Ein Stück Deutschland - Der Podcast

Ein Stück Deutschland - Der Podcast

By Corinna Below (Initiatorin & Journalistin) & Carsten Janz (Journalist)Society & CultureNewsReligion & SpiritualityPoliticsJudaism
Download on the App Store

Ein Stück Deutschland - Der Podcast episodes

  • "Deutschland hat mir nichts gegeben" - #67 - Lesung Lore Brieger
    Die Fluchtgeschichte von Lore Brieger - vorgelesen von Lena Klenke

    „Deutsch?“, fragt sie und überlegt kurz. „Ich bin gar nicht deutsch. Ich bin Argentinierin.“ Als ich, Autorin von EIN STÜCK DEUTSCHLAND, Lore Brieger 2004 interviewte, saß eine kleine, fröhliche Frau vor mir, die lange über die Frage nach ihrer Identität nachdachte. „Guck mal, Deutschland als solches hat mir nichts gegeben. Aber wenn ich deutsche Musik höre – es muss nicht nur Klassik sein, auch deutsche Volksmusik oder Operetten –, das geht mir noch nah, ganz komisch. Das gibt mir noch was.“ Dabei hatte die deutsche Musik nur wenig Zeit, sie zu prägen, denn als sie das Land verlassen musste, war sie gerade einmal 13 Jahre alt.

    In dieser Podcastfolge liest die Schauspielerin Lena Klenke ihre Geschichte. Sie erzählt von Verfolgung, der Pogromnacht in Eisleben, der dramatischen Flucht über Lissabon und dem Neuanfang in einer fremden Welt.

    Für mehr Infos:

    Mehr über Lore Brieger

    12 min
  • "Das war die große Überraschung für mich!" #66 - Ilse Grünewald V
    Eine Seelzerin erzählt, wie sie Ilse Grünewald wiederfand

    Da forscht eine Frau nach ihrer 1885 ausgewanderten Ur-Großmutter und findet durch einen verrückten Zufall eine, von der alle dachten, die Nazis hätten sie und ihre gesamte Familie ermordet.

    In dieser Folge geht es darum, wie der Niedersächsische Ort Seelze und die aus ihrer Heimat vertriebene Seelzer Jüdin Ilse Grünewald Jahrzehnte nach ihrer Flucht wieder zusammenfanden.

    Mithilfe von Seelzerinnen und Seelzern erzählen wir, wie ein außergewöhnlicher Zufall die Geschichte der einzigen jüdischen Familie der Stadt neu schrieb – und welche Bedeutung das nicht nur für Seelze, sondern auch für unser Projekt EIN STÜCK DEUTSCHLAND hatte. Es ist eine Geschichte über überraschende Verbindungen über Kontinente hinweg, engagierte Erinnerungsarbeit, über Menschen, die dieses Gedenken bewahren wollen und über die, die sie zerstören wollen.

    Für mehr Infos:


    Mehr über Ilse Grünewald
    >>>zu Ilses Familie in Seelze
    Artikel zur Verlegung der Stolpersteine in der Hannoverschen Allgemeinen
    Mehr zum Diebstahl der Stolpersteine in Seelze

    28 min
  • "Die hatten ja auch schon tödliche Waffen bei sich" #65 - Ilse Grünewald IV
    Seelzer Zeitzeugen erinnern sich

    In dieser Folge schauen wir uns mithilfe von Zeitzeugenberichten von SPD-Genossen Seelze in den späten 1920er- und frühen 1930er-Jahre an. In zahlreichen Interviews aus den 1980er Jahren, die sie im Rahmen eines Projekts der Volkshochschule Seelze gegeben haben, beschreiben sie, wie die Nationalsozialisten vorgingen, um die Gesellschaft gefügig zu machen: mit Gewalt, Gesetzlosigkeit und Dreistigkeit.

    Einige der Zeitzeugen erinnerten sich auch an die Familie Willner und erzählen, wie einfache Bürger, die zuvor noch bei Emil Willner eingekauft und sich bei Geldknappheit hatten anschreiben lassen, in der sogenannten Pogromnacht dessen Laden kurz und klein schlugen.

    Die Berichte liegen uns als Transkripte von Tonbändern vor, die leider verschollen sind. Umso glücklicher können wir uns schätzen, dass auch für diese Podcastfolge wieder einige Kollegen vom NDR bereit waren, die wichtigen Zeitdokumente einzusprechen. Außerdem konnte die Autorin Corinna Below den Schauspieler Florian Lukas als Sprecher gewinnen, bekannt aus dem ZDF-Film „Rosenthal“, der Serie „Weißensee“, dem Kinoklassiker „Good Bye, Lenin!“ und dem Kultfilm „Absolute Giganten“.
    Zu seinem Engagement für EIN STÜCK DEUTSCHLAND sagt er:
    „Grundsätzlich interessiere ich mich für Geschichten, die schwer zu erschließen sind. Das Digitale macht es möglich, Erinnerungen, Dokumente und Erzählungen leichter zugänglich zu machen als früher. Das sind aber oft Projekte, bei denen sich ehrenamtliche Leute wirklich engagieren müssen – ohne sie läuft das nicht. Ich selbst habe dafür weder die Energie noch die Zeit. Deshalb bin ich total dankbar, wenn mich jemand anspricht und fragt, ob ich mich in meinem kleinen Metier daran beteiligen möchte. Deshalb war ich hier auch gerne dabei.“

    Für mehr Infos:

    Mehr über Ilse Grünewald
    >>>zu Ilses Familie in Seelze
    >>>Unser Podcast-Tipp zum Thema Scham
    Unser Podcast-Tipp zu NS-Täterinnen und Tätern
    Weitere Infos zum Beginn der NS-Diktatur (https://www.annefrank.org/de/anne-frank/vertiefung/deutschland-1933-von-der-demokratie-zur-diktatur/)) (https://www.ndr.de/geschichte/chronologie/NS-Zeit-Krieg-und-Terror,nszeit108.html))

    37 min
  • "Sie haben ihn reingeschossen, in die Grube." - #64 - Ilse Grünewald III
    Ilse Grünewald erzählt von Heimatverlust und Identität im Exil

    In Folge 64 erzählen wir nicht nur von Ilses Verhältnis zu ihrem Heimatland. Wir folgen auch weiter den Spuren ihres Bruders Berthold. Dafür tauche ich gemeinsam mit der Seelzer Stadtarchivarin Martina Krickel im Niedersächsischen Landesarchiv tief in die Akten ein. Was wir entdecken, ist erschreckend …

    Nach allem, was Ilse als junge Frau durch die nationalsozialistischen Deutschen erdulden musste, hat sie sich ihre Identität als Deutsche dennoch nicht nehmen lassen. 2004 sagt sie im Interview: „Ich habe mich sehr deutsch gefühlt.“ Und sie bleibt es bis zuletzt – etwa, wenn sie zu ihrem 102. Geburtstag das Gedicht eines deutschen Romantikers rezitiert. Wie sie das macht, kannst du dir auf ihrer Seite ansehen (ganz am Ende der Seite).

    Für mehr Infos:


    Mehr über Ilse Grünewald
    >>>zu Ilses Familie in Seelze
    >>>zum Niedersächsischen Landesarchiv, Abtl. Hannover
    Mehr über die Gedenkstätte Ahlem und die Deportationen aus Hannover
    (https://geschichte-bewusst-sein.de/deportationsort-ahlem-judentransporte-ab-hannover-1941-1944/))
    (https://www.hannover.de/Kultur-Freizeit/Geschichte-Geschichten/Erinnerungskultur/ZeitZentrum-Zivilcourage/St%C3%A4dtische-Erinnerungskultur/Zentrale-Gedenktage/Gedenken-an-die-Deportationen-hannoverscher-J%C3%BCdinnen-und-Juden))
    Mehr über die Geschichte der Jüd:innen in Hannover

    29 min
  • "Meine Brüder sind beide umgekommen" - #63 - Ilse Grünewald II
    Ilse Grünewald erzählt von Verlust und Exil

    In der zweiten ausführlichen Folge erzählt Ilse Grünewald von ihrer Ankunft im Exil, davon, wie sie und ihr Mann sich mit einem Freund eine kleine Wohnung teilen und improvisieren müssen, denn es gibt keine Küche und sie besitzen kaum etwas. Ilse ist hochschwanger, spricht kein Spanisch, und das junge Paar hat kein Geld. Am städtischen Krankenheus Rivadavia findet sie einen wohlwollenden Arzt, der sie unterstützt. Hier bringt Ilse bringt ihr erstes Kind zur Welt. Die ersten Jahre sind hart für die junge Familie. Helmut verdient zunächst nur wenig. Mit ihrer Tochter im Kinderwagen läuft sie von Haus zu Haus, um ihre Dienste als Wäscherin anzubieten. Mühsam und Schritt für Schritt bauen sie sich ein Leben im Exil auf.

    Nach dem Krieg erfährt Ilse, dass ihre Brüder von den Nationalsozialisten ermordet wurden. Gemeinsam mit Martina Krickel, der Stadtarchivarin von Seelze, besucht die Autorin die Gedenkstätte Ahlem. Auf der „Wand der Namen“ finden sie den Namen von Ilses jüngerem Bruder Berthold.

    Für mehr Infos:

    Mehr über Ilse Grünewald
    >>>zu Ilses Familie in Seelze
    >>>zum Niedersächsischen Landesarchiv, Abtl. Hannover
    >>>zur Gedenkstätte Ahlem
    >>>zu Erwin Willner
    >>>zur Aktion Lauterbach
    >>>einstueckdeutschland.com
    >>>instagram
    >>>facebook

    24 min
  • „Ich kann vergeben, aber ich kann nicht vergessen.“ - #62 - Ilse Grünewald I
    Ilse Grünewald erzählt ihre Fluchtgeschichte

    Sie ist 90 Jahre alt, als ich, Corinna Below, die Autorin von EIN STÜCK DEUTSCHLAND, Ilse Grünewald interviewe. Und das Erste, was sie sagt, das Erste, was ihr in den Kopf kommt, ist: „Ich kann vergeben, aber ich kann nicht vergessen.“ Dieser Satz ist gewichtig. Mit diesem Satz startet auch diese Folge.

    Geboren 1914 in Seelze, wächst sie dort zunächst unbeschwert auf – als jüdisches Kind von Eltern mit einem gut laufenden Weißwarengeschäft in einem Dorf bei Hannover. Die Familie Willner ist die einzige jüdische Familie in dem 3000-Seelen-Ort. Mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten ändert sich alles für die junge Frau. Sie beschreibt, wie sie gedemütigt und drangsaliert wurden.
    Um ein genaueres Bild über diese Zeit zu erlangen, habe ich mich mit Menschen verabredet, die sich ebenfalls mit Ilse Grünewalds Leben und mit der Familie Willner befasst haben. Sie zeigen mir in Seelze die Orte, die für die Familie wichtig waren. Mit Originaltönen und neu erschlossenen Akten erzählen wir gemeinsam und im Gespräch mit dem EI STÜCK DEUTSCHLAND Co-Host Carsten Janz von Verlust, Demütigung und der Flucht 1938 – und davon, was Erinnerung bedeutet.

    Für mehr Infos:


    Mehr über Ilse Grünewald
    >>>zu Ilses Familie in Seelze
    >>>zum Niedersächsischen Landesarchiv, Abtl. Hannover
    >>>einstueckdeutschland.com
    >>>instagram
    >>>facebook

    33 min
  • "Wir waren schmutziger als Schweine!" - #61 - Lesung Ilse Grünewald
    Die Fluchtgeschichte von Ilse Grünewald - vorgelesen von Corinna Below

    Geboren in Seelze bei Hannover, ihre Heimat, verliert Ilse Grünewald als junge Frau durch den Nationalsozialismus alles – ihre Arbeit, ihre Brüder, ihr Vertrauen in die Menschen. Hochschwanger gelingt ihr die Flucht nach Argentinien, wo sie ein neues Zuhause findet. Im Interview von 2004 sagt sie: „Ich kann vergeben, aber ich kann nicht vergessen.“ Ihre Geschichte – ein eindrückliches Zeugnis, vorgelesen von der Autorin von EIN STÜCK DEUTSCHLAND, Corinna Below.

    Für mehr Infos:

    Mehr über Ilse Grünewald
    [>>>zu Ilses Familie in Seelze](https://www.seelze.de/portal/seite
    >>>instagram
    >>>einstueckdeutschland.com
    >>>instagram
    >>>facebook

    8 min
  • "Ich war nie wieder in Deutschland. Nie!" - #60 - Anneliese Meyer III
    Anneliese Meyer erzählt ihre Exilgeschichte

    Anneliese Meyer ist melancholisch und hat traurige Augen. Sie ist aber auch mutig und witzig. Alles in einer Person. In dieser Folge erzählt sie von Neugier und den überraschenden Wendungen in ihrem Leben, aber auch in dem ihres Bruders Timm, der durch einen Zufall als Landwirtschaftsgehilfe von dem "Verrückten der Dünen" angeheuert wird – auf einem Landstrich aus purem Flugsand Schilf und Bäume zu pflanzen. Der Plan: hier soll ein argentinischer Badeort entstehen. Anneliese geht ein Jahr später auch nach Argentinien, ebenfalls durch einen Zufall und durch Kontakte. In Buenos Aires arbeitet sie zunächst als Kinderpflegerin bei einer wohlhabenden Familie, bevor sie selbst Familie gründet und das Leben seinen Lauf nimmt. Sie spricht über Freiheit, Identität und Heimat und die Frage, wie sie zu Deutschland steht. Gemeinsam mit unserer Interviewpartnerin Irene Uffrecht-Peters entdecken die Podcast-Hosts, warum Anneliese Meyer 2004 behauptete, nie wieder nach Deutschland gereist zu sein.

    Für mehr Infos:

    Mehr über Anneliese Meyer
    >>>zu Villa Gesell
    (https://www.silvio-gesell.de/villa-gesell.html))
    >>>einstueckdeutschland.com
    >>>instagram
    >>>facebook
    >>>telegram

    29 min
  • „Sie hieß im Dorf 'Die Judenschule'" - #59 - Anneliese Meyer II
    Anneliese Meyer und andere erzählen der Freien Schul- und Werkgemeinschaft Letzlingen In Zeiten der Nazi-Diktatur

    Anneliese Meyer fährt in den Osterferien 1933 nicht nach Hause – sie mag ihre Stiefmutter nicht und bleibt lieber im Internat. So ist sie die einzige Schülerin, die miterlebt, wie SA-Männer die Schule stürmen und den Schulleiter Bernhard Uffrecht abführen. Ein einschneidendes Erlebnis für die 20-jährige „Ali“, das ihr Leben von Grund auf verändert.

    2022 haben Tim Hoppe, Fotograf von EIN STÜCK DEUTSCHLAND, und ich, die Autorin des Projekts, Irene Uffrecht-Peters in der ehemaligen Schule getroffen. Sie ist die Enkelin des Schulgründers und forscht seit Jahren zu den Kindern und Jugendlichen, die zwischen 1922 und 1933 die Freie Schul- und Werkgemeinschaft Letzlingen besuchten. Viele konnten fliehen. Andere wurden "wurden zwischen Hitler und Stalin zerrieben", kamen entweder durch die Nazis um Leben oder fielen den stalinistischen Säuberungen zum Opfer. Dabei sollte die Schule eigentlich ein Ort des Aufbruchs in ein selbstbestimmtes Leben sein. Denn Berrnhard Uffrecht lehnte bewusste Erziehung ab – hier sollte sich der Mensch aus sich heraus entwickeln.

    Wie Anneliese Meyer zur Schule stand, hat sie mir 2004 nicht erzählt. Doch Irene Uffrecht-Peters bringt zu unserem Treffen ein besonderes Dokument mit: einen Brief, der genau darüber Aufschluss gibt.

    Für mehr Infos:

    Mehr über Anneliese Meyer
    >>>zur Schule
    (https://schularchive.bbf.dipf.de/index.php/FreieSchul-undWerkgemeinschaftLetzlingen))
    >>>instagram
    >>>einstueckdeutschland.com
    >>>instagram
    >>>facebook
    >>>telegram

    38 min
  • „Wir haben nicht gewusst, dass Levi ein jüdischer Name ist.“ - #58 - Anneliese Meyer I
    Anneliese Meyer erzählt ihre Verfolgungsgeschichte

    Anneliese Meyer hat eine kräftige Stimme. Als ich sie 2004 interviewe, ist sie bereits 92 Jahre alt. Ihr Geist ist wach, doch sie neigt dazu, in ihren Erinnerungen hin und her zu springen. Sie erzählt anekdotisch, und bis sie die Fakten herausrückt, dauert es. Es bleiben Lücken, doch nach und nach entsteht ein Bild: Sie stammt aus bedeutenden Familien. Auf der einen Seite die Henckels Zwillingswerke in Solingen, auf der anderen Seite ein Geheimrat. Das Problem nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten: Der eine Großvater hatte eine Jüdin geheiratet, der andere war zum Christentum konvertiert. Das führte dazu, dass Annelieses Eltern nach den sogenannten Rassegesetzen als Halbjüdin und Halbjude galten. Annelieses Vater, der Schauspieler Paul Henckels, erkennt sofort, in welcher Gefahr seine Kinder schweben. Eines Tages kommt er zu seinen drei Kindern und sagt: „Ihr müsst etwas Praktisches lernen, damit ihr auswandern könnt.“

    Für mehr Infos:

    Mehr über Anneliese Meyer
    >>>einstueckdeutschland.com
    >>>instagram
    >>>facebook
    >>>telegram

    24 min

About Ein Stück Deutschland - Der Podcast

From the publisher's feed

"Wir können doch nichts dafür. Deutsch ist und bleibt unsere Muttersprache."

More shows like Ein Stück Deutschland - Der Podcast

ZEIT WISSEN. Woher weißt Du das? by DIE ZEIT

ZEIT WISSEN. Woher weißt Du das?

41 Listeners

Schwarze Akte - True Crime by Anne, Patrick & Julep Studios

Schwarze Akte - True Crime

38 Listeners

Lanz + Precht by ZDF, Markus Lanz & Richard David Precht

Lanz + Precht

314 Listeners

Aha! Zehn Minuten Alltags-Wissen by WELT

Aha! Zehn Minuten Alltags-Wissen

31 Listeners

RONZHEIMER. by Paul Ronzheimer

RONZHEIMER.

141 Listeners