Ilse Grünewald erzählt ihre Fluchtgeschichte
Sie ist 90 Jahre alt, als ich, Corinna Below, die Autorin von EIN STÜCK DEUTSCHLAND, Ilse Grünewald interviewe. Und das Erste, was sie sagt, das Erste, was ihr in den Kopf kommt, ist: „Ich kann vergeben, aber ich kann nicht vergessen.“ Dieser Satz ist gewichtig. Mit diesem Satz startet auch diese Folge.
Geboren 1914 in Seelze, wächst sie dort zunächst unbeschwert auf – als jüdisches Kind von Eltern mit einem gut laufenden Weißwarengeschäft in einem Dorf bei Hannover. Die Familie Willner ist die einzige jüdische Familie in dem 3000-Seelen-Ort. Mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten ändert sich alles für die junge Frau. Sie beschreibt, wie sie gedemütigt und drangsaliert wurden.
Um ein genaueres Bild über diese Zeit zu erlangen, habe ich mich mit Menschen verabredet, die sich ebenfalls mit Ilse Grünewalds Leben und mit der Familie Willner befasst haben. Sie zeigen mir in Seelze die Orte, die für die Familie wichtig waren. Mit Originaltönen und neu erschlossenen Akten erzählen wir gemeinsam und im Gespräch mit dem EI STÜCK DEUTSCHLAND Co-Host Carsten Janz von Verlust, Demütigung und der Flucht 1938 – und davon, was Erinnerung bedeutet.
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