EinBlick – nachgefragt

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EinBlick – nachgefragt episodes

  • Blutdruck senken, Lebensjahre gewinnen: Was Smartwatches dazu beitragen – Prof. Christina Magnussen (UKE Hamburg)
    Hinweis der Uhr, Blutdruckmessen im Finanzamt, risikoadaptiertes Screening: Warum Bluthochdruck früher erkannt werden muss.
    Blutdruck senken, Lebensjahre gewinnen – was Smartwatches dazu beitragen

    Zu Gast: Prof. Christina Magnussen (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf UKE) · Moderation: Christoph Nitz

    Darum geht es in dieser Folge

    Etwa jede dritte erwachsene Person in Deutschland hat Bluthochdruck, viele wissen nichts davon. Prof. Christina Magnussen, Professorin und stellvertretende Direktorin der Klinik für Kardiologie am UKE, erklärt, was die Warnung einer Smartwatch leistet, welche Nachweise neue Messverfahren ohne Manschette erbringen müssen und warum der Blutdruck auch in Apotheken, Drogeriemärkten oder Behörden gemessen werden könnte. Von Gesundheitsminister Carsten Linnemann wünscht sie sich ein systematisches, risikoadaptiertes Blutdruckscreening ab dem jungen Erwachsenenalter.

    Das Wichtigste in Kürze
    • Unerkannt: Bluthochdruck verursacht lange keine Beschwerden. Viele erhalten die Diagnose erst bei einer Zufallsmessung oder wenn schon ein Schlaganfall oder Herzinfarkt eingetreten ist. Magnussen fordert niederschwellige, wiederholte Messungen zu Hause, in der Apotheke und in der Arztpraxis.
    • Gesunde Jahre: Eine bessere Blutdruckkontrolle in der Lebensmitte bringt laut Magnussens Studie im New England Journal of Medicine rechnerisch 2,4 Jahre ohne Herz-Kreislauf-Erkrankung bei Frauen und 1,2 bei Männern. Die Werte beruhen auf Bevölkerungsdaten und sind keine Garantie für den Einzelnen.
    • Frauen: In klinischen Herz-Kreislauf-Studien sind Frauen unterrepräsentiert. Populationsbasierte Daten bilden beide Geschlechter je zur Hälfte ab und erlauben Analysen nach Geschlecht.
    • Smartwatch: Die Uhren messen keinen Blutdruck, sie werten über einen Monat die Daten ihres optischen Sensors aus. Als Screening-Instrument sind sie interessant. Ein Hinweis der Uhr ist aber keine Diagnose, und ein fehlender Hinweis schließt Bluthochdruck nicht aus.
    • Standard: Für Diagnose und Therapie bleibt die validierte Messung mit der Oberarmmanschette maßgeblich. Europäische Empfehlungen sehen manschettenlose Verfahren noch nicht als Grundlage klinischer Entscheidungen.
    • Nachweis: Jede neue Technologie braucht Validierungsstudien gegen die Oberarmmessung unter Alltagsbedingungen. Eine CE-Zertifizierung reicht dafür nicht aus.
    • Anlaufstellen: Hausarztpraxen fehlen Zeit und Personal, um alle Gesunden zum Blutdruckmessen zu empfangen. Magnussen nennt Apotheken, vielleicht sogar Drogeriemärkte oder Behörden wie das Finanzamt. Für auffällige Werte bliebe die Hausarztpraxis die primäre Anlaufstelle.
    • Diagnose: Ein erhöhter Messwert ist noch kein Bluthochdruck, für die Diagnose sollte auch eine 24-Stunden-Messung erfolgen. Ist ein Wert über 140 zu 90 bestätigt, steht zuerst eine Änderung des Lebensstils an, mit mediterraner, ballaststoffreicher Ernährung und ausreichend Bewegung.
    • Medikamente: Bei Werten um 170 bis 180 reicht der Lebensstil allein wahrscheinlich nicht. Je nach Herz-Kreislauf-Risiko, etwa bei chronischer Nierenschwäche oder nach einem Herzinfarkt, beginnt die Behandlung mit Medikamenten früher.
    • Lebensstil: Nur mit Medikamenten und ohne weitere Änderungen lässt sich das Risiko nicht relevant senken. Ein gesunder Lebensstil senkt auch das Risiko für Nierenerkrankungen, Schlaganfall und Demenz.
    • Sport: Nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall empfiehlt Magnussen regelmäßiges, moderates Ausdauertraining, am besten mit Pulsuhr und ohne Spitzenbelastungen. Kraftsport erhält die Muskelmasse; aus kardiologischer Sicht sollten sich beide Trainingsformen die Waage halten.
    • Prävention: Die klassischen Risikofaktoren sind auch Risikofaktoren für Demenz, das Rauchen etwa für Lungenkrebs. Aus dem EU Safe Hearts Plan, den die EU-Kommission im Dezember 2025 vorgestellt hat, sollen nationale Herz-Kreislauf-Pläne folgen; die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie arbeitet daran.
    • Politik: Das Gesundes-Herz-Gesetz des früheren Gesundheitsministers Karl Lauterbach hatte aus Magnussens Sicht gute Ansätze, aber auch viele Kritikpunkte. Von Gesundheitsminister Carsten Linnemann wünscht sie sich ein systematisches, niederschwelliges Blutdruckscreening ab dem jungen Erwachsenenalter, risikoadaptiert.
    • Kapitelmarken
      • (00:00) Begrüßung und Vorstellung
      • (01:44) Bluthochdruck – lange ohne Beschwerden
      • (02:31) Mehr gesunde Jahre durch Blutdruckkontrolle in der Lebensmitte
      • (03:37) Frauen in Herz-Kreislauf-Studien
      • (04:35) Was die Warnung der Smartwatch leistet
      • (05:59) Was neue Messgeräte nachweisen müssen
      • (07:27) Blutdruckmessen außerhalb der Arztpraxis
      • (08:47) Apotheken, Drogerien und das Ziel Früherkennung
      • (10:22) Nach der Diagnose – Lebensstil und Medikamente
      • (12:20) Kein Wundermittel – warum der Lebensstil zählt
      • (13:53) Ausdauer- und Kraftsport
      • (15:15) Ein Wunsch an Gesundheitsminister Linnemann
      • (16:47) Prävention und der EU Safe Hearts Plan
      • (18:19) Verabschiedung und Abmoderation
      • Zitate aus der Folge

        »Ein fehlender Hinweis schließt Bluthochdruck nicht aus.«

        »Auch eine CE-Zertifizierung eines Devices reicht da nicht aus.«

        »Wir wissen, wie man den Blutdruck misst, und wir wissen, wie man den Blutdruck behandelt. Aber offenbar schaffen wir es trotzdem nicht.«

        Über Christina Magnussen

        Christina Magnussen ist Professorin und stellvertretende Direktorin der Klinik für Kardiologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf UKE. Auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie im April 2026 hat sie eingeordnet, was Smartwatches bei der Früherkennung von Bluthochdruck leisten.

        Über das Universitäre Herz- und Gefäßzentrum Hamburg

        Das Universitäre Herz- und Gefäßzentrum Hamburg am UKE vereint 4 Kliniken, von der Kardiologie bis zur Kinderherzmedizin. Mit 270 Betten versorgt es jährlich 10.200 stationäre Patientinnen und Patienten. Sein ärztlicher Direktor Stefan Blankenberg hat gemeinsam mit Christina Magnussen die weltweite Studie zu den Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen veröffentlicht.

        FAQ zur Folge

        Kann eine Smartwatch Bluthochdruck erkennen?

        Smartwatches messen keinen Blutdruck. Sie werten über einen Monat die Daten ihres optischen Sensors aus und warnen bei Hinweisen auf Bluthochdruck. Magnussen sieht sie derzeit vor allem als Screening-Instrument, das Menschen finden kann, bei denen eine konventionelle Messung sinnvoll ist. Ein Hinweis der Uhr ist keine Diagnose, ein fehlender Hinweis schließt Bluthochdruck nicht aus.

        Warum reicht eine CE-Zertifizierung nicht?

        Neue Messverfahren, ob Uhr oder Ring, müssen in Validierungsstudien vergleichbare Werte wie die Messung mit der Oberarmmanschette liefern, die der Referenzwert bleibt. Nach Magnussens Worten braucht es dafür klinische Studien mit Probandinnen und Probanden unter Alltagsbedingungen. Erst dann hat eine neue Technologie klinischen Nutzen.

        Wo sollte der Blutdruck gemessen werden?

        Niederschwellig und wiederholt: zu Hause, in der Apotheke und in der Arztpraxis. Magnussen schlägt außerdem Drogeriemärkte und Behörden wie das Finanzamt vor, wo alle Menschen einmal hinmüssen. Mit auffälligen Werten geht es dann in die Hausarztpraxis.

        Ab welchem Wert spricht man von Bluthochdruck?

        Nach Magnussens Angaben ab einem bestätigten Wert über 140 zu 90; für die Diagnose sollte auch eine 24-Stunden-Blutdruckmessung erfolgen. Ein einzelner erhöhter Messwert ist noch kein Bluthochdruck.

        Welche Maßnahme wünscht sich Magnussen von Gesundheitsminister Carsten Linnemann?

        Ein systematisches, niederschwelliges Blutdruckscreening ab dem jungen Erwachsenenalter, risikoadaptiert: nicht für jeden 20-Jährigen, aber bei Vorbelastung in der Familie oder bei Erkrankungen, die das Herz-Kreislauf-Risiko erhöhen.

        Links und weiterführende Informationen
        • Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf UKE – Arztprofil Prof. Christina Magnussen: https://www.uke.de/allgemein/arztprofile-und-wissenschaftlerprofile/arztprofilseite_christina_magnussen.html
        • New England Journal of Medicine 2025 – Global Effect of Cardiovascular Risk Factors on Lifetime Estimates: https://doi.org/10.1056/NEJMoa2415879
        • New England Journal of Medicine 2023 – Global Effect of Modifiable Risk Factors on Cardiovascular Disease and Mortality (Volltext bei PubMed Central): https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10589462/
        • Deutsche Gesellschaft für Kardiologie DGK – Pressemitteilung »Blutdruck auf einen Blick? Smartwatches als Frühwarnsystem« vom 9. April 2026: https://herzmedizin.de/asset/27478
        • Europäische Kommission – EU-Plan für Herz-Kreislauf-Gesundheit, der Safe Hearts Plan (englisch): https://health.ec.europa.eu/non-communicable-diseases/cardiovascular-health_en
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        • Kontakt & mehr EinBlick
          • Anregungen und Fragen: [email protected]
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          • Für den schnellen Überblick empfehlen wir den ›EinBlick Nachrichten‹-Podcast
          • 20 min
          • Werte kennen, Herzinfarkt verhindern: Warum Prävention beim Blutfett beginnt – Prof. Ksenija Stach (HMU Potsdam)
            Register wie in Schweden, Kinderscreening ab 6 Jahren, Werte aus der Apotheke in die ePA: Warum Prävention beim Herzen früher ansetzen muss.
            Werte kennen, Herzinfarkt verhindern – warum Prävention beim Blutfett beginnt

            Zu Gast: Prof. Ksenija Stach (HMU Health and Medical University Potsdam, Klinikum Ernst von Bergmann) · Moderation: Christoph Nitz

            Darum geht es in dieser Folge

            Herzerkrankungen sind die Todesursache Nummer 1, doch 80 Prozent der Patientinnen und Patienten nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall verfehlen ihren LDL-Zielwert. Prof. Ksenija Stach, Professorin an der HMU Potsdam und Departmentleiterin am Klinikum Ernst von Bergmann, erklärt, warum LDL-Cholesterin der am besten beeinflussbare Risikofaktor ist, was Deutschland von den Registern in Schweden lernen kann und warum beim Screening nicht gespart werden darf – und weshalb ein Kinderscreening ab 6 Jahren die eine Maßnahme ist, die sie Gesundheitsminister Carsten Linnemann vorschlägt.

            Das Wichtigste in Kürze
            • Zielwert: Die europäischen Leitlinien sehen nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall einen LDL-Zielwert unter 55 Milligramm pro Deziliter vor. 80 Prozent dieser Patientinnen und Patienten erreichen ihn nicht.
            • Warum LDL: LDL-Cholesterin ist der am besten beeinflussbare Risikofaktor – ohne LDL-Cholesterin kein Plaque in der Gefäßwand. Dazu kommen Blutdruck, Diabetes und ungesunder Lebensstil. Der erste Schritt ist, die Werte zu messen.
            • Check-up 35: Nach Stachs Angaben nehmen ihn nur 30 Prozent der Bevölkerung wahr, weil die Information zu wenige Menschen erreicht.
            • Register: In Schweden werden alle Patientinnen und Patienten nach einem Herzinfarkt erfasst, mit Unterstützung der Politik. Die Kliniken werden mit ihren Ergebnissen beim LDL-Zielwert in der Zeitung aufgeführt; die Besten werden ausgezeichnet, der Letztplatzierte muss bei ihnen lernen.
            • Netzwerk: In Potsdam hat ein niedergelassener Kollege, der auch bei Kindern das Cholesterin misst, ein Kompetenznetzwerk aufgebaut. Bezahlt wird es von niemandem.
            • Aufklärung: Wearables zählen Schritte, messen Herzfrequenz und Blutdruck und schreiben ein EKG. Das Thema Cholesterin leidet unter Fernsehsendungen, die die Warnungen als Humbug abtun; Lipoprotein(a) findet dagegen Aufmerksamkeit. Hausärzte und Kardiologen müssten an einem Strang ziehen.
            • Früherkennung: Beim Screening zu sparen, hält Stach für falsch – frühzeitige Prävention spare später Milliarden Euro. Ein Screening von Kindern ab 6 Jahren findet genetisch bedingte Fettstoffwechselstörungen früh und schützt zugleich einen Elternteil.
            • Apotheken und Patientenakte: Messungen von Blutdruck, Cholesterin und Langzeitblutzucker in Apotheken sieht sie positiv. Die Werte sollten in der elektronischen Patientenakte ePA erscheinen, samt Hinweis, sich ärztlich abklären zu lassen; eine Abfrage zur Familienanamnese könnte zum Check-up 35 einladen.
            • Nie zu spät: Auch beim 60-jährigen Hochrisikopatienten lohnt sich der Kampf um die Zielwerte – mit LDL-Senkung, Blutdruckeinstellung, Lebensstil und Reha.
            • Vorschlag an Gesundheitsminister Carsten Linnemann: Kinderscreening ab 6 Jahren und Aufklärung über Risikofaktoren in Kitas, Schulen und Studiengängen.
            • Kapitelmarken
              • (00:00) Begrüßung und Vorstellung
              • (01:45) Lücke zwischen Leitlinie und Versorgung
              • (03:04) Was der LDL-Wert über das Risiko sagt
              • (04:18) Register wie bei Krebs – das Beispiel Schweden
              • (05:57) Netzwerk in Potsdam – und wer es bezahlt
              • (06:51) Wearables, Cholesterin-Mythen und Lipoprotein(a)
              • (09:54) Sparen an der Früherkennung? Kinderscreening und Check-up 35
              • (12:49) Prävention ab der Kita – und der 60-jährige Hochrisikopatient
              • (14:59) Gesundheitsbewusstsein und soziale Unterschiede
              • (16:00) Was die ePA leisten könnte
              • (17:50) Eine Maßnahme für Gesundheitsminister Linnemann
              • (18:20) Was Hörerinnen und Hörer morgen tun sollten
              • (18:51) Verabschiedung und Abmoderation
              • Zitate aus der Folge

                »Ohne LDL-Cholesterin kein Plaque. Das ist halt nun mal Fakt.«

                »Wer bezahlt das? Na, niemand. Das machen wir letzten Endes, weil wir die Versorgung unserer Bevölkerung für richtig halten.«

                »Wir müssen an einem Strang ziehen, Fakten auf den Tisch legen und nicht irgendwelche Märchen.«

                Über Ksenija Stach

                Ksenija Stach leitet seit Juli 2025 das Department für Endokrinologie und Diabetologie am Klinikum Ernst von Bergmann und ist Professorin für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie der HMU Potsdam. Zuvor leitete sie die Lipidambulanz der Universitätsmedizin Mannheim. Beim Kongress für Gesundheitsnetzwerker sprach sie im März 2026 über Investitionen in die Herzgesundheit.

                Über das Klinikum Ernst von Bergmann

                Das Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam ist ein Krankenhaus der Schwerpunktversorgung mit rund 1.000 Betten und rund 2.850 Mitarbeitenden und Praxispartner für das Medizinstudium an der HMU. Sein Department für Endokrinologie und Diabetologie behandelt Diabetes und Fettstoffwechselstörungen – beides zentrale Risikofaktoren für Herzinfarkt und Schlaganfall.

                FAQ zur Folge

                Warum ist gerade der LDL-Wert so wichtig?

                LDL-Cholesterin ist laut Stach der am besten beeinflussbare Risikofaktor: Ohne LDL-Cholesterin entsteht kein Plaque in der Gefäßwand. Wird der Wert gesenkt, lässt sich erneuten, aber auch ersten Herzinfarkten und Schlaganfällen vorbeugen. Blutdruck, Diabetes und Lebensstil gehören dazu – zuerst aber müssen die Werte gemessen werden.

                Was macht Schweden anders?

                Dort erfassen Register alle Patientinnen und Patienten nach einem Herzinfarkt, unterstützt von der Politik. Die Kliniken werden mit ihren Ergebnissen beim LDL-Zielwert in der Zeitung aufgeführt. Die Besten werden ausgezeichnet, der Letztplatzierte muss bei ihnen lernen.

                Warum ein Screening schon bei Kindern?

                Ein Screening ab 6 Jahren entdeckt genetisch bedingte Fettstoffwechselstörungen früh. Nach Stachs Worten gibt es keine andere Screening-Methode, die zugleich Kind und Elternteil vor einem kardiovaskulären Ereignis schützt.

                Welche Maßnahme schlägt sie Gesundheitsminister Carsten Linnemann vor?

                Ein Kinderscreening ab 6 Jahren und Aufklärung über Risikofaktoren in Kitas, Schulen und allen Studiengängen.

                Was sollten Hörerinnen und Hörer jetzt tun?

                Die eigenen Werte kennen: Blutdruck, Langzeitblutzucker, LDL-Cholesterin und Lipoprotein(a). Wer sie nicht kennt, lässt sie bei nächster Gelegenheit in der Hausarztpraxis bestimmen.

                Links und weiterführende Informationen
                • HMU Health and Medical University Potsdam – Team der Fakultät Medizin: https://www.health-and-medical-university.de/ueber-uns-2/team/team-fakultaet-medizin/
                • Klinikum Ernst von Bergmann Potsdam: https://www.evb-gesundheit.de/klinikumevb
                • Deutsche Gesellschaft für Lipidologie DGFL – Lipid-Liga: Kampagnen, darunter ›Auf Ziel‹: https://www.lipid-liga.de/fuer-aerztinnen/kampagnen/
                • Bundesministerium für Gesundheit: Gesundheits-Check-up: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/checkup
                • Bundesministerium für Gesundheit: GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/gesetze-und-verordnungen/detail/gkv-beitragssatzstabilisierungsgesetz
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                • Kontakt & mehr EinBlick
                  • Anregungen und Fragen: [email protected]
                  • Alle Folgen und Formate: https://gesundheitsmanagement.berlin-chemie.de/einblick
                  • Für den schnellen Überblick empfehlen wir den ›EinBlick Nachrichten‹-Podcast
                  • 20 min
                  • Reparieren statt Vorbeugen – warum Deutschlands Herzvorsorge ein Update braucht – Udo Schauder (ImPuls.Think Tank)
                    Zuckerabgabe, Health in All Policies, Blutdruck-Programm: Warum Deutschland bei der Herzgesundheit von Norwegen und Frankreich lernen kann.

                    Weltmeister im Reparieren – warum Deutschlands Herzvorsorge ein Update braucht

                    Zu Gast: Udo Schauder (ImPuls Think Tank Herz-Kreislauf) Moderation: Christoph Nitz

                    Darum geht es in dieser Folge

                    Deutschland gibt pro Kopf fast am meisten Geld für Gesundheit in der EU aus, liegt bei der Herzgesundheit aber seit Jahrzehnten im europäischen Mittelfeld. Udo Schauder, Mitinitiator und Vorsitzender des ImPuls Think Tank Herz-Kreislauf, erklärt, warum das System die Behandlung stärker belohnt als die Vermeidung, was eine nach Zuckergehalt gestaffelte Abgabe und Werbebeschränkungen bewirken könnten, was Norwegen, Frankreich und Dänemark anders machen – und warum ein nationales Programm zur Senkung des Blutdrucks für ihn die eine Maßnahme wäre, die die Bundesregierung jetzt anpacken sollte.

                    Das Wichtigste in Kürze

                    • Kosten: Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind mit rund 64 Mrd. Euro jährlich die größte Position im deutschen Gesundheitswesen.

                    • EU-Ziele: Der EU Safe Hearts Plan will, dass bis 2035 75 % der 25- bis 64-Jährigen und 90 % der über 65-Jährigen jährlich den Blutdruck messen lassen – ähnliche Zielquoten gelten für Cholesterin und Blutzucker; das Ganze soll in nationale Herz-Kreislauf-Pläne münden.

                    • Systemfrage: Das deutsche System belohnt die Behandlung stärker als die Vermeidung – es wurzelt im Krankenversicherungsgesetz von 1883, das die Arbeitsfähigkeit in den Mittelpunkt stellte, nicht die Gesunderhaltung. Dazu kommen große soziale Unterschiede bei den Risikofaktoren.

                    • Hebel: weniger Werbung für stark zucker-, fett- oder salzhaltige Produkte, besonders bei Kindern; eine nach Zuckergehalt gestaffelte Abgabe, deren Einnahmen in die Prävention fließen (z. B. Bundesstiftung); günstigeres Obst und Gemüse, gesunde Schulverpflegung.

                    • Vorbilder: Norwegen (Public Health Act, Health in All Policies), Frankreich (nationale Strategie 2026 mit frühen Screenings inkl. familiärer Hypercholesterinämie und Neugeborenen-Screening), Dänemark (standardisierte, wohnortnahe Prävention), Niederlande (ähnlicher Plan).

                    • Lipoprotein(a): bei Männern einmal im Leben messen, bei Frauen zweimal (vor und nach der Menopause); Kosten laut Schauder 15 bis 25 Euro.

                    • Früherkennung: risikobasierter Ansatz mit Nutzen-Schaden-Abwägung; Werte müssen nachverfolgt werden – die ePA könnte zum Gamechanger werden.

                    • Wearables: kein Ersatz für ärztlichen Rat – einmal im Jahr die eigenen Daten mit dem Arzt besprechen.

                    • Forderung: ein nationales Programm zur Senkung des Blutdrucks, weniger Salz in Lebensmitteln und Gesundheit als Aufgabe aller Ressorts.

                    • Kapitelmarken
                      • (00:00) Begrüßung und Vorstellung
                      • (02:10) Weltmeister im Reparieren: Warum das System Behandlung stärker belohnt als Vorbeugung
                      • (05:17) Der ImPuls Think Tank: Entstehung und Ziele
                      • (08:19) Aufklärung oder Regulierung? Werbebeschränkungen, Zuckerabgabe, Eigenverantwortung
                      • (12:30) Gesund muss bezahlbar sein: Preise nach Zuckergehalt staffeln
                      • (14:09) EU Safe Hearts Plan: Was Norwegen, Frankreich, Dänemark und die Niederlande anders machen
                      • (19:15) Früherkennung mit Augenmaß: Risikobasierter Ansatz und die ePA
                      • (22:21) Wearables: Selbstvermessung braucht ärztlichen Rat
                      • (24:12) Eine Maßnahme für die Bundesregierung: Nationales Blutdruck-Programm
                      • (26:53) Verabschiedung und Abmoderation
                      • Zitate aus der Folge

                        „Unser System belohnt die Behandlung stärker als die Vermeidung."

                        „Nur eine gesunde Bevölkerung wird uns Wirtschaftswachstum bringen können."

                        „Wir wollen nicht, dass dadurch mehr Menschen Patienten werden, sondern wir wollen, dass mehr Menschen einfach gesund sind."

                        Über Udo Schauder

                        Udo Schauder hat den Think Tank 2017 mit ins Leben gerufen und führt ihn heute gemeinsam mit Dr. Martina Kloepfer. Er studierte Medizin und war anschließend in verschiedenen leitenden Funktionen in der Industrie tätig und stand dem Patientenunterausschuss des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller vfa vor.

                        Über den ImPuls Think Tank Herz-Kreislauf

                        Der ImPuls Think Tank Herz-Kreislauf ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Berlin. Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören stärker in das Zentrum der Diskussion: wissenschaftlich, gesellschaftlich und politisch. Der Think Tank führt ausgewiesene Experten aus Politik, Wissenschaft, Ärzteschaft, Krankenkassen, Verbänden, Patientenorganisationen, Ethik und Gesundheitswirtschaft zusammen, um die Aufmerksamkeit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in einem integrierten Ansatz auf unterschiedlichen Ebenen zu verbessern. Seit dem Start im Jahr 2017 ist die gesamtgesellschaftliche Initiative auf 29 Mitglieder gewachsen. Einzelpersonen ebenso wie Organisationen und Unternehmen aus dem Gesundheitswesen. Ihre Forderung, Vorbeugung politisch verbindlich zu verankern, ist auch der Ausgangspunkt dieses Gesprächs.

                        FAQ zur Folge

                        Warum liegt Deutschland bei der Herzgesundheit nur im Mittelfeld?
                        Laut Schauder ist es ein systemisches Problem: Das Gesundheitssystem belohnt die Behandlung stärker als die Vermeidung. Es wurzelt im Krankenversicherungsgesetz von 1883, das die Arbeitsfähigkeit in den Mittelpunkt stellte – nicht die Gesunderhaltung. Hinzu kommen große soziale Unterschiede bei den Risikofaktoren und die Schwierigkeit, den Erfolg von Prävention nachzuweisen: Ein verhinderter Herzinfarkt 20 Jahre später ist nicht sichtbar, eine Operation schon.

                        Welche Ziele setzt der EU Safe Hearts Plan?

                        Bis 2035 sollen 75 % der 25- bis 64-Jährigen und 90 % der über 65-Jährigen jährlich den Blutdruck messen lassen; ähnliche Zielquoten gibt es für Cholesterin und Blutzucker. Die Mitgliedstaaten sollen daraus nationale Herz-Kreislauf-Pläne entwickeln.

                        Was machen Norwegen und Frankreich anders?

                        Norwegen hat mit dem Public Health Act festgelegt, dass Gesundheit in allen staatlichen Ressorts umgesetzt werden muss (Health in All Policies). Frankreich hat 2026 eine nationale Strategie gegen Herz-Kreislauf- und neurovaskuläre Erkrankungen beschlossen, die auf frühe Screenings setzt – einschließlich familiärer Hypercholesterinämie und eines Neugeborenen-Screenings.

                        Welche eine Maßnahme empfiehlt Schauder der Bundesregierung?

                        Ein nationales Programm zur Senkung des Blutdrucks in der Bevölkerung, kombiniert mit weniger Salz in Lebensmitteln. Bluthochdruck ist ein Riesenrisikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall – und bleibt als „stiller Killer" oft unbemerkt. Ziel sei nicht, mehr Menschen zu Patienten zu machen, sondern mehr Menschen gesund zu halten.

                        Links und weiterführende Informationen
                        • ImPuls Think Tank Herz-Kreislauf e.V.: https://herzkreislauf-impuls.de
                        • EU Safe Hearts Plan – Mitteilung der Europäischen Kommission (COM(2025) 1024, 16.12.2025): https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:52025DC1024
                        • Norwegen: Public Health Act (englische Übersetzung, regjeringen.no): https://www.regjeringen.no/globalassets/upload/hod/hoeringer-fha_fos/123.pdf
                        • Frankreich: Loi n° 2026-668 – stratégie nationale de lutte contre les maladies cardio-neuro-vasculaires (Dossier des Sénat): https://www.senat.fr/dossier-legislatif/ppl25-529.html
                        • Statistisches Bundesamt: Krankheitskosten 2023 – Kreislauferkrankungen 64,6 Mrd. Euro: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/08/PD25_293_236.html
                        • EinBlick bei Berlin-Chemie: https://gesundheitsmanagement.berlin-chemie.de/einblick
                        • Kontakt & mehr EinBlick

                          • Anregungen und Fragen: [email protected]
                          • Alle Folgen und Formate: https://gesundheitsmanagement.berlin-chemie.de/einblick
                          • Für den schnellen Überblick empfehlen wir den „EinBlick Nachrichten"-Podcast
                          • 28 min
                          • Nur die Hälfte geht zum Check-up: Was der EU-Safe-Hearts-Plan ändern kann – Dr. Janka Schulte-Michels (vfa)
                            Jährliche Vorsorge ab 26, höhere Impfquoten, ePA als Präventionsmotor: Warum frühes Handeln Leben rettet und Kosten senkt.
                            Nur die Hälfte geht zum Check-up – was der EU-Safe-Hearts-Plan ändern kann

                            Zu Gast: Dr. Janka Schulte-Michels (vfa) · Moderation: Christoph Nitz · Podcast: EinBlick Nachgefragt – Gesundheitsmanagement der Berlin-Chemie

                            Darum geht es in dieser Folge

                            Der EU-Safe-Hearts-Plan ist der erste umfassende Strategieansatz der EU zur Bekämpfung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen – der häufigsten Todesursache in Deutschland und Europa. Er bündelt 10 Leitinitiativen von der Primärprävention bis zur Forschungsförderung, ist für die Mitgliedsstaaten aber überwiegend nicht bindend. Dr. Janka Schulte-Michels, beim vfa zuständig für Versorgungspolitik, erklärt, wie Deutschland dieses Momentum nutzen kann: durch bessere Check-ups, konsequente Behandlung bis zum Zielwert, geschlossene Versorgungslücken bei Adipositas und eine ePA, die Prävention aktiv unterstützt.

                            Das Wichtigste in Kürze
                            • Check-up-Frequenz: Deutschland (G-BA): einmalig zwischen 18 und 35, ab 35 alle 3 Jahre. EU-Empfehlung: jährlich ab 26 – mit Blutdruck, Blutfettwerten und Blutzucker.
                            • Teilnahme: Laut RKI gingen 2024 nur ca. 50 % der Berechtigten zum Check-up.
                            • LDL-Cholesterin: wichtigster Marker für Fettstoffwechselstörungen; der vfa empfiehlt die einmalige Bestimmung schon bei Kindern (U-Untersuchung) – ebenso ein Screening auf Typ-1-Diabetes.
                            • Ökonomie der Prävention: ROI von Grippeimpfungen älterer Menschen in Japan: 1:23. UK-Analyse: knapp 70 Mrd. Pfund Einsparpotenzial über 25 Jahre durch frühe Screenings und leitliniengerechte Behandlung.
                            • Zielwerte: Nur ca. 20 % der Hochrisiko-Patient:innen erreichen die empfohlenen Blutfett-Zielwerte.
                            • Adipositas: DMP vom G-BA entwickelt, aber mangels Vergütungseinigung nicht in der Versorgung; Arzneimittel fallen unter den Lifestyle-Paragrafen (§ 34 SGB V).
                            • DiGA: Bisher hat es keine einzige Monitoring-DiGA in das BfArM-Verzeichnis geschafft.
                            • vfa-Forderungen: Check-ups an die EU-Empfehlungen anpassen, das für 2026 angekündigte EU-Protokoll nutzen, Impfquoten steigern.
                            • Kapitelmarken
                              • (00:00) Begrüßung und Vorstellung
                              • (02:15) Kann der EU-Safe-Hearts-Plan die Trendwende einleiten?
                              • (04:21) Prävention als Hebel für ein zukunftsfähiges Gesundheitssystem
                              • (05:44) Check-ups in Deutschland vs. EU-Empfehlung – und die Rolle von LDL-C
                              • (09:43) Was Prävention wirtschaftlich bringt: Zahlen aus Japan, UK und von der WHO
                              • (12:44) Vom auffälligen Befund in die strukturierte Versorgung
                              • (15:18) DMP und Adipositas: Lücken in der Versorgung
                              • (18:12) DiGA: Anspruch, Erstattung, Praxisprobleme
                              • (19:59) ePA, digitaler Impfpass und Gesundheitsdaten
                              • (22:40) Fazit: Die Position des vfa
                              • Zitate aus der Folge

                                „Prävention ist vielleicht nicht der eine entscheidende Hebel, aber einer der entscheidenden Hebel für ein zukunftsfähiges Gesundheitssystem."

                                „Prävention darf nicht mit der Diagnose enden."

                                „Was nicht gemessen werden kann, das kann auch nicht geändert werden."

                                Über Dr. Janka Schulte-Michels

                                Dr. Janka Schulte-Michels ist Apothekerin und wurde an der Universität Bonn promoviert. Vor ihrem Wechsel zum vfa arbeitete sie in einer Bundesoberbehörde. Beim Verband verantwortet sie die Versorgungspolitik – eine Querschnittsaufgabe von der Arzneimitteltherapiesicherheit bis zu den Finanzen der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Arzneimittelversorgung kennt sie aus drei Perspektiven: Apotheke, Regulierung und forschende Industrie.

                                Über den vfa

                                Der vfa ist der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen in Deutschland. Er vertritt 50 weltweit führende Hersteller mit rund 90 Tochter- und Schwesterfirmen. Die Mitgliedsunternehmen stehen für mehr als die Hälfte des deutschen Arzneimittelmarktes und beschäftigen hierzulande rund 100.000 Menschen.

                                FAQ zur Folge

                                Was ist der EU-Safe-Hearts-Plan?

                                Der erste umfassende Strategieansatz der EU gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Er umfasst 10 Leitinitiativen – von der Modernisierung der Tabak-Rechtsvorschriften über ein EU-Protokoll für einheitliche Herz-Kreislauf-Check-ups bis zur Kampagne „Know Your Numbers“. Für die Mitgliedsstaaten ist er überwiegend nicht bindend, schafft aber politisches Momentum.

                                Wie oft zahlt die gesetzliche Krankenversicherung aktuell den Check-up?

                                Zwischen 18 und 35 Jahren einmalig, ab 35 alle drei Jahre (G-BA-Richtlinie). Der EU-Plan empfiehlt dagegen jährliche Untersuchungen ab 26 Jahren mit Blutdruck, Blutfetten und Blutzucker.

                                Warum ist Prävention auch wirtschaftlich sinnvoll?

                                Präventive Maßnahmen sind vielfach günstiger als die spätere Behandlung: ROI 1:23 bei Grippeimpfungen Älterer (Japan), knapp 70 Mrd. Pfund Einsparpotenzial über 25 Jahre (UK), dazu WHO-„Quick Wins“ wie die Tabaksteuer, die die Sterblichkeit durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen binnen 5 Jahren senken kann.

                                Was fordert der vfa konkret?

                                1. Check-up-Untersuchungen an die EU-Empfehlungen anpassen. 2. Das noch 2026 erwartete EU-Protokoll für einheitliche Check-ups nutzen. 3. Die niedrigen Impfquoten – besonders bei Erwachsenen – steigern, denn Impfungen sind ein unterschätzter Faktor für die Herzgesundheit.
                                2. Links und weiterführende Informationen
                                  • vfa – Die forschenden Pharma-Unternehmen: https://www.vfa.de
                                  • Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA), Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie: https://www.g-ba.de
                                  • Robert Koch-Institut (RKI): https://www.rki.de
                                  • DiGA-Verzeichnis des BfArM: https://diga.bfarm.de
                                  • Europäische Kommission – Gesundheit: https://health.ec.europa.eu
                                  • [Bitte ergänzen: Deep-Links zum EU-Safe-Hearts-Plan, zur „Know Your Numbers“-Kampagne und zu den zitierten Studien (Japan/UK/WHO)]
                                  • Kontakt & mehr EinBlick
                                    • Anregungen und Fragen: [email protected]
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                                    • Für den schnellen Überblick empfehlen wir den „EinBlick Nachrichten“-Podcast
                                    • Schlagworte: EU-Safe-Hearts-Plan, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Herzgesundheit, Prävention, Check-up, LDL-Cholesterin, Impfquoten, elektronische Patientenakte (ePA), DiGA, Disease-Management-Programm (DMP), Adipositas, vfa, Berlin-Chemie

                                      25 min
                                    • 🎙#EinBlick – nachgefragt Franziska Hoppermann MdB: Verstehen, nicht verurteilen – wie der Bundestag Corona aufarbeitet
                                      Gespräch über Gespräch mit der Vorsitzenden der Corona-Enquete-Kommission über die Aufarbeitung der Pandemie: fehlende Krisenübungen, Föderalismus und Krisenkoordination, die ›Generation Corona‹, Long Covid und die Resilienz unserer Gesellschaft

                                      EinBlick – nachgefragt

                                      Podcast mit Interviews und Diskussionsrunden mit Expert:innen des Gesundheitswesens

                                      Verstehen, nicht verurteilen – wie der Bundestag die Corona-Pandemie aufarbeitet

                                      Fachjournalist und EinBlick-Redakteur Christoph Nitz im Gespräch mit Franziska Hoppermann MdB, der Vorsitzenden der Enquete-Kommission zur Aufarbeitung der Corona-Pandemie, über Lehren aus der Pandemie, fehlende Krisenübungen, die ›Generation Corona‹ und die Resilienz unserer Gesellschaft.

                                      Die Enquete-Kommission ›Aufarbeitung der Corona-Pandemie und Lehren für zukünftige pandemische Ereignisse‹ hat sich im September 2025 konstituiert. 14 Abgeordnete und 14 externe Sachverständige untersuchen, wie die Entscheidungen der Pandemiejahre zustande kamen, was sich bewährt hat und wo Deutschland für künftige Gesundheitskrisen besser aufgestellt sein muss. Der Abschlussbericht soll bis zum 30. Juni 2027 vorliegen.

                                      Franziska Hoppermann ist seit 2021 Mitglied des Deutschen Bundestages für den Hamburger Wahlkreis Wandsbek. Die Diplom-Kauffrau ist Obfrau der CDU/CSU-Fraktion im Ausschuss für Digitales und Staatsmodernisierung sowie Bundesschatzmeisterin der CDU. Im September 2025 wählte die Enquete-Kommission sie einstimmig zu ihrer Vorsitzenden.

                                      Im Interview spricht Hoppermann über ihre wichtigste Lehre – dass Deutschland den Ernstfall einer Pandemie nie geübt hat –, über den Unterschied zwischen Enquete-Kommission und Untersuchungsausschuss, über Föderalismus und die Rolle der Ministerpräsidentenkonferenz, über den Digitalisierungsschub von Telemedizin bis elektronischer Patientenakte, über das Beteiligungsformat der ›Generation Corona‹ und über Long Covid.

                                      Als Erfolg der Kommission wertet Hoppermann einen möglichst geeinten Abschlussbericht: einen, der die Pandemiejahre angemessen beurteilt und konkrete, rechtlich umsetzbare Empfehlungen für künftige Krisen vorlegt – nicht bloß das Versprechen, beim nächsten Mal werde alles besser.

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                                      37 min
                                    • 🎙#EinBlick – nachgefragt Steffen Bohm & Mathias Stöwhas: ProReVers – wie gelingt Versorgungsplanung auf dem Land?
                                      Gespräch über das Innovationsfondsprojekt ProReVers und Versorgungsplanung im ländlichen Brandenburg: Demografie und Bedarfsplanung, Ambulantisierung und ihre Grenzen, Planungskonferenzen und Hybrid-DRG – und was davon in der Praxis wirklich trägt

                                      EinBlick – nachgefragt

                                      Podcast mit Interviews und Diskussionsrunden mit Expert:innen des Gesundheitswesens

                                      **ProReVers – wie gelingt Versorgungsplanung auf dem Land?

                                      **
                                      Fachjournalist und EinBlick-Redakteur Christoph Nitz im Gespräch mit Steffen Bohm und Prof. Mathias Stöwhas über sektorenübergreifende Versorgungsplanung im ländlichen Brandenburg, regionale Planungskonferenzen und die Lücke zwischen Theorie und Praxis.

                                      Das Innovationsfondsprojekt ProReVers – kurz für »Prospektive regionale sektorenübergreifende Versorgungsplanung« – ist im Oktober 2023 gestartet und wird vom Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss mit rund 1,1 Millionen Euro gefördert. Untersucht wurde am Beispiel der Landkreise Prignitz und Ostprignitz-Ruppin im Nordosten Brandenburgs, wie ambulante und stationäre Versorgung über die Sektorengrenzen hinweg gemeinsam und bedarfsgerecht geplant werden können. Konsortialführer ist die AGENON; Konsortialpartner sind die AOK Nordost, die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg, die KMG Kliniken und die Medizinische Hochschule Brandenburg.

                                      Steffen Bohm ist Geschäftsführer der AGENON Gesellschaft für Forschung und Entwicklung im Gesundheitswesen in Berlin und Projektleiter von ProReVers. Er ist seit rund dreißig Jahren in der Versorgungsforschung und Beratung im Gesundheitswesen tätig.

                                      Professor Mathias Stöwhas ist Mediziner und Leiter Medizincontrolling bei den KMG Kliniken; zugleich lehrt er als Professor für Medizincontrolling an der Medical School Berlin. Die KMG Kliniken sind als Konsortialpartner an ProReVers beteiligt.

                                      Im Interview sprechen beide über die demografische Entwicklung in der Region, über Ambulantisierungspotenziale und ihre Grenzen in der Praxis, über die regionale Planungskonferenz als neues Instrument und über Hybrid-DRG.

                                      Zum Schluss wird es grundsätzlich: Bohm fordert vom Bund ein in sich geschlossenes, praxistaugliches Konzept für die sektorenübergreifende Planung statt eines weiteren »Reformchens« – und Stöwhas plädiert dafür, Reformpläne von denen auf Umsetzbarkeit prüfen zu lassen, die sie täglich umsetzen müssen: den Praktikern in der Versorgung.

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                                      52 min
                                    • 🎙#EinBlick – nachgefragt: Eigene Praxis oder Anstellung? Wie sich die ambulante Versorgung in Berlin verändert
                                      Gespräch mit Steffen Lehmann über die ambulante Versorgung in Berlin: Praxisnachfolge im Generationswechsel, neue Modelle wie Eterno und Avi Medical sowie Digitalisierung – mit Blick auf Bürokratieabbau und tragfähige Strukturen für die junge Ärzteschaft.

                                      EinBlick – nachgefragt

                                      Podcast mit Interviews und Diskussionsrunden mit Expert:innen des Gesundheitswesens

                                      Eigene Praxis oder Anstellung? Wie sich die ambulante Versorgung in Berlin verändert

                                      Fachjournalist und Einblick-Redakteur Christoph Nitz im Gespräch mit einem Vertreter des Heilberufe-Centers der Berliner Sparkasse über Herausforderungen im Berliner Praxismarkt. Die Hürden bei der Praxisnachfolge und neue Modelle zwischen Niederlassung und Anstellung.

                                      Das Heilberufe-Center begleitet Ärztinnen und Ärzte in allen Phasen ihrer beruflichen Entwicklung. Von der ersten Orientierung über Praxisübernahmen bis hin zu neuen Versorgungs- und Niederlassungsmodellen. Durch die enge Einbindung in die Netzwerke der ambulanten Versorgung entsteht dort ein umfassender Blick auf Versorgungsstrukturen, Nachfolgeprozesse und die Erwartungen einer neuen Generation der Ärzteschaft.

                                      Unser Gesprächspartner heute ist Steffen Lehmann. Er ist von Beginn an im Heilberufe-Center dabei und berät seit mehr als 10 Jahren niedergelassene Heilberufler:innen in Berlin.

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                                      17 min
                                    • 🎙#EinBlick – nachgefragt Heinrich Meyer: E-Rezept, Wettbewerb, Apothekenreform – wohin steuert der Arzneimittelversand?
                                      Gespräch über Apothekenreform, digitale Versorgung und neue Marktdynamik: ApoVWG und Transportregelungen im EU-Notifizierungsverfahren, Bonusverbot und Cardlink-Verfahren, ePA-Zugang und Telepharmazie – mit Blick auf KI, 3D-Druck + 19. BVDVA-Kongress

                                      EinBlick – nachgefragt

                                      Podcast mit Interviews und Diskussionsrunden mit Expert:innen des Gesundheitswesens

                                      E-Rezept, Wettbewerb, Apothekenreform – wohin steuert der Arzneimittelversand?

                                      Fachjournalist und EinBlick-Redakteur Christoph Nitz im Gespräch mit Heinrich Meyer über die Apothekenreform, Wettbewerbsungleichgewichte im Versandhandel und den Stand der Digitalisierung in der pharmazeutischen Versorgung.

                                      Der Bundesverband Deutscher Versandapotheken – kurz BVDVA – vertritt die Interessen der zugelassenen deutschen Versandapotheken gegenüber Politik und Öffentlichkeit. Der Verband wurde 2004 gegründet, als der Arzneimittelversandhandel in Deutschland zugelassen wurde. Am 11. und 12. Juni 2026 richtet der BVDVA seinen 19. Jahreskongress im Steigenberger Hotel am Kanzleramt in Berlin aus.

                                      Heinrich Meyer ist Apotheker, Inhaber der Versandapotheke Sanicare in Bad Laer und seit zweitausenddreiundzwanzig Vorsitzender des BVDVA. Er hat Sanicare seit zweitausenddrei mit aufgebaut und den Versandhandel von Beginn an mitgeprägt. Im Interview spricht er über das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz, über faire Wettbewerbsbedingungen zwischen deutschen und europäischen Versandapotheken und über den Stand bei eRezept, elektronischer Patientenakte und Telematikinfrastruktur. Außerdem gibt er einen Ausblick und auf das Jubiläum 2027: den 20. BVDVA-Kongress.

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                                      22 min
                                    • 🎙#EinBlick – nachgefragt Sascha Raddatz: TI-Stabilität, ePA und EHDS: Was die Gesundheits-IT-Branche jetzt braucht.
                                      Gespräch über die digitale Transformation im Gesundheitswesen: TI-Stabilität sichern, ePA weiterentwickeln, EHDS national umsetzen – mit Ausblick auf die DMEA in München

                                      EinBlick – nachgefragt

                                      Podcast mit Interviews und Diskussionsrunden mit Expert:innen des Gesundheitswesens

                                      TI-Stabilität, ePA und EHDS – Was die Gesundheits-IT-Branche jetzt braucht

                                      Fachjournalist und EinBlick-Redakteur Christoph Nitz spricht mit Sascha Raddatz, dem neuen Geschäftsführer des Bundesverbandes Gesundheits-IT (bvitg), über die drängenden Herausforderungen der digitalen Transformation im Gesundheitswesen. Im Mittelpunkt stehen die Stabilität der Telematikinfrastruktur, die Weiterentwicklung der elektronischen Patientenakte, das kommende Digitalgesetz und die nationale Umsetzung des European Health Data Space EHDS. Außerdem erklärt Raddatz, warum die europäische Leitmesse DMEA ab 2027 in München stattfinden wird.

                                      Sascha Raddatz ist seit Januar 2026 Geschäftsführer des Bundesverbandes Gesundheits-IT bvitg. Zuvor war er als Bereichsleiter Politik & Kommunikation beim bvitg tätig. Neben und nach seinem Studium der Geschichtswissenschaften sowie der Zukunfts- und Innovationsforschung arbeitete er in unterschiedlichen Funktionen im Deutschen Bundestag. Sascha Raddatz ist Jahrgang 1990 und lebt in Berlin.

                                      Der Bundesverband Gesundheits-IT – bvitg e. V. vertritt die Interessen der führenden IT-Anbieter im Gesundheitswesen in Deutschland. Die Mitgliedsunternehmen repräsentieren die industrielle Gesundheits-IT-Branche und entwickeln Lösungen für alle Bereiche der Gesundheitsversorgung. Der Verband ist Veranstalter der DMEA, Europas führender Veranstaltung für digitale Gesundheitsversorgung.

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                                      24 min
                                    • 🎙#EinBlick – nachgefragt #GNK26: Versorgungssteuerung im Gesundheitswesen Thomas Ballast, Constanze Liebe, Lutz Hager
                                      Gespräch über Versorgungssteuerung im Gesundheitswesen: Digitale Ersteinschätzung einführen, Primärversorgung regional vernetzen, Arztnetze als Kümmerer stärken – #GNK 26 Kurs 2030: vernetzt, gesteuert, resilient.

                                      EinBlick – nachgefragt

                                      Podcast mit Interviews und Diskussionsrunden mit Expert:innen des Gesundheitswesens

                                      gesteuert: Versorgungssteuerung im Gesundheitswesen – Patientensteuerung, Primärversorgung und regionale Strukturen

                                      Fachjournalist und EinBlick-Redakteur Christoph Nitz hat drei Referent:innen des 19. Kongresses für Gesundheitsnetzwerker interviewt: Thomas Ballast, stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der Techniker Krankenkasse, Constanze Liebe, Vorstandsvorsitzende der AdA – Bundesverband der Arzt-, Praxis- und Gesundheitsnetze, sowie Prof. Dr. Lutz Hager, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Managed Care e. V.

                                      Der Kongress findet am 17. und 18. März 2026 in Berlin statt unter dem Motto »Kurs 2030: #vernetzt #gesteuert #resilient«. Die Interviews fokussieren den Themenstrang #gesteuert und beleuchten, wie Deutschlands Gesundheitswesen trotz sehr vieler Arzt-Patienten-Kontakte wirksamer gesteuert werden kann und welche Reformstrukturen nötig sind, um das System zu entlasten.

                                      Thomas Ballast ist seit 2012 stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der Techniker Krankenkasse in Hamburg, verantwortlich u. a. für Innovation, ambulante Versorgung und Versorgungssteuerung. Er nimmt am 17. März an der Diskussion »#gesteuert: Versorgung braucht Steuerung« teil – zu der Frage, welche Strukturen, Prozesse und digitalen Verfahren Patient:innen helfen, bedarfsnotwendige Angebote zu finden.

                                      Constanze Liebe ist Vorstandsvorsitzende des AdA – Bundesverband der Arzt-, Praxis- und Gesundheitsnetze und Geschäftsführerin des Ärztenetzes Lippe. Beim Kongress diskutiert sie zum Thema »#gesteuert: Regionale Versorgungssteuerung & Primärversorgung – Bedingungen, Rollen regionaler Akteure, Vernetzung vor Ort«.

                                      Professor Lutz Hager ist Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Managed Care e. V. BMC. Er betont: Wenn wir nur über Patientensteuerung reden, springt die Diskussion zu kurz – für bessere Versorgungsergebnisse brauche es eine vernetzte Versorgung mit allen Akteuren.

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                                      29 min

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                                    ›Einblick-nachgefragt‹ der Podcast mit Interviews und Gesprächen zum Gesundheitswesen vom Gesundheitsmanagement der Berlin-Chemie.