger
    Der Grüne Nationalrat und Zürcher Stadtratskandidat Balthasar Glättli, geboren 1972, kannte Bob Dylan zuerst nur aus dem Pfadi-Liederbüchlein. Dann aber entdeckte er auf dem Album Oh Mercy einen komplett anderen Dylan – und begann, sich für dessen Texte zu interessieren. Der Song Political World, der die Machenschaften derjenigen anprangert, die an der Macht sind, widerspiegelte auch Glättlis Unbehagen. Zudem waren Ende der 80er-Jahre Themen wie das Waldsterben, Tschernobyl und Schweizerhalle in den Schlagzeilen. Das Gefühl, die Welt gehe bald unter, veranlasste Glättli, sich politisch zu engagieren, und zwar bei der Grünen Partei.
    Sollen sich Künstler wie Bob Dylan explizit politisch äussern und engagieren? Balthasar Glättli ist der Meinung, sie sollten Utopien schaffen und uns zeigen, dass es neben den alltäglichen Problemen noch andere Dimensionen gibt. Das Regime von Nützlichkeit und Effizienz sei immer wieder zu hinterfragen. Ob das mit expliziten Texten oder Aufrufen geschehe, sei eher zweitrangig.
    Das Gespräch mit Balthasar Glättli verlief entlang der Songs Political World, Sweetheart Like You, Ring Them Bells, Black Rider und The Times They Are A-Changin’, die Lukas Langenegger sang und spielte.
    1 hr 3 min
  • Dylan Talk Nr. 20: CHIMES OF FREEDOM
    Röbi Koller im Gespräch mit Ueli Greminger – Musik: Lukas Langenegger
    Der ehemalige Pfarrer der Kirche St. Peter in Zürich hat Dylan während der letzten Jahrzehnte unterschiedlich wahrgenommen und geschätzt. Im Song Chimes of Freedom sieht er Parallelen zur Bergpredigt, in denen die Verbundenheit zu den leidenden Kreaturen im Mittelpunkt steht. Anderseits kritisiert Greminger Bob Dylans christlich-missionarische Phase, in welcher dieser für sich in Anspruch nahm, die alleinseligmachende Wahrheit gefunden zu haben.
    Versöhnt habe ihn das Album Desire, das er später in seiner Plattensammlung wiederentdeckte. Das Lied Sara habe Greminger motiviert, einige Dylan-Lieder auswendig zu lernen. Öffentlich gesungen habe er diese Dylan-Songs nie, obwohl er sich vorgenommen hatte, nach der Pensionierung als Strassensänger aufzutreten. Sein Gitarrenlehrer habe ihm dazu die Bahnhofsunterführung von Lausanne empfohlen, gestand Ueli Greminger dem vergnügten Publikum in der vollbesetzten Café-Bar Nordbrücke.
    Die Songs, die Ueli Greminger ausgesucht und die Lukas Langenegger gespielt hat, waren: Chimes of Freedom, Sara, Lord Protect My Child, Let Me Die in My Footsteps, und Señor.
    1 hr 13 min
  • Dylan Talk Nr. 19: POLITICAL WORLD
    Röbi Koller im Gespräch mit Cornelia Boesch – Musik: Lukas Langenegger
    Die Tagesschau-Journalistin und Moderatorin Cornelia Boesch singt seit 30 Jahren in der Band «Soul Jam». Die Musik zum Beruf zu machen, war nie ihr Wunsch. Viel lieber macht sie Musik aus Lust und Leidenschaft – und aus Freundschaft zu den anderen Bandmitgliedern. Den Einstieg zu Bob Dylan fand sie weniger über die Musik als über seine Texte, über die man streiten und in die man eigene Bilder hineininterpretieren kann. Der »Verwirrungsfaktor» in Dylans Songs sei irgendwie faszinierend, findet sie. Die Songs, die Cornelia Boesch ausgesucht hat und die Lukas Langenegger interpretiert, sind: Maggie's Farm, Political World, The Groom's Still Waiting at the Altar Meet Me in the Morning und Gotta Serve Somebody.
    1 hr 4 min
  • Dylan Talk Nr. 18: DR LIEBGOTT ISCH DERBY
    Röbi Koller im Gespräch mit Franz Hohler – Musik: Lukas Langenegger
    Gleich zu Beginn des Gesprächs lobt Franz Hohler Bob Dylans Talent, scheinbar Banales wie der Satz ‘Die Zeiten ändern sich’ in Poesie zu verwandeln. Hohler erkannte schon früh die Qualität von Dylans Texten und gab 1974 auf seiner LP I glaub jetz hock i ab zwei schweizerdeutsche Übertragungen seiner Lieder heraus, nämlich von Blowin’ in the Wind und With God on Our Side. Beide trägt er, gemeinsam mit Lukas Langenegger, auf Schweizerdeutsch bzw. Englisch) vor.
    Franz Hohler erzählt, wie er Songs (auch von Frank Zappa, den Beatles oder Woody Guthrie) so umdichtete, dass man meinen könnte, sie gehörten zu unserem Kulturgut. Hemmungen, einen so berühmten Poeten wie Dylan frei zu interpretieren, hatte er nie: «Der kann sich doch freuen, dass ich ihn übersetze», meinte Hohler schelmisch.
    Auch dadaistische Dylan-Songs wie Ballad of a Thin Man vermögen Franz Hohler zu faszinieren und er verzichtet, genau wie der Autor selbst, darauf, alles erklären zu wollen. Der letzte Song des Talks ist wiederum sehr konkret und erinnert uns an die aktuelle Weltlage: Masters of War, von Bob Dylan zu Zeiten des kalten Krieges und der nuklearen Aufrüstung geschrieben. Hohler weist darauf hin, dass man bei schlimmen Ereignissen wie Kriegen oft feststellen muss, dass es Dichter, Dichterinnen und Songwriter schon lange gewusst hätten.
    Auch wenn der Blick in die Zukunft düster ausfällt – es ist ein heiterer Austausch, in welchem uns Franz Hohler über seine persönlichen Bezüge zu Bob Dylan erzählt. Er habe Bob Dylan nie aufgegeben, trotz dessen teilweise merkwürdiger Ausflüge, unter anderem zu den Evangelikalen. «Für mich war er immer ein Kreativer, der nie aufgibt», sagt Hohler zum Schluss. Dass Dylan mit 79 noch ein so erfolgreiches Album wie Rough and Rowdy Ways herausgab, habe er ihm absolut zugetraut.
    1 hr 20 min

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Die einen reden über Fussball, die anderen über Autos. Wir reden über Bob Dylan, seine Musik, sein Leben, sein Universum.